Bei Herr Buddenbohm habe ich heute Morgen gelesen, dass wir wieder mehr bloggen sollen. Er hat es übrigens woanders gelesen, nämlich hier, wobei jener Autor es ebenfalls woanders gelesen hat, nämlich hier …
Wie auch immer: ich bin in bester Gesellschaft mit meinen Vorsatz, wieder mehr zu bloggen. Ja, im Alltag wieder vermehrt kleine Aufsätze oder Essays schreiben will ich.
Ich habe außerdem gelernt, dass der Begriff essay aus dem Französischen (essai) stammt und sich mit „Versuche“ oder „Tests“ übersetzen lässt.
In diesem Sinne wird es bei mir vielleicht ein Jahr des lauten Denkens werden und der kurzen oder längeren Randnotizen. Weniger Fertiges, Hochglanzpoliertes, Zu-Ende-Gedachtes (gab es das hier denn überhaupt?), mehr Drauflos-Überlegtes, Notiertes, Gefühltes, Aufgeschnapptes. Weniger Druck, mehr Freiraum …
In den letzten Wochen, teils in purer Natur im Juragebirge unterwegs, teils bei mir zuhause und teils beim Liebsten, ist dieser Wunsch nach und nach gewachsen. Ja, ich will meine Gedanken und Gefühle wieder mehr in Worte kleiden.
+++
Heute Morgen hörte ich mir endlich die WissPod-Adventskalenderspodcastfolge des Was-denkst-du-denn?-Teams an. Hier der Link. Das Thema: Kinderrechte.
Rita Molzberger und Nora Hespers diskutierten in dieser Folge unter anderem die Frage, ab wann eigentlich Kinder in unserer Gesellschaft als Kinder wahrgenommen wurden und nicht als kleine Erwachsene, die man durchfüttern musste und im Gegenzug dazu ausbeuten konnte.
»Stimmt eigentlich!«, dachte ich. Ja, früher wurden Kinder weit weniger als wertvolle Menschen, die auf Hilfe, Führung und Schutz angewiesen sind, betrachtet. Und es gibt auch heute noch viele Länder, die es anders halten als wir in Mitteleuropa. Stichwort Kinderarbeit.
Heute wissen wir, dass sich Traumata epigenetisch von Generation zu Generation vererben, wenn sie nicht aufgelöst werden, wenn nicht alte Muster aufgebrochen und neue heilere Arten zu leben gelernt werden.
Ich stelle mir vor, wie all die Wunden und traumatisierenden Erfahrungen auf den Kinderseelen unserer Ururururahninnen und -ahnen weiter- und weitergereicht wurden und werden. Da mal weiter drübernachdenken. Ist es da nicht irgendwie logisch, dass die Menschheit so kaputt ist und dass so viele Menschen wunde Seelen haben?
Wie froh ich bin, dass es Menschen gibt, die mit ihrer Arbeit auf solche Sachverhalte aufmerksam machen.
Eine herzliche Hör- und Folgeempfehlung für den »Was denkst du denn?«-Podcast, für alle, die ein wenig mehr als nur bis zum Tellerrand denken wollen.



