Über Denkmodelle nachdenken

Den Anstoß gab ein Tröt im Fediversum.

Wenn ihr euch unbedingt jetzt sofort auf einen Gedanken konzentrieren müsst, wie schafft ihr es dann, die anderen 3 Dutzend Gedanken, die gerade eine Stampede machen, aus eurem Kopf zu verbannen oder wenigstens in den Hintergrund zu schieben?

Quelle

Daraufhin sprachen Irgendlink und ich heute darüber, wie wir unsere Gedanken und Ideen priorisiert und in die Realität umgesetzt bekommen.

Wir erzählten einander unsere Denkmodelle.

Irgendlink erklärte mir sein Modell als eine Art Jonglage. Zitat:

Ich jongliere. Meist gehts gut und alle Gedanken bleiben in der Luft und das jeweils dahinter Stehende wird nach und nach fertig. Es bedeutet, dass ich mich nicht auf den einen Gedanken konzentriere, sondern auf alle immer so lange bis der nächste ‚dran‘ ist. Die dahinter stehenden abzuarbeitenden Dinge dauern ewig bis sie fertig werden. Als Arbeitnehmer in produktivem System würde ich damit sicher scheitern. Als selbständiger Künstler kann ichs mir erlauben, in anderen Zeitzyklen zu denken und zu handeln.

Als er mir sein Modell erklärt, sehe ich eine Art Mobilé vor mir, das mehrere Aufgabenbälle ausbalanciert. Nachteil: Wenn der eine Ball bearbeitet wird, verlieren die anderen Bälle Luft. Außerdem muss, bei jeder Neubearbeitung jedes Mal fast von vorn angefangen werden, wenn auch nicht ganz bei Null.

Mein Modell geht so, dass ich, wenn eine bestimmte Idee, ein bestimmter Gedanke nicht schon situationsbedingt schwer genug ist, um automatisch prioritär zu sein, den zu denkenwollenden Gedanken aktiv aufladen muss, damit er eine höhere Priorität bekommt. Ich kreise ihn gedanklich ein. Gebe ihm eine andere Farbe als die der anderen, ziehe ihn aus der Wulst der anderen Gedanken sozusagen heraus, verdichte ihn mit Assoziationen. Und beginne mit ihm eine neue, leere Gedankenzeile. Erst dann kann ich ihn fokussieren. Nachteil: Oft genug verliere ich die anderen Ideen aus dem Kopf. (Aufschreiben hilft.)

Das geschieht bei mir alles blitzschnell und beschreibt eher meine ADHS-Seite. Seit ich Medis als Unterstützung für mein Leben als ADHS-lerin nehme, sitzt mein autistischer Anteil häufiger am Schaltpult und dort dominiert zuweilen das monotrope Denkmodell mein Denken. Oft ist es auch eine Art Seilziehen in mir zwischen diesen beiden Anteilen.

Kann ich mich schließlich auf eine Aufgabe einlassen, geschieht das sehr tief und intensiv und ich blende dabei am liebsten alles anderes aus.

Monotropismus beschreibt eine bestimmte Art, Aufmerksamkeit zu organisieren:

Statt viele Dinge gleichzeitig im Blick zu haben, richtet sich der Fokus auf ein Thema – dafür mit großer Intensität.

Oder anders gesagt: Das Gehirn baut Aufmerksamkeitstunnel.

Quelle

Ich vermute, dass Irgendlink und ich eher neurodivergente Denkmodelle praktizieren.

Die meisten Menschen funktionieren allerdings neurotypisch. Wie genau sie funktionieren, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht so genau. In meiner Vorstellung tauchen beim Großteil der Menschen die Aufgaben und Ideen schon beim Drandenken pfannenfertig umsetzbar auf einer Art Priorisierungsliste auf. So lassen sie sich in dieser Reihenfolge abarbeiten, ohne dass dabei etwas verloren geht. Oder jedenfalls nicht sehr viel.

Vermutlich habe ich aber über neurotypische Menschen genauso viele Vorurteile, wie diese sie über neurodivergente Menschen haben.

Darum träume ich von einer Gesellschaft, in der alle unterschiedlichen Arten, zu denken, zu träumen, zu planen, zu arbeiten etc., gleichberechtigt nebeneinander stehen, als gegenseitige Ergänzung nicht als Ausschluss und Bewertung. Auch sollten Arbeitsfelder all die unterschiedlichen Ansätze möglich machen.

Denn wir sind nämlich alle genau richtig so, wie wir sind, wie wir denken und wie wir fühlen.

Ich freue mich darum, wenn ihr in den Kommentaren eure ganz unterschiedlichen Denkmodelle erklären mögt. Es leben die Vielfalt.


Mehr über Monotropismus:

https://au-adhs-ambulanz.de/adhs-autismus-und-monotropismus-die-wissenschaft-hinter-dem-hyperfokus/

Tagebuch der Klimakrise 02

Sonntag, 28. Juni 2026

Am letzten Tag dieser unerträglichen und langen Hitzewelle schenke ich uns diesen Link hier zu einer Fediwall, die ich erstellt habe. Unter dieser Adresse hier findet ihr viele gemeinsam gesammelte Hitzelifehacks:
https://fediwall.de/

Ich habe aufgeschnappt, dass vielleicht die Entwarnung und Vorfreude auf die ca. 8 oder noch mehr Grad kühleren Tage, die ab morgen hier anbrechen, illusorisch sein könnten – wegen der erwarteten höheren Luftfeuchtigkeit könnte das Hitzegefühl auch bei tieferen Temperaturen ähnlich sein wie jetzt. Ich hoffe trotzdem auf Abkühlung.

Die folgende Tabelle illustriert das Verhältnis von  Temperatur (zwischen 22° C und 42° C) zu Luftfeuchtigkeit (zwischen 25 % und 100 %).

Kurz gesagt: Je höher Temperatur und Luftfeuchtigkeit, desto gefährlicher für unseren Körper.

Das Bild zeigt eine komplexfarbige Tabelle mit numerischen Werten, die wahrscheinlich eine psychrometrische Tabelle darstellt. Die Tabelle ist vertikal nach Temperaturen von 22° bis 42° Grad Celsius und horizontal nach relativer Luftfeuchtigkeit von 25% bis 100% in 5%-Schritten gegliedert. Jede Zelle der Tabelle enthält eine Zahl, die einen bestimmten Wert für die angegebene Temperatur und Luftfeuchtigkeit darstellt, wobei die Farbgebung von Blau über Gelb bis Rot variiert, was wahrscheinlich eine Skala von niedrigen zu hohen Werten signalisiert. Die höchsten Werte (in Rot) finden sich bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit, während die niedrigsten Werte (in Blau) bei niedrigen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit erscheinen. Die Farben können auf den physiologischen Komfort oder die gefühlte Temperatur hinweisen. Die Komposition ist streng tabellarisch und klar strukturiert, ohne jegliche grafische oder dekorative Elemente. Die Atmosphäre ist rein informativ und wissenschaftlich.

Heute bin ich dreimal in die kalte Badewanne mit dem gesammelten Duschwasser der letzten drei Tage gestiegen. Draußen war es extrem heiß und ich habe es nicht raus geschafft. Der Wald ist zwar nahe, aber bis ich dort bin, bin ich womöglich schon verdorrt – so jedenfalls fühlt es sich für mich gerade an.

Ich habe mir Wasserperlen bestellt, damit ich mir kühlende Accesoires nähen kann. Ich denke an eine Art Kühlweste und an ein Kühlmützchen. Die Inspiration dazu habe ich von Mela Eckenfels, die auf ihrem Blog einen Kühlschal vorstellt, den sie sich genäht hat.

Ich werde berichten. 😉

Screenshot von Melas Webseitenheader

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Montag, 29. Juni 2026

Wie ich gestern Abend vorm Zubettgehen – das dritte und letzte Mal im Laufe des Tages – im kalten Wasser meiner Badewanne lag und vor oder besser über mir durch das offene Fenster im Dunkeln ein Stück Himmel voller Sterne  betrachtete: das war schön. Nur das kühle Wasser und ich.

Ich habe gestern Abend das erste Mal ein Kühlbox-Kühlakku in ein nasskaltes Geschirrtuch eingewickelt. Das hab ich schließlich auch mit ins Bett genommen und mir auf die Haut gelegt, auf den Bauch und die Beine. Auch das war sehr angenehm.

Um 5 Uhr wurde ich durch das knallende Zuschlagen meiner bis dahin sperrangelweiten Türen aufgeweckt. Nachdem ich einige Fenster auf Kipp gestellt und alle Türen zuknallsicher arretiert hatte, bin ich zum Glück nochmals eingeschlafen.
Ich bin sooo verdammt hitzemüde. Hoffentlich wird es jetzt ein bisschen kühler. Aber vermutlich ist das nur eine Zwischenphase, und die nächste Hitzewelle steht schon in den Startlöchern.
Kurz nach sieben fühlte sich die Wohnung tatsächlich etwas abgekühlt an. Mein Körper fühlte sich gleich nicht mehr so krank, nicht mehr so fiebrig an wie um fünf Uhr früh. Laut war es draußen, die üblichen Flugzeuge und Autos, für Vogelgezwitscher ist es schon zu spät und dazu bin ich eh zu schwerhörig.
Die Woche beginnt, Montagmorgen, alles wie immer. Nein. Es ist eine neue Zeit angebrochen. Die Klimakatastrophe liegt nicht vor uns, wir stecken bereits mitten drin.
Gleichzeitig ist aber jeder Tag auch einfach nur ein neuer Tag.
Dieser hier ist der erste Tag, ein sehr ersehnter Tag für mich, der hoffentlich nicht mehr zur Hitzewelle gehört. Den Wetterbericht habe ich noch nicht gesehen.
Ich sehne mich so nach Herbst, nach Kühle, nach Normalität, nach meinen gewohnten Abläufen.
Dieser Ausnahmezustand zerrt an meinen Nerven. Die Hitze reibt extrem an meinem Nervenkostüm. Die Hitze überlastet und überfordert meinen Körpers, meiner Sinne.
Diese Hitze ist nicht nur ungesund, sie ist auch einfach unglaublich stressig, sie versetzt mich in stetige Alarmbereitschaft, mein ganzes System kommt kaum mehr richtig zur Ruhe, physisch ebenso wie psychisch bin ich unglaublich erschöpft. Es ist alles furchtbar ermüdend. Dazu die kurzen Nächte, weil ich nicht früh und nicht lange schlafen kann. Es ist alles sehr schwer auszuhalten.
Und immer im Hinterkopf dieser Gedanke, dass es mir ja – wenigsten rein materiell – verhältnismäßig gut geht. Ich habe ein Dach über dem Kopf, doch ich wohne nicht direkt unterm Dachboden. Ja, meine Wohnung kann 30 Grad warm werden, vielleicht noch wärmer, was ich lieber nicht wissen möchte, doch ich kenne Menschen, deren Wohnungen noch heißer waren. Es gibt immer Leute, denen es schlechter geht, deren Lage noch schlimmer ist, besonders in anderen Ländern, wo es noch heißer ist.
Andere Länder haben längst Strategien, haben sich über die vielen Hitzejahre angepasst, doch wir hier sind überfordert, müssen alles irgendwie lernen, uns neues Wissen aneignen, ein Hitzemanagement erschaffen, uns körperlich und mental anpassen – doch wer zeigt uns, wie das geht? Die Klimaleugner*innen in den Regierungen? Eher nicht.
Auf einmal sind mir Klimaanlagen vorstellbar, doch damit kommen neue Energieprobleme auf uns zu. Es braucht rasche Lösungen, gerade für Menschen, die mit Hitze nicht gut umgehen können: kranke Menschen, ältere Menschen, wenig belastbare Menschen. Eigentlich genau die, die eh nur kosten und nichts leisten und am liebsten übersehen werden //ironieoff.
Unsere Regierungen sind so gefragt wie nie. Gesundheit, insbesondere Klima-Gesundheit und Klima-Schutz sind die ganz großen, ganz wichtigen Themen. Gerade jetzt sollte die Solar- und Windenergie gefördert werden wie nie zuvor.
Ich weiß, ich sage da nichts Neues. Das wissen wir alles. Ob sich die Katastrophe wohl noch wenden lässt? Ich bezweifle es ehrlich gesagt.
Eigentlich sind wir ja ein Kollektiv, doch sitzen wir trotzdem nicht alle im gleichen Boot. Die in den großen Booten, die, die den ganzen Scheiß zu verantworten haben, sitzen in ihren klimatisierten Büros und an ihren Pools und bekommen nichts mit. Ja, das alles macht mich fertig.
Dennoch ziehe ich mich gerade ziemlich zurück. Allein lässt sich die Hitze besser ertragen. Da muss ich nur meine Befürfnisse beachten. Es fühlt sich egoistisch an, zugleich ist das Leben gerade mal wieder sehr existentiell geworden.
Wir stehen an einem Wendepunkt: So wie es war, wird es nicht mehr werden, nicht so lange wir leben; nicht, so lange ich noch lebe. Wie die Pandemie ist auch dieser Sommer hier eine Zäsur in der irdischen Klimageschichte: vorher und nachher.
Ja, ich komme irgendwie zurecht, trotzdem will ich mir das hier nicht als Dauerzustand vorstellen. Es graut mir.

#Tagebuch der Klimakrise 01

Der zweitletzte Tag dieser aktuellen Hitzewelle, dazu der heißeste. Wie lange war sie 1o Tage mindestens, Wie heißt wurde es? Bei mir ist heute der heißeste Tag. Ich vergesse bereits … Im Rückblick verschmelzen (ha!) die Hitzetage zu einem einzigen großen Superhitze-GAU.

Im Fediverse zeige ich zu Dokumentationszwecken alle paar Tage meine Wetterapp-Screenshots.

Heute schon fast nicht mehr vorstellbar, aber am 17. Juni waren die Nächte noch unter zwanzig Grad. 15° C war es hier und die nächtliche Durchzuglüftung vermochte die aufgewärmte Wohnung noch bis auf etwa 23° C herunterzukühlen.

Inzwischen bekomme ich die Wohnung trotz Verdunkelung und nächtlichem Durchzug, der bei Windstille so viel nicht bringt, nicht mehr unter 24°C. Heute und gestern waren hier und in ziemlich vielen Teilen Europas die heißesten Tage. Hier 36° C, in der Pfalz teils bis 40°C.

Die meisten von euch, die das hier lesen, werden aktuell ähnliche Temperaturen erleben und erlebt haben. Und es wird euch ähnlich gehen wie mir, oder besser, oder schlechter.

Die letzte Hitzewelle, sie endete genau vor unseren Ferien Anfang Juni, war nicht ganz so lang und nicht ganz so heiß, es war ja immerhin auch noch Frühling (ironieoff).

Das hier ist neu. Nicht nur für mich, die ich doch schon ü60 Jahre auf dem Buckel habe. Ja, es war früher auch manchmal heiß, und ja, die Erde hat sich klimatisch schon immer verändert, aber das hier, das ist nicht mehr das, was die Erde schon immer gemacht hat. Das hier ist das, wovor ich mich schon lange gefürchtet habe. Vor 8 Jahren, als Greta Thunberg mit ihren zuerst sehr einsamen wöchentlichen Schulstreiks die Welt auf die Klimakatastrophe aufmerksam machte, haben viele noch abgewiegelt.

Ich aber hatte schon damals schlaflose Nächte, wenn ich mich der Vorstellung hingab, wie heiß es hier werden könnte. Die Perspektive versetzte mich teils in Panik und machte mich wortwörtlich depressiv.

Heute habe ich schlaflose Näche, weil ich solche heißen Nächte am eigenen Leib erlebe.

Was ich tue, um einigermaßen durch die Tage zu kommen?

Neben Verdunkelungsmaßnahmen – Fensterläden, Vorhänge, Spiegelfolien etc. – habe ich einen kleinen Turmventilator, der zurzeit praktisch rund um die Uhr ackert. Ich lüfte nachts. Am Abend öffne ich die Fenster dann, wenn die Außentemperatur ungefähr die stets gestiegene Innentemperatur (aktuell ca. 29° C) erreicht. Dann stelle ich den Ventilator mit seiner 60°-Rotationsfähigkeit so auf, dass die einströmende Luft und die ausströmende Luft sich austauschen können und mich die Kühle erreichen kann. Das mache ich auch nachts.

Ich sitze minimal bekleidet (das Bikinioberteil halte ich ständig feucht) am Schreibtisch, neben mir eine Kühlflasche Wasser und einen Pflanzenbefeuchter mit kaltem (aka lauwarmem) Wasser, mit welchem ich mich regelmäßig bestäube. Ich bewege mich sehr langsam. Und sehr wenig. Mein Kreislauf dankt es mir.

Die Badewanne sammelt mein tägliches Duschwasser, damit ich mich abends vorm Schlafen nochmals abkühlen kann. Zwischendurch plantsche ich meine Füße in einem Wasserbecken.

Raus gehe ich tatsächlich nur, wenn ich muss (einkaufen, Ärztin, etc.). Ich bin gerade sehr dünnhäutig und leicht reizbar. Die Hitze ist eine Dauerüberreizung, aus der ich gerade kaum mehr herauskomme. Darum treffe ich gerade nur ein Minimum an Menschen und erlebe die aktuelle Zeit wie eine Art Lockdown. Ich bleibe drin. Immerhin kann ich gut mit mir allein sein. Dem Liebsten gehts ähnlich in Sachen Rückzug.

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Da mein Blog so eine Art ausgelagertes Gedächtnis ist, schreibe ichab sofort immer mal wieder darüber, wie ich die Klimakatastrophe erlebe, mehr so die alltägliche Seite, die persönliche. Als Chronistin meiner Mitwelt. Kleine Momentaufnahmen. Andere tun das in ihren Blogs ebenfalls. Manche globaler, umfassender, andere wie ich eher persönlich.

Wir Bloggenden sind Chronist*innen unserer Zeit.

Bloß: Wer wird uns je lesen, wenn morgen die Welt untergeht? Oder übermorgen.

So Fragen.

Wieder Erde werden, eines Tages …

Der Saal füllt sich langsam. Es sind nahezu hundert Menschen, die sich versammeln, um mehr über das Thema Kompostbestattung zu erfahren. Einiges weiß ich bereits, da ich das erste Mal vor ein paar Jahren auf einer deutschen Webseite davon gelesen habe. ‚Werde Erde’* heißt der Verein, der diese Bestattungsform in die Schweiz geholt hat. Wenn auch noch nicht in der Praxis, so hoffentlich bald.

Immerhin haben sich bereits einige Städte auf eine Kooperation eingelassen. Im Laufe des Vortrags ­– unterstützt von Texten und Bildern auf dem großen Monitor – erfahren wir, dass das Bestattungswesen in der Schweiz uneinheitlich, also kantonal, geregelt wird – wie so vieles. Mit all den dazugehörigen Vor- und Nachteilen. So obliegt es den einzelnen Kantonen, Bewilligungen für Bestattungsarten zu erteilen. Was flächendeckende Aufklärungsarbeit herausfordernd macht.

Zuerst aber erzählt uns Angela Denkinger, wie die Idee überhaupt in der Schweiz angekommen ist. Sie stellt den Verein vor und was bisher bereits unternommen wurde. Erst etwas mehr als 600 Mitglieder zähle der Verein, doch immerhin gehe es vorwärts und das Pilotprojekt stehe kurz vor seiner Umsetzung, wenn ich das richtig verstanden habe. Es brauche Daten und Erfahrungen, damit ein solches Projekt sich etablieren könne. Und es brauche, das sagt sie später beim Beantworten von Fragen, auch Proband*innen, damit das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen werden könne. (Herzlich schallendes Lachen im Saal.) Ähnlich sei es damals, bei der Einführung der Feuerbestattung ja auch gewesen, erklärt später einer, der für das örtliche Krematorium spricht.

In den USA, wo diese Bestattungsform vielerorts schon viel etablierter ist als in Europa, gibt es unterschiedliche Techniken, die eine Kompostbestattung ermöglichen. Auf Bildern sehen wir wabenförmige Gebilde, in denen in röhrenartigen Schubladen die Verstorbenen zu liegen kommen.

Eine sarg-ähnliche Schublade mit Erde oder Kompost und Pflanzen davor, vor einer großflächigen, weißen Wand mit sechseckigen Elementen.
Eine sarg-ähnliche Schublade mit Erde oder Kompost und Pflanzen davor, vor einer großflächigen, weißen Wand mit sechseckigen Elementen.

Bildquelle: https://hudsonvalleycountry.com/

Eine sarg-ähnliche Schublade mit Erde oder Kompost und Pflanzen davor, vor einer großflächigen, weißen Wand mit sechseckigen Elementen. Diesmal ist die Wand besser sichtbar. Sie besteht aus zwei wabenartigen Reihen übereinander, es sind mindestens fünf Wabenzeilen zu sehen.
Eine sarg-ähnliche Schublade mit Erde oder Kompost und Pflanzen davor, vor einer großflächigen, weißen Wand mit sechseckigen Elementen. Diesmal ist die Wand besser sichtbar. Sie besteht aus zwei wabenartigen Reihen übereinander, es sind mindestens fünf Wabenzeilen zu sehen.

Bildquelle: https://www.heatherwhite.com

Etwas 4-8 Wochen dauere der Kompostiervorgang, erfahren wir. Der ganze Körper wird mit dem Zusatz von Holzschnitzeln und anderem pflanzlichem Material bedeckt. Kohlenstoff, Stickstoff, Wasser Sauerstoff und Wärme sind es, die den Prozess ermöglichen. Die notwendige Temperatur des Kompostprozesses wird künstlich erzeugt, so kommt es weder zu Fäulnis- noch Schimmelprozessen. Es sind natürliche Mikroorganismen, die den Körper in Erde umwandeln. Künstliche Knochenteile oder Implantate werden ebenso wie die Knochen nach dem Prozess entfernt. Die Knochen werden gemahlen und der Komposterde wieder zugefügt. Die so entstandene Erde kann in der Schweiz nach Belieben eingesetzt werden.

Die Energiebilanz für Terramation ist weitaus geringer als bei Feuerbestattung und auch im Vergleich zur Erdbestattung sei die Umweltbelastung unter dem Strich besser. Außerdem bleibe der Erde die Biomasse der Verstorbenen erhalten. Kremation sei – überspitzt gesagt – Biomassenverschwendung. Schön sei es, dass aus der gewonnenen Erde etwas Neues wachsen könne, aus Asche jedoch nicht. Doch mit den ethischen und philosophischen Überlegungen müssen sich die einzelnen Menschen selbst auseinandersetzen. Der Verein will schlicht diese Möglichkeit der Bestattung einführen und etablieren.

In der Fragerunde werden Zukunfsbilder entwickelt und wie das Konzept konkret umgesetzt werden könnte. Dass zum Beispiel auch Bestattungsunternehmen eine eigene Terramationsanlage im Garten aufstellen könnten. Es wird oft gelacht. Terramateur könnte eine neue Berufsbezeichnung werden, meint ein älterer Herr. Und Terramateuse, ergänzte die Vortragende, was sie mir gleich noch sympathischer macht.

Es braucht neue Verabschiedungsrituale, sagt sie später, sinngemäß. Da der Abschiedsprozess länger dauert, kann entweder nach dem Tod oder erst zum Ende des Kompostiervorganges Abschied genommen werden. Die Möglichkeit, die neue Erde auf einem Friedhof auszubringen, wird ebenso diskutiert wie andere Möglichkeiten wie die Düngung von Brachland oder des eigenen Gartens.

Es ist eine spannende Vortrags- und Gesprächsrunde. Die meisten Menschen sind über 60, doch es hat auch jüngere. In meiner Ecke sind einige wie ich ohne Begleitung. Der Mann neben mir, von einem Stuhl zwischen uns unterbrochen, macht ebenfalls Notizen und legt seinen Block auch immer mal wieder ab, auf den Stuhl zwischen uns. Das finde ich witzig. Jedenfalls fühle ich mich wohl unter all den unbekannten Menschen.

Ich bin froh, dass die Vortragende ein Mikrofon benutzt. Die Frau, die den Abend eröffnete, hat keins benutzt und ich habe sie, trotz Hörgerät auf Maximum, kaum verstanden.

Später spaziere ich durch die Grabreihen und suche das Grab von L.s Mutter. Ich finde es nicht. Macht aber nichts. Allmählich spaziere ich zurück zum Auto. Es ist halb acht und die Stadt brummt nicht mehr so sehr wie vorher, als ich um vier Uhr geparkt habe. Auch die Hitze ist nicht mehr so drückend. Ich hatte mich am Nachmittag ein wenig treiben lassen, in der Altstadt ein paar Lieblingsläden von früher besucht, mir die Stadt, in der ich einst lebte, von außen angeguckt, mich weitertreiben lassen und habe schließlich im friedhofsnahen Park gepicknickt.

Schließlich fahre ich wieder nach Hause. Die Fenster weit offen; der so lebendige Geruch von Heu, von all den gemähten Wiesen, dringt zu mir, juckt in der Nase, tut mir trotzdem gut.

Leben und Tod, Wachsen und Ernte … all diese Kreisläufe, alles hängt zusammen. Alles ist Natur.


Mehr Infos:
https://werde-erde.ch
https://recompose.life

Weitere Infos in Medien:
https://werde-erde.ch/medien
https://www.blick.ch

Was fehlt?

Es war einer der ersten wieder halbwegs hellen Tage nach den gefühlt wochenlangen Eisheiligen Mitte Mai, als ich mit Freundin L. ins Thermalbad ging. Während wir unsere Bein-, Bauch- und Rückenmuskulatur von Wasserdüsen massieren ließen, erzählten wir uns, wie es uns in den letzten Wochen, seit dem letzten Wiedersehen, ergangen ist.

Ich mag es, wie Freundin L. von ihrem Schulalltag erzählt. Manche Schulklassen sind als Ganzes herausfordernder als andere. Ihre aktuelle, die sie nun noch einige Wochen bis zu deren Ende der Mittelstufenzeit begleitet, war eine von der sehr herausfordernden Sorte. Wobei: Oft sind es eher noch die Eltern, welche schwer erträglich sind.

Uneinsichtigkeit, Unreife, Intoleranz, Unverständnis, fehlendes Gemeinschaftsbewusstsein – die Liste ist lang. Dazu die Stellenkollegin, die kurz vorm Ausbrennen steht. Ein Teufelskreis, denn die Jugendlichen  Schwäche schamlos ausnützen.

»Was fehlt unseren Jugendlichen eigentlich am meisten?«, frage ich. Später erzähle ich ihr von jenem Thriller, den ich neulich gelesen habe. Von Vera Buck, Die Wolfskinder.

Drei Kinder aus einem entlegenen Bergdorf, die ohne technische Errungenschaften leben, gehen im nächstgelegenen Dorf zur Schule. Der 17-jährige Jesse, einer der Ich-Erzählenden der Geschichte, erkennt glasklar, dass den Kindern im Dorf, die ihn täglich mobben, weil er nach Stall riecht und seine Kleider abgetragen und unmodisch sind, eine Aufgabe fehlt, Verantwortung, die sie tragen sollten, Werte und ein Gemeinschaftsbewusstsein.

Das erzähle ich L. und will auf diesen einen Punkt hinaus, den ich inzwischen als etwas vom überhaupt wichtigsten begriffen habe:

Wir alle wollen etwas bewirken, wir alle wollen selbstwirksam sein.

Wenn wir uns selbst als wirksame Menschen verstehen, können wir Aufgaben als hilfreiche Herausforderungen betrachten und weniger als Bedrohungen. Doch wenn uns nicht zugetraut wird, dass wir dies oder jenes schaffen, wenn uns nie zugemutet wird, einen schwierigen Weg allein zu gehen. Auch wenn uns immer alle Steine aus dem Weg geräumt werden, weil uns nie dahingehend vertraut wird, dass wir ein Problem auf unsere Weise lösen können, fehlt uns etwas: nämlich das Wissen darum, wie es sich anfühlt, etwas zu bewirken.

Viele Eltern meinen es so gut mit ihren Kindern, dass sie ihnen ersparen, im Haushalt das eine oder andere zu erledigen. Oder sie räumen ihren Kindern immer hinterher. Kindern fehlt oft der Bezug zur physischen Umwelt, wie alles zusammenhängt. Wie das Essen auf den Tisch kommt. Warum die Wäsche im Schrank sauber ist.

Es geht mir nicht um Schuld, es geht darum, zu verstehen, wie Dinge zusamnmenwirken, was passiert, wenn wir handeln oder es unterlassen. Und wie wichtig es ist, dass wir alle unsere Aufgabe und unseren Platz finden, die unseren je individuellen Fähigkeiten entsprechen. Wie wichtig es für uns alle ist, eigenen Raum in der Gesellschaft zu haben. Sich einzubringen. Die eigenen Fähigkeiten zu entdecken. Sich selbst gut zu kennen und die eigenen Grenzen zu verstehen. Ja, das hängt für mich alles zusammen. Auch mit Gewaltprävention. Gesundheitsfürsorge, insbesondere auch mentale, ist für mich die beste Investition in unser aller Zukunft – persönlich und gesellschaftlich.

Die Sprudeldüsen des Thermalbades bringen unsere Gedanken in Schwung. Zugleich wirken sie entspannend und wir erholen uns zusehends. Wie wichtig solche Auszeiten doch sind. Ich freue mich einmal mehr darüber, wie gut mir Wasser tut.

Im Kreis

Verloren habe ich schon viel
Den Glauben an Gottheiten zum Beispiel
Gefunden habe ich stattdessen
das Glitzern des Flusses
die Freude am Zusammenhang
den Zauber des Kreises

Der Kreis und sein Fließen
ganz und gar Physik
ganz und gar Naturgewalt
Kommen und Gehen
empfangen und verschenken

Geben und nehmen
teilen

Immer
für immer

Ostermontagsrückblick

Bereits wieder zwei Tage her und die ganzen schönen spontanen Gedanken, die ich hatte aufschreiben wollen, sind mit Verblassen beschäftigt.

Was bleibt, ist dieses große Gefühl von Verbundenheit. Dort anknüpfen und weitermachen, wo wir das letzte Mal aufgehört haben.

Mit Frau Lakritze zu wandern ist immer wohltuend. Alle Jahre, alle paar Jahre tun wir es, aber, huch, sind wirklich schon fünf Jahre vergangen seit dem letzten Mal, sagt mein Blogarchiv! Wie kann das sein? Gesehen haben wir uns aber zwischendurch schon, zum Glück.

Wohltuend ist wandern ja sowieso, einfach darum, weil wandern entschleunigt. Gehen, Erzählen und Zuhören ist eine Kunstform, die ich liebe. Wir werfen einander Stöckchen zu, reden über Alltägliches, Lachen über Krudes, es gibt auch ein paar ‚Wisst-ihr-Noch?’s,  – natürlich, die gibts immer, wenn Menschen, die sich schon eine Weile kennen*, miteinander sprechen – und dann gibt es die stillen Momente, wo sich alle in eigene Gedanken zurückziehen. Teilen und teilhaben. Und zusammen hinschauen. Und staunen.

Zusammen zu staunen ist für mich eine richtig schöne Tätigkeit.

»Schaut doch nur wie schön der Rotenfels bei diesem frühen Abendlicht aussieht?«

Wir betrachten ihn, schon fast auf dem Rückweg, von einer riesigen Bank aus, auf der nur über eine Holztreppe zu sitzen überhaupt möglich ist. Hinter uns drei nordpfälzische Hotspots – der Disibodenberg mit seinen Klosterruinen, die Montfort-Ruine mit ihren hohen, noch immer erhaltenen Mauern, die ein Eidechsen-Dorado sind und dem Silbersee, in welchem Herr Irgendlink seinerzeit ein dreieckiges Floß gewässert hat. »Muss 50 Jahre her sein«, sagt er.

Erinnerungen, die ich zwar nicht habe, weil ich fern von der Nordpfalz aufgewachsen bin, aber ich kann meine eigenen Erinnerungen mit Irgendlinks und Lakritzes verweben. Natur, Berge, Wälder. Ich begreife, wie sehr sie für mich zum Glücklichseit nötig sind.

Für mein Glück brauche ich genau das: Ein Draußen ohne oder nur mit wenigen Menschen, Weitblick, Grün, Erde unter den Füßen, über mir der Himmel und dazwischen ein rauschendes, hellgrün schimmerndes Blätterdach oder im Winter auch nackte Bäume. Wir picknicken gemeinsam auf einer Bank im Klosterruinengelände, wo auf einmal immer mehr Leute herumspazieren. Unaufgeregt die meisten.

Im Labyrinth neben uns, das ein bisschen an das in Chartres erinnert und am Eingang der Klosterruinen-Anlage auf dem Disibodenberg angelegt ist, nehme ich den falschen Anfang – ja, sowas kann ich ziemlich gut, obwohl sich in einem Labyrinth zu verlaufen nicht vorgesehen ist –, nehme später eine kleine Abkürzung, doch dann lasse ich mich ein auf das Gehen von innen nach außen und von außen nach innen. Wie auch so oft im richtigen Leben gibt es hier kein Falsch und kein Richtig und ich entscheide, wo ich hingehe. Manchmal tut es dennoch gut, einem Weg zu folgen, den anderen bereits vor mir gegangen sind.

Alles hat seine Zeit und genau hier und genau jetzt fühle ich das mit all meinen Sinnen.

Ich hoffe, bis zum nächsten Mal warten wir nicht wieder so lange. Da wollen wir nämlich den Rotenfels erkunden.

[Nachtrag: Auch Irgendlink hat über unsere Wanderung gebloggt.]


* Kennengelernt haben wir uns im Oktober 2012, verrät mir mein Blogarchiv, bei einer Ausstellung gemeinsamer Blogkolleg*innen in Karlsruhe.

Ich will noch nicht nach Hause gehen | #Zitatgeschichten

Alle Tische sind abgeräumt, der Tresen glänzt und die Stühle auf den Tischen geben den Boden frei. Ein paar Bierdeckel und Fritten dekorieren den Boden. Nur Olga sitzt noch da. Wie immer ist sie die Letzte. Und wie immer diskutiert sie mit der Wirtin um weitere Minuten im schummrigen Licht.

Viel hat sie nicht getrunken. Ein Bier reicht viele Stunden. Sie nuschelt. Müde vom Leben. Und vielleicht weil sie sich so sehr daran gewöhnt hat, die Silben zu verschlucken, weil ihr ja eh nie jemand mehr wirklich zuhört.

Sie ist eine der Abgesägten. Eine der Verbrannten. Nach viele Jahren und vielen Jobs gleichzeitig.

Drei Kinder hat sie großgezogen. Schließlich der Unfall. Wegen Übermüdung und Unachtsamkeit. Selbst schuld, aber der Rücken ist für immer kaputt. Kündigung. Sozialamt.

Und daheim wartet schon lange niemand mehr.

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Die Aufgabe:
Ich setze einen irgendwo aufgeschnappten Satz in die Titelzeile. Darunter schreibe ich, was meinen Fingern und meinem Hirn zu diesem Satz einfällt.

Kleine Momentaufnahmen. Fiktiv oder real, alltägliches Geschreibsel, Verspieltes, Trauriges, Menschliches … ohne allzu viel nachzudenken.

Den heutigen Satz habe ich bei Sybille Lengauer aufgeschnappt.

Mitmachen erlaubt.

Vor zehn Jahren? | Januar 2016

Gerade blicken da und dort Menschen auf das Jahr 2016 zurück. Eine Idee, die bei mir auf fruchtbaren Boden fällt, denn in meiner Erinnerung ist fast jede vergangene Zeit besser als die Jetzt-Zeit – zumindest was die Lage der Welt betrifft. Persönlich nicht unbedingt, persönlich ist es jetzt besser als auch schon.

Januar 2016 also. Was sagt mein Blog dazu?

Das hier zum Beispiel …

Ohne Titel #1

Die Schreiblust kommt und geht. Ist mir Freundin, wie immer.
Die Lust, geschriebenes zu veröffentlichen, zu verbloggen, jedoch ist verblasst.
Noch ist da irgendwo eine Art Hoffnung, dass diese verblasste Lust verstanden werde.

Das Blog als Notizbuch zu verwenden, wie mir vorgeschlagen wurde, könnte eine Idee sein, das Blog nicht einäschern zu müssen.
Nur … wozu sollte ich veröffentlichen, was ich mir notiere?

Als Prozesstagebuch könnte ich es einsetzen, riet eine andere weise Stimme. Ja. Gute Idee.
Aber wozu sollte ich veröffentlichen, was in mir an Prozessen abläuft?

weiterlesen …

Es scheint ein Kehrreim meines Lebens zu sein, dass ich immer mal wieder Phasen mit und ohne Schreibmotivation habe. Aber auch, dass ich doch immer wieder zum Schreiben zurückfinde.

Möge mir diese Fähigkeit erhalten bleiben, denn sie hilft sehr dabei, das Leben besser zu ertragen.

„Du hast neben mir gesessen.“ | #Zitatgeschichten

Du neben mir.
Meine Hand in deiner.
Das Atmen fällt schwer.
Ich blinzle die Tränen weg,
obwohl sie nie besser passten.
Dass ich nicht allein bin,
hier,
dass du mich hältst …
Nie war ich dankbarer.

———————

Die Aufgabe:
Ich setze einen irgendwo aufgeschnappten Satz in die Titelzeile. Darunter schreibe ich, was meinen Fingern und meinem Hirn zu diesem Satz einfällt.

Kleine Momentaufnahmen. Fiktiv oder real, alltägliches Geschreibsel, Verspieltes … ohne allzu viel nachzudenken.

Auch den heutigen Satz habe ich bei Frau Mützenfalterin aufgeschnappt. Allerdings diesmal ein wenig gekürzt.

Mitmachen erlaubt.