Ostermontagsrückblick

Bereits wieder zwei Tage her und die ganzen schönen spontanen Gedanken, die ich hatte aufschreiben wollen, sind mit Verblassen beschäftigt.

Was bleibt, ist dieses große Gefühl von Verbundenheit. Dort anknüpfen und weitermachen, wo wir das letzte Mal aufgehört haben.

Mit Frau Lakritze zu wandern ist immer wohltuend. Alle Jahre, alle paar Jahre tun wir es, aber, huch, sind wirklich schon fünf Jahre vergangen seit dem letzten Mal, sagt mein Blogarchiv! Wie kann das sein? Gesehen haben wir uns aber zwischendurch schon, zum Glück.

Wohltuend ist wandern ja sowieso, einfach darum, weil wandern entschleunigt. Gehen, Erzählen und Zuhören ist eine Kunstform, die ich liebe. Wir werfen einander Stöckchen zu, reden über Alltägliches, Lachen über Krudes, es gibt auch ein paar ‚Wisst-ihr-Noch?’s,  – natürlich, die gibts immer, wenn Menschen, die sich schon eine Weile kennen*, miteinander sprechen – und dann gibt es die stillen Momente, wo sich alle in eigene Gedanken zurückziehen. Teilen und teilhaben. Und zusammen hinschauen. Und staunen.

Zusammen zu staunen ist für mich eine richtig schöne Tätigkeit.

»Schaut doch nur wie schön der Rotenfels bei diesem frühen Abendlicht aussieht?«

Wir betrachten ihn, schon fast auf dem Rückweg, von einer riesigen Bank aus, auf der nur über eine Holztreppe zu sitzen überhaupt möglich ist. Hinter uns drei nordpfälzische Hotspots – der Disibodenberg mit seinen Klosterruinen, die Montfort-Ruine mit ihren hohen, noch immer erhaltenen Mauern, die ein Eidechsen-Dorado sind und dem Silbersee, in welchem Herr Irgendlink seinerzeit ein dreieckiges Floß gewässert hat. »Muss 50 Jahre her sein«, sagt er.

Erinnerungen, die ich zwar nicht habe, weil ich fern von der Nordpfalz aufgewachsen bin, aber ich kann meine eigenen Erinnerungen mit Irgendlinks und Lakritzes verweben. Natur, Berge, Wälder. Ich begreife, wie sehr sie für mich zum Glücklichseit nötig sind.

Für mein Glück brauche ich genau das: Ein Draußen ohne oder nur mit wenigen Menschen, Weitblick, Grün, Erde unter den Füßen, über mir der Himmel und dazwischen ein rauschendes, hellgrün schimmerndes Blätterdach oder im Winter auch nackte Bäume. Wir picknicken gemeinsam auf einer Bank im Klosterruinengelände, wo auf einmal immer mehr Leute herumspazieren. Unaufgeregt die meisten.

Im Labyrinth neben uns, das ein bisschen an das in Chartres erinnert und am Eingang der Klosterruinen-Anlage auf dem Disibodenberg angelegt ist, nehme ich den falschen Anfang – ja, sowas kann ich ziemlich gut, obwohl sich in einem Labyrinth zu verlaufen nicht vorgesehen ist –, nehme später eine kleine Abkürzung, doch dann lasse ich mich ein auf das Gehen von innen nach außen und von außen nach innen. Wie auch so oft im richtigen Leben gibt es hier kein Falsch und kein Richtig und ich entscheide, wo ich hingehe. Manchmal tut es dennoch gut, einem Weg zu folgen, den anderen bereits vor mir gegangen sind.

Alles hat seine Zeit und genau hier und genau jetzt fühle ich das mit all meinen Sinnen.

Ich hoffe, bis zum nächsten Mal warten wir nicht wieder so lange. Da wollen wir nämlich den Rotenfels erkunden.

[Nachtrag: Auch Irgendlink hat über unsere Wanderung gebloggt.]


* Kennengelernt haben wir uns im Oktober 2012, verrät mir mein Blogarchiv, bei einer Ausstellung gemeinsamer Blogkolleg*innen in Karlsruhe.

This is the day

Heute ist es also soweit. Ein Nachmittag unter Menschen, ein paar Stunden Zusammenzeit, ein Kunst-Event, eine Smalltalk-Gelegenheit (grmpf) … und eine Möglichkeit, zu sehen, was der Liebste in seinen letzten ‚hundert Jahren‘ – in Wirklichkeit sind es wohl so 35, etwa die Hälfte davon mit mir an seiner Seite – alles so an Kunst geschaffen hat.

Fast hätte er die Einladung seines Galeristen abgelehnt, wie er hier sehr treffend schrieb.

Das Bild zeigt die Einladung zur Eröffnung einer Ausstellung von Jürgen Rinck in der Galerie m beck an, mit dem Titel "Ich sah, Rad und schriebte" und dem Eröffnungsdatum Sonntag, 1. März 2026. Mehrere Bilder dienen als visuelle Elemente und zeigen Naturaufnahmen und die Aufforderung, sich das Datum zu merken auf Englisch: Save the Date.
Einladung zur Ausstellung

Diesen Blogartikel hätte ich längst schreiben sollen, im Voraus, damit du oder vielleicht du hättest teilnehmen können. Aber vielleicht tust du es ja dennoch – oder virtuell?*

Wie wir gestern Nachmittag die vorletzten Hände anlegten, um die Hängung der Bilder und Objekte zu komplettieren, kam richtiggehend große Freude auf. Am Geschafften, am Aufgehängten und am gemeinsamen Schaffen.

Mir wurde bewusst, wie stolz ich darauf bin, dass der Liebste seinem Weg und seiner Berufung gefolgt ist. Nicht immer einfach, verbunden mit viel Verzicht (würden wir es mal materiell betrachten), dazu auch mit vielen Umwegen und ja, auch Misserfolgen. Dennoch ist er sich selbst treu geblieben.

Wie ich vorhin, in seiner Küche in der Künstlerbude, meinen Frühstückknäckebrotteig knetete, schaute ich zurück und ich fragte mich, ob ich noch andere Künstlys kenne, die ähnlich breite Kunst, dazu immer mit einem leichten Augenzwinkern und freundlichem Humor, kreieren. Was da nicht alles hängt? Von Papiercollagen über Objekte hin zu Textarbeit, Reisevideos und Serienfotografie kann sich alles sehen lassen.

Als wir über die zu erwartende und meist eher langweilig-platte Laudatio sprachen – ich lasse mich aber immer wieder gern positiv überraschen –, erzählte ich drauflos. was ich geschrieben hätte, wäre ich die Laudatio-Verfasserin.

Deine Kunst, Irgendlink, zu betrachten, ist, wie dein Hirn zu betreten. Ich stelle mir einen Raum mit vielen einzelnen Nebenräumen vor in denen ich herumgehen könnte. In jedem Raum würde mich etwas Neues überraschen.

Von Tür zu Tür würde ich eine Stufe weiter in deine Hirnwindungen eintauchen. Ich sehe und verstehe dich als Reisenden, hier sehe ich deine Gedanken zu Texten aufbereitet, dort sehe ich sie als Bilder umgesetzt oder als Videos, vieles sehr roh, sehr unmittelbar, anderes – manche Bilder, manche Texte – hast du weiterentwickelt, verfremdet und ich sehe, wie du sie zu einem Ganzen zusammengeführt hast.

Zwischendurch würde ich mich ganz oft verirren und überhaupt nicht mehr wissen, wo ich jetzt bin, weil alles vermeintlich zusammenhangslos ist. Erst wenn ich aus dieser ganzen Reise durch deinen Kopf zurückgekehrt bin und alles noch einmal Revue passieren lasse, würde ich vielleicht ein wenig verstehen – oder vielleicht auch nicht – wie das alles zusammenhängt. Es sind einzelne kleine Teile eines Ganzen, die man nicht als Einzelteile sondern nur als Ganzes verstehen kann. Und weil du nicht alles ausstellen kannst – das geht ja gar nicht, es gibt nicht genug Platz für so etwas – wird man das alles eigentlich nicht verstehen. Das Schicksal vieler Kunstschaffender, die interdisziplinär arbeiten. Ich wünsche dir und deiner Kunst, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich auf dich und dein Werk einlassen.

Den Text hat der Liebste ausgedruckt und seinem in der Ausstellung aufgebauten Bundesordner-Kunstwerk, genannt ‚Akte Irgendlink‘, einverleibt, jenem Kunstwerk, das Skizzen, Hommagen, Referenzen und Zitate anderer Künstlys an Irgendlinks Kunstschaffen in sich versammelt.

Ein kreatives Leben, jedes einzelnen Leben gar, gleicht, denke ich, einem bunten Teppich. Die einzelnen Teile ergeben letztlich nur für die Person Sinn, die die einzelnen Fäden miteinander verwebt. Und diesen Sinn verstehen wir – bedauerlicherweise – ja oft erst im Rückblick. Außerdem hat auch Unsinn seine Daseinsberechtigung.

Eine Ausstellung ist eine gute Gelegenheit, hinzuschauen … und versuchen, zu verstehen, dahinterzuschauen …

Ich hoffe, dass es heute Nachmittag richtig schön wird, zumal ich solche Events immer mir sehr ambivalenten Gefühlen besuche, selbst wenn es um Werke des Liebsten geht, die gezeigt werden.

jetzt aber freue ich mich darauf.


*Infos:
Galerie m beck | Homburg
Schwedenhof | Am Römermuseum
Am Schwedenhof 4
66424 Homburg/Saar
Germany
Tel +49 6848 70119 0
ger@comebeck.com

Öffnungszeiten vom 1. März bis 3. April 2026:
Mittwoch 11 – 14 Uhr und 16 – 18 Uhr
Donnerstag 11 – 14 Uhr und 16 – 18 Uhr
Freitag 11 – 14 Uhr
Und nach Vereinbarung

Opening Reception:
So 01.03.2026 16 Uhr
Livestream auf Youtube

Weitere Ausstellende:
Christine Tophoven
Friedhard Meyer
sowie verlängert die Ausstellung von Christian H. Friedrichs

Ich will noch nicht nach Hause gehen | #Zitatgeschichten

Alle Tische sind abgeräumt, der Tresen glänzt und die Stühle auf den Tischen geben den Boden frei. Ein paar Bierdeckel und Fritten dekorieren den Boden. Nur Olga sitzt noch da. Wie immer ist sie die Letzte. Und wie immer diskutiert sie mit der Wirtin um weitere Minuten im schummrigen Licht.

Viel hat sie nicht getrunken. Ein Bier reicht viele Stunden. Sie nuschelt. Müde vom Leben. Und vielleicht weil sie sich so sehr daran gewöhnt hat, die Silben zu verschlucken, weil ihr ja eh nie jemand mehr wirklich zuhört.

Sie ist eine der Abgesägten. Eine der Verbrannten. Nach viele Jahren und vielen Jobs gleichzeitig.

Drei Kinder hat sie großgezogen. Schließlich der Unfall. Wegen Übermüdung und Unachtsamkeit. Selbst schuld, aber der Rücken ist für immer kaputt. Kündigung. Sozialamt.

Und daheim wartet schon lange niemand mehr.

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Die Aufgabe:
Ich setze einen irgendwo aufgeschnappten Satz in die Titelzeile. Darunter schreibe ich, was meinen Fingern und meinem Hirn zu diesem Satz einfällt.

Kleine Momentaufnahmen. Fiktiv oder real, alltägliches Geschreibsel, Verspieltes, Trauriges, Menschliches … ohne allzu viel nachzudenken.

Den heutigen Satz habe ich bei Sybille Lengauer aufgeschnappt.

Mitmachen erlaubt.

„Du hast neben mir gesessen.“ | #Zitatgeschichten

Du neben mir.
Meine Hand in deiner.
Das Atmen fällt schwer.
Ich blinzle die Tränen weg,
obwohl sie nie besser passten.
Dass ich nicht allein bin,
hier,
dass du mich hältst …
Nie war ich dankbarer.

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Die Aufgabe:
Ich setze einen irgendwo aufgeschnappten Satz in die Titelzeile. Darunter schreibe ich, was meinen Fingern und meinem Hirn zu diesem Satz einfällt.

Kleine Momentaufnahmen. Fiktiv oder real, alltägliches Geschreibsel, Verspieltes … ohne allzu viel nachzudenken.

Auch den heutigen Satz habe ich bei Frau Mützenfalterin aufgeschnappt. Allerdings diesmal ein wenig gekürzt.

Mitmachen erlaubt.

„Ich habe die Freundin meines Bruders kennengelernt.“ | #Zitatgeschichten

Zehn Jahre alt, älter war sie damals nicht gewesen. Ihr Bruder dagegen war schon richtig alt. Älter jedenfalls, mehr als doppelt so alt wie sie. Und schon richtig erwachsen war Per. Wohnte nicht mehr zuhause. Ein paar Freundinnen hatte er bereits gehabt. Manche hatte er sogar hergebracht, sie den Eltern und den jüngeren Geschwistern vorgestellt. Wobei. Eigentlich erinnert Mila sich nur an eine, bevor Per Carola kennengelernt hatte.

Jahre später, als sie verstanden hatte, dass sie nur zehn Jahre von Carola trennen, waren sie Freundinnen geworden. Oder vielleicht Schwestern. Mehr Schwestern jedenfalls als die anderen Schwestern.

Für die zehnjährige Mila war Carola damals all das, was Mila eines Tages zu werden hoffte.

Erwachsen — aber auf eine gute Art, lieb, hübsch, ernst, reif. Und vor allem fand Carola bei den Eltern, sogar bei der Mutter(!), den richtigen Ton. Und ließ sich nichts gefallen. Auch von der Mutter nicht, denn natürlich nörgelte diese später auch an Carola herum — wie immer und wie an allen. Dies macht sie nicht richtig und jenes auch nicht.

Carola und Per also, und ja, ein bisschen beneidete Mila die beiden umeinander. Sie hatten sich. Wie waren sich Heimat.

Doch als eine, die Carola ebenfalls kennt, fiel auch für Mila ein bisschen Heimat ab.

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Die Aufgabe:
Ich setze einen irgendwo aufgeschnappten Satz in die Titelzeile. Darunter schreibe ich, was meinen Fingern und meinem Hirn zu diesem Satz einfällt.

Kleine Momentaufnahmen. Fiktiv oder real, alltägliches Geschreibsel, Verspieltes … ohne allzu viel nachzudenken.

Den heutigen Satz habe ich gestern bei Frau Mützenfalterin aufgeschnappt.

Mitmachen erlaubt.

„Was mache ich hier?“ | #Zitatgeschichten

Die Aufgabe, die ich mir stelle, ist theoretisch einfach: Ich setze einen irgendwo aufgeschnappten Satz in die Titelzeile. Darunter schreibe ich, was meinen Fingern und meinem Hirn zu diesem Satz einfällt. Der Plan ist, dass ich so wieder in den Blog-Schreibflow komme. Weil Schreiben gut tut und meinen Fokus kurzzeitig weg vom schwer erträglichen Weltgeschehen nimmt. Kleine Momentaufnahmen. Fiktiv oder real, alltägliches Geschreibsel, Verspieltes … ohne allzu viel nachzudenken.

Den heutigen Satz habe ich bei Bruce Chatwin gefunden (Buchtitel) und bei Herrn Buddenbohm aufgeschnappt.

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Sie sitzt. Mehr macht sie hier gerade nicht. Stimmt. Stimmt nicht. Natürlich nicht.

Sie atmet ja auch. Und ihr Herz schlägt. Und sie guckt aus dem Fenster und sie hört und riecht und zwinkert; und sie verdaut und denkt und schreibt; und sie friert ein bisschen an den Füßen.

Viel ist das ja nicht!, sagt der Souffleur auf ihrer Schulter. Sie hört hin. Hört zu. Dem Souffleur, der sich immer breiter macht und ihr aufs Rückgrat drückt. Abschütteln sollte sie ihn. Das wäre dann ja mal etwas ganz Großes, etwas ganz und gar Aktives sogar, das sie hier und jetzt machen könnte. Etwas, das sie wirklich dringend machen sollte.

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(Meine Schreibanregung darf gern nachgeahmt werden … vielleicht können wir uns ja gegenseitig inspirieren?)

Dies und das und eine kleine Filmbesprechung | »Für immer Dein« – Saarlouis-Krimi

Seit Wochen will ich den Blog-Bann brechen, der mit der immer schiefer werdenden Weltlage, über mich gekommen ist. Anschreiben würde ich gern, anschreiben gegen meine Sprachlosigkeit. Das hier ist ein kleiner Versuch.

Erinnert ihr euch auch manchmal an jene kollektive Trauer, die viele von uns damals, vor fünf Jahren, überrollt hatte. Dieses Nicht-Wahrhaben der Realität. Ein Zustand, der sich für mich gerade zu wiederholen scheint, anders natürlich, dennoch irgendwie ähnlich …

Ob wir Menschen aufgrund in empathischer Umgebung gesammelter Erfahrungen empathisch werden oder ob wir schon als mitfühlende Menschen geboren werden, frage ich mich immer mal wieder. Gewöhnen uns schlimme Erfahrungen und Erlebnisse Mifühlen womöglich ab – oder mehren sie es sogar? Ich weiß, dass sich solche Fragen nicht allgemein beantworten lassen. Bücher und Filme zeigen sowohl das eine als auch das andere. Genetik, Epigenetik und Sozialisierung spielen sich in die Hände, dennoch bin ich ziemlich sicher, dass sich mitfühlend zu verhalten immer auch eine Entscheidung ist, die jede*r von uns persönlich treffen muss. Selbst wenn wir von klein auf verbogen wurden. Wie wir uns entscheiden, zeigen sich im Kleinen und im Großen. In der Familie ebenso wie in der Politik. Wie wir agieren, wie wir denken, wie wir Dinge bewerten und was mir mit den Erfahrungen und Beobachtungen anfangen, macht uns letztlich aus.

Solche Gedanken beschäftigten mich gestern, als wir auf arte.tv den neunten Teil »Für immer dein« des Saarlouis-Krimis »In Wahrheit « schauten.

Was wie eine Ode an die ideale Vater-Sohn-Beziehung beginnt – bei einem Zeltabenteuer an einem wunderschönen Ort an einem kleinen See im Wald – entwickelt sich nach und nach zu einem Albtraum.

+++ ACHTUNG SPOILER +++ TRIGGERWARNUNG +++

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Spätenstens als Kriminalkommissarin Judith Mohn gemeinsam mit ihrem Kollegen Freddy nachts in das Haus des Mordopfers eingedrungen ist, weil sie einer Beobachtung aus der Nachbarschaft nachgehen muss, und dabei aus großen Campinggasflaschen ausströmendes Gas feststellt, bin ich alarmiert. Und getriggert.

Vater Moritz und Sohn Theo, die eben erst Anna, ihre Partnerin respektive Mutter verloren haben, können gerettet werden. Sie haben tief und fest geschlafen. Nach einem externen Mordverdächtigen wird weiterhin gesucht. Gründe für die Attentate scheint es mehr zu geben, als am Anfang erkennbar.

Als gegen Ende der Geschichte immer mehr Negatives über Moritz, den perfekten Papa  erkennbar wird, bin ich nicht überrascht, dass es doch kein Fremder ist, der diese junge, scheinbar perfekte Familie auslöschen will, sondern Moritz selbst.

Seine Fassade bröckelt erst allmählich und zerbricht schließlich. Riesige Schuldenberge, der übermächtige Vater, der mit seinen überhöhten Erwartungen Moritz unterdrückte, dazu soziale Probleme mit Menschen, die Moritz verarscht und ausgenutzt hat. Statt sich seiner Verantwortung zu stellen, entscheidet er sich ein drittes Mal dafür, das Leben seines Sohnes und sein eigenes zu beenden.

Als Judith und Freddy die beiden – wieder mit Zelt im Wald – schließlich finden, ist es fast zu spät. Judith kann knapp verhindern, dass Moritz sich selbst tötet. Besonders beeindruckt hat mich hier ihre klar Ansprache.

+++

Ähnliche Situationen – Väter, die ihr Kind/ihre Kinder und sich selbst töten – kenne ich tatsächlich aus sehr persönlicher Erfahrung.

Selbst wenn dieses »Für immer dein« und »ich kann dich doch nicht zurücklassen« von den Tatpersonen (mehrheitlich Männern) als Motiv für den Mord an den eigenen Kindern mitgedacht wird: Nein, ich habe keinen Funken Verständnis dafür. Für keine Art von Gewalt von Männern an anderen Menschen. Weder im Kleinen – in der Familie –, noch im Großen und Globalen – in der Politik und Gesellschaft. Nirgendwo ist Gewalt die Lösung. Und sich seiner Verantwortung als Vater durch Mord zu entziehen ist für mich eins der abscheulichsten Gewaltszenarien. Gewalt ist keine Lösung.

Womit wir wieder bei der Weltlage wären. Dagegen anschreiben ist eins, die Realität abbilden, und sei es nur für das persönliche Archiv, etwas anderes. Beides ist nötig. Hinschauen ebenso wie zeitweise wegschauen, um sich selbst zu schützen. Aber vor allem müssen wir Haltung bewahren. Es ist gerade das Wichtigste in unserer Zeit, finde ich. Haltung bewahren ist ein Widerstand, der nicht unterschätzt werden darf.

#blogfragen | Mein Beitrag zur Blogparade

Herr Tommi und Frau Melli haben zur #Blogparade aufgerufen.

Mehr Infos: > LINK

Ein paar Antworten:
  • Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?

Mein erstes Blog, das ich damals (2004) noch Webtagebuch nannte, war ein schlichtes html-Ding mit Upload per Filezilla. Ich bin froh um diese Erfahrungen, denen ich meine ersten Schritte in Sachen Webdesign verdanke. Später, als ich andere Blogs als spannende Tageslektüre zu entdecken begann und da und dort mitlas, kam ich auf die Idee, ebenfalls so ein Tool, wie es die anderen nutzen, auszuprobieren. Mit ein paar wenigen Handgriffen war das erste Sofasophien-Blog erstellt.

Meistens schreibe ich meine Texte, jedenfalls wenn ich Internet habe, direkt am PC in den WordPress-Editor (für Blogtexte mag ich übrigens nach wie vor den Classic-Editor lieber als den Gutenberg, darin bin ich irgendwie klassisch).

Wenn ich unterwegs bin und/oder offline, schreibe ich die Texte oft zuerst ins Handy- oder iPad-Notizbuch oder in ein Textdokument und kopiere sie erst nach dem Editieren in die WordPress-App.

Da ich mit der WordPress-App praktisch von Anfang an (2010) mitgewachsen bin und das zeitweilige Unterwegs-Schreiben – Livebloggen – schon seit 15 Jahren praktiziere, habe ich mir dieses Vorgehen als reine Sicherheitsmaßnahme angewöhnt. In den ersten Jahren gab es so viele Bugs und Abstürze, dass unzählige Texte, die ich direkt in die App geschrieben hatte, verloren gegangen sind. Gebranntes Kind und so.

Inzwischen ist WordPress zwar stabil aber aus meiner Sicht total überladen, sodass ich mich manchmal danach sehne, die App wäre wieder so leicht und übersichtlich wie damals – nur ohne die Bugs. (Da WordPress inzwischen nicht mehr nur eine reine Blogsoftware ist, verstehe ich aber natürlich schon, dass sich die Nutzer*innenansprüche verändert haben.)

Weil die WordPress-Gratisversion vollgepackt ist mit Werbung, bin ich vor einigen Jahren schon unter die Selbsthoster*innen gegangen.


  • Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?

Oft genau dann, wenn ich am wenigstens Zeit und Muße habe. Eine Idee, ein erster Gedanke, streift mich meistens ungefragt. Vieles, worüber ich schreiben will, bleibt darum ungeschrieben.

Manchmal sind die kleinen Samenkörner, die ich da und dort aufschnappe, ausdauernd und landen eines Tages als Wort auf einem Zettel oder sie leben erst eine ganze Weile in mir drin, bevor sie doch noch irgendwann in einen Text münden.

Schreibauslöser sind meistens Erlebnisse, Begegnungen, Ausflüge, Ereignisse, Berührendes und Bewegendes. Dinge, die mir gefallen, mich ermutigen, traurig machen oder erschüttern. Am liebsten schreibe ich, wenn ich das Gefühl habe, etwas mit einem gewissen Mehrwert zu sagen zu haben. Das kann Selbsterlebtes sein, Selbsterkanntes oder auch Fachwissen, das ich mir im Laufe meines Lebens angeeignet habe. Selbst wenn ich Fiktives schreibe, bin das immer auch ich.


  • Veröffentlichst Du Deine Texte sofort oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?

Früher habe ich die Texte immer gleich nach dem Schreiben publiziert. Inzwischen liegen sie oft eine Weile, bevor ich sie veröffentliche. Mir ist bewusst,  dass ich das vor allem für mich mache. Da ist kein Druck, keine Erwartung an mich, unbedingt etwas liefern zu müssen.


  • Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?

Pausen ja, aber sind Pausen nicht notwendig? Jede Lücke zwischen zwei Worten ist eine Pause. Ohne Pause geht gar nichts. Das Blog ist organisch und wächst mit, richtet sich nach meinen Bedürfnissen.

Ein von mir initiiertes Gemeinschaftblog mit Fotos, Pixartix hieß es, habe ich, haben wir irgendwann aufgegeben. Aber es ist noch online, denn es ist eine Art Kunstarchiv und erinnert mich an eine tolle Zeit mit anderen Menschen. Ein anderes Bilderblog habe ich ebenfalls irgendwann zu bespielen aufgehört, es ist auch immer noch online.


  • Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?

Ein Tool finden und zu schreiben anfangen. Nicht zu viel denken. Drauflosschreiben.

Heute würde ich vermutlich mit Writefreely, dem Blogtool des Fediversums, arbeiten, wenn ich nochmals anfangen würde.

#blogfragen | Blogparade

Frau Melli und Herr Tommi rufen zu einer Blogparade auf, die meinem Aufruf von neulich ganz ähnlich ist. Inspiriert dazu hat ihn eine aktuelle im englischen Raum laufende Blogparade called ‚Blog Question Challenge‘, weshalb seine Blogparade   heißt.

Ich publiziere unten die Fragen, die es – vollständig oder in Teilen – zu beantworten gilt.

Verlinkt euren Text bitte mit Tommis und Mellis Blog, damit Tommi dort seine Liste weiterführen kann. > LINK

Wenn ihr nur Lust auf die erste Frage habt, … dann verlinkt eure Artikel gern mit meinem Aufruf > LINK

  1. Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?
  2. Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog und warum hast Du Dich dafür entschieden?
  3. Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?
  4. Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?
  5. Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?
  6. Veröffentlichst Du Deine Texte sofort oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?
  7. Über welche Themen schreibst Du generell?
  8. Für wen schreibst Du?
  9. Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?
  10. Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?
  11. Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?
  12. Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?

Selbstverständlich könnt ihr die Fragen und den Aufruf weiterteilen …

Ich bin gespannt auf eure Texte.

#WarumIchBlogge | Beiträgesammlung | #Blogparade

Die folgende Link-Sammlung ergänze ich laufend, wann immer ich einen neuen Blogartikel zum Thema #WarumIchBlogge mitbekomme:

Bitte verlinkt dazu eure Texte mit meinem > Link, damit ich euch hier verlinken kann. Danke.


Initialartikel:
Die Mützenfalterin > Link

Atari Frosch >  Link

Alienmother > Link

Herr Tommi > Link

Michael Schäfer > Link

… wird laufend ergänzt …


Hier lang geht’s zur Fediwall zum Hashtag #WarumIchBlogge