Viel näher geht nicht mehr

Wir hatten mal wieder richtig Wetterglück. Wobei ja auch Regen Wetterglück ist. Wenn es lange nicht geregnet hat jedenfalls.

»Das nächste Mal gehen wir aber mal im Sommer zusammen wandern; und wir warten nicht wieder so lang!« hatten wir noch gesagt, uns fest vorgenommen, damals, beim letzten gemeinsamen Ausflug, in einer längst vergangenen, fast vergessenen Epoche, v. C., vor Corona. Sommer ist es nun, ein Sommer später allerdings.

Wir treffen uns diesmal in Bad Münster. Irgendlink und Frau Lakritze sind in dieser Gegend Kind gewesen, zur Schule gegangen, groß geworden, erfahre ich, als wir über die Nahe spazieren.

»So nahe war ich der Nahe noch nie!«, sage ich. Darf ich sagen, als Schweizerin habe ich das Privileg des ersten Mals für solcherlei platten Wortwitz. Und nebenbei erfahre ich, dass die Wahl der Umgebung ein klein bisschen mit meinem augenzwinkernden Spott bei unserer letzten oder vorletzten Wanderung zu tun hat. Damals, früher irgendwann, als ich scherzend über die kleinen deutschen Berge in Rheinland-Pfalz gelächelt hatte.

Wie Sandkuchen stehen sie da, die Berge bei Bad Münster. Mitten im Flach und Leicht-Hügelig ragen sie hoch auf, Rotenfels und Rheingrafenstein, und ja, ich bin in der Tat gebührend beeindruckt. Drumrum wächst Wald, viel Wald, urwüchsig, dicht, grün. Laubbäume, Nadelbäume, Steineichen … ein bisschen wie Schweden, ein bisschen wie Südfrankreich. Ein Ferientag, der uns aus dem Alltag heraushaut, aber so richtig.

Der alte, ein wenig abgehalfter-heruntergekommene Kurort strahlt im leisen Charme vergangener Tage. Wir spazieren an den Salinen vorbei, atmen Meerluft und erreichen schließlich das Kurhaus, das gebührend zu bestaunen ich vorab versprochen habe. Und was soll ich sagen? Ich staune tatsächlich gebührend. Echt jetzt, klasse ist das. So liebevoll und detailverliebt wird heute nicht mehr gebaut. »Die vielen Butzenfensterchen möchte ich aber nicht putzen müssen!«, scherze ich.

»Ob es wohl die alte Fähre noch gibt?«, fragen sich Lakritze und Irgendlink und mein inneres Kind hüpft vor Freude ob der Aussicht auf eine Fährenüberfahrt. Überhaupt kommt mein inneres Kind heute ganz auf seine Kosten.

Die Fähre fährt tatsächlich. »Sie sieht noch aus wie früher, als wir Kinder waren«, sagen meine Weggefährtin und mein Weggefährte und tauschen sich über Ausflüge und Eissorten ihrer Kindheit aus. Kennst du auch? Warst du damals ebenfalls? Die Überfahrt kostet pro Person einen Euro. Wo gibts denn noch sowas? Zu dritt und mit reiner Muskelkraft zieht uns der Fährmann am Stahlseil über die Nahe ans andere Ufer. Zwei Minuten dauert der Spaß. Viel näher geht es nicht, denke ich mit Blick auf den Fluss.

Über uns türmt sich der Rheingrafenstein mit seinen Ruinenresten, den zu besteigen wir uns entschieden haben. Direkt an der Fährstation fängt der Wanderweg an. Doch zuerst erfreuen wir uns am Märchenhain. Viele Zwerge und andere Märchen- und Comicfiguren bevölkern einen Waldgarten und das erste Waldstück, bevor der steile, etwa fünfhundert Meter lang mäandernde Wanderweg zur Ruine hoch beginnt. Zum Glück ist es nicht allzu heiß, ein angenehmes Lüftchen weht, die Sonne steckt oft hinter den Wolken. Mir ist, als ich oben anlange, trotzdem heiß. Das kühle Lüftchen tut gut.

»Du hast da eine Zecke, am Hals!«, sagt Lakritze. Dank der Pinzette an meinem Sackmesser hat Irgendlink das Mistvieh schnell entfernt. Hoffentlich ist es keins von den Bösen gewesen. Ob ich doch mal gegen FSME impfen sollte? Und Borreliose ist ja auch immer wieder ein Thema.

Nachdem wir genug die Aussicht gebührend bewundert haben, klettern wir zurück zur Wanderweggabelung und hoffen auf eine schattige Bank im Wald. Bald ist diese gefunden und sogar passende Bäume für eine der zwei mitgeschleppten Hängematten ist vorhanden. Wir picknicken und erzählen. Immer wieder werden wir von anderen Wandernden auf das Glück, eine Hängematte dabeizuhaben, angesprochen. Lustige Gespräche entspinnen sich.

Lakritze schlägt vor, ab hier rund um den einen Hügel herum zu gehen, was sich als sehr gute Idee herausstellt. Sogar Meeressand finden wir. Sand jedenfalls, der so tut als sei er am Meer. Eine herzerfrischende Illusion.

Nach einer Weile langen wir wieder am Fährhafen an und setzen ein zweites Mal über. Diesmal ist es ein anderer Fährmann, vielleicht der Herr Papa des ersten, mutmaßen wir, der uns über die Nahe schiebt. Ob sich das rechnet und wie viel da wohl an einem Sonntag in die Kasse gespielt wird? Und wie lange wohl eine Überfahrt dauert?

Wir setzen uns auf eine Bank direkt oberhalb des Fährhafens, am Ufer der Nahe. Und dann gucken wir. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal einfach nur geguckt habe. Menschen geguckt. Wasser geguckt. Bäume geguckt. Hunde und Kinderwagen geguckt und Bier- und Schwangerschaftsbäuche. Räder. Kinderanhänger. Alte Menschen. Kinder. Im Hintergrund dudelt irgendwo eine Ziehharmonika, die nach Jahrmarkt klingt.

Lange sitzen wir so. Und gucken, reden, lachen. »Fährmann zu sein«, sagt Irgendlink, »stelle ich mir schön vor«.

Als wir später am Bahnhof abschiednehmen, versichern wir es uns erneut gegenseitig: »Sowas machen wir bald wieder!«

Frau Lakritze erzählt übrigens hier von unserm Ausflug.

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Zum Schluss noch ein paar Bilder von gestern. Zwanzig von mir, drei von Irgendlink.

Auf den Spuren der Keltinnen

Nichts sei älter als ein Wanderbericht von letzter Woche, sagte ich gestern.
Andererseits altere ja manches ganz gut, hielt er dagegen.
Und gerade schönen Erinnerungen und Erfahrungen räumten wir eh nie zu viel Platz ein, denn Wohltuendes habe wenig Unterhaltungswert, antwortete ich.

Es war der 6. Februar dieses Jahres, als Irgendlink und ich von Maßweiler aus die erste Hälfte des dortigen Keltenpfads erwanderten. Wegen drohender Regenfälle beschloßen wir jedoch bald, nur die südliche Hälfte zu wandern, zumal es ziemlich genau in der Mitte Wege gibt, die Runde querend zu halbieren und sie so abzukürzen. Auch den südlichsten Zipfel schnitten wir ab. Ob wir nass geworden sind oder nicht, weiß ich nicht mehr, doch wurde es auf jeden Fall früher dunkel als am letzten Freitag.

Irgendwann, so sagten wir auf dem Heimweg, daran erinnere ich mich noch genau, irgendwann wandern wir die zweite Hälfte.

Letzten Freitag waren wir ohne Plan losgefahren. Irgendwo wandern, mit Wald und Weitblick, das war unsere Absicht. Und dann standen wir auf einmal auf dem Wanderparkplatz bei der Maßweiler Kneispermühle. Und auf einmal stiegen wir bergan und auf einmal begriffen wir, dass wir ja nun auf dem Keltenpfad waren und den nördlichen Teil desselben wandern könnten. Tse. Was ein Zufall aber auch!

Wieder wanderten wir im Uhrzeigersinn, so dass wir diesmal in Gegenrichtung abkürzten. So begegneten wir erneut jenem sehr speziellen Jagdhochsitz, unserm Déjà-vu, der auf den Bildern unten zweimal zu sehen ist (Bild 4 und Bild 6).

Was für eine tolle, sehr abwechslungsreiche Runde wir doch hier gefunden haben! Bloß Kelten und Keltinnen sind wir unterwegs keinen begegnet.

(Die ersten vier Bilder sind vom Februar, die andern vom letzten Freitag.)

Link zur Karte

Schritt für Schritt durch den erwachenden Frühling

Neulich, im Wald, sprachen der Liebste und ich darüber, wie gut es uns doch tut, einfach zu gehen. Beim Gehen – spazieren oder wandern ist dabei egal –, gelangen wir in einen Zustand von Gleichzeitigkeit, von Synchronsein mit uns selbst. Das Gehtempo entspricht, sage ich zu ihm, meinem Denktempo, ich hole mich beim Gehen wieder ein. Bin gegenwärtig. Radeln ist eigentlich schon fast zu schnell für all die Eindrücke am Wegrand. Gehen ist genau richtig.

Beim Gehen mache ich immer nur genau den Schritt, den ich genau jetzt gehe. Ich wünsche mir, dass ich das aufs Leben übersetzen kann. Dass ich mich auch immer nur auf den einen Schritt fokussieren kann, während ich ihn gehe. Klar brauche ich einen Richtung, klar brauche ich eine Vorstellung, wohin ich will, aber das Leben hat mich schon so oft gelehrt, dass es fast nie so herauskommt, wie ich es mir vorgestellt habe (vielleicht bin ich ja einfach nicht gut genug im Vorstellen und Visualisieren? Oder es sind all die Unwägbarkeiten, die wir nicht in der Hand haben??.

Eine Richtung, ja, die brauche ich. Aber ich will nicht schon im Voraus alle Schritte denken und mich vor all den möglichen Hürden fürchten. Sonst könnte ich ja die einzelnen Schritte nie tun.

Wie damals, als wir die Reuss von der Aaremündung aufwärts Richtung Gotthard gewandert sind. Meine erste längere Wanderung mit Zelt und Rucksack. Sieben Jahre her. An einem Fluss zu wandern, so stellte ich es mir im Voraus vor, kann ja so schwierig nicht sein. Immer schön flach. Dass die Quelle irgendwo in den Bergen, hoch oben, sein könnte, ist mir beim Loswandern nicht wirklich klar gewesen. Schon gar nicht, dass dieses Bergwandern etwas sein könnte, das das mir liegen könnte, etwas, das ich lerne, während ich es tue. Diese Erkenntnis hat mich ganz besonders erstaunt. Und gefreut. Das war und ist eine dieser Lektionen, die sich als sehr wertvolle Lernerfahrung in mir eingebrannt hat: Alles wird letztlich anders, als ich es mir im Voraus denken kann; aber darum nicht weniger gut.

Wer weiß: Vielleicht gucke ich ja in zehn Jahren, falls es uns Menschen dann noch geben sollte, zurück auf diese Jahre und sage: Wow, das haben wir gut gemacht. Das wäre schön.

Und darum gibt es heute, mit einiger Verspätung, ein paar Bilder vom Frühling, wie wir ihm letztes Wochenende begegnet sind. Während es jetzt und hier draußen kalt ist und regnet und so gar nicht nach Frühling aussieht.

Freitag, 23.4.21 – Wandernd überm Baldeggersee

Samstag, 24.4.21 – Radelnd via Villigen auf den Bözberg

Sonntag, 25.4.21 – Wandernd von Biberstein auf die Gisliflue

Montag, 26.4.21 – Spazierend durch Wald und Dorf

Diese Bilder im Kopf

Am Anfang war das Bild. Ich hatte es neulich auf Instagram gesehen. Künstlerkollege Patrick Hartz hatte es gemacht. Und weil da was vom nahen Saarland stand und von Bliesgau und Turm und auf dem Bild der blaue Himmel so lockend lachte, wollte ich mehr wissen. Über die Gegend. Über den Turm. Aber nicht bloß theoretisch.

Screenshot eines Instagram-Beitrages, das den Blick von unten nach oben zum Himmel zeigt. Am Rand ist der kreisrunde Mauerrest des alten Turms zu sehen.
Screenshot des erwähnten Instagram-Beitrages

Das wäre eine schöne Strecke für eine Wanderung mit Frau Lakritze gewesen, sagen wir zueinander, als wir gestern dem Track, den ich aus dem Internet gefischt habe, folgen. Eine Runde rund um Böckweiler ist es geworden, etwa acht Kilometer auf nüchternen Ma- ähm, auf nüchterne Beine. Beine, die in den letzten Monaten eher wenig rauf- und runter gewandert sind, und auch eher nicht grad drei Stunden am Stück. Nun denn, es hat sich gelohnt.

Bloß war er anders als gedacht, ganz anders war er, dieser Turm. Ein Turm ohne Turm ist er nämlich, dieser Böckweilersche Alexanderturm. Ein offenes Steinhaus ohne Dach. Am Boden stehen ein paar Becken und anderer Kram, wie wir es von Baustellen kennen. Doch da ist dieses kreisrundes Etwas, das uns eine kugelrunde Sicht auf den himmelblauen Himmel ermöglicht. Und ja, dafür hat es sich gelohnt hierrauf zu wandern. Und dafür, dass uns das Leben mal wieder zeigt, dass Vorstellung und Realität in den meisten Fällen nicht kongruent sind. Was hatten wir uns doch für eine uralte, rustikale Turmruine mit rapunzelhohem Turm imaginiert, mit baufälligen Treppen, mit Weitblick bis in die Vogesen, mit Schlosshof, mit Nebengebäuden!

War ich enttäuscht? Ein bisschen und nur ganz kurz, denn das hier war irgendwie spannender.

Und die Wanderung selbst war es ja letztlich, die uns gelockt hat. Die unterwegsen Dinge, um die wir unsere Ausflüge bauen, sind zwar immer wieder inspirierend, doch letztlich sind sie Beiwerk, denn in erster Linie ist es das Wandern, das gut tut. Je älter ich werde, wandere ich um des Wanderns willen.

Es ist das Auf-den-Füßen-Sein, das Mich-Bewegen, das Seele und Körper gut tut. Das Schauen. Das Hinsehen. Die Herzräume ausfüttern. Blauhimmelseidenfutter.

Kalte Bise pfeift uns um die Ohren, Schals und Mützen wärmen und wir erfreuen uns der Sonne eines Spätwintervorfrühlingstages.

Dem Gewitter davonlaufend

Wieder einmal haben wir die Gewitterwarnungen ignoriert. Ist ja noch ewig hin. Um 18 Uhr sind wir sowieso wieder da. Sagen wir. Und die Wahrscheinlichkeit ist eh nur bei 30%.

Wir wollten gestern ja einfach nur baden und wandern. Und dazu war das ein perfekter Tag. Endlich nicht mehr so heiß.

Nicht zu weit weg wollten wir, darum schlug ich den Ohmbachsee vor, in welchem wir schon vor einem Monat geschwommen sind. Die Wanderung dazu hat uns das Internet vorgeschlagen und weil ich die entsprechende App nicht habe, übertrug ich einfach ein paar Eckpunkte in meine GPS-App. Der Rest würde sich finden, und tat er auch.

Blick zurück in den Wald, auf dem Weg liegt bereits dichtes Laub. Die Bäume sind noch grün.
Im Wald.

Vom Parkplatz am Westzipfel des Sees aus wanderten wir im Uhrzeigersinn Richtung Nordosten. Nach einigen Kilometern auf einem asphaltierten Wanderweg tauchten wir endlich in den Wald ein, fast wie in Schweden murmelnd, und genossen die relative Kühle. Herrliches Gewölk über uns, das sich nach und nach grauer färbte; und als wir gerade ein Gehöft passierten, fielen ein paar erste schwere Tropfen.

Sollen wir uns unterstellen, bis der Regen, das Gewitter, vorüber ist? Wir überlegten kurz. Warten auf ein vielleicht nicht eintreffendes Gewitter oder weiterlaufen? Was wäre, wenn wir ins Gewitter kämen? Wenn wir klitschnass würden? Bis zum Auto waren es etwa vier bis fünf Kilometer. Als nach den ersten dicken Tropfen keine weiteren mehr folgten, wanderten wir entschlossen weiter. Im Wald würden die Bäume den Regen abhalten, zumindest eine Weile. Wir wanderten ziemlich zügig voran, denn trotz allem war von oben nass zu werden nicht wirklich das, was wir wollten. Lieber von unten, im See. Aber das könnten wir uns vermutlich abschminken.

So wanderten wir südwestwärts und hörten das sich nähernde Gewitter hinter uns, links von uns. Der Wind lärmte übermütig in den Bäume und wir schielten zwar ab und zu auf die Karte, um herauszufinden, wie weit es bis zu der nächsten Unterstellmöglichkeit  wäre, doch richtig Angst hatten wir erstaunlicherweise nicht.

Unsere worst cases: Klitschnass werden und/oder vom Blitz getroffen werden. Wir haben Glück im Unglück, sagen wir zueinander, wenn es anfängt zu blitzen, halten wir uns einfach an den Händen, dann trifft es uns beide gleichzeitig. Galgenhumor.

Das Gewitter rumpelt mal näher, mal ferner, aber der Regen bleibt aus. Wir erreichen den Ort Gries ohne nass zu werden. Der Himmel vor uns klart auf, hinter uns ist er noch immer grau, aber das Gewitter hat eine andere Richtung eingeschlagen als wir.

Schließlich erreichen wir den Ostzipfel des Sees und beschließen den See außenrum zu umwandern, um so wieder zu unserer Badestelle vom letzten Mal zu gelangen, denn jetzt gibt es kein Halten mehr. Wie erwartet sind diesmal kaum Menschen am See. Die Luft hat etwa 24 angenehme Grade, das Wasser dürfte ähnlich warm sein. Nachdem ich aus dem Wasser steige, dünkt es mich gar, die Luft sei kühler als das Wasser. Herrlich erfrischend ist die lauwarme Brühe dennoch.

Vorne dürre Wiese, in der Mitte der See mit Irgendlink darin, hintendran hügelige Wiese mit Bäumen
Am See

Wir ziehen uns an, bevor wir frieren und wandern zurück zum Auto. Elf Kilometer sagt die App, inklusive des kleinen Stücks Irrweg. Auf dem Rückweg wird der Himmel wieder grau und dunkel. Da haben wir ja echt mal wieder Glück gehabt.

Blick aus dem Autofenster: Links rote Ampel, darüber dunkle Gewitterwolken, darunter Häuser und Autos.
Auf dem Rückweg.

Und als wir zuhause in der Künstlerbude hocken, regnet es dann doch noch. Ein bisschen.

Link zur Karte

Im Bündnerland | #mdLidA

oder Drei Tage Leben aus den Bordmitteln
oder Mit dem Liebsten in den Alpen (#mdLidA, mein Twitterhashtag)

Endlich doch noch ein bisschen raus. Ein bisschen was wie Ferien. Mit möglichst wenig Gepäck wandernd unterwegs sein. So der Plan. Wir wollten unterwegs sein ohne auf Einkaufsmöglichkeiten angewiesen zu sein, denn auf über tausend oder gar zweitausend Höhenmetern, zumal am Wochenende, könnte es schwierig werden, einen offenen Laden aufzutreiben. Wir schafften es mit Kocher, Wasser, Lebensmitteln und Übernachtungskram auf nur rund zehn Kilo pro Person. Plusminus. Omni mecum porto. Mein Wandermantra. Ich trage alles (was ich brauche) mit mir.

Mit dem Gedanken, doch noch so ein mehrtägiges Abenteuer zu wagen, hatten wir seit Wochen gespielt, und dann war da auf einmal dieses eine Wochenende ohne Termine und Pflichten. So packten wir am Freitagmorgen unsere Siebensachen und fuhren gegen Mittag los in die Berge. Bruthitze. Richtung Thusis zuerst und von dort dann westwärts den Berg hoch. Bei Ober Rascheins haben wir mein Autochen zweieinhalb Tage stehen lassen und machten uns von dort zu Fuß und per ÖV auf den Weg. (Route: siehe unten*)

Ein Freund führt seit Juni die Alp Bischola-Summerbeiz und hat uns quasi hergelockt. Darum sind wir schließlich auch als erstes dorthin und haben uns ein wenig an die für uns doch ungewohnte Höhe (knapp 2000 m. ü. M.) akklimatisiert. Zwischen Parkplatz und Bergrestaurant liegt der wunderschöne Pascuminersee. Noch zuhause haben wir ihn als ersten Lagerplatz auserkoren und zum Glück waren am Freitagabend noch nicht so viele Leute dort wie am Sonntagnachmittag. Am Freitagabend waren nur noch eine Frau mit ihrer Tochter dort. Sie zelteten ebenfalls direkt am See. Eine Jugendclique  hatte sich zum Glück etwas weiter weg auf einer Anhöhe eingerichtet. [Als es dunkel war, ließen die doch tatsächlich ein Feuerwerk steigen. Auf 2000 m. ü. M.! Was für Volldeppen!]

Beat, der Wirt, hieß uns herzlich willkommen und servierte uns – da es (neben dem Käseteller) das einzige Gericht ohne Fleisch war – einen Eblysalat. Na ja. Immerhin habe ich es mal wieder probiert, aber Ebly und ich werden wohl nie Freundinnen. Dafür schmeckte die Nussschnitte göttlich, eine Bündner Spezialität, die süchtig macht. Und die zwei Kuchenstücke, die er uns als Bettmümpfeli mit auf den Weg gegeben hat, als Geschenk des Hauses, schmeckten – am See genossen – einfach nur wunderbar. Annettes Zucchini- und Zitronencake sind echt eine Entdeckung!

Zurück am See war es ziemlich unruhig. Wir beobachteten eine Weile das Geschehen, bevor wir schließlich doch direkt am See und bei der Feuerstelle unser Lager einrichteten. Die Idee, ohne Zelt zu schlafen, ließen wir aber bleiben, weil es doch recht feucht und kühl wurde. Und weil eine Mutter und ihre halbwüchsige Tochter sich zu uns gesellten, als wir gerade das Feuer entfacht hatten.

Gut schlafen geht anders. Für eher schlaflose Nächte ist unsere winzige Sardinendose, pardon unser hübsches kleines Wanderzelt doch ein bisschen eng**, so dass ich bei der ersten Morgendämmerung aus dem Zelt schlüpfte und herumspazierte. Etwas, das ich daheim nie tun würde, da ich ja eher eine Eule als eine Lerche bin. Es war jedenfalls einer der schönsten Sonnenaufgänge, den ich je erlebt habe.

Nach einem herrlich erfrischenden Morgenbad frühstückten und packten wir, um den Tguma hochzuwandern (knapp 2200 m. ü. M.). Um ins Safiental zu gelangen, mussten wir von dort aus über sehr steile Serpentinen etwa tausend Höhenmeter abwärts steigen. Was mir mal wieder so richtig fett in die Knie gefahren ist. Sie schrien laut, ich schwör! So sehr, dass ich unten, am Stausee, angekommen – die letzten zwei Kilometer mit zig Pausen wegen der brutalen Schmerzen –, kaum mehr gehen konnte. Wir fanden zum Glück bei einem Holzlager direkt am See einen tollen Nachtplatz, von wo aus wir auch gleich im nahen Bach Wasser holen konnten. Beide waren wir sooo müde, dass wir – nach dem Essen und einer Katzenwäsche im Bach – um halb zehn schon in den Schlafsäcken waren und bis kurz vor Sonnenaufgang durchschliefen. Ha, geht doch!

Meinen Knie ging es am Morgen deutlich besser, aber an den zuhause geplanten Aufstieg zur Alp Bischola respektive nach Ober Rascheins, wo das Auto stand – diesmal auf einer andern Route als beim Abstieg – war nicht wirklich zu denken. Also setzten wir den am Samstagnachmittag gefassten Plan um, mit ÖV so nahe wie möglich ans Auto ran zu kommen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ich zwar relativ schmerzfrei aufwärts und geradeaus gehen kann, aber nur mit relativ starken Schmerzen abwärts.

Wir studierten Karten und Höhenprofile und entschieden uns, mit ÖV zum Glaspass oder bis kurz davor zu fahren und von dort die letzten, nicht erschlossenen Kilometer nach Ober Rascheins zu wandern. Der Glaspass war im Grunde direkt über uns, die wir in Safien Carfil, am Stausee, lagerten. Von hier unten hinaufzusteigen hieße aber mit dem Feuer spielen, denn ich war ja nicht schmerzfrei. Immerhin waren die Schmerzen aber über Nacht erträglich geworden.

Um auf den Glaspass zu kommen, mussten wir die ganze Gebirgskette umfahren, um von der anderen Seite auf den Pass zu kommen. Heißt, wir mussten das Safiental abwärts mit dem Postauto, dort dann mit dem Zug dem Rhein abwärts ins Vorderrheintal zurück nach Thusis und von dort mit dem Postauto hoch zum Pass. Verrückte Rundreise! Aber schön wars. Trotz Maske.

Auf der Karte zeigen die roten Bömbel in Uhrzeigerrichtung unsere Rundfahrt an. (Den Link zur Karte gibt es hier und ganz unten.)

Screenshot der Karte
Screenshot der Karte

Irgendlink und ich hatten tatsächlich unsern Spaß, denn Postautofahren in den Bergen ist ja schon ein tolles Erlebnis. 🙂 Und die Rhätische Bahn ist auch irgendwie angenehm. Zum Glück hatten wir unsere Masken dabei und die behielten wir dann bis auf dem Glaspass auf, denn es gibt ja immer so Menschen, die … (aber das ist jetzt doch ein anderes Thema.)

Die Strecke vom Glaspass nach Ober Rascheins war nicht allzu anspruchsvoll, eine etwa vier- bis fünf Kilometer lange Wanderung rüber zum Parkplatz mit vielleicht zweihundertfünfzig Höhenmetern aufwärts und ein bisschen weniger abwärts. Wir wählten halb absichtlich, halb zufällig jene Route mit den wenigsten steilen Abstiegen und errreichten – nach einer köstlichen Picknickrast auf einer Bank mit Blick auf den Piz Beverin – gegen drei Uhr das Auto. Weil es meinen Knien noch immer relativ gut ging – super wäre übertrieben, aber ich hatte keine starken Schmerzen – und der Tag noch zu jung war, um bereits nach Hause zu fahren, beschlossen wir, nochmals ins Beizli zu wandern. Eine knappe halbe Stunde rauf, eine knappe halbe Stunde runter. Ohne Gepäck. Auf dem Rückweg wollten wir ein letztes Mal im Pascuminersee baden.

Im Beizli angelangt, freuten wir uns darüber, auch Annette noch zu sehen, die Partnerin des Beizers. Es herrschte Hochbetrieb, doch nach 17 Uhr wurde es ruhiger und wir hatten Zeit, ein bisschen auszutauschen. Eile hatten wir ja keine und die angenehme Temperatur um die 25 Grad war es wert, solange wie möglich zu bleiben. Auf dem Rückweg dann wieder alles abwärts. Und ja, ich habe das bewusst in Kauf genommen. Ich ahnte, dass das für meine Gelenke nicht so gut sein würde, doch ein letztes kühles Bad im Pascuminersee wollte ich mir eben nicht entgegen lassen. Unten angelangt pochten meine Kniegelenke wieder heftig. Gut, dass Irgendlink fuhr.

Inzwischen geht es den Gelenken zum Glück wieder besser und auch der Muskelkater-aus-der-Hölle verkrümelt sich so langsam. Und ja, unsere Bordmittel haben gereicht und wir hatten am Schluss sogar noch ein bisschen Nüsse und Dörrfrüchte übrig. Oh, warte! Da war doch noch dieser köstliche Cake im Alp Bischola-Summerbeizli. Den darf ich nicht vergessen. Der war nämlich nicht Bordmittel, der war Zugabe.

Was bleibt? Erinnerungen. Viele Bilder. Filmchen mit Kuhgebimmel und Bergbachrauschen. Und immer wieder bleibt mir diese Sehnsucht nach dem nächsten Mal, wenn der Berg ruft.


Tag 1

Tag 2

Tag 3


*Für die Karte (hier) habe ich drei Wegpunktefarben verwendet. Der unterste der blauen Bömbel markiert den Parkplatz und ist somit Ausgangs- und Schlusspunkt. Die blauen Wegmarkierungen gehören zu den Tagen eins und zwei, die lilafarbenen gehören zur Wanderung am Sonntag und die roten markieren unsere Reise per ÖV. Die Karte liest sich im Uhrzeigersinn.

**Das Sponsoring für ein leichte(re)s größeres Wanderzelt für zwei Personen ist hiermit eröffnet. 😉

Über die Grenze und – schwupp – hach, wie schön!

Als wir uns ins Auto setzen, ist weder klar wohin wir wollen noch wo wir landen werden. So ist es immer mal wieder bei uns. Einzig das Was ist klar: Vom Was haben wir eine ungefähre Vorstellung: Schöne Umgebung, Natur, Wald.

Das nahe Frankreich lockt. Lothringen und Nordvogesen liegen gleich um die Ecke. Irgendlink steuert unser Gefährt. Bei jeder Abzweigung beschließt er erst unmittelbar vor dem Abbiegen, ob es jetzt rechts oder links rum gehen wird. Was ich zuweilen mit ’ich habs gewusst!’ oder mit ’Oh, das hab ich jetzt nicht erwartet!’ kommentiere.

Auf einmal sind wir auf der Straße nach Bitche, jenem Weg, den ich seit elf Jahren monatlich einmal fahre. Auf dem Rückweg nach meinen langen Wochenenden beim Liebsten. Ich liebe diese Strecke, die Weite dieser Gegend, sanftes hügeliges Kulturland, Obststreuwiesen, Wälder … ab und zu ein Gehöft.

Und auf einmal sind wir beim großen Kreisel am Ende der D35A. Normalerweise fahre ich da geradeaus durch, doch diesmal fahren wir die dritte Ausfahrt raus und – zack! – stehen da drei kunstvolle, menschliche Metallskulpturen auf der Wiese, die ich bisher, obwohl man sie vom Kreisel aus sehen kann, noch nie beachtet habe. Merkwürdig eigentlich, wie mein Blick durch die immer gleichen Wege, die ich gehe, getrübt und beengt wird.

Wir steigen aus und gehen näher ran. Fotografieren. Der Himmel macht mit und bietet einen spektakulären flauschwolkigen Hintergrund. Centre d’Arts steht auf einer Metalltafel am Weg. Aha.

Das wollte ich mir schon immer mal angucken!, sagt Irgendlink. Wir folgen der Straße ins Dorf Schorbach und parken direkt beim Centre d’Arts, dem lokalen Kunstzentrum. Hölzerne Rundbauten auf Pfählen – moderne Pfahlbauten – beherbergen Kunstobjekte. Aha.

Die Dame am Eingang informiert uns. Freier Eintritt. Kollekte, erklärt sie auf Französisch, da ich mich nach dem Eintrittspreis erkundige. Wir würden gern zuerst spazieren gehen, sagen wir und erfragen die Öffnungszeiten. Passt. Aha.

Und so machen wir uns auf den Weg. Eine Art Rundwanderung direkt vom Centre aus. Schön ist es, unterwegs, und erinnert uns – einmal mehr – an Schweden. Das Licht, die Wolken, die Stimmung, die Farbe der Erde. Man muss manchmal gar nicht soo weit gehen, um dieses gute Gefühl von Fern-weit-und-Fremd zu erlangen, wonach wir uns oft sehnen, wenn uns die Decke auf den Kopf zu fallen droht. Die Idee, dass es viele Kilometer zwischen unserm Zuhause und unserm Reiseziel braucht, hockt nichtsdestotrotz hartnäckig in unseren wohlstandsverwöhnten Köpfen.

Als wir wieder zurück beim Centre sind, setzen wir uns erst mal kurz in den Schatten, essen etwas Mitgebrachtes und trinken Ludwigswinkeler Brunnenwasser vom Vortag. Tut das gut.

Nun aber die Masken aufgesetzt und dann rein in die Ausstellung. Den christlichen Kontext der Werke blende ich aus und lasse mich von den Skulpturen, Fotos, Objekten und Gemälden in den runden Gebäuden ansprechen.

Nach einer weiteren Pause im Garten, wo noch mehr Skulpturen, diesmal aus Stein gehauen, stehen, machen wir uns auf den Heimweg. Nicht ohne vorher einen staunenden Blick auf die große Tafel am Wegrand geworfen zu haben, auf welcher unzählige Rundwanderungen erwähnt werden. Ha. Wir kommen wieder!

Mehr Infos zum Centre d’Arts gibt es hier:
Die Webseite des Zentrums (Link)
Ein kleiner Film auf Youtube (Link)

 

Klein-Schweden zum zweiten

Wie wir gestern überlegten, in welcher Gegend wir wandern könnten, fiel mir die Wasgau-Seen-Runde ein. Vor einem Monat hatten wir die erste, die westliche Hälfte dieser ungefähr zwanzig Kilometer langen Wanderung genossen. Es war ein bisschen wie in Schweden gewesen, hatten wir am Abend resümiert. Und dass wir bald einmal wiederkommen würden. Wäre jetzt nicht genau der richtige Zeitpunkt für die zweite gekommen? Diesmal also wollten wir die östliche Route erwandern. Das Auto würden wir in Fischbach parken.

Gesagt, getan und schon bald tauchten wir in eine geradezu paradiesische Waldzwischenwelt mit herrlichen Wegen, kleinen Bächen, Weihern, Seen und da und dort einem Rastplatz ein. Badeplätze fanden wir zwar keine, doch im Wald war es verhältnismäßig kühl und ein paar Wolken sorgten immer dafür, dass wir nicht zu sehr ins Schwitzen kamen. Über die Wanderung berichtet übrigens Irgendlink hier sehr inspirierend.

Erst als wir Stunden später die ausgeschilderte Route verlassen, um zum Auto zurück zu gelangen und dazu Fischbach queren, bekommen wir eine volle Ladung Sonnenhitze ab. Ausgerechnet jetzt haben sich die Wolken nämlich verzogen und über uns wölbt sich ein hochsommerlicher Blauhimmel. Die Sonne heizt uns ein.

High Noon. Fast ausgestorbenes Dorf. Wir durchqueren einen Ortsteil, den es vor wenigen Jahren noch nicht geben haben kann. So neu wie hier alles aussieht! Legohäuschen an Legohäuschen an einer Avenue, die etwas amerikanisch-kleinstädtisches ausstrahlt. Spießig herausgeputzte Gärten, wohin wir auch schauen.

Auf einmal ein lautes Bimmeln. Ich starre mein neues Gebraucht-Handy an und frage mich, welchen Klingelton ich da bloß eingestellt habe. Aber nein, das Bimmeln ist weiter weg. Und erklingt ein zweites Mal. Und da vorne, ich glaube meinen Augen nicht zu trauen, biegt ein Eiswagen um die Ecke. Und bimmelt erneut. Der erste Eiswagen meines Lebens. Nein, falsch, natürlich sah ich schon Eiswagen, aber noch nie habe ich einen fahren gesehen und noch nie einen um die Ecke bimmeln gehört. (Kleiner Nachtrag am Rande: Seit Beginn der Wanderung befinden wir uns auf der Kalorienpromenade. Passt perfekt! ;-))

Irgendwann stehen wir in der Mitte des Dorfes. Nur noch ein kleines Stück und wir sind beim Auto. Noch ein letztes Stück durch dieses fast ausgestorben wirkende Dorf. Und auf einmal sind wir nicht mehr in Kleinstadt-USA, sondern in Spießbürger-Deutschland. Steingarten an Steingarten. Als wäre das hier ein Wettbewerb. Alles Wilde wird konsquent ausgemerzt und zurechtgestutzt. Es tut mir weh, diese Gärten zu betrachten, es tut weh, mir vorzustellen, wie diese Nachbarinnen und Nachbarn sich gegenseitig mit Spießigkeit zu übertreffen versuchen und sich selbst dabei auch gleich mit beschneiden. Ein einziger Garten erfreut meine Sinne: wild und bunt, wie ich es mag.

Nach so viel Augenweh ist uns nach Frankreich. Aber zuerst ist uns nach Wasser. Wir halten beim Saarbacher Hammer und schwimmen eine Runde, um uns abzukühlen. Beim Ludwigswinkeler Dorfbrunnen, der für sein sauberes Wasser bekannt ist, füllen wir ein paar Flaschen und danach fahren wir schließlich über Hirschthal und Bitche zurück zum Einsamen Gehöft.

Der architektonische Unterschied von Frankreich nach Deutschland ist wohltuend. Liebevoll gebaute Häuser mit Gärten, die diesem Begriff alle Ehre machen, eine so ganz andere Atmosphäre. Hach, die Nordvogesen … Und ach, was für ein Schauspiel am Himmel! Die Natur ist meine Lieblingskünstlerin.

+++

Unsere gestrige Wanderkarte (Link) > siehe die blauen Bömbel in der östlichen Hälfte der Rundwanderung.

Und nun noch ein paar Bilder:

 

Mikroabenteuer, aber in groß und in Farbe

Etwas über zwei Jahre sind seit meiner ersten allein und ohne Zelt in der Natur verbrachten Nacht vergangen. Ausgeheckt hatte ich die Idee damals mit der lieben Freundin M. (2). Beide übernachteten wir irgendwo an der Aare, sie dort, ich hier in der Nähe. Ein Erlebnis, das ich damals als sehr bereichernd erlebt habe und gerne als Inspiration weiterempfehle.

Ich brauche sie hin und wieder, diese Abenteuer außerhalb meines gewohnten Alltags. Ich brauche Wald, ich brauche Erde unter den Füßen. Ich brauche Abenteuer und Abwechslung, auch wenn es oft nur etwas relativ Kleines, zeitlich Kurzes ist – ein sogenanntes Mikroabenteuer also, wie Outdoorerlebnisse in nächster Nähe neuerdings heißen. Aber besser klein als gar nicht. Und ja, ich weiß, dass das ein Privileg ist. Privilegiert bin ich auch dadurch, dass ich auf dem Land, inmitten von Flüssen und Wäldern, wohne.

Seit einiger Zeit geistert die leise Idee in M.s und meinem Kopf herum, dass wir eigentlich auch mal zusammen eine Nacht in der Natur verbringen könnten. Anläufe genommen haben wir dazu schon einige, doch entweder spielte das Wetter nicht mit oder der einen oder anderen kam etwas Kurzfristiges oder die Befindlichkeit dazwischen.

Vor einigen Tagen war ich mit dem Gedanken aufgewacht, dass dieses Wochenende eigentlich ein neuer Anlauf fällig wäre. Vielleicht würde es ja endlich klappen. Irgendwie wunderte es mich so gar nicht, dass ich – als ich an jenem Morgen mein Mailprogramm öffnete – eine Mail von M. fand, die genau die gleiche Idee gehabt hatte. Nach ein paar Hin- und Hermails einigten wir uns darauf, uns am Samstag Nachmittag um 16 Uhr am Bahnhof Brugg zu treffen.

Kurz nachdem wir uns begrüßt haben, beichtet M. mir, dass sie später Lust auf ein Bierchen haben können würde. Ich meinerseits beichte ihr, dass ich nur eine Flasche Bier mitgenommen hätte, für mich, aber selbstverständlich würde ich diese gerne mit ihr teilen oder – noch besser – ich würde ihr schnell eine kaufen gehen. Für sie hätte ich darum keine mitgenommen, weil sie ja keinen bis nur sehr wenig Alkohol trinke. Ich hupse schnell in den nahen Laden und schon bald wandern wir los. Vorbei an Königsfelden, runter an die Aare. Wie erwartet tummelt sich dort viel Volk. Fast jede Badebucht ist besetzt. Für uns kein Problem, denn wir wollen ja eh weiter wandern, vorerst nordwärts zum Wasserschloss.

Inzwischen ist es richtig warm geworden und uns beiden ist nach einem baldigen Hupser in die Aare, die Reuss oder die Limmat. Sobald wie möglich verlassen wir die Straße und wählen aarenahe Waldweglein. Bei der Brugger Kläranlage überqueren wir die kleine Fussgänger:innenbrücke um auf der anderen Seite eine erste Badestelle zu finden.

Ab ins Wasser, wie gut das tut! Ein Nebenarm der Aare, lauschig, wohltuend kühl. Erfrischend.

Nach einer kleinen Pause gehen wir über die Brücke zurück und schlagen uns auf schmalen Pfaden zum Wasserschloss durch, wie der Zusammenfluss der Reuss in die Aare heißt. Hier gilt es nun, eine Entscheidung zu treffen. Rechts, der Reuss entlang Richtung Süden, links der Aare entlang Richtung Stroppelinsel.

Seit ich diese Halbinsel vor einigen Jahren zufällig entdeckt habe, ist sie rasch eine meiner liebsten Badestellen geworden. Zwar sind immer ein paar Menschen dort, aber immer sehr angenehme. Auch ist sie nie überlaufen, denn man kommt nicht direkt mit dem Auto hin. Selbst das Fahrrad muss draußen warten, denn um auf die Wiese zu kommen, muss man durch ein Drehkreuz. Eingezäunt ist der Zipfel der Halbinsel, weil auf dem Grasland eine Herde Hochlandrinder weidet. Friedliche, sanfte, zottelige Tiere mit schönen, riesigen Hörnern. Und ja, auch mit M. war ich schon das eine und andere Mal hier und so wundert es mich nicht, dass sie sich für diesen Platz entscheidet. Eine falsche Entscheidung kann es hier eh gar nicht geben.

Ich lotse uns also über die Eisenbahnbrücke nach Vogelsang und schließlich quer durch Wohnquartiere zum Anfang des Wanderwegs, der in die Badestelle am nördlichen Zipfel der Halbinsel mündet.

Unterwegs überlegen wir, wo wir später unser Lager aufschlagen könnten. Die Badewiese noch außerhalb der Kuhweide ist, so denken wir, eine erste ernsthafte Alternative. Dass wir auf der weitläufigen Weide übernachten könnten, ist noch kein Thema. Schließlich sind wir fast die einzigen, die sich an diesem Samstagspätnachmittag noch hier aufhalten. Angenehm ruhig ist es. Schnell klettern wir in die Schwimmanzüge und stürzen uns ins die Nicht-Fluten. Ah, herrlich! Genau die perfekte Temperatur. Wohltuend kühl, aber nicht kalt.

So langsam macht sich ein kleiner Hunger breit. Wir arrangieren ein Picknickbüffet auf der Wiese und genießen die mitgebrachten Leckereien. Und Bier. Und mal wieder eine Zigarette oder zwei.

Inzwischen sind alle anderen Menschen, die da gewesen oder nach uns gekommen sind, wieder weg. Und so langsam kommt die Müdigkeit. Die letzten Nächte habe ich nicht sonderlich gut oder viel geschlafen. Wir beschließen also, solange wir noch genug sehen, unsere Lager auszubreiten. Unterlagen, Matten, Schlafsäcke. Die Rucksäcke stellen wir vorsorglich an einen nahen Baum, an welchem auch unsere nassen Badesacken hängen. Ein tolles Lager das!

Zähneputzen, Pinkeln und ab ins Bett. Langsam ist es kühler geworden, der Schlafsack wärmt. Wir genießen den Sonnenuntergang, die Abendstimmung, erzählen einander von anderen Wildübernachtungen. Das Feierabendkonzert der Vögel untermalt unser Gemurmel. Die äsenden Rinder, eben noch weit weg, näheren sich einer Futterstelle mit Heu. Immer noch ziemlich weit weg. Ich strecke mich aus – ah – und schließe mich entspannend die Augen. M. sagt: Du, da sind zwei Kühe.

Wie jetzt? Huch, die sind ja direkt hinter uns und dann auch schon direkt neben mir. Nein, ich habe keine Angst. Nicht um mein Leben jedenfalls. Respekt aber schon, denn ich möchte nicht wirklich und unbedingt so nahen Kuhbesuch. Das dann doch nicht. Der Bulle und die Kuh haben sich nun zwischen mich und den Baum geschoben und schnuppern an unseren Rucksäcken herum. Sie gehen sehr behutsam und bewegen sich unendlich langsam. Von ihnen geht keine Bedrohung aus. Weil ich dennoch Respekt vor den großen Hörnern, halte ich mir den Arm übers Gesicht, wir verhalten uns ruhig. Da der Bulle immer näher kommt und mich nun ein bisschen anstupst, wirklich nur ganz sachte, aber bei jeder Kopfbewegung die Hörner mitbewegt, wird es mir doch ein bisschen mulmig (da wusste ich übrigens noch nicht, dass es ein Bulle ist). Ich rede ruhig mit den Tieren und bitte sie, doch woanders hinzugehen. Die einzige Angst, die ich habe, ist, dass die Rinder meine Luftmatratze betreten und sie so kaputt machen. Ganz langsam schlüpfe ich aus meinem Schlafsack, umkreise M., die noch links von mir in ihrem Lager liegt, und gehe von vorne auf die Tiere zu. Ich versuche, die Technik, wie man Pferde ohne Peitsche, mit bloßem Gegenübertreten, zu Rückschritten bringt, auf die Kühe anzuwenden, doch ich scheitere. Ich bin zu wenig überzeugend. Und zu wenig überzeugt. Schließlich sind wir hier die Gäste. Die beiden schauen mich mit lieben Augen an und warten einfach ab, was wir zu tun gedenken.

Inzwischen ist auch M. aufgestanden und wir versuchen gemeinsam mit sanftem Bitten die beiden Tiere wegzuschicken. Als wir auch zusammen keinen Erfolg haben, ziehen wir unsere Schlaflager, soweit es geht, aus dem Einflussgebiet der großen Kuhfüße. An meine Turnschuhe komme ich nicht ran, die liegen genau zwischen den beiden Tieren. Auch M.s Flipflops müssen wir liegen lassen, ebenso wie unsere Rucksäcke und die Badesachen am Baum. Den Rest packen wir so gut es geht zusammen und spazieren mit dieser ersten Ladung – es ist schon nach Sonnenuntergang, doch noch hell genug, um den Weg zu sehen – zum nördlichsten Zipfel der Wiese und der Insel. Dahin, wo sich die Insel verjüngt, mit unmittelbarem Blick auf den Zusammenfluss von Limmat und Aare. Eine wunderbare Stelle, flacher als der erste Lagerplatz. Absolut perfekt. Hier wollen wir bleiben.

Mit wieder leeren Händen gehen wir nochmals zurück, um zu sehen, ob wir an unsere restlichen Sachen herankommen. Können wir. Einzig M.s Flipflops bleiben irgendwo unter dem Bullen liegen, denn ja, der Bulle hat sich genau da hingelegt, wo eben noch M.s Lager war. Oke. Die wollen ja nur schlafen. Gut so, gut für uns.

Als M. später nochmals nachschauen geht, liegt die ganze Herde genau dort, wo wir eben noch lagerten. Ob diese Tiere immer am gleichen Ort schlafen? Ob wir ihre Lieblingsstelle besetzt hatten? Oder ob es für die Rinder deshalb dort so spannend war, weil wir uns dort hingelegt hatten? Wir werden es nie erfahren.

Noch eine ganze Weile liegen wir kichernd undzuweilen prustend in den Schlafsäcken und erzählen uns das Erlebte immer wieder neu. Herrlich, trotz des Schreckens. Als es immer dunkler wird, zündet der volle Mond wie ein Suchscheinwerfer direkt auf unser Nachtlager. Wow! Hat was.

Später, ich bin das erste Mal eingedöst, höre ich plötzlich Menschenstimmen und Ghettoblaster-Musik. Ganz nahe. Huch, da sind ja doch Menschen!, sage ich erwachend. Ein paar Taschenlampen leuchten zu uns. Die Musik verstummt. Flüsternde Stimmen junger Menschen, die sich wieder entfernen und sich woanders einen Platz suchen. Später hören wir Stimmen, nicht laut; junge, rücksichtsvolle Menschen, die sich vermutlich ein Nachtbad gönnen wollen. Später Gitarrenklänge und Gesang, weit genug weg um nicht zu stören.

Ich schlafe in Etappen. Das Rauschen der beiden Flüsse, der Tinnitus, Frösche, Enten, irgendwann größtmögliche Stille. Sterne am Himmel. Der wandernde Vollmond. Der Geruch von Gras und Erde und Wasser. Und ein bisschen Kuhmist, ja, das auch.

Gegen Morgen sehe ich die orangefarbene Sonne hinter den Bäumen, wie schön!, doch ich döse erneut ein. Gegen sieben ist die Blase dann bereit für eine erste Leerung und so ziehe ich mir die warme Jacke an und schlüpfe in die geretteten Turnschuhe. Für barfuß ist es mir doch noch ein klein bisschen zu kühl. Ein erster kleiner Spaziergang. Wie schön es ist. Wie still. Wie friedlich. Wie schön doch so ein Sommermorgen ist! Diese saubere Luft.

Die Rinder sind bereits am futtern und auf unserm ehemaligen Lagerplatz liegen einsam und verlassen M.s Flip-Flops, die ich mitnehme, im Fluss wasche, die Wassertemperatur teste und ein Bad zu nehmen beschließe.

Zurück beim Lager ist M. auch aufgewacht. Sie hat Cold Brew-Kaffee dabei, ich eine Thermosflasche mit gestern gekochtem Heißwasser für meinen Tee (zur Nachahmung empfohlen), sodass wir beide mit unseren Aufwachgetränken in den Tag starten können. Schließlich das Morgenbad, wohltuend, erfrischend. Schnell in die Kleider, bevor ich friere.

Ich bekomme fast nicht genug von dieser Insel, spaziere herum, genieße die Stimmung, die Sonne, die langsam zu wärmen beginnt.

Es ist halb neun, als wir unsere Sachen gepackt haben und loswandern wollen. Während ich noch die letzten Dinge verstaue, merke ich gar nicht, dass eine der Kühe sich uns genähert hat. Nummer 3802, unser Abschiedskomitee. Neugierig beschnuppert sie meinen Rucksack. Ich kann es nicht lassen und muss unbedingt ein Bild schießen. Irgendwie mag ich diese sanften, diese beharrlichen Tiere.

Barfuß spaziere ich neben M. zurück zur Straße. Bevor wir wieder ein Stück durch die Quartierstraßen gehen müssen, ziehe ich mir die Schuhe wieder an. Auf weichen Wegen gehe ich sehr gern barfuß, Straßen aber sind nichts für mich.

Als wir wieder zurück über der Eisenbahnbrücke sind, schlage ich vor, dass wir der Reuss entlang zurückzuwandern könnten. Zurück durchs Kunzareal und am Wehr vorbei über eine weitere Brücke. Bei der Gebenstorfer Reuss-Badi hupsen wir nochmal kurz ins kühle Nass. Diesmal ist es die Reuss. Es ist bereits wieder heiß geworden und wir schwitzen. Eine junge Frau, die einzige Anwesende auf dem Platz, warnt uns vor der starken Strömung, weshalb wir nicht schwimmen, sondern nur ein kleines Reintunk-Erfrischugsbad nehmen und uns anschließend unter die Duschen stellen. Aaaah. Wie gut das tut. Ich beschließe, das Badekleid anzubehalten, da wir ja eh bald daheim sind.

Dort gibt es Frühstück. Und endlich noch mehr Kaffee, diesmal heißen, für die liebe M.; was muss, das muss.

Was für ein tolles Abenteuer das war! Aber, äh, so Mikro nun auch nicht, nein, eigentlich richtig groß und in 3D.

Die Route: Hier klicken.

Fast wie eine Woche Ferien

Wenn ich so erschöpft bin wie diese Woche, hilft eigentlich nur noch wandern.

Wie oft, wenn die Wanderschuhe locken, fahren wir nach Bözberg auf den Bözberg. Im Dorfteil Kirchbözberg der sehr weitläufigen Gemeinde parken wir bei der Kirche und beschließen spontan, Richtung Sennhütten zu wandern, diesem kleinen Weiler, den ich bisher nur vom Hörensagen kannte.

Kaum haben wir Oberbözberg hinter uns gelassen, bergan wandernd, betreten wir Neuland. Verrückt eigentlich, wie sehr uns die nahe Umgebung oft unbekannt bleibt. Normalerweise lockt ja das Ferne mehr, doch gerade in den letzten zwei Monaten haben wir sowohl hier als auch ins Irgendlinks Wohnumgebung neue, nahe Wanderschätze entdeckt. Gestern auch wieder. Eintauchen in die Wald-und-Hügelwelt. Wohltuendes Im-Wald-Gehen, moderat bergan, hinter uns ein herrliches Alpenpanorama, die Schneeberge der Zentralschweiz zum Greifen nah.

Unterwegs zwischen Wiesen und Feldern philosophieren wir, wie schön und wertvoll doch Alleen sind, wie sehr doch Schattenbäume rechts und links des Wegen sowohl der Umwelt gut tun als auch uns Wandernden doch das Leben versüßen würden. Immerhin können wir uns immer mal wieder von Kirschbaum zu Kirschbaum mundrauben, denn ein paar Bäume stehen zum Glück ja doch am Wegrand. Und ach, was für eine wunderbare Frucht doch so eine Kirsche ist!

Und auf einmal sind wir im Weiler Sennhütten. Ein kleines Bergrestaurant, Take & Sitz, lädt zum Verweilen ein. Schön weit auseinander sind Tische auf dem Gelände verteilt, ein paar Menschen wuseln herum, vom Nachbarhof ennet der Weges dudelt Volkstümliches, das ich sonst ja nicht wirklich mag, aber hierher passt, und wir holen uns am Tresen etwas zu trinken. Kaum haben wir uns hingesetzt, hopst ein Kater auf unsern Tisch und will nur genau etwas: Gestreichelt werden. Zuerst oben, dann am Bauch. Wie so ein Brotteig breitet er sich auf dem Tisch aus und lässt es sich gut gehen.

Später gesellt sich die Wirtin zu uns und wir erzählen uns gegenseitig Geschichten von Katzen und Hunden und werden auch gleich noch ihrer Hündin Carma vorgestellt, einer sehr zutraulichen Mischlingshündin. Kater Courage hat sich nun wieder verabschiedet und später tun wir es ihm gleich, holen beim Wirt noch ein paar Tipps für die Weiterwanderung über Kästhal zurück nach Kirchbözberg ab und machen uns auf den Weg.

Zuerst Richtung Effingen, hat er gesagt, dann aber steil runter nach Kästhal. Der schmale Wanderweg nach Kästhal ist fast zugewachsen, so dass wir an einer besonders dichten Stelle beschließen, direkt querfeldein durch den Wald abzusteigen. Unten, am Waldrand, angelangt hält uns ein elektrischer Zaun auf. Die Kuhweide ist groß und die Kühe weit weg, weshalb wir beschließen, ein Stück über die Kuhweide zu gehen. Wozu gibt es schließlich Wanderstöcke, wenn nicht um elektrische Zäune herunterzudrücken um bequem darüber steigen zu können? Nach einem weiteren Wald- und Quer-über-die Wiese-Stück sind wir wieder auf Kurs.

Kästhal ist ein Nest am Ende der Welt. Oder mittendrin? Wer weiß das schon so genau. Jedenfalls kommen wir uns vor wie irgendwo in den Bergen, nicht wie gerade mal ein paar Kilometer von den nächsten Kleinstädten in einem sehr dicht besiedelten Kanton entfernt.

Wieder bergan steigend peilen wir wieder jenen Weg nach Bözberg an, den wir teils bereits gegangen sind. Auf einer schattigen Bank angelangt vespern wir Mitgebrachtes und genießen das Alpenpanorama in der Ferne, den Blick in die Weite.

Kurz vor Kirchbözberg dann eine letzte Schattenbank. Unter uns das Dorf. Du, wie lange waren wir eigentlich unterwegs? Eine Woche? Ach nein, nur ein paar Stunden.

Eine Biene setzt sich auf meinen Arm und leckt mich ab. Hat die mich eben Blüte genannt? Ich mag das, ihr zuzugucken, wie sie sich ganz langsam vorantastet bis sie genug hat und weiterfliegt.

Als wäre das alles nicht schon genug des Guten steht auch noch unweit des parkenden Autos ein Bücherschrank und natürlich können wir nicht widerstehen, lesen je ein Buch aus und geloben, das nächste Mal neue Bücher mitzubringen.

Gestrige Wanderroute