… im Rückspiegel – Teil 3

Teil 3
Freitag, 21.5. – Sonntag, 23.5.10

Jedes Bild – obwohl Vergangenheit – wird beim Betrachten wieder ein bisschen JETZT.  🙂

Argelès-sur-Mer. Mein Sternchen freut sich auf die Weiterfahrt.
Fünf Minuten später ist das Zelt verstaut.

Irgendlink auf Fotopirsch im Urwald? Nein, nur auf der anderen Seite
des Étang de St. Nazaire. Unterwegs von Argelès-sur-Mer
nach Sommières sehen wir mal mehr Meer, mal weniger Meer.

Mittagspause in Peyriac de Mer, wo wir eine
wunderbare Halbinsel entdecken und erwandern.

Auf einem wunderbaren Zeltplatz gestrandet. Sollen
wir noch eine Nacht hierbleiben und Räder mieten
und dafür am Sonntag eine Riesenstrecke fahren?
Wir entscheiden uns zur Weiterfahrt, doch zuvor
besuchen wir den hübschen Ort.

Pfingstsamstag-Flohmarkt in Sommières.

Weiterfahrt nach Uzès. (Pfingst-)Samstagsmarkt.
Duftet gut hier. Was für ein herziges Städtchen!

… in einer Gasse von Uzès.

Kurvige Sonntagsfahrt durch die Cevennen nach einer letzten
Zeltnacht in Vals-les-Bains. Mein Traumhaus gefunden?

Gegenüber der wunderbaren Bäckerei von Le Cheylard.
Nun definitiv auf dem Heimweg nach Bern

ungefähre Reiseroute auf Google Maps

… im Rückspiegel – Teil 2

Teil 2
Montag, 17.5. – Donnerstag, 20.5.10

Guten Morgen …

Frühstücken vor dem Zelt. Unser tägliches Ritual.

Empúries: im römisch-griechischen Museum

… und danach …

Auf dem Camping in San Pere Pescador, kurz vor der Abfahrt nach Cadaquès.

… nach einem wunderbaren Strandspaziergang in Roses. Unterwegs nach Cadaquès.

Abendspaziergang durch Cadaquès. Pause auf dem Schiffsteg.

In El Port de la Selva: Nach einem feinen Essen suchen wir nach einem Briefkasten für unsere Postkarten.

Weiterfahrt durch Portbou nach Argelès-sur-Mer. Portbou ver- und bezaubert uns.

Am Donnerstag Ausflug nach St. Nazaire …
Siesta im Park, wo wir uns auf der Bank „verewigen“.
Und am riesigen Kritzelbaum … 🙂

Beim Étang de St. Nazaire.

ungefähre Reiseroute auf Google Maps

(Fortsetzung folgt)


… im Rückspiegel – Teil 1

Teil 1
Donnerstag, 13.5. – Sonntag, 16.5.10

Während ich meine Bilder, die ein paar wunderbare Tage im Süden dokumentieren, auf dem Bildschirm durchblättere und bearbeite, verebbt mein Blues allmählich.

Die letzten Tage waren ein wahres Wechselbad der Gefühle. Aus dem sonnigen Süden direkt ins Büro gespült zu werden, wo mich Berge von Arbeit schon am zweiten Tag glauben lassen, seit meinen Ferien seien bereits Jahren vergangen, ist nicht schön. Gar nicht schön. Reizüberflutung, Kopfweh und, wie gesagt, Blues …
Trotz erfrischendem Bad im Gerzensee mit meinem Liebsten am Dienstagabend.

Jetzt, an J.s Küchentisch sitzend und Bilder betrachtend, kehrt allmählich die Sonne zurück ins Herz. Vielleicht auch in das meiner BlogbesucherInnen?

(Anklicken vergrößert die Bilder).

Am zweiten Tag nach einer kurzen Nacht im Auto. Frühmorgens auf meiner Weiterreise in den Süden.

Bei Millau: Blick auf die höchste Brücke der Welt.

Mindestens so schön wie die Brücke …

Endlich da. Borredà: Unser romantisches Hotel für die ersten beiden Nächte …

Tagesausflug in den Pyrenäen: La Pobla de Lillet.

Unterwegs im Dorf.

In den Jardines Artigas von Gaudì in La Pobla de Lillet: Mein Lieblinkskünstler in Aktion.

Zurück im Dorf …

Fortsetzung des Tagesausfluges …

Unterwegs an die Costa Brava. Irgendwo …

Gleich hinter unserem Camping in San Pere Pescador. Windig, aber wunderschön.

ungefähre Reiseroute auf Google Maps

(Fortsetzung folgt)

des vacances parfaites …

… waren das, und doch: das eigene Bett ist nicht zu toppen! Und das war auch schon die einzige Kritik. Ansonsten: siehe Titel. Diese wunderbare Gegend zwischen Andorra und Perpignan hat mein Herz im Sturm erobert.

Das schöne Wetter haben wir gleich mitgebracht, drum genießen wir den Rest des Nachmittags ebenfalls schon bald in der Natur. Die wir – dort, nicht hier – in den letzten Tagen reichlich genossen haben. Schönes mildes „Herbst“wetter, grüne Berge, wunderbare Wanderungen und Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung, ans Meer, Baden in heißen Quellen …

Mensch, was willst du mehr? Okay, das Meer zu berühren, das haben wir glatt vergessen, als wir in Cadaquès waren, dafür haben wir von dort wunderschöne Steine mitgenommen … Und Bilder …

Ach ja, noch was: Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich, wenn auch mit Verspätung, fürs neue Jahr das allerallerbeste!

Karlsborg – die Bilder

Meine drei Tage in Karlsborg habe ich sehr intensiv erlebt. Das Wetter hat mir zugesetzt, der Wind vor allem. Dazu meine Nicht-mehr-Flow-„Krise“ … Und doch: Dieser Ort war für mich irgendwie total magisch.

Bucht. Natur. See. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Auch war Hanna, die junge B&B-Wirtin, total goldig. Und die nahe Jugi, wo ich frühstückte, ebenfalls.

zu den Bildern: hier klicken …

karlsborg_forblog

Fällt mir grad was auf … Ich habe in Schweden das Alphabeth abgeklappert! Und erst noch in der „richtigen“ Reihenfolge … 😉

G wie Göteborg
J wie Jönköping
K wie Karlsborg
L wie Linköping

… und dann wieder von vorne …
Fortsetzung folgt!

Göteborg oder den Kreis schliessen

Na, wie war es denn in Schweden? Ich höre sie schon fragen, meine Leute. Scheff und so.
Danke, gut. Es war wunderschön!, werde ich vermutlich sagen. Vielleicht. Wie ungenügend doch Wörter sind. Wie kann ich beschreiben, was Schweden, was diese Reise wirklich für mich war? Obwohl … nothing is real – ich weiß.

Warum Schweden? Warum diese Gegend? Warum nicht? Ich bin überall das gleiche kleine Pünktchen. Wollte mich in der riesigen Landschaft verlieren – und habe ich auch. Und mich wieder gefunden. Mich selbst und ein paar Dinge auseinandergenommen und neu zusammengerückt. Mich besser kennengelernt. Schöne Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Und Gegensätze. Gestern ganz besonders.

Um an einen der schönsten Plätze der Insel zu kommen, war mir gestern kein Weg zu weit. Durch Wiesen, Wälder und durch Wohn- und Industriegebiete wanderte ich an einen Platz, der sich tief in meine Erinnerungen graben wird. Zielstrebig, wie eine Orientierungsläuferin, mit Karte und ohne Kompass, fand ich ein kleines Paradies. Am Vänernsee. Felsiges Ufer. Einsinken in diese Energie von Sein. Nichts tun. Einer Eidechse gleich die Sonne genießen. Wärme. Den wolkenlosen Himmel. Das Rauschen des Sees. Den für einmal sanften Wind. So schön, dass es schon fast wehtut.

Picknicken, lesen, genießen. Bilder aufnehmen. Digitale. Innere. Als die Sonne hinter dem Wäldchen verschwindet, suche ich einen anderen Weg, um eine weitere sonnige Bucht weiter südöstlich zu finden. Doch der Wald lässt mich nicht eintreten. Ich respektiere es, gehe stattdessen dem Ufer entlang ins Städtchen zurück. Den kurzen, direkten Weg. Wie selten. Und ich weiß nun auch warum. Schön war er nicht. Nach der tief empfundenen Ästhetik von vorhin ein kaum zu übertreffender Gegensatz. Mein Weg führte mich vorbei an noch mehr Industrie. An der Kehrichtverbrennung. Lärm. Gestank. Hitze. Nirgends Schatten. Staub. Ich wähne mich in Südspanien irgendwo. Beim Uferdamm dann das Treffen mit dem Biber … Oder war es eine Ratte? Endlich verlasse ich diese Gegend und lasse mich in einem der vielen Parks auf den Rasen sinken. Ich brauche eine Weile um meine Mitte wiederzufinden. Ideal ist das Leben nicht, nein, das alles gehört dazu. Jaja, das weiß ich doch. Auch ich nutznieße doch die Kehrichtverbrennung. Na also!

Luisa Francia schreibt in einem ihrer vielen wunderbaren Bücher, die ich fast alle gelesen und in meinem Büchergestell stehen habe, dass wir nicht wirklich leben können, wenn wir den Weg durch die Müllhalden scheuen. Recht hat sie.

Ich liebe Schönes, darum genieße ich, hedonistisch wie ich zuweilen sein kann, die Sonne, setze mich am Kanal an die Sonne. Gehe joggen, später, und mache auf dem Rasen neben dem Hotel Yoga. Nein, nicht die Sieben Hengste. Dafür ein paar Sonnenuntergangsgrüsse. Tut gut.

In der Nacht geträumt von einem spirituellen Retreat. Ich, die ich seit Jahren nicht mehr solcherlei besucht habe. Mein Lehrer im Traum riet mir, nicht in einer Konsumhaltung zu leben und meine Übungen zu MACHEN, sondern die Übungen zu SEIN. So wird es gelingen.

Ooops. Gelingen, Erfolg – meine zwei Lieblingsreizwörter. Ambivalente Dinger alle beide. Doch recht hat er schon, der Traumguru. Nicht Yoga machen, Yoga sein! Nicht den Flow machen, im Flow sein. Nicht das Ich aufbauen, ICHen. (Nennt Irgendlink das. Sorry, Mann, ich bringe das Wort nicht mehr raus … hat sich in mir festgeklammert). Nicht reisen – Reise sein …

So bin ich heute Morgen – es hat nachts geregnet und ein paar Grad abgekühlt – in Linköping auf den Zug Richtung Göteborg. Bin nun wieder im Hotel Panorama, wo ich meine ersten zwei Nächte logiert habe. Da ich die letzten Tage günstig gelebt hatte, reicht das Geld, mir nochmals diesen Luxus hier zu gönnen. Sauna und Whirlpool … und tausenderlei Knäckebrot – ihr wisst schon …

Im Tram einem netten Schweden begegnet, der mir ein paar Sachen über Schwedens öffentlichen Verkehr beibrachte. Und mir zeigte, wo ich aussteigen muss. I will guard you! Wow, einen Bodyguard zu haben, wenn auch bloß für eine Viertelstunde, war toll irgendwie. Und sympa war er erst noch.

Nach einer ausgiebigen Siesta – und aus Sehnsucht nach Natur – suchte ich später den botanischen Garten auf. Ich nahm den Hintereingang beim Krankenhaus, wo mir eine nette Dame die Eintrittspforte zeigte.

Wow … Die perfekte Illusion! Mitten in der Stadt eine unglaublich große Fläche Wald und Park, Felsen und Berge … Pflanzen aus aller Welt und zeitweilig – ohne Witz – ein Feeling wie im Berner Oberland! Zwei Stunden oder eine halbe Ewigkeit später verließ ich die Pforte wieder und sah dort eine Suchmeldung für eine braun getigerte Katze hängen. War mir beim Eintreten nicht aufgefallen. Doch da ich die Katze inzwischen beim Restaurang persönlich kennen gelernt hatte, war ich ein bisschen verunsichert. Sollte ich etwas unternehmen? Wenn ja, was? Die nette Dame, die mir den Eingang gezeigt hatte, saß noch immer mit ihrer Freundin auf der gleichen Bank und fragte, wie es mir gefallen habe. Ich dankte ihr begeistert und nutzte die Gelegenheit, ihr von der Katze zu erzählen. Sie kannte die Geschichte und versprach, meine Info weiterzuleiten. Hach, wie schön, damit kann ich diese Story loslassen. Und in die Sauna gehen.

Morgen der Rückflug. Ich freue mich auf meine Höhle. Obwohl ich das Hiersein aktuell total genieße.

Am Sonntag will ich ein paar Bilder einstellen. See you soon?!

Lidköping oder nothing is real

Gerne würde ich jetzt hier ein Bild posten, dass es in Pixels so gar nicht gibt. Hübsche junge Frau. Gut gebaut, würde mann sagen. Ziemlich 25 also. 😉 Schwarzes T-Shirt. Silberner Textbalken quer über die Brüste. Nothing is real. Da muss frau sogar hingucken. Kaum zu glauben. Seither laufen mir die Beatles nach. Strawberry fields forever?

Ich weiß es nicht genau. Ist ja auch egal, da ja eh nix real ist.

Here I am. Lidköping ist grösser als Karlsborg. Ist mondäner. Hat mehr Touris. Und einen Singleroom hatte es in der Jugi keinen einzigen mehr. So bekam ich – allerdings nur für eine Nacht – das letzte Zweibettzimmer – für mich ganz allein. Echt verwöhnt, diese Frau. Nothing is real. Außer meinem Bedürfnis nach Ruhe und gut schlafen. Und meiner Privatsphäre. Ha! Werd ich nun auch noch sozialphobisch? Oder ist das bloß jenes Bedürfnis nach Alleinsamkeit? Ich bin ja – außer da und dort smallzutalken – immer allein. Weshalb also soll ich nachts meinen Raum mit Kreti & Pleti zu teilen … nun ja …

Ansonsten habe ich, wie ich erleichtert feststellen konnte, meine alte, verloren geglaubte Unkompliziertheit zurückgefunden.  So ziemlich jedenfalls. Na ja. Die Lidköpinger Jugi ist dennoch ein Fall für sich. Überaltert das Haus. Die Gäste ebenso. Beim Frühstück unter den Augen alter Damen Müesli löffeln – na ja – macht nicht wirklich Spaß. Irgendwie war ich deshalb froh, dass die keinen Platz mehr hatten. Außer in Vierbettzimmern.  So wechselte ich ins Hotel Ciel. Und da ist es wirklich ziemlich himmlisch. Habe doch glatt eine Stunde geschlafen, nachdem ich mich heute morgen dort eingescheckt habe. Winzig das Zimmer, doch ruhig. Eigenes Bad. Verwöhnte Frau aber auch.

Gestern herrliches Wetter. Die Reise im Bus war auch sehr schön. Lidköping ist ein angenehmer Ort, wie gesagt, überschaubar. Schöne Plätze und Gebäude. Einkaufsmöglichkeiten auf internationalem Niveau. Zwei Tage werde ich noch hier sein, am Freitag dann nach Göteborg zurück gehen. Am Samstag der Rückflug. Zwei Tage … Hier in der Nähe locken Naturreservate. Eine Kunsthalle hat es auch. Ein Velo könnte ich mieten. Viele Möglichkeiten also, meine Zeit totzuschlagen zu verbringen. Vielleicht werde ich einfach ein bisschen rum-ICH-en. Ich will den Rest meiner Ferien ohne Ambition verbringen, ohne Absicht, möglichst viel noch sehen zu müssen. Einfach sein.

Inzwischen gleicht sich alles irgendwie. Alles scheint austauschbar zu sein. Die Menschen ebenso wie die Gebäude, Straßen, Geschäfte, die Natur sogar. Irgendwie geht es mir trotzdem gut. Habe den Flow wiedergefunden. Und wenn ich mich einklinke in dieses Nothing-is-real-Feeling kann ich mir von außen zuschauen und über mich selber lachen.

Wirklich wahr: Nothing is real – nichts ist real, das Nichts ist real. Die Illusion auch. „Wahrheit kann der Wahrheit nicht widersprechen!”, las ich gestern im  historischen Roman Im Schatten des Granatapfelbaums (Granada, 15. Jahrhundert).

What else? Wirklich wahr! Ehrlich!