Damals, im Sommer …

Endlich ist es Frühling. Hier jedenfalls. Zögerlich erst. Der kühle Wind und die trotz Sonne kühlen Temperaturen verstärken meine Sommersehnsucht nur umso mehr.
Sommer ist für mich draußen sein. Ist Wald, ist schwimmen im See, ist Sonne am blauen Himmel, ist abends am Feuer sitzen und viel weniger Textilien auf dem Leib (keine Schals, Mützen, Stirnbänder, Handschuhe, keine warmen Schuhe, keine langen Unterhosen …). Sommer ist Salate, ist unterwegs sein, ist Lachen … Wieso im Sommer mehr gelacht wird? Bestimmt hat das mit der Sonne zu tun, die sich doch sehr direkt auf die Laune auswirkt.
Teil 1 meiner heutigen Buchbesprechung
Sommer kann aber auch ganz anders sein. Im jüdischen Viertel in Newark, es war im Sommer 1944, war die Hitze schier unerträglich. Seit Wochen über dreißig Grad und auch nachts kaum Abkühlung. Und genau hier fängt das Buch, das ich vorstelle an. Es wird in erster Person Singular erzählt. Die Erzählstimme gehört einem der zwölfjährigen Jungs, die ihren Sommer, mangels Ferienhaus am Meer, in der Stadt verbringen. Zwei Monate Schulferien. Was kann man da schon anderes tun, als, sich mit den andern Jungs täglich auf dem Sportplatz zu treffen und Baseball zu spielen? Trotz der Hitze. Dass es dafür eine Aufsicht braucht, ist den Schulen und der Stadtregierung klar. Der Junglehrer Bucky, 23 Jahre alt und wegen seiner starken Kurzsichtigkeit ausgemustert, übernimmt den Job gerne und mit größter Hingabe – er ist außerdem auf jeden Cent angewiesen. Aus armem Haus stammend lebt er mit seiner Großmutter, seiner letzten Verwandten, in einer winzigen alten Wohnung und spart für einen neuen Ofen. Auf dem Sportplatz bringt er den Jungs Werte wie Zähigkeit, Fairness, Ausdauer, Technik und die Notwendigkeit. Immer wieder Pausen einzulegen bei. Seine Freundin Marcia, Tochter eines Arztes und aus besserem Haus stammend, verbringt ihrem Sommer in einem Camp außerhalb der Stadt. in den Bergen Pennsylvanias. Die beiden vermissen sich sehr und telefonieren regelmäßig.
Die Geschichte beginnt damit, dass wir von vereinzelten Poliofällen in andern Quartieren Newarks erfahren, doch schon bald rückt die Epidemie näher. Da damals die Ursachen für Kinderlähmung noch weitestgehend unbekannt waren, konnte nicht wirklich effizient gegen diese schreckliche Krankheit und ihre Ursachen vorgegangen werden. Und natürlich gab auch gerade diese Unwissenheit allen möglichen Theorien zu Ansteckungswegen Vorschub. Als die ersten beiden Buben aus seiner Gruppe sterben, erträgt Bucky es kaum. Er besucht die Hinterbliebenen und fängt bei der Trauerfeier damit an, seinen Gott der Liebe zu hassen. Wie kann ein guter Gott so etwas schreckliches wie Krankheiten, wie diese Krankheit im speziellen, die Kinder umbringt oder zu Krüppeln macht, zulassen, erschaffen gar? Seine Fragen und Zweifel wachsen stetig, auch die Selbstvorwürfe, die vagen Schuldgefühle, die Frage, was er ändern, verbessern könnte.
Teil 2
Je weiter der Sommer fortschreitet, desto mehr Jungs werden krank. Bucky fühlt sich zusehends hilfloser, und als ihn Marcia überredet, den Job zu schmeißen und zu ihr ins Camp zu kommen, weil einer der Leiter in den Krieg eingezogen worden ist, lässt er sich – zwar gegen seine Gefühle – überreden, zu ihr zu fahren. Seine Großmutter überlässt er der Obhut lieber Nachbarn. Trotzdem fühlt er sich sehr gespalten. Seine Kündigung erscheint ihm wie Fahnenflucht und er fühlt sich wie der größte Feigling dieser Welt.
[Darf ein Mensch sein eigenes Glück, sein eigenes Leben über das Wohlergehen seiner Gesellschaft stellen?, frage ich mich im Fahrwasser von Buckys Gedanken zu seinem Aufbruch in die Berge. Als wäre das Wohlergehen der Gesellschaft von ihm allein abhängig? Ist das denn nicht maßlose Selbstüberschätzung? Und wie sieht es mit der Verantwortung für die allfälligen Konsequenzen aus, wenn wir uns für unser Glück entscheiden?]
Bucky schämt sich seiner Tat. Schon in der ersten Nacht beschließt er, zurückzufahren, sich der Stadt und den Aufgaben, vor denen er davongelaufen zu sein glaubt, zu stellen.
Er muss dorthin, wo er gebraucht wird. Er muss zurück, um sich wieder in die Augen schauen zu können.
[Ich frage mich, ob nicht beides einzig der Aufrechterhaltung des eigenen Selbstbildes – nenn es Egoismus – dient, oder könnte gar Altruismus so aussehen?]
Bucky bleibt im Camp und genießt mit äußerst ambivalenten Gefühlen die Arbeit mit den Jungs, den Schwimmunterricht, die nächtlichen Ausflüge im Kanu mit Marcia auf eine kleine lauschige Insel … Er genießt vordergründig diese beinahe paradiesische Welt, die er noch nie zuvor erlebt hat, derweil in seinem Kopf Peiniger am Werk sind, Ankläger, die aufs Gröbste auf sein Gewissen einreden.
Nach einer Woche erkrankt ein junger Betreuer an Polio. Das Paradies wird zerstört und Bucky ahnt schreckliches. Er lässt sich auf Polio untersuchen und trägt den Erreger tatsächlich mit sich herum. Wie lange schon, lässt sich nicht feststellen. Die Krankheit bricht bei Bucky allerdings erst nach einer Weile aus. Inzwischen sind auch andere, unter anderem Marcias kleine Schwester, im Camp erkrankt und es wird umgehend geschlossen.
Teil 3
1971 | Arnie, einer der jungen Baseballspieler, die damals an Polio erkrankt sind, ist inzwischen Architekt, glücklich verheiratet und hat Kinder. Er hat sich mit dem Leben versöhnt und baut behindertengerechte Häuser – eine boomende Branche in den frühen Siebzigern. Eines Tages erkennt er seinen ehemaligen Lehrer Bucky auf der Straße, woraus sich ein angeregter Austausch entspinnt. Bucky erzählt Arnie seine Geschichte so schonungslos es nur geht. Er lässt nichts aus. Nicht, dass er seine geliebte Marcia nicht geheiratet hat, obwohl sie ihn unbedingt und auch als Krüppel als ihren Mann wollte. Wie naiv! Das hatte er ihr doch nicht antun dürfen. Sie gehörte an die Seite eines gesunden Mannes.
So versagte Bucky sich damals, aus Liebe zu ihr, die Liebe seines Lebens. Glück gibt es in Buckys Welt nur für die andern, schließlich war er doch schuld am Tod seiner Jungs, er war schuld daran, dass sich viele angesteckt und reversible Schäden davongetragen hatten. Er allein …
Die Hölle ist in seinem Kopf. In unseren Köpfen.
Doch Arnie, der Atheist, fordert Bucky, den Gotthasser heraus:
Ist nun Gott schuld oder Sie?, fragt er ihn zum Beispiel sinngemäß. Manchmal klagen Sie darüber, dass Gott nicht Liebe sein kann, wenn er diese Krankheit geschaffen hat. Er habe an allem Schuld, sagen Sie. Dann wieder, dass allein Sie schuldig sind …
Buckys Verhalten – sein Hader, seine Fragen, seine Anklagen, seinen Blick auf das Leid der Welt und die Bürde, die er sich aufgeladen hat, um alle andern reinzuwaschen – ist mir nicht fremd. Seine Bitterkeit macht mich betroffen und ich kann sie nachvollziehen.
Selbstanklage entspringt einer Allmachtsphantasie, blitzt es durch mein Hirn. Die Schuld, das Leid, den Schmerz der Welt zu tragen, kann niemand (nein, auch Jesus nicht). Weil alles ganz anders zusammenhängt, anders als wir denken, ahnen, spüren, wissen, zu wissen meinen. Und ich, nein, ich weiß es natürlich auch nicht. Und nein, ich wage keine Spekulationen. Aber an Gerechtigkeit glauben, nein, das kann ich schon lange nicht mehr – nicht an die von uns definierte und erhoffte jedenfalls. Doch ob der Weg, für den sich Bucky entschieden hat, dieser Weg der Selbstbestrafung, wirklich das Wahre ist? Und wie ist das gleich mit Schuld? Ist eigentlich – um mal die „real-fassbare Schuldfrage“ abhaken zu können – die Ansteckung dieser vielen erkrankten und gestorbenen Menschen wirklich auf den noch nicht ausgebrochenen Virus in Buckys Körper zurückzuführen? War er nicht einfach einer der vielen, die infiziert worden sind? Die Inkubationszeit ist ja bei Polio sehr unterschiedlich und es gibt immer wieder Träger ohne Symptome – er ist also gewiss nicht der Einzige, bei dem die Krankheit erst verzögert ausgebrochen ist. Für Argumente wie diese ist Bucky allerdings nicht empfänglich. Wie auch, es hätte ja sein destruktives Selbstbild zerstört. Und sein ganzes Selbstbestrafungskonzept wäre sinnlos geworden …
Wie gesagt, an Gerechtigkeit mag ich nicht mehr glauben. Nicht an menschliche jedenfalls, nicht an irdische. Aber wer weiß …? Ob wohl deshalb das von mir vorgestellte Buch den Namen einer griechischen Göttin trägt, jener, die für Gerechtigkeit und Rache verantwortlich ist? Und der Autor, wer kennt ihn?
>>> Bitte im Kommentar nur Andeutungen auf die Antworten machen. Lösungen gerne per Mail an mich, damit möglichst viele mitraten können … Ich verlose mal wieder eine kleine Überraschung … <<<

0 Kommentare zu „Damals, im Sommer …“

  1. mir fällt kein Name ein und auch kein Autor- macht aber nix, habe jetzt auch wenig Muße zu forschen …
    ich finde deine Fragen spannend. Das Bild, das wir von uns haben, wir wissen es, ist brüchig, ist keine Konstante, aber es gibt genügend Menschen, die genau hieran glauben, die sich wieder und wieder die selben Geschichten über sich, ihr Leben und ihre Aufgaben erzählen. Das gibt vermeintliche Sicherheit und verführt gleichzeitig zu seltsamen Taten. Seltsam oder in Frage stellend zumindest für die Zuschauer, in diesem Fall den Lesenden … welchen Sinn nun aber der Nährwert von falschen Schuldgefühlen hat, vermag sich mir auch nicht wirklich zu erschließen, genauso wenig wie ein Gottesglaube, der immer dann zerbicht, wenn Schlimmes passiert … vielleicht war Bucky kein Tiefschürfer? 😉
    liebe Grüße
    Ulli

    1. hm, tiefschürfer schon, die frage ist ehe, WO er tief schürft und was sich dort findet.
      über den nährwert falscher schuldgefühle nachdenken … hm. gibt es richtige?
      fragen über fragen …
      danke für deine inputs und
      herzliche grüße, soso

      1. guten Morgen, liebe Soso,
        ich denke doch, dass es Momente gibt, da man Schuld auf sich lädt, weil man etwas vermasselt hat, um es mal so lässig auszudrücken, das wären dann für mich die angebrachten Schuldgefühle … nur fühlt sich der Mensch oft schuldig bei Umständen, die eben nichts mit dem eigenen Verhalten oder Nichtverhalten zu tun haben – es gilt also wieder einmal genau hinzuschauen und zu differenzieren 😉
        hab einen schönen Sonntag, bei mir ruft wieder der Kochlöffel …
        liebe Grüße Ulli

      2. dann ist es aber eben schuld und nicht schuldgefühle. ich habe angefangen hier zu differenzieren: wann ist etwas fassbares fehlverhalten (ausgehend von definierten kodexen innerhalb der jeweiligen gesellschaft, oder auch ausgehend von moralischen werten einer gruppe) oder/und wann ist etwas eben ein schuldgefühl, weil wir etwas meinen, vermasselt zu haben (wie hier, bei bucky) … wenn man sich wegen fassbarem fehlverhalten – das auch von aussen/“objektiv“ bestätigt werden würde – schuldig weiss, ist es natürlich legitim, von schuld zu reden. aber eben … hier gehts ja um die hölle im kopf … diese art schuldgefühle, die irrational sind und die menschen von innen heraus zerstören können.
        ich hoffe, das löffelschwingen war anregend 🙂
        herzlich, soso

      1. Ja, liebe @mb.
        Das ist die Hitze. Hitze macht Menschen aggressiver. Das Verhalten wurde in mehreren Verhaltensdimensionen bei höheren Temperaturen beobachtet. In Fußballstadien, beim Straßenverkehr, bei Events/Konzerten, auch nur im famillären Rahmen. Vor allem Männer sind davon betroffen, weil ihr Aggressionspotenzial auch in der Basisrate höher vorhanden ist. Es ist im Grunde eine ganz normale Reaktion, vielleicht merkt ihr sie auch an euch selbst, wenn euch zu warm ist, dass ihr gereizter seid. Da Emotionen sich nicht einfachso „differenzieren“ lassen und man sie nicht nur ausübt, wenn man den bösen Auslöser vor sich hat, sondern im Gegenteil, sie sich aufsummieren und man sie von Situation zur anderen mitnimmt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für aggressives Verhalten bei Wärme.
        @Soso: Das wurde ziemlich global geprüft, immer wieder einmal in verschiedenen Verhaltensmodulationen und verschiedenen Kulturkreisen. Du musst es nicht glauben, das tun erst einmal die Wenigsten, weil jeder die Sonne liebt. Es ist auch nicht die Sonne, die aggressiv macht, sondern die Kombination von Hitze, Luftfeuchtigkeit, Alltagsstress, geringere Leistungsfähigkeit bei Wärme, Trägheit und oft auch höhere Dichte an Menschenmengen.
        Schönen Tag euch allen.

        1. ah, doch – so kann ich es nachvollziehen. da ich mich aber kaum in fussballstadien und so weiter aufhalte, ist es mir noch nicht wirklich so richtig aufgefallen. allenfalls in überfüllten bussen am feierabend? ja, jetzt verstehe ich. an diese art aggression habe ich irgendwie gar nicht gedacht …
          danke für deine ausführliche antwort!
          herzlich, soso

    1. auf welche menschengruppe bezieht sich diese aussage, liebe sherry? wie gross war die testgruppe, welche alter, wie repräsentativ? wie und wo (geografisch) ist diese aussage zustande gekommen? ich persönlich kann das nicht bestätigen. ich erlebe sowohl mich als auch meine mitmenschen im sommer viel umgänglicher.
      deine aussage ist aber vermutlich eine wissenschaftliche und darum „objektiv“ (was immer das heissen mag)? *zwinker*

      1. Antwort siehe oben. „Objektiv“, was immer das auch heißen mag, bedeutet wissenschaftlich betrachtet, dass man zumindest davon ausgehen kann, dass sich diese Aussage auf viel mehr präzise Fragestellungen, Datensammlungen und Aufwand basiert als unsere Alltagserfahrungen. *zwinker*

  2. Ich weiß nicht, wer beurteilen kann, welche Schuldgefühle bei anderen echt oder falsch, aufrichtig oder egoman sind. Aber mir gefällt, dass Du diesen Satz geschrieben hast: „Selbstanklage entspringt einer Allmachtsphantasie, blitzt es durch mein Hirn.“ Mitunter sehe ich es ganz ähnlich.
    Aber ich habe Menschen von sehr unterschiedlichen eigenen Schuldgefühlen sprechen hören, sodass ich immer vorsichtiger wurde, mir ein Urteil darüber zu bilden, woraus sie entspringen und was sie für andere bedeuten könnten. Ein spannendes Thema allemal, liebe Soso. Und sehr komplex. „Gefühle“, schuldig geworden zu sein, sind eben Gefühle, sehr subjektive.
    Herzlichen Dank für diesen feinen Text und die sich daran anschließende spannende Aufgabe für uns, mb

    1. liebe mb
      wie schon oben bei ulli (zweite antwort) geschrieben, glaube ich, dass es eine art von ojektiv fassbarer schuld gibt und eben diese schattenbereich der unfassbaren, irrationalen, irgendwie gewachsenen, nicht in worte zu fassenden schuldgefühle, die höllen im kopf werden können. wenn sich wahrnehmung von „wirklichkeit“ (was immer das ist), anfängt zu verschieben und wir dinge anders bewerten …
      eine aufgabe ist es sicher, bei mir hinzuschauen, wo ich „wirklich“ schuldig bin (falls) und wo es sich um subjektive und wandelbare schuldgefühle handelt … aber abschließend lässt sich für mich dieses thema nicht lösen … ich betrachte es immer wieder anders.
      danke für deinen input!
      liebe grüße, soso

  3. Liebe SoSo, das ist eben immer die Frage: Hat man genug getan um zu verhindern, dass man unwissentlich Schuld auf sich lädt? Das hat sich wohl auch mancher Nazi gefragt, der plötzlich erfährt, dass es Untermenschen nicht gibt, und auch wenn einem die Obrigkeiten etwas anderes weisgemacht haben. Das Buch ist sicher tiefgründig und nachhaltig, sobald ich die Inhaltsangabe vergessen habe, werde ich es mal lesen! 😉

    1. das ist sogar eins, liebe anhora, das man lesen kann, wenn man die inhaltsangabe kennt.
      was du schreibst, sehe ich auch so. unser schuld-bewusstsein ist ja etwas „flexibles“, etwas, das – so stelle ich es mir vor – beliebig programmierbar ist, wenn wir zur welt kommen. hm. oder vielleicht ist eine art grundeinstellung da. wie auch immer. anfällig für manipulationen (ob nun bösartige oder nicht mal bös gemeinte) sind wir alle. und etwas ist immer, dass das gewissen (das direkt mit dem schuldbewusstsein korrespondiert, denke ich) beeinflusst …
      meinungsbildung finde ich ein sehr spannendes thema.
      danke für deine anregung, herzlich, soso

  4. Interessante Fragen hast du da nach der Lektüre dieses Buches gestellt oder weitergesponnen. Besonders nachdenkenswert finde auch ich die Frage, ob Schuldgefühle nicht auch etwas mit Allmachtsfantasien zu tun haben könnten. Ich glaube, da ist was dran.

    1. vielleicht lässt sich diese frage auch nur von fall zu fall, heisst subjektiv, beantworten – für mich ist ein zusammenhang auf jedenfalls da. allmachtsfantasie hört sich zwar grössenwahnsinnig an, ist es wohl auch?, doch ich glaube, wenn wir zu uns ehrlich sind, entdecken wir schon auch dieses element in uns … ich glaube, damitbin ich nicht allein. zumindest bucky kennt das auch 🙂
      danke für deine ergänzung!

      1. Sehe ich auch so wie du, Soso, dass man hier keinesfalls verallgemeinern kann. Ich muss darüber nachdenken, ob ich Allmachtsfantasien habe, ich weiß es nicht, denke eher nicht. Ich kenne aber Schuldgefühle (berechtigte und unberechtigte) und – vor allem aus der Kindheit und Jugend – das Gefühl, die Verantwortung zu tragen, tragen zu müssen für andere Menschen. Ob das nun mit einem aufgeblasenen Ego zu tun haben könnte, weiß ich nicht, ich bezweifle es sogar, in meinem Fall hatte das andere Gründe, mein Ego war eher zu klein.

      2. „das Gefühl, die Verantwortung zu tragen“ ist für mich gleichsam der erste schritt zur oben gemeinten allmachtsfantasie. oft geht es ja darum, dass wir nur denken, dass die andern denken, was wir tun und tragen sollten. es fängt im kleinen an.
        ja, ein wichtiges, grosses thema, über das sich nachzudenken lohnt.
        danke!

      3. Jein. Kann, muss aber nicht, wobei wir wieder bei den Einzelfällen wären. 🙂 Es gibt so viele Möglichkeiten, individuelle Hintergründe, die Verantwortungsgefühl bewirken oder Verantwortung tatsächlich aufbürden.

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