nur ein Pünktchen

Jede Farbe hat ihren Code, damit sie nicht zu verwechseln ist. So ist zum Beispiel #ffffff weiß, total weiß. Exakt dieses Weiß hier, das Weiß hinter diesem Wort. Wäre ein d an zweiter Stelle, wäre das Weiß bereits ein bisschen bläulich. Nur minim. Und wäre gar an sechster Stelle noch ein d, wäre das Weiß ein wenig grünlich. Kaum sichtbar, und doch nicht mehr ganz weiß.
Dagegen stehen sechs Nullen für black as black can. Mit einem d an zweiter Stelle kippt das Schwarz aber bereits ein klein bisschen ins Rote. Wird auch die sechste Stelle wieder zu einem d, wird das Schwarz ein klein wenig… rate mal? Nein, nicht grün, nicht blau, sondern violett. Aber was heißt da schon violett? Violett gibt’s Tausende. Und jedes ein bisschen anders. Und rot auch. Gelb und grün, blau und braun … nein, keine Farbe gibt’s nur einfach so.
Mich macht das Farbenmischen auf Gimp glücklich. Mit der Maus fahre ich über die Farbfläche und sehe nicht nur die Veränderung der Farbe im Anzeigefeld, sondern auch eine Veränderung des Zahlencodes. Dass Zahlen und Farben dicht zusammengehören, ist mir als Synästhetikerin (siehe Wiki) schon als Kind klar gewesen – es erstaunte mich nur, dass die Menschen in meiner Umgebung das nicht ebenso sahen. Seit ein paar Jahren erst weiß ich, dass es doch noch andere Menschen gibt, die ebenfalls Farben, Zahlen und sinnliche Wahrnehmungen wie Gerüche oder Geschmack miteinander verbunden erleben. Dass ich nicht die einzige Spinnerin bin, die Zahlen schmeckt und riecht und farbig sieht, war sehr beruhigend, zugegeben. Und die Entdeckung der Farbcodes, die ich im Zusammenhang mit meinen Bildbearbeitungsprogrammen und dem aktuellen Webseitenbau machen durfte, macht mich glücklich.
Schnitt.
Zu Besuch bei einer Freundin. Wie ich heute durch die schon beinahe lau zu nennende Frühlingsnacht zurück zum Auto gehe und die Stadtlichter unter mir betrachte, die das Dunkel erhellen, trifft mich auf einmal die Erkenntnis: Ich bin ein Farbcode – einer von vielen. Du auch. Sie und er ebenfalls. Alle ein Farbtupfer. Ein kleines Lichtlein. Ich kann nicht 006500 sein, wenn du es schon bist. Und du nicht, wenn ich es bin. Du deine, ich meine Farbe. Alle zusammen die ganze Farbpalette.
Nenn mich hoffnungslos romantisch, doch solche Gedanken machen mich froh. Und Farben sowieso.
Wie 006500 aussieht? Guck hier …

0 Kommentare zu „nur ein Pünktchen“

  1. yes, indeed! das Leben ist bunt und wir Menschen auch – mir gefällt es, wenn du schreibst, dass dein Blau nicht mein Blau ist, dass wir alle uns in winzigen Farbpünktchen unterscheiden, weil dies das Leben und die Menschen spannend macht, diese feinen Nuancen zu entdecken und sie Willkommen zu heißen.
    Manche Menschen sehen Farben, wenn sie Musik hören, ich hingegen schmecke Farben, manche sind süß, manche bitter etc., aber auch hier ist nicht süß einfach nur süß und bitter nicht einfach nur bitter, überall sind diese ganz feinen Nuancen, da gilt es aufmerksam hinzuspüren und dafür Formen, Worte u.ä. zu finden- ob das die KünstlerInnen ausmacht?
    ja, und noch etwas geht mir durch den Kopf, dass ja auch Zahlen mit der Musik korrespondieren und diese nun wieder mit den Farben und diese dann mit den Menschen und diese dann mit der Welt oder alles auch umgekehrt … hach, beste Soso, das gefällt mir doch gerade alles sehr – dankeee
    good day, good way
    herzlichst Ulli

    1. grad auf dem sprung zu einem andern bunten pünktchen ennet der grenze und drum nur kurz.
      du auch? warum wundert mich das nicht? lach.
      alles hängt zusammen und alles ist doch sich selbst.
      geniess dein blau!
      herzlich soso

  2. Liebe Soso,
    abends, im Bett liegend, tauschten wir uns aus. Immer heimlich. Und immer über alles. Wir dachten etwa vier Jahrzehnte lang, dass wieder einmal nur das Zwilling-Sein auch daran seinen Anteil gehabt haben könnte:
    Für meine Schwester und mich hatte jede Zahl eine Farbe. Weil sich ihre Wahl der Farbe für eine Zahl von meiner jeweils unterschied, und weil wir selbst als Kinder überrascht schienen, dass die Zahl für uns ihre Farbe über einen immer länger andauernden Zeitraum behielt, checkten wir in unregelmäßigen Abständen ab, ob sich etwas verändert haben könnte.
    Aber wann immer ich meine Schwester nach der Farbe der 2 fragte, antwortete sie gelb. Bei mir war und ist die 2 hellblau. Gelb ist bei mir die 3. Und das war immer schon so. Meine 8 ist braun, ihre orange.
    Mein E ist gelb. Mein A rot. Das G ist hellbraun. Das Z schwarz, „aber das ist ja sicher bei den meisten Menschen schwarz“, denke ich sofort, als ich diesen Satz schreibe. Ich kann es mir gar nicht anders vorstellen …
    Danke, liebe Soso,
    herzlich, mb

    1. hach, deine schwester und ich haben die gleiche zwei-farbe: gelb. und weiss ist eins. oder ist eins weiss? was war zuerst? ich grinse über euer abfragespiel. ich spiele das zuweilen mit mir, weil ja auch bei mir die zahlen und farben wechseln. ausser eins und zwei, die immer gleich sind. orange ist mal fünf und mal sechs. das a ist bei mir blau. z ist bei mir hellblau. und ja, das verrückte war, zu merken, dass das nicht bei allen menschen so ist.
      das war für mich fast wie das paradies zu verlassen. inzwischen habe ich es wieder betreten, das farbenparadies!
      hach, das freut mich jetzt richtig, dass du das auch kennst. es muss für nicht betroffene schon ziemlich schräg klingen … vor allem wenn noch geschmäcker auf der zunge dazukommen, denn gelborange ist nur so als beispiel salzig bei mir, so eine art gewürzsalz … 🙂
      herzlich liebe grüsse, soso

  3. Bist du Synästhetikerin im neurosensorischen Sinne, liebe Soso? Ich dachte jahrelang, ich sei Synästhetikerin, bin ich aber nicht. Dass du Synästhetikerin bist würdest du z.B. daran merken, dass für dich jede Zahl wirklich immer nur die eine Farbe hat. Die Verknüpfungen sind also systematisch und nicht zufällig.
    @Frau Blau: Melodien bekommen bei mir eine anfassbare Gestalt, die sich bewegt. Und wenn ich in der Nähe der Boxen bin, kann ich das Kraftfeld der Gestalt samt „Form“ berühren und bekomme einen – wenn auch nur sehr subtilen und schwachen – haptischen Eindruck.

    1. weisst du, liebe sherry, eigentlich ist mir der titel/name so ziemlich egal und ob das neurosensorisch ist oder nicht!
      für mich haben zahlen farben (manche haben sich allmählich verändert – über jahre, andere sind sich gleich geblieben) und farben haben seit jeher einen geschmack in meinem mund. auch alle mir nahen menschen haben je eine hauptfarbe und lösen somit einen „geschmack“ in meinem mund aus.
      der titel oder name dieses „zustands“ ist für mich nicht wichtig. schön ist einfach, zu wissen, dass andere ähnlich wahrnehmen, weil ich mich als kind damit sehr allein fühlte.
      herzlich, soso

      1. Es geht mir persönlich auch nicht um den Titel dieses Phänomens. =) Ich wollte lediglich wissen, ob du bei dir weißt, ob deine Wahrnehmungsempfindungen eher ein Produkt deiner kreativen Kraft sind oder z.T. auch neurosensorische Ursachen haben. Das interessiert mich insofern, als dass diese Nervenkreuzungen sehr sehr selten auftreten und deshalb von jemandem, der sich dafür interessiert, wie ein Fundstück empfunden werden, das man am Liebsten direkt „untersuchen“ will. Falls dich die Frage genervt hat, tut es mir Leid.

        1. oh, nein nicht genervt, eher verwirrt.
          ich weiss die antwort nicht, nur dass gelb und die zwei immer zusammengehörten. und das mit den geschmäckern kaum variiert und die farben und zahlen schon als kind verbunden waren. wie selten oder häufig das ist, weiss ich nicht.
          gibts da tests dafür?
          und dennoch ist es für mich unwichtig, was genau es ist.
          🙂
          alles liebe, soso

  4. Ich bin keine Synästhetikerin, kann aber derzeit trotzdem bestätigen, dass Rot brennt. Jedenfalls an der Stelle auf meinem Rücken, wo ich mit der Sonnencreme nicht hingekommen bin. 🙁

    1. rot ist die fünf bei mir. oder ist die fünf rot? und die fühlt sich ein bisschen wie süsses curry auf der zunge an. mein rot brennt nicht.
      aber wahrnehmung ist ja unterschiedlich von mensch zu mensch.

      hast du eigentlich ein smartphone mit dabei oder den laptop?
      geniess die sonne trotz rot und drück die tube dem lieben engländer in die hand! der kann das!!!
      herzlich, soso

      1. Liebe SoSo, jetzt will ich noch ein paar Antworten geben von meinen fleißigen Leserinnen, nochmal danke für deine Besuche auf meinem Blog! 🙂
        Ich hatte im Urlaub ein Netbook dabei, also so ein Mini-Laptop, ideal zum morgens Zeitung lesen (es lädt schneller als ein normales Laptop) und ist etwas komfortabler als ein Smartphone. Mit dem Smartphone bin ich außerdem nicht annähernd so gut wie du …

        1. ach, sooo … danke für die aufklärung. das ist doch eine gute lösung. ich dachte, du hättest möglicherweise ein tablet oder so …
          zeitunglesen 🙂
          das tu ich weder im alltag noch in den ferien. 🙂
          geniess den letzten abend!
          herzlich, soso

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