unmöglich

Unmöglich, ich werde es wohl nie schaffen, mit Rauchen aufzuhören!, sagte ich. Glaubte ich. Noch vor ein paar Monaten. Auch war ich nicht wirklich motiviert. Doch dann, ganz allmählich, schlich sich dieses „Bäh“-Gefühl an, wann immer ich rauchte. Ähnlich der Gehirnwäsche, die irgendwann dazu beigetragen hat, dass ich damals und immer wieder mit Rauchen angefangen hatte („es schmeckt mir eben!“), erlebte ich die Gehirnwäsche in die andere Richtung. Bäh. Nein, militante Nichtraucherin bin ich nicht. Will ich nicht werden. Zu gut weiss ich noch, wie entspannend so ein Glimmstängel sein kann. Und ob ich es auf die Länge ohne Zigis schaffe, weiss ich nicht. Vielleicht fange ich ja zum Beispiel mit 80 wieder an?

Doch unmöglich sind noch ganz andere Dinge. Unmöglich für die Nerven zum Beispiel. Eine Vorhangschiene nervte mich, seit ich hier eingezogen bin, jeden Morgen und jeden Abend. Da, wo die zwei Schienen meines breiten Wohnzimmerfensters zusammentreffen, hängt die eine Schiene ein klitzekleines Bisschen, nicht mal einen Millimeter, tiefer herunter als die andere und behindert durch dieses minime Vorstehen die Vorhanggleiter, wenn ich die Vorhänge zu- oder aufziehe. Was ich schon alles versucht habe! Die Schiene mit Maler-Abdeckband hoch zu kleben, hat bis jetzt am besten funktioniert. Nur dass das Band mit der Zeit erlahmt. Und ich von neuem basteln muss. Bis neulich.
Nach vier Jahren Ärger entdeckte ich endlich, dass die Gleiter nicht tagtäglich an der vorstehenden Schiene hängengeblieben sind, sondern … Nein, es ist zu peinlich, zumal ich ja ansonsten keine zwei linken Hände habe.
Also gut … ich erzähl es ja … Na ja, da war diese klitzekleine lockere Schraube. Und diese musste ich eben bloss ganz fest zudrehen. That’s it! Jetzt hängt die Schiene nicht mehr runter, die Schraube blockiert die Gleiter nicht mehr und ich … ich ärgere mich nicht mehr und denke an Joggeli, der zum Birnenschütteln geschickt wurde. Wie einfach doch gewisse, scheinbar unmögliche Probleme zu lösen sind.

Unmöglich!, sagte ich in einer Diskussion über Bewegung, ich nicht! Ich bin nicht der Typ Mensch, der zusätzlich Sport braucht. Ich bewege mich im Alltag genug. Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit. Ich spaziere viel, schwimme, wandere. Das reicht mir! Als ich vor bald drei Monaten aufgehört habe zu rauchen, begann die Lust nach Bewegung zu wachsen. Und heute? Heute werde ich kribbelig, wenn ich zwei Tage nicht joggen gegangen bin. Waaas? Ich?

Unmöglich! Unmöglich???

Ich glaube wieder an Möglichkeiten. Ein kleines Credo.

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