Über die Wehmut und duftendes Herbstlaub

Heute der Versuch, Laptop und iPhone zu vereinen.

Da ich keine Lust hatte, einen langen Text in die Minitastatur zu klicken und ich eh mit Irgendlink immer wieder über die (Un)Möglichkeiten der Apfeltelefone diskutiere, folgt hier ein weiterer „iDogma im Text“-Versuch.

Ein Draufklick macht den Text größer.

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EDIT nach dem Urlaub:

Es ist Abend. Ich habe zwei Tabletten intus. Wieder muss ich Antibiotika nehmen. Die eine Tablette ist von der Kur, die andere soll den Krampfschmerz lindern. Der Arzt in Biasca, zu dem wir heute notfallmäßig gefahren sind, hat eine Blasenentzündung diagnostiziert. Seit drei Tagen hatte ich schon leichte Schmerzen, heute Nacht wurde es so schlimm, dass ich – auch auf J.s Drängen hin, meine Schmerzen ernst zu nehmen – nicht mehr länger warten wollte. Ich wollte wissen, was los ist. Und jetzt ich hoffe einfach mal, dass das Zöix wirkt. Ein klein wenig niedergeschlagen bin ich schon, will ich uns doch mit meinem Kranksein die Ferien nicht versauen.

Ach nö, sagt mein Liebster. Er lässt sich zum Glück – was sein großes Talent ist – nicht aus der Ruhe bringen und lässt sich immer auf den Moment ein. Was für ein Geschenk, dieser wunderbare Mensch doch ist! So, das musste endlich mal gesagt werden.

Dennoch ist da diese kleine, nach feuchtem Herbstlaub duftende Wehmut. Jener Mut zum Weh … Ist es nicht so, dass je größer und je schöner eine Liebe wird, desto größer, kostbarer und voller wird der gemeinsame Erfahrungs- und Erlebnisschatz. Und entsprechend wohl auch die Verlustangst.

Neulich, als ich mal wieder leicht panisch meinen kleinen Apfelcomputer suchte, meinte Irgendlink, dass ein iPhone doch materiell ein relativ kleiner Verlust sei. Umso größer der Verlust all der Daten.

Der Speicher eines Computers in Beziehung zu seinem Menschen als Metapher für das Netz zwischen uns Lebewesen? Warum eigentlich nicht. Einziger Unterschied: Mein iPhone würde mich wohl kaum vermissen, wenn es mich nicht mehr hätte, doch bei uns Menschen gilt , dass je wertvoller mir jemand wird, desto verletzlicher ich ihm gegenüber bin. Und deshalb tut Liebhaben eben auch weh.

Womit wir beim erwähnten Mut zum Weh wären. Ein schönes Weh irgendwie.