Wo ist die Bremse?

Zu viel Zeit zu haben, so sagte meine Freundin K., mit der ich heute telefonierte, ist nicht unbedingt kreativitätsfördernd. Sie muss es wissen. Sie hat – aus gesundheitlichen Gründen – viel Zeit. Zu viel bisweilen. Doch zu wenig ebenfalls nicht!, konterte ich. HansimSchnäggeloch-Gefühle schwebten zwischen L. und Bern durch den Äther.

Tja. Meine Kreativität scheint zu schlafen. Mir fällt zurzeit einfach nichts Geistreiches, Geniales, Exorbitantes, Einmaliges, Atemberaubendes ein. Jedenfalls nichts, worüber ich bloggen könnte.

Doch ist es wirklich die Kreativität, die fehlt? Oder sind es Inspiration oder Zeit? Der böse Alltag vielleicht, dieser Langweiler? Die viele Arbeit? Die Zahlen, die ich zurzeit von A nach B schaufle oder die Adressdatenbanken, die ich update? Sind sie die Bösen, die verursachen, dass mir keine klugen Sachen einfallen, über die ich bloggen könnte? Der Schnee gar?

Tatsache ist, dass ich im Moment das Gefühl habe, alles gesagt, alles geschrieben, alles gelesen zu haben, was es gibt. Und außerdem das Gefühl, im Alltag nicht wirklich zu leben. Zahnrad zu sein. Oder eine dieser Kugeln im Pirmasenser Dynamikum, das J. und ich am Samstag besucht haben. Sie drehen und drehen. Bis sie ins Loch fallen. Um wieder rausgeholt werden. Und dann nochmals und nochmals. Und immer wieder drehen sie neu.

Wie war er doch gleich, jener Spruch, als wir jung waren? Haltet die Welt an, ich will aussteigen! Na ja, vielleicht nicht gleich anhalten, bitteschön. Und aussteigen … na ja, das auch nicht grad. Entschleunigen reicht.