Immer noch Fieber. Schlapp bin ich. Und müde, obwohl ich gut geschlafen habe. Lebensmüde ein wenig. Blues ein wenig. Dennoch von der Sucht nach Leben verzaubert. Gopf! Dieses Buch provoziert mich. Habe es gestern Abend endlich fertig gelesen. Das letzte Mal also, dass ich darüber schreibe. Versprochen. Vielleicht.
Ich vermute, zu brüskieren gehört zu Altmanns Plan. Am meisten provoziert mich allerdings seine eigene Diskrepanz in Bezug auf postulierte und von ihm gelebte Toleranz. So sehr er von allen andern eine Weitung ihres Horizontes fordert, so sehr ist sein eigener, fraglos sehr weiter Horizont doch irgendwie einseitig. Obwohl er sich dessen ja auch bewusst zu sein scheint. Und er auch über seine Vorurteile lachen kann. Das versöhnt …
Immer wieder trifft der Autor unterwegs auf Menschen, die in Passivität versunken, nicht mehr wirklich leben. Wer weiß das schon, denn wo die Grenze zwischen tatsächlicher und scheinbarer Passivität verläuft, kann – behaupte ich – keine und keiner für andere bestimmen. Abgesehen davon, dass selbst die Definition von tatsächlicher und scheinbarer Passivität ein Unding ist. Und auch nicht zu bewerten.
Fakt jedenfalls ist, dass ich persönlich nicht ständig aktiv, nicht ständig auf Empfang, nicht ständig in Bewegung sein kann. Dann bremst mich mein Körper aus. Siehe jetzt. Mein Körper weiß oft besse als mein Verstand oder mein Bauch, was mir guttut. Nämlich, dass er ab und zu abhängen will.
Ich gestehe außerdem, dass ich hin und wieder ganz gerne passive Zuschauerin bin. Ich gestehe, dass ich gerne andern beim Leben zuschaue. Nicht immer, nicht überall. Doch lasse ich gerne das eine oder andere lieber andere erleben. Habe ja selbst schon viel erlebt. Zuschauen bildet. Bilde ich mir jedenfalls ein.
Ob ich wohl darum so gerne Bücher und Blogs lese?
Ja, ähnliche Gedanken kamen mir auch: wer will schon von außen wissen, was in dem anderen … ich kann das höchstens noch in mir selbst erkennen. Ich würde aber schauen und ruhen nicht als „passiv“ bezeichnen, nein, wirklich nicht. Was aber dann? – Ich weiß es für heute abend nicht. Bin selbst sehr müde, wenn auch nicht vom Fieber. Wünsche Dir gute Besserung und gutes Schauen, was das Fieber Dir mitbringt.
Lieben Gruß, Uta