Ich betrete den großen Raum. Sofort wird mir ein leeres Gefäß gereicht, das ich – so wird mir gesagt – nach meinem Geschmack füllen kann. Danach soll ich an der großen Theke mit einem meiner vielen Blankoschecks zahlen. Ich schaue mich um. Ein voller Raum. Voll nichts. Voll Leere, voll reicher Stille. Jene Stille, die Hunger und Durst zugleich stillt. Denn vielleicht ist es ja das wunschlose Glück, wonach ich hungere. Doch wäre jener Hunger gestillt, wäre da keine Sehnsucht mehr. Kein Ziehen mehr. Weder nach Norden noch nach Süden. Und auch nicht nach Westen oder Osten. Oben und unten schon gar nicht. Kein inneres Ziehen mehr. Kein äußeres Drängen und Schubsen. Wunschlos glücklich sein – ist das wirklich ein Wunsch von mir?
Will ich mein leeres Zeitgefäß nicht vielmehr mit Reisen, mit lustvollem, neugierigem Unterwegs sein füllen? Mit Ankommen und mit Weitergehen. Mit Fülle, mit Genug-von-allem-haben (Geld inklusive), mit Bei-mir-zuhause-sein-wo-immer-ich-bin. Mit Sein. Mein Gefäß ist groß, innen grösser als außen. Und außen grenzenlos. Aber innen, wie gesagt, noch grösser. Endloser Speicherplatz. Unendlich viele Yottabytes. Alles möglich. Immer. Jetzt.
Ich betrachte den Inhalt meines Gefäßes. Alles liegt drin. Alles Unmögliche. Das nun endlich möglich wird. Einen Blankoscheck bin ich zwar los, doch der Tausch hat sich gelohnt.
Mein Herz schlägt heftig. Freudig und dankbar mache ich mich auf den Weg.
(Inspiriert von Rebis, die am 10. April kommentiert hatte: „Durch Arbeit und Dinge, die ich mir so nicht freiwillig von der großen Theke auswählen würde …“)