Die Fremde in dir

Eigentlich wollte ich mir gestern Abend mal wieder Antonia‘s Line anschauen, meinen Lieblingsfilm. Mutmachmedizin. Als ich in meiner DVD-Sammlung stöberte, fand ich Jodie Foster. Die Fremde in dir. Schnäppchenkauf. Ganz vergessen, dass ich den habe. Nie geguckt, obwohl Jodie Foster eine meiner Lieblingsschauspielerinnen ist. Wenn nicht gar die liebste. Nicht nur, dass ich sie eine sehr schöne Frau finde, mir gefällt auch, welche Filme sie dreht, welche Rollen sie wählt. Angefangen bei Papermoon, meiner Lieblingsserie, als ich ein Kind war. Als Tochter eines nicht ganz luschen* Bibelverkäufers, zog sie mit diesem übers Land. An die Geschichten erinnere ich mich nicht mehr, nur an die Stimmung. Diese Mischung aus Roadmovie und Kratzen am American Dream … Freiheit, Abenteuer, ein Leben voller Entbehrungen. Mit ganz viel Humor gelebt und mit nicht immer ganz legalen Überlebenstricks …

Jodie Foster wählt archaische Themen und lässt mich dabei an Fred Vargas, meine französische Lieblings-Krimiautorin denken. Da berühren wir Themen wie das Böse, die Angst vor dem Unbekannten, kollektive Wut. Siehe Nell. Siehe The Silence Of The Lambs.

The Brave One – schlecht übersetzt mit Die Fremde in dir. Obwohl der Titel mit der Aussage des Filmes übereinstimmt, hat er doch mit Tapferkeit, die der Originaltitel ansagt, nichts zu tun. Denn Tapferkeit braucht es in der Tat, um nach einem Überfall wie jenem, den die Radiosprecherin Erica Bain (Foster) erlebt hat, weiter zu gehen. Ihr Verlobter hat dabei sein Leben verloren. Von der New Yorker Gang, die sie angegriffen hatte, fehlt jede Spur. Erica mutiert zum Racheengel und bringt mit einer schwarz gekauften Pistole einige brutale Männer um. Ohne dass die Hände zittern. Detective Mercer, frisch geschieden und im Laufe der Story sichtbar angetan von Erica, ermittelt in diese Mordfällen. Als er ahnt, dass Erica dahinter steckt …

Nein. Weiter erzähle ich nicht. Auf alle Fälle ein unkonventioneller Filmschluss.

Jodie Foster überzeugt als Erica hundertprozentig. Die Kameraführung lässt ihre Ängste vor der Nacht, vor dem unbekannten Feind da draußen, geradezu greifbar werden. Sympathie zur Mörderin, zur Rächerin ist unvermeidbar.

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* lusch (luusch gesprochen) = berndeutsch für zwielichtig

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Ach noch was:
Eben habe ich was Tolles auf Cineman gesehen: Stieg Larsson kommt ins Kino!
Filmstarts:
Verblendung ab 15. Oktober in der Deutschschweiz
Verdammnis am 9. Oktober (vorerst im Tessin)

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