Puntos Universum

Die beiden Männer sitzen schon da, warten, ins Gespräch vertieft, auf die Frauen. Auf mich zum Beispiel. Schön, S. mal wieder zu sehen. Und R., unser Neuer, war auch schon lange nicht mehr dabei. Auch die anderen tröpfeln nach und nach ein. Zuletzt K., die eigentlich vor einem Jahr aus der Schreibgruppe ausgestiegen ist. Doch die freundschaftlichen Bänder sind offenbar stärker, weshalb sie uns allpot mal besucht Zu acht waren wir schon lange nicht mehr. Nur M. fehlt, the third Man. Schade.

Angeregtes Austauschen. Von mir aus könnte es den ganzen Abend so weitergehen, denn längst sind mir meine Mitschreiberlinge und ihre Themen ans Herz gewachsen. Im Punto wird italienisch gekocht. Gopf sind diese all’arrabiata scharf! Der Koch sei eben mit einer Amerikanerin zusammen, erklärt die Kellnerin. Alles klar?

An unseren Texten arbeiten wir so diszipliniert, wie schon lange nicht mehr. Mit der Uhr. Zum Glück habe ich nur einen kurzen Text dabei. Fünf Minuten vorlesen. Fünf Minuten Feedback. Vielleicht mag ich diese Menschen deshalb so sehr? Wir alle sind ehrlich zueinander, gnadenlos, doch wohlwollend, klar und ohne uns zu konkurrieren. Eine Miniwelt, die funktioniert. Ein Modell der Entwicklungsarbeit, das ich gerne auch auf das reale Leben übertrage und auch in allen anderen Beziehungen anwende. Hach, wenn Leben doch bloß überall so einfach wäre!

Zum Feierabendbier wechseln wir diesmal ins Tibits. Doch, nein, nicht des Katers wegen bin ich heute Morgen zuhause geblieben. Seit ein paar Tagen habe ich mal wieder meine Kopfweh-Tiefdruckphase. Chemieseidank geht’s mir jetzt wieder besser, so dass ich mich am Nachmittag wieder in mein Arbeitsuniversum stürzen kann. Doch jetzt genieße ich es einfach – noch immer im Bett -, dass sich mein Kopf langsam wieder lichtet.

Suchbilder

Bestimmt kennt ihr Vexierbilder! Zum Beispiel dies hier … Zuweilen kommt mir das Leben so vor … Du guckst hin und siehst, was du siehst. Was du sehen willst. Was du zu sehen glaubst. Was du zu sehen gewohnt bist … Dann zwinkerst du. Nur ein bisschen. Auf einmal sieht das Ganze ganz anders aus.

Vexierbild

Ich wünsche mir das Talent, eine VexierGESCHICHTE schreiben zu können. Stell dir vor, du  liest dann meinen Text und machst dir Bilder. Du siehst, was du sehen willst. Was du zu sehen glaubst. Was du gelesen zu haben glaubst. Was du – von daher – zu sehen gewohnt bist … Dann zwinkerst du. Nur ein bisschen. Liest den Satz, den Abschnitt, den Ausschnitt, die Geschichte von Neuem und auf einmal sieht alles anders aus.