buchstabieren

Ich buchstabiere „meine neue Wohnung“. Mal so, mal so, mal so. Und neu. Und anders. Mit jedem neuen Inserat entsteht eine neue Befindlichkeit. Will ich da, will ich dort wohnen? Wie fühlt es sich an, so nahe bei …, so fern von …, wie weit ist es bis … Immer wieder Berg-und-Tal-Fahren. Hoffnungen. Emotionen. Erinnerungen an einst. Herzklopfen. Türen, die aufgehen. Scheinbar. Dann wieder zu klappen. Morgen geh ich hin. Ich schaue mir zwei oder gar drei Wohnungen an. Mal schauen, was wird. Daumen drücken erlaubt!
Noch mehr und ganz anders buchstabiert wird im im Blog Zeitnetz. Die Buchstabentextilien, welche die Frau Weberin in den letzten Tagen und Wochen gewoben hat, sind so inspirierend und spannend, dass ich sie hier, zumal das Alphabet bald zu Ende ist, erwähnen will. Doch lest selbst.
Meine Antwort, sozusagen ein Plädoyer für das X:

Zugegeben, einfach handzuhaben ist das sperrige, unrunde Teilchen wirklich nicht, doch ich liebe es heiß. In schweizerdeutsch kann ich kurz „xe“ schreiben (sprich: gseh). Ich meine damit „gesehen“, oder xunge für gesungen. Mit nur zwei Buchstaben schaffe ich Vergangenheiten, die es in sich haben. Ich liebe das x auch, weil es anders ist als die anderen. Weil es aneckt. Weil es schief in der Landschaft steht. Weil es so schön aussieht. Offen nach außen, in sich drin zentriert. Ein dynamisches Kreuz. Und eigentlich, wenn ich es mir so überlege, wäre ich – würde ich eines Tages als Buchstabe wiedergeboren, und das ist gar nicht so unwahrscheinlich – wohl ganz gerne so ein x.
Und ihr, habt ihr auch (einen) Lieblingsbuchstaben? Wenn ja, welche(n)? Warum? Hat er, haben sie eine Farbe?

0 Kommentare zu „buchstabieren“

  1. Dieses Mal ist ganz bestimmt etwas dabei. Oder aber: Es ist noch nichts dabei, weil du doch noch nicht ganz bereit bist. Ich glaube, wenn man das so sehen könnte, dass man Dinge erst dann erhält, wenn man sie „tragen“ kann, kann einem das wirklich gut loslassen und akzeptieren lehren. Ich sag‘ das jetzt nur so, das heißt nicht, dass ich überhaupt erziehungsfähig sei mit solchen – eigentlich sehr guten – Gedanken. Ich hoffe, du wirst fündig (sobald es dir wirklich gut tun würde, dich auf eine Wohnung festzulegen).

  2. ach, liebe sherry, diese sätze sagte ich bisher bei anderen auch immer („du hat vielleicht dies und das noch nicht, weil du noch nicht …“). aber auf sich selbst angewendet, na ja, eigentlich glaub ich da nicht wirklich dran.
    für mich ist das eine zu lineare sicht der dinge: da ursache, da wirkung („weil/wenn so, dann so“) – eins nach dem anderen. so funktioniert aber die welt nicht, auch wenn wir es uns gerne so zurechtlegen, weil wir alles, was geschieht, wie kinder, auf uns beziehen.
    aber es sind ja immer ganz viele andere aspekte in solchen entscheidungsprozessen drin. solche auch, die nichts mit mir zu tun haben. da bin ich wohl einfach recht pragmatisch: auf dem wohnungsmarkt habe ich rein finanziell relativ schlechte karten. theoretisch. aber da sind auch immer menschen. menschen treffen entscheidungen und dies letztlich auch immer ein bisschen emotional. sogar männer. und auch beziehungen spielen eine rolle. alles ist verwoben – zusammenhänge sind nicht linear.
    letztlich ist das, und darum geht es!, was ich dann (vom leben, von den immo-verwaltungen, vom schicksal) bekomme/mir nehme, einfach ein weiteres stück rohmasse für mein leben (gegenwart mit schatten in die zukunft). aus dem bau ich mir dann was und mache das beste (hoffentlich) daraus.
    die theorie, dass wir erst wenn, dann … greift mir einfach zu kurz. zu oft hat mir das leben das gegenteil bewiesen und mich überrascht.
    ich bin trotz allem zuversichtlich, dass es baldbald klappt. vielleicht schon die nächsten tage?
    danke sehr fürs mit“tragen“ 🙂

    1. Mir ist das auch zu simpel, weil ich mich in meinen Gedankengängen ja sehr gerne rumverheddere. Aber würde man so denken können, hätte man es wirklich leichter, die Dinge, wie sie sind, zu akzeptieren. Andererseits hängt ja alles mit allem zusammen, vielleicht auch die „unreifen“ oder „reifen“ Schwingungen, die einen hindern oder fördern so und nicht anders zu handeln. So trifft man genau dadurch vielleicht bestimmten Menschen und nicht andere, weil man zu lange an der Ampel stand, in seinen eigenen Träumen verfangen, zu spät losgegangen ist, dies wiederum bewirkt hat, dass man jenen verpasst, der einem im Weg hätte stehen können etc. pp. Deshalb ist in der Chaostheorie auch niemals der Schmetterling alleine die Ursache dafür, dass ein Sturm anbricht, sondern alles, was um ihn herum noch mit ihm und seinem Flügelschlag verwoben war. Und das ist meistens verdammt viel, aber eben immer noch nicht unabhängig von seinem Flügelschlag.
      Wie gesagt, ich kann da nicht immer dran glauben. Liegt aber nicht an meiner realistischen Einschätzung, sondern an meiner pessimistischen. Die ja nicht realistisch ist, sondern dunkel gefärbt. Also kann ich sie, so rein auf der Metaebene auch verwerfen. Na, ich will dich nicht zu sehr in solche Diskussionen verfangen. Ich wünsche mir für dich nur, dass es bald klappt und alles so ist, wie dein Herz es begehrt! =)

      1. ach schön, liebe sherry! es ist früh, ich les grad auf dem iphone deinen kommentar (datenroaming-tagespass). bin ganz aufgeregt wegen der wohnungen und wie alles wohl wird meine seelenflügelchen flattern. was sie wohl alles bewegen, diese flatterdinger 🙂
        pessimismus ist auch eher meins als optimismus. ich übe da, mehr in die mitte zu kommen.
        herzlich, d.

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