Lappland in mir

Eigentlich wollte ich ja bloß schnell ein Rezept für schwedische Rosinenbrötchen finden. Weil die so viel gegessen werden in den vier schwedischen Krimis von Åsa Larsson, die ich zurzeit von A-Z lese. Ein Teil meiner Seele schwebt dieser Tage über Lappland. Und wenn ich aus dem Fenster schaue, sieht es heute sogar ein klitzeklein bisschen so wie in den Büchern aus, die ich lese. Weiß. Endlich Schnee. Nein, ich habe ihn weder erbeten noch ersehnt. Schnee und Winter mag ich nicht wirklich. Obwohl ich älter werde und wohl schon deshalb langsam Herbst und Winter – besonders auch in mir drin – akzeptieren sollte. Meine Vernunft gibt allerdings zu, dass es gut ist, dass Schnee liegt. Und gut, dass es noch kälter wird. Gut für die Welt. Für die Erde. Für die Tiere. Für die Pflanzen. Besser als der Nebel, als das Grau der letzten Wochen ist Schnee allemal. Besonders die Stille, die er mitbringt, tut mir gut.
Seit Tagen schon fehlt mir die Lust zum Mailen. Ich mag schon gar nicht mehr mein Mailprogramm öffnen. So viele persönliche Mails warten auf Antwort, dass mein schlechtes Gewissen jeden Tag wächst. Ich tue statt dessen fast nichts anderes, als im weltweiten Netz nach meiner Traumwohnung zu suchen. Natürlich schreibe ich dafür viele Mails, doch geht es dabei einzig um mein neues Zuhause und alles, was damit zusammenhängt. Um einen neuen Lebensabschnitt. Um eine neue Ausgangslage. Latente Ungeduld macht sich breit, je näher der Umzug rückt. Zumal ich noch nicht weiß, wohin. Umziehen sei einer der größten Stressfaktoren, heißt es ja immer mal wieder. Die gleichen Forschungen nennen als weiteren größten Stressfaktor die Arbeitssuche. Zwei für eins? Oder verdoppelt sich der Stress sogar, wenn beides – wie bei mir – parallel läuft? Vermutlich schon. Denn finde mal eine Wohnung ohne Stelle! Oder eine Stelle ohne Wohnung! Puh. Dazu im Winter, wo alles durchsichtig, dünnhäutig und zerbrechlich ist. Die Eisschicht ist dünn. Darunter Schatten. Emotionen. Altlasten. Kälte. Angst.
Wenn ich dieser Tage in der virtuellen Welt spazieren gehe und befreundete Blogs besuche, fällt mir eine Art gemeinsamer Tenor auf. Das tiefe E. Dieser warme Ton, der in mir vibriert und türkisblau schwingt. Melancholie. Tiefe. Umfassende Themen wie Gerechtigkeit tragen viele Kleider. Latente Unzufriedenheit über den Zustand der Welt oder des eigenen Lebens. Wut. Schmerz. Empörung.
J. ist in der Stadt gewesen. Ist vom Berg runter gewandert. Hat im Schneegestöber eingekauft. Und ist im Schneegestöber wieder den Berg hochgestiegen. Schwer der Rucksack. Wir könnten locker ein paar Tage überleben, falls wir eingeschneit werden. Auch Holz ist genug da. Wie wir eine kleine Brotzeit teilten, vorhin, erzählte ich, dass meine Gedanken sich zurzeit kaum bündeln lassen. Sobald ich etwas zusammenhängendes schreiben will, frieren meine Ideen ein. Besonders wenn ich Mails oder einen Blogartikel schreiben will. Da sind lauter einzelne Splitter, die kaum zusammenzugehören scheinen. Eiszapfen gleich hängen sie vor meinen Augenfenstern und sind sich einzig darin ähnlich, dass alle aus dem gleichen Element sind. Nicht im Fluss, dafür tief gefroren. Kein Wunder bei der Kälte draußen. Ich lasse es zu.
Zusammenhangslos stehen meine Gedanken herum. Draußen im Schnee. Sie sind wie die Waypoints eines Multicaches, sage ich zu Irgendlink. (((Wegpunkte, liebe Lesende, sind jene Punkte, deren Koordinaten eine Geocacherin in ihr GPS-Gerät eingibt um – manchmal von Station zu Station wie bei einem Multi – einen versteckten Schatz zu finden.))) Ja, wie Waypoints sind meine Gedanken, sage ich. Wie nur kann ich sie verbinden? Sie scheinen nichts miteinander zu tun zu haben.
Streu Salz!, sagt mein hauseigener Hofnarr.
Salz streuen heißt alte Wege finden und neue Wege gehen. Heißt Buchstaben zu Sätzen formieren. Heißt verdichten. Heißt Gedanken zu Ende denken. Heißt Brücken bauen. Konzentration.
Konzentration wie sie Esters Pflegemutter im Buch „Der schwarze Steg“ von Åsa Larsson beim Malen ihrer Bilder praktiziert. Obwohl sie malend die ganze Welt vergisst, ist sie doch zugleich, während sie dank der Farben ihr Innen nach außen kippt, ganz und gar da. Und ganz und gar ganz. Larssons Beschreibung berührt mich. Ich begreife einmal mehr, dass künstlerischer Ausdruck den Menschen eine Notwendigkeit ist, die die Welt in Bildern fühlen, denken, wahrnehmen – ob ihre Ausdrucksmittel nun bildnerisch sind oder sie sich mit Worten ausdrücken, ist dabei einerlei. Kunst ist notwendig, wendet die Not, hilft aus der Starre heraus.
Rebecka Martinsson, die Protagonistin der Krimiserie, ist in Kiruna, im hohen Norden Schwedens aufgewachsen, hat aber lange Jahre fern der Heimat gelebt. Die Zeit in Stockholm hat sie geprägt. Zurück im Norden ist sie sensibel für die Unterschiede zwischen den Menschen im Norden und im Süden. Ihre verstorbene Großmutter, so überlegt sie, würde ihre Freunde in Stockholm nicht verstehen. Ihre Freunde, deren Hände noch nie ein Beil gehalten haben, die dafür im Fitnesscenter Gewichte stemmen. Händen ohne Schwielen. Können diese Menschen überhaupt arbeiten?
Die Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen geistiger und körperlicher Arbeit, zwischen intellektueller und handwerklicher Lebensweise beschäftigen mich schon eine Weile. Es geht in meinem Kopfkino um Daseinsberechtigung. Um Lebenswert. Ich vergleiche. Ich werte meinen Weg ab. Vorwürfe klingen nach: Kunst kann man nicht essen! Regierungen kürzen ihre Gelder immer zuerst im kulturellen Bereich und bei Dienstleistungen. Doch statt entweder-oder will ich sowohl-als auch leben. Wir brauchen einander, Zellen des gleichen Körpers.
Ich will endlich ganz die sein, die ich bin. Das kann nur ich. Und auf meine Weise Rosinenbrötchen backen auch. Vielleicht morgen.

Von Gewohnheiten, Pflichten und anderen Dingen

Es gibt Dinge, die tun wir, weil sie uns Spaß machen. Yoga am Morgen. Tee trinken. Spazieren gehen. Beim zweiten Mal tun wir sie bereits in der Erinnerung daran, dass sie uns das erste Mal gut getan. Beim dritten Mal finden wir vielleicht sogar einen besten Zeitpunkt im Tag oder in der Woche. So werden Dinge zu Gewohnheiten. Der Körper und die Seele erinnern sich. Es ist wie ein Weg im Wald, der mit jedem Mal, den ihn jemand geht, ein bisschen breiter wird. Erinnerungen prägen sich ein.
Vernachlässigen wir Gewohnheiten, wächst der Trampelpfad wieder zu. Doch die Erinnerung geht nicht verloren, sie wird irgendwo abgespeichert. An einem unsichtbaren Platz, der sich nicht in Gigabytes beschreiben lässt. Die Kammer der Erinnerungen.
Wenn du etwas tust, das du vor zehn Jahren das letzte Mal gemacht hast, erinnert sich dein Körper. Das Gedächtnis auch, denn die beiden sind aus dem gleich Stoff gewoben – ebenso das Wissen der Zellen und die Botschaften und Erkenntnissen der Neurotransmitter. Alles drum und dran. Alles immer da. Alles immer wieder neu.
Gewohnheiten sind die Leitplanken unserer Alltagsstraßen. Gewohnheiten rahmen unser Leben ein. Sie sind das Hamsterrad, das uns in Bewegung hält und sie sind die Lügen, die wir übernehmen und glauben, um nicht selbst denken zu müssen. Gewohnheiten sind unsere Geländer, wenn wir den Boden unter den Füßen verloren haben und sie sind der rote Faden, an den wir uns klammern können, wenn sich der Sumpf öffnet und uns in die Tiefe zieht.
Es gibt zweierlei Menschen. Die einen, die selbst reflektieren können und es auch tun. Die Gewissenhaften. Und es gibt jene anderen, die alles, was sie stört, als Nachlässigkeiten oder Fehler oder Schwächen anderer verstehen.
Bist du noch auf der richtigen Seite?, fragte sein Vorgesetzter den Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler, der im Laufe der Überwachung des verdächtigen Schriftstellers Georg Dreyman angefangen hatte, Fakten zu vertuschen, die zum Fall des Künstlers geführt hätten. Ohne zu zögern sagte der Hauptmann deutlich ja. Für mich klang es wie:
Ja, endlich bin ich auf der richtigen Seite! Der Film „Das Leben der anderen“ zeigte mir einmal mehr, wie manipulierbar und zerbrechlich wir Menschen sind. Besonders, wenn es um unsere Liebsten geht. Würde ich, um meine Karriere oder gar mein Leben zu retten, andere verraten?
Wir sind immer auf der richtigen Seite, wir alle, immer. Glauben wir jedenfalls. Doch hören wir hin, wenn uns jemand kritisiert? Nehmen wir unsere eigene und die Reflektion anderer ernst oder winken wir ab? Dann zum Beispiel, wenn uns jemand auf Dinge anspricht, die wir tun, obwohl sie uns nicht gut tun.
Wie steht es mit jenen Dingen, die wir tun müssen? Wer sagt uns, was wir tun müssen? Und was ist mit jenen Dingen, die wir sein lassen, obwohl andere sie von uns erwarten? Pflichten. Verpflichtungen. Ein Wort, das für mich sehr ambivalent besetzt ist. Aus Pflichtbewusstsein erledigte Dinge sind für mich weniger wert als aus Begeisterung erledigte. Obwohl in ihnen im ersten Fall mehr Energie, besonders Energie der Selbstüberwindung, steckt. Wert und Energie haben bei mir offenbar nicht die gleiche Maßeinheit zur Grundlage.
Ja, auch über jene Dinge, die wir tun, weil wir sie für sinnvoll halten, gäbe es viel zu erzählen. Ganz nach dem Motto: Sag mir, was dir wichtig für dein Leben ist, was du für sinnvoll hältst, und ich sage dir, wer du bist. In der Tat sagt unsere Prioritätenliste viel über unsere Werte aus.
Mut zu einer Neuüberprüfung dieser innere Werte wünsche ich mir jeden Tag neu. Und die Bereitschaft, meine Werte immer wieder zu überdenken. Und die Werte hinter, über oder unter den Werten, der Boden, auf dem ich stehe.

Randständige Gedanken

Da ist diese App, Photowizard heißt sie, die – wie Photoshop, Gimp und Konsorten auf dem Rechner –, ausgewählte Flächen per Fingertipp auf dem Display deines iPhones markieren kann. Alle Flächen, die die gleiche Farbe haben, werden nun maskiert, das heißt, von allen weiteren Bearbeitungsschritten ausgespart. Als wäre eine Schablone auf dem Bild, kannst du nun den Rest des Bildes aufhellen, abdunkeln, die Kontraste verändern, Filter anwenden. Hast du die Veränderungen gespeichert, kannst du den Spieß umdrehen und nun den vorher maskierten Teil des Bildes ebenso nach Gusto verändern.
Zur Veranschaulichung dieses Bild aus der Stadt (anklicken macht es groß)
Leserichtung: von oben links nach unten rechts …

Ich hoffe, dass es mir mit dieser App sogar gelingen wird, aus dem langweiligen AppIt-Bild des Monats, das es in unserer iPhoneArt-Community aktuell für alle Interessierten zu bearbeiten gibt, etwas brauchbares zu machen. Normalerweise sind da richtig gute Bilder eingestellt, die sofort Lust auf Experimente machen. Diesmal ist es ein Baum. Aber nicht einfach ein schöner Baum, was mir durchaus recht wäre, nein, es ist ein schlecht belichteter, einer mit kaum Kontrasten. Offenbar gilt es diesmal, aus dem Aschenputtel eine schöne Prinzessin zu machen und aus dem hässlichen Entchen einen schönen Schwan.
Da war dieser Satz, gelesen in einem Buch von Doris Lessing.
Er erkannte, dass er auf mehr ungelebtes als gelebtes Leben zurückblickte …

(sinngemäß zitiert aus „Ein Kind der Liebe“).
Wie ich da am Ofen sitze und mir diese Zeilen auf der Zunge und im Herzen zergehen lasse, zu verstehen versuche, was James‘ Leben zu einem größtenteils nicht gelebten Leben werden ließ, sehe ich auf einmal sein Leben wie ein Bild vor mir. Ganz viele Teile darauf sind maskiert, lassen sich nicht bearbeiten, sind erstarrt. Vielleicht ist nicht mal veränderbar, was zukünftig, was noch nicht gelebt worden ist. Das meiste ist grau maskiert. Nur jene klitzekleine Lebensphase, die ihn den Krieg hatte aushalten lassen, jene große Liebe, die er vier verrückte Tage lang in Kapstadt erfahren hatte, glüht rot zwischen all dem grau hervor. Genug für ein ganzes ungelebtes Restleben?
Da gibt es, wie gesagt, diese App. Diese App mit dem Schalter, der den Spieß umdreht. Alles vorher maskierte, eingefrorene lässt sich nun bearbeiten. Beim Bild ist so etwas ganz einfach. Beim Leben? Nicht unmöglich, nein. Wenn du es willst.
Schnitt.
Über Menschenrechte denke ich nach. Da gibt es doch diese Rechte auf Gleichheit, auf Respekt, auf Würde – doch gibt es das wirklich? Ich google und finde bei Wiki Antworten.
„ … die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen,“ fordern Mitglieder der Vereinten Nationen für ihre Mitgliederstaaten, ob groß oder klein. Kann ich unterschreiben. Will ich befolgen, ich, als Einzelne, ich als Bürgerin …
Später, beim Blogsurfen finde ich – mal wieder bei Luisa, wen wundert´s – diesen Text:

„den grad der zivilisation von menschen lässt sich nach meiner vorstellung an fünf kriterien messen:
an der wertschätzung von
kindern
frauen
dem fremden, unbekannten
der natur, den tieren, den pflanzen
nahrung
also zivilisation verzweifelt gesucht.“

Quelle: salamandra.de (luisa in bayern – 25.01.2012 um 07:55:25)
Ach, und wie steht es denn eigentlich mit einem Recht auf gelebtes Leben? Doch wer anders als ich selbst kann es mir geben?
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Murphys Tag

Dabei hatte der Tag so gut angefangen! Neben dem Liebsten erwachen, Yoga üben, danach Ingwertee trinkend mit Freundin T. in der Schweiz telefonieren, die mir bei der Wohnungs- und Arbeitssuche helfen mag. Obwohl wir uns so lange nicht gesehen haben, waren wir uns sofort wieder ganz nahe. Vertrauen und Freundschaft sind noch immer da. Was für ein Geschenk!
Ich gehe in die Stadt, später, sag ich zu J., muss in die Bibliothek, Bücher zurückbringen. Dies und das besorgen. Er meint, dass er doch zur Abwechslung mal wieder einkaufen könne, was ich dankend ablehne. Muss mal wieder raus hier, sage ich. Doch Stunden später denke ich: Hätte ich doch bloß ja gesagt. Am besten geh ich nieee wieder aus dem Haus!
Schon beim Rückwärtsfahren aus der schmalen Garage hapert’s. Mit nur einer Hand steuernd, weil ich mit der anderen am noch eingeschalteten Scheibenwischer rum fingere, habe ich Rechtsdrall. Der Bauch sagt: Du bist ganz schön weit am Rand, pass auf! Der rechte Fuß bleibt sachte aber stur auf dem Gas. Und schon höre ich es knirschen. Der rechte Rückspiegel hat neuestens ein paar Sprünge. Mist! Sieht zwar hübsch aus, ganz ehrlich, aber es hätte nicht sein müssen, nein, wirklich nicht. Ich bewege ihn behelfsmäßig, was aber nicht sehr viel bringt. Erst später, wieder zu Hause, kann ich ihn zufriedenstellend justieren. Ein neuer wird aber sicher gelegentlich fällig werden.
Nach ersten Einkäufen im Zentrum fahre ich zur Bibliothek und stelle mich bei einer frei werdenden Parklücke in Warteposition. Dazu blinke ich schon mal freundlich, damit klar ist, dass ich da rein will. Der Fahrer des roten Autos in der Lücke lässt sich jedoch Zeit.
Mann, hast du mich denn nicht gesehen?, murmle ich. Eben da rollt ein weißer Merz von der anderen Spur auf den Parkplatz zu. Er stellt sich ebenfalls in Position und blinkt, wie ich, in Richtung frei werdendem Parkplatz.
Mann, hast du mich denn nicht gesehen?, denke ich zum zweiten Mal. Er kann mich doch nicht nicht gesehen haben, grummle ich. Männer beide, älter beide. Und beide mit teuren Autos. Es kämpft in mir zwischen Das ist doch mein Parkplatz! Ich war zuerst da! und der Erkenntnis, dass mir dieses kindische Machtspiel zu blöd ist (aber sollen Frauen einfach immer, da einsichtiger als Männer, aufgeben?) als in eben diesem Moment Fahrer Nr. 1 aus der Lücke raus fährt und mir nicht nur den Weg versperrt, mich sogar zum Rückwärtsfahren zwingt. Sogleich schlüpft die weiße Luxuskarre in die Lücke. Deppen!
Ich fahre weiter im Kreis, nachdem ich dem ollen Merzfahrer den Stinkefinger gezeigt habe, und hoffe auf einen neuen freien Parkplatz. Da. Ein ganz schmaler! Ich drehe bei, merke aber sofort, dass der Platz so schmal ist, dass ich nicht aussteigen könnte, weshalb ich wieder rückwärtsfahre und auf die nächste Lücke zusteuere, die auch schon bald in Sicht ist.
Aaah, ab- und eintauchen in die Welt der Bücher – ich liebe es! Schließt mich hier ein!, denke ich – nicht das erste Mal. Hier, in der Bibliothek, vergesse ich beinahe, dass ich mich eben mal wieder über doofe (alte) Männer genervt habe. Arxxxlöcher!
Wie ich glücklich, nichts Böses ahnend und mit fünf neuen Büchern zu meinem Sternchen gehe, sehe ich einen mittelalten Polizisten, eine ältere Frau und eine junge Polizistin neben meinem Auto stehen. Offenbar habe ich, wie ich erfahre, das Nachbarauto in der superschmalen Parklücke seitlich gestreift. Etwa fünf Zentimeter rote Farbe zieren die bis dahin langweilig-dunkelgraue Zierleiste des hellgrauen Autos, die nun ihrem Namen endlich Ehre macht. Die Polizei, so erfahre ich weiter, sei von Arbeitern, die meine Fahrerflucht beobachtet hätten, gerufen worden. Big Brother is watching you? Hallo, wo sind wir denn hier? Und wo, bitte, ist die versteckte Kamera?
Vermutlich hätte die Frau nicht mal etwas von dem Malheur gemerkt und ihr Mann hätte die Farbe meines unbemerkten Autokusses bei der nächsten Wäsche mit dem Schwamm abgerieben, wenn die Arbeiterdeppen sich nicht in fremde Angelegenheiten eingemischt hätten! Männer! Deutsche Männer! *grmpf*
So aber beschäftigen wir in den nächsten Tagen eine Autowerkstatt und eine Versicherung. Die müssen ja auch von was leben. Ach, und die Polizei, deine Freundin und Helferin bekommt ebenfalls was zu tun. Ich verkneife mir böse Bemerkungen über die Relativitätstheorie, denn ich will mir keine Anzeige wegen Fahrerflucht einhandeln – zumal ich echt nichts mitbekommen habe von der Streifung.
Hätte ich es merken müssen?, frage ich mich. Wäre es ebenfalls passiert, wenn ich mich nicht wegen des Mercedesfahrers aufgeregt hätte?
Die alte Dame und ich tauschen Adressen und gut ist. Keine Anzeige.
Doch eigentlich logisch, dass das noch nicht alles sein konnte, was sich Freund Feind Murphy heute für mich ausgedacht hat. Beim Einkaufen, kurz darauf, stehen auf einmal zwei zerbrochene Joghurtbecher auf dem Band, die ich netterweise durch intakte ersetzen darf. Beim Wäschewaschen muss ich ein Taschentuch in einer Tasche (wo sonst?) übersehen haben und schließlich bleibt auch der Zettel mit der Adresse der Dame spurlos verschwunden, obwohl ich mein ganzes Auto und alle Taschen gefilzt habe. So muss ich bei der Polizei anrufen und die Adresse verlangen – so was von peinlich!
Echt wahr, Murphy ist ein Monster. *flüstermodusein* Gratis abzugeben! *flüstermodusaus*

klitzekleines Wort zur Nacht

Wenn ich alle geschriebenen Blog- und sonstwie Kommentare meines Lebens zusammenhängen würde, könnte ich schon bald ein Buch herausgeben. Neues Literaturgenre!
Den ultimativ witzigsten Kommentar, den ich heute gelesen habe ist dieser hier von Irgendlink zu einem meiner IPA-Bilder:

Titel des Bildes: Tuby*
sein Kommentar: Tuby or not to be?
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* was natürlich nichts anderes als ein Monster aus Tubes (Röhren, Leitungen, Schläuchen) ist …
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Bitche

Endlich mal wieder raus.
Dem Regen trotzen.
In Bitche, eine halbe Stunde von hier, sich wie im Urlaub fühlen.
Na ja, den Garten des Friedens haben wir zwar illegal betreten, doch das hat sich gelohnt. 🙂
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machen oder sein

Sie betrachtet sein Abschlusszeugnis. Ihre Augen weiten sich zusehends.
Wow, du hattest ja super Noten! Mit diesem Zeugnis hättest du die Uni geschafft (= damit hättest du es zu etwas bringen können)! Unüberhörbarer Stolz liegt in ihrer Stimme.
Er steht auf und verlässt, nach einem Blick in ihre Richtung, den sie nicht versteht, die Küche. Sie findet ihn im Stall, wo er wütend zwischen den Kühen auf und ab geht und den Rechen schwingt.
Du meinst also, ich hätte einfach den Hof verlassen sollen?! Alles hier aufgeben, alles was mir lieb und wichtig ist, im Stich lassen? Das alles bin ich. Ohne das hier – seine Hand zeichnet einen Bogen durch die Luft – bin ich nichts!, sagt er, die Stimme gepresst. Verletzt.
Eine Szene aus dem Film Der Typ vom Grab nebenan – Mein Bauer, seine Kuh und ich!, den wir uns heute Nacht angeschaut haben. Eine schwedische Komödie. Die männliche Hauptrolle spielt der Hauptdarsteller aus „As it is in Heaven“ und der „Milleniumstrilogie“. Bauer Benny und Akademikerin Desirée – eine Liebe, die nicht gut gehen kann? Ob sie gut gehen wird, sehen wir leider (oder zum Glück) nicht, da der Film klassischerweise beim Happyend aufhört. Trotzdem: Sehenswert, witzig, tiefsinnig, aufschlussreich und sehr gut gespielt.
Du hättest es zu etwas bringen können!, sage ich nach dem Film augenzwinkernd zu J.
Und du erst!, gibt er zurück.
Nachts liege ich wach. Mir fällt eine Geschichte ein, die ich neulich gelesen habe. Vom Fischer, der gemütlich seiner Arbeit nachgeht, bis ihn eines Tages ein Manager, der zufällig in der Gegend auftaucht, auf die Sinnlosigkeit seines Tuns anspricht.
Du hättest etwas machen können aus deinem Leben, sagt er. Du hättest ein Geschäft aufbauen, viel Geld verdienen und zur Seite legen können. Du wärst heute ein freier, reicher Mann und hättest jetzt viel freie Zeit. Du könntest tun und lassen, was du willst!
Was sollte ich denn mit meiner Freizeit schon anfangen?, fragt der Fischer. Der Manager überlegt lange hin und her und auf einmal hellt sich sein Gesicht auf.
Wie wäre es mit fischen?, schlägt er vor.
Aber … das tue ich doch schon die ganze Zeit?, sagt der Fischer. Ob stirnrunzelnd oder grinsend weiß ich leider nicht mehr.
In den Tag hinein schlafen? So von außen betrachtet tun wir das bestimmt. Tja, so bringen wir es wohl zu nichts. Meistens stehen wir ungefähr um halb zehn auf, denn J. arbeitet, wenn er Aufträge hat, meist nachmittags und meine Berufstätigkeit beschränkt sich aktuell auf die Vorbereitung meines Rückumzugs in die Schweiz. Noch ist die richtige Wohnung nicht gefunden. Ob Desirées Freundin recht hat, die behauptete, dass den idealen Mann zu finden so unmöglich sei, wie die Entdeckung der perfekten Wohnung? Bei der einen fehle die Badewanne, die andere habe keinen Kamin im Wohnzimmer und bei der dritten seien die Nachbarn zu laut. Abstriche musst du immer irgendwo machen!, sagt sie zu Desirée, die sich für ihren Bauern geniert, weil der nicht mit Stäbchen essen kann.
Nein, nichts und niemand ist perfekt. Doch passen die einen unperfekten Dinge oder Menschen besser zu andern ebenso unvollkommen als andere. Und so genieße ich es, dass der Mann an meiner Seite ebenfalls zum Volk der Nachteulen gehört. Wir können beide bis spät nachts konzentriert am Rechner arbeiten, was mir morgens vor neun nur in Ausnahme- und Notfällen möglich wäre. Auch brauchen wir beide kein frühes Stück, lieber ein spätes, das allerdings erst Stunden nach ein paar Tassen Tee oder Kaffee eingenommen wird.
Schon in Bern war das so. Ich bin eine Zweimahlzeiten-Person. Außer wenn wir auf Reisen sind, denn auf dem Zeltplatz kann ich nicht allzu lange schlafen. Der Zeltboden unter der Isomatte, den ich beim Schlafen nicht spürte, ist, einmal erwacht, unüberfühlbar hart. Außerdem locken der Tag und all das Neue, das erlebt werden will. Doch selbst auf dem Zeltplatz starten wir beide selten kalt, wir brauchen immer erst ein paar Tassen Heißgetränk.
Gestern bin ich beim virtuellen Zeitunglesen auf einen Link gestoßen, der eine ehemalige Schulkollegin bei einem Fernsehauftritt zeigt. Fünf Jahre, bis zum pädagogischen Fachhochschulabschluss, haben wir zusammen die Schulbank gedrückt. In einer politischen Talkshow erzählt sie von ihrem Alltag in der kantonalen Regierung und über ihre Aufgaben als Direktorin von x und y. Sie sieht keinen Tag älter aus als damals. Sympathisch, schlagfertig, engagiert und sich selbst treu geblieben. Ein Sonnenkind sei sie, wie sie mir vor ein paar Jahren mal geschrieben hat, noch bevor sie vom Stimmvolk in dieses anspruchsvolle Amt gewählt worden ist. Sie scheint es noch immer zu sein. Ja, sie hat es zu „etwas“ gebracht und ich freue mich für sie und darüber, dass so tolle Menschen an solchen Schnittstellen sitzen. Sie wird etwas bewegen.
Und ich? Erfolg haben? Es zu etwas bringen? Woran messe ich mich? Wer oder was ist mein Referenzpunkt? Ehrgeizig war ich nie wirklich. Karrierepläne habe ich nie gemacht. Meine Lebensperspektive reichte selten weiter als ein oder zwei Jahre. An keiner Arbeitsstelle blieb ich länger als drei Jahre. Doch den Menschen, die ich liebhabe, bin ich eine treue Freundin, die nicht nur bei Schönwetter mit lacht, sondern die auch im Regen einen Schirm reicht.
Wenn ich es mir so überlege, habe ich es ja doch zu etwas gebracht: In mir schlägt ein liebendes Herz und ich kenne nicht eben wenige Menschen, die für mich da sind und für die ich da sein darf. Ich habe einen Blick für die Probleme in der Welt und ich erkenne, wer wann was braucht, das ich womöglich tun könnte. Ich spüre ziemlich viel und relativ differenziert. Ich kann in Worte oder in Bilder fassen, was ich wahrnehme und was andere womöglich nicht sehen. So, wie ich die Welt sehe, sieht sie sowieso niemand anders. Nicht so. Und schon deswegen habe ich es zu etwas gebracht – zu mir nämlich.
Doch wer zum Teufel ist eigentlich dieses ES?

Utopia?

Es gibt Dinge, die kann ich. Es gibt Dinge, die kann ich nicht. Solche auch, die will ich gar nicht können. Und solche gibt’s, die ich gerne könnte, nie können werde oder vielleicht eines Tages ebenfalls kann. Künstlerin ich.
Beim Bilderbearbeiten auf dem iPhone gibt es Techniken, die mir zu kompliziert sind. Wenn Irgendlink auf dem Display seines iPhones herum zaubert, bleibt mir zuweilen die Spucke weg. Er kann Dinge, die ich nicht kann. Und nein, ich muss überhaupt nicht alles können, dennoch will ich nicht aufhören, lernen zu wollen. Zu lernen gehört zu meinem Leben. Zum Leben. Die Bereitschaft neues zu lernen, ist für mich eine der Motivationen, überhaupt zu leben.
Die Welt des Alles und des Nichts. Die Welt der Dinge. Die Welt des Unsichtbaren. Alle nebeneinander. Aufeinander. Gleichzeitig. Alles ist immer gleichzeitig. Während ich hier bin, ist gleichzeitig das Nordkap – zwar woanders, aber da. Für andere sichtbar, für mich nur vermutbar. Weil es auf der Karte abgebildet ist. Weil ich schon Bilder gesehen habe. Weil ich schon fast dort war. Und gleichzeitig wie ich hier bin, ist mein Bruder in der Schweiz. Der Beweis: Seine Mails. Gleichzeitig ist Schweden. Ist Sierra Leone. Ist China. Nordkorea. Und gleichzeitig ist auch mein Traum nach Gutleben für alle. Nach fairem Handel rund um den Globus. Nach Gewaltfreiheit. Nach heiler Natur.
In dieser Gleichzeitigkeit ist ebenfalls jeglicher Schmerz und jegliches Lachen. Verzweiflung genauso wie Ekstase. Und in allem ist jeder Mensch, der im Mittelpunkt seines Lebens steht. Mit all den Dingen, die er kann und die er sich erträumt. Mit allem auch, was er nie können wird.
Der Wunsch von Utopia ist alt. Schon die guten alten Bibelschreiber – ja, männlich, denn das können keine Frauen gewesen sein – haben sich ein Paradies gebaut, um damit die Sündenspirale, die dem Menschen innewohnt, zu begreifen und zu erklären. Das Ding mit der Angst – andern die Hölle heißzumachen – ist ein uralter Trick. Vertröstet werden auf den Himmel war schon immer ein gutes Geschäft. Es hält die Menschen bei Laune, macht sie gefügig, hält sie klein. Macht sie neidisch. Schafft Minderwertigkeitsgefühle und nährt Wunden. Füttert Aggressionen. Entfacht Kriege und kurbelt die Wirtschaft an.
Was ich sagen will? Da ist dieses Programm, das ich vor fünf Tagen auf den Rechner geladen habe. Es ist ziemlich schlau, beschäftigt sich im Hintergrund mit den unsichtbaren und sichtbaren Dingen, die auf meiner Festplatte herumlungern und schafft, wenn ich es darum bitte, für Ordnung und mehr Platz. Es listet mir die schon lange nicht mehr verwendeten Programme auf und rät mir, das eine oder andere zu deaktivieren oder gar rauszuschmeißen. Ein paar solcher Schmarotzer, die nur Platz brauchen, habe ich bereits rausgeworfen. Nichts leichter als das.
Auch defragmentieren kann das Ding, was so viel bedeutet, dass das Ding, wenn ich es dazu auffordere, alle Dateien auf der Festplatte ordnet, gleiches zu gleichem stellt, legt, schubladisiert, so dass es wieder Platz auf dem Tisch gibt.
Wie schön es wäre, wenn ich innen drin auch so ein Ding hätte, das für Ordnung sorgt!, denke ich fast jedes Mal, wenn ich die Aufforderung anklicke, doch bitte genau jetzt aufzuräumen. Ein paar meiner ganz persönlichen Programme hätte ich ganz gerne deinstalliert. Deaktivieren ist aber auch schon okay. Meine biologischen Virenschutz- und Malewaresuch-Programme geben zwar hin und wieder rote Lichtsignale ab, doch ich ignoriere die Warnungen weitestgehend und bringe mich mehr schlecht als recht durch die Tage, die mit allerlei selbst auferlegten Pflichten gefüllt sind – sein sollten. Ich sage nur Bewerbungen. Manchmal bin ich ob der Fülle der Pflichten derart gelähmt, dass nichts mehr geht.
In früheren Artikeln habe ich bereits laut darüber nachgedacht, wie viel persönliches ich hier preisgeben soll und darf. Da gibt es – bei euch und bei mir – verschiedene Ansätze und zuweilen halte ich mich sehr bedeckt. Dann wieder zeige ich ziemlich viel von mir. Meistens befindet die Tagesform darüber, wie engmaschig mein Filter ist.
Die virtuelle Welt ist so anders nicht als die richtige, will heißen als die Welt der Dinge und der Dichte, dachte ich heute Abend auf dem Heimweg vom Einkaufen. Und auch Autofahren ist wie Leben. Und Schreiben ebenfalls. Ich fahre durch den Regen. Es ist dunkel … ich sehe die Straße kaum. Den Rand ahne ich bloß. Noch weniger als kaum sehe ich, wenn mir ein anderes Auto – am liebsten ohne abzublenden – entgegen fährt. Ich fahre auf gut Glück. Ich lebe auf gut Glück.
Voyeurin bin ich, wenn ich andere Geschichten lese. Exhibitionistin bin ich, wenn ich mich sichtbar mache. Sind wir denn nicht alle irgendwie ähnlich unterwegs? Tut es uns nicht irgendwie gut, wenn wir bei anderen lesen, dass sie ähnliche Probleme haben? Freuen wir uns nicht alle ein bisschen mit, wenn eine es geschafft hat, den gewünschten Job zu bekommen, ein Problem endlich zu lösen oder eine schwere Prüfung abzulegen? Diese unsichtbare Welt, die Welt der Virtualität, ist so lebendig wie all jene, die sie bewohnen.
Du und du und du und … ich …

(((Zurzeit bearbeite ich fast ausschließlich Porträts von J. und von mir. Die wenigsten sind zum Zeigen bestimmt. Eins heißt zum Beispiel „How to monsterize myself“. Möglicherweise kein unwichtiger Prozess, der da in mir abgeht. Mich neu zusammenzusetzen, wie neulich schon erwähnt – vermutlich ist es das, was mich dieser Tage beschäftigt …)))
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zu Besuch

Liebe Luisa, heute hast du mir einmal mehr aus dem Herzen gesprochen. Du weißt es ja, Dein Internettagebuch, dass ich seit vielen, vielen Jahren fast täglich besuche, tut mir einfach gut. Deine Gedanken haben immer wieder meinen Blick geklärt und geschärft, haben mein Herz geweitet und mir neue Impulse gegeben.
Und was du heute gebloggt geschrieben hast, ist einfach so genial. So genial, dass ich Dich hier mal wieder zitiere. Dankbar, aber das weißt du ja hoffentlich auch 🙂

soziale netzwerke und internet tagebücher erinnern mich übrigens sehr an afrikanische heilrituale: alle erfahren alles. die person, um die es geht, steht in der mitte (und natürlich ist jede tagebuchschreibende person mittelpunkt und ausgangspunkt für alle betrachtungen), das /globale/ dorf gruppiert sich drum herum und jetzt gehts los. die person in der mitte äußert sich, alle anderen lachen, spotten, singen, weinen usw. vorausgesetzt die person in der mitte hält so viel öffentlichkeit aus, ist heilung möglich. das geheimste wird zum allgemeinsten. es gibt nichts mehr zu verheimlichen. eine last fällt ab. nun ist es aber im internet so, dass „der feind“ mithört, daten klaut, informationen speichert. mein leben wurde in den siebziger/achtziger jahren so gründlich von der polizei durchschnüffelt (ich war mit einer frau befreundet, die in den untergrund ging, hatte nichts damit zu tun, aber erklär das mal wem) dass ich mich heute aufs wohligste durchlässig fühle.

Quelle: http://www.salamandra.de/tagebuch/start.php (luisa in bayern – 18.01.2012 um 06:52:13)