Da ist diese App, Photowizard heißt sie, die – wie Photoshop, Gimp und Konsorten auf dem Rechner –, ausgewählte Flächen per Fingertipp auf dem Display deines iPhones markieren kann. Alle Flächen, die die gleiche Farbe haben, werden nun maskiert, das heißt, von allen weiteren Bearbeitungsschritten ausgespart. Als wäre eine Schablone auf dem Bild, kannst du nun den Rest des Bildes aufhellen, abdunkeln, die Kontraste verändern, Filter anwenden. Hast du die Veränderungen gespeichert, kannst du den Spieß umdrehen und nun den vorher maskierten Teil des Bildes ebenso nach Gusto verändern.
Zur Veranschaulichung dieses Bild aus der Stadt (anklicken macht es groß)
Leserichtung: von oben links nach unten rechts …

Ich hoffe, dass es mir mit dieser App sogar gelingen wird, aus dem langweiligen AppIt-Bild des Monats, das es in unserer iPhoneArt-Community aktuell für alle Interessierten zu bearbeiten gibt, etwas brauchbares zu machen. Normalerweise sind da richtig gute Bilder eingestellt, die sofort Lust auf Experimente machen. Diesmal ist es ein Baum. Aber nicht einfach ein schöner Baum, was mir durchaus recht wäre, nein, es ist ein schlecht belichteter, einer mit kaum Kontrasten. Offenbar gilt es diesmal, aus dem Aschenputtel eine schöne Prinzessin zu machen und aus dem hässlichen Entchen einen schönen Schwan.
Da war dieser Satz, gelesen in einem Buch von Doris Lessing.
Er erkannte, dass er auf mehr ungelebtes als gelebtes Leben zurückblickte …
(sinngemäß zitiert aus „Ein Kind der Liebe“).
Wie ich da am Ofen sitze und mir diese Zeilen auf der Zunge und im Herzen zergehen lasse, zu verstehen versuche, was James‘ Leben zu einem größtenteils nicht gelebten Leben werden ließ, sehe ich auf einmal sein Leben wie ein Bild vor mir. Ganz viele Teile darauf sind maskiert, lassen sich nicht bearbeiten, sind erstarrt. Vielleicht ist nicht mal veränderbar, was zukünftig, was noch nicht gelebt worden ist. Das meiste ist grau maskiert. Nur jene klitzekleine Lebensphase, die ihn den Krieg hatte aushalten lassen, jene große Liebe, die er vier verrückte Tage lang in Kapstadt erfahren hatte, glüht rot zwischen all dem grau hervor. Genug für ein ganzes ungelebtes Restleben?
Da gibt es, wie gesagt, diese App. Diese App mit dem Schalter, der den Spieß umdreht. Alles vorher maskierte, eingefrorene lässt sich nun bearbeiten. Beim Bild ist so etwas ganz einfach. Beim Leben? Nicht unmöglich, nein. Wenn du es willst.
Schnitt.
Über Menschenrechte denke ich nach. Da gibt es doch diese Rechte auf Gleichheit, auf Respekt, auf Würde – doch gibt es das wirklich? Ich google und finde bei Wiki Antworten.
„ … die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen,“ fordern Mitglieder der Vereinten Nationen für ihre Mitgliederstaaten, ob groß oder klein. Kann ich unterschreiben. Will ich befolgen, ich, als Einzelne, ich als Bürgerin …
Später, beim Blogsurfen finde ich – mal wieder bei Luisa, wen wundert´s – diesen Text:
„den grad der zivilisation von menschen lässt sich nach meiner vorstellung an fünf kriterien messen:
an der wertschätzung von
kindern
frauen
dem fremden, unbekannten
der natur, den tieren, den pflanzen
nahrung
also zivilisation verzweifelt gesucht.“
Quelle: salamandra.de (luisa in bayern – 25.01.2012 um 07:55:25)
Ach, und wie steht es denn eigentlich mit einem Recht auf gelebtes Leben? Doch wer anders als ich selbst kann es mir geben?
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Bild: iDogma –
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).