Wenn ich zulassen statt lassen geschrieben hätte, wären wir im See gelandet

Das Geheimnis ist vielleicht gar nicht, warum wir leben, sondern DASS wir leben. Vor ein paar Tagen gedacht, als ich das Buch „Der seltene Vogel“ von Jostein Gaarder fertig gelesen habe.
Nach all den Tagen offline soll ich nun also wieder Soso werden? Sosos Schuhe anziehen? Will ich überhaupt bloggen – und wenn ja, warum? Zugegeben, der gestrige Besuch auf all meinen Lieblingsblogs hat Spaß gemacht. Als würde ich durch ein vertrautes Dorf spazieren, war mir.
Bloggen ja, aber ich will mir auch die Langsamkeit der letzten Tage bewahren. Den Wiedereinstieg in den Bloggerinalltag gehe ich deshalb sehr langsam an. Unsere Tage im Tessin sind Vergangenheit. Mein Mitteilungsbedürfnis hält sich in Grenzen. Fragt sich auch, wie sich Ruhe, Natur, Sonne, bergwandern, geocachen (mit)teilen lassen. Wie sich Glück in Worte kleiden lässt.
Zum Auftakt ein kleiner Youtube-Film, den ich vorhin gebastelt habe. Just for fun. Und um zu zeigen, wie unterschiedlich sich ein Bild verappen lässt. Und warum Lampen manchmal leuchten und dass sie lachen können. Oder auch nicht. Diese hier hing in unserer Ferienwohnung überm Bett und schaute uns immerzu zu …
[youtube=http://youtu.be/aBAdpiRNd_E]
Das Tessin, die Sonnenstube der Schweiz – es hat seinem Namen Ehre gemacht und uns mit viel Sonne verwöhnt. Zehn Tage war ich praktisch offline, wenn man von meinen kleinen Ausflügen auf die Geocaching.com-App und die Karten- und GPS-Apps absieht. Nachdem sich das schöne Wetter vom dritten oder vierten Tag an nicht mehr vertreiben ließ, begannen unsere täglichen Wanderausflüge mit immer raffinierteren Rätseleien.
So viele Kilometer Luftlinie wie das letzte Wort in deinem Notizbuch, sagt Irgendlink am 30. Dezember beim späten Frühstück und löffelt genüsslich sein Joghurt.
L-A-S-S-E-N … sechs Kilometer. Denk dir eine Zahl zwischen 1 und 50!, sage ich.
Seltsam, aber ich muss heute immer 25 denken, sagt er.
Gut, die nehmen wir auch gleich mal sechs, was meinsch? Für die Grade?
Gute Idee … (rechnet im Kopf) … gibt 150. Das peilen wir an! Sechs Kilometer in 150 Grad ab hier gehen wir heute hin …
Ich gebe die Daten in meine tolle Peil-App namens iGCT ein und bin einmal mehr erstaunt darüber, dass wir mit dieser Methode immer von neuem schöne, meist abgelegene Orte finden. Diesmal eine Bergwanderung von Melide nach Carona. Zwei Kilometer mehr und wir hätten baden gehen müssen. Wirklich gut, dass ich nicht Z-U-L-A-S-S-E-N geschrieben habe.
Wir kommen diesmal auf dreihundert Meter an den gepeilten Punkt heran. Mehr geht nicht, denn er liegt mitten im Tessiner Bergurwald. Einzig am letzten Tag, am Silvester, können wir praktisch direkt zum gepeilten Punkt steigen. Im Dörfchen Torricella, wo wir einen originellen Multicache auf den Spuren von Kunstwerken im Dorf suchen.
Allen unsern zufallsgenerierten Ausflügen ist gemeinsam, dass sie uns in schöne Bergdörfer mit tollen Wanderwegen führen, die wir noch nicht kennen. Wunderschöne Plätze, die sich vom überbauten Tal mit all seiner lärmigen Industrie und den dichten Gewerbegebieten abheben wie ein sprödes Baumskelett vom blauen Himmel. Apropos blauer Himmel: Damit haben wir unsere Akkus bis zum Rand gefüllt. Ich hoffe, dass die Füllung lange Energie abzugeben vermag.
Nun aber lass ich die Bilder sprechen …einfach das erste Bild öffnen und schon kannst du dich vorwärts klicken! Viel Spaß … 🙂


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Bilder: iDogma | Appspressionismus
aufgenommen mit dem iPhone und der Nikon. Auf dem iPhone oder mit Gimp montiert und/oder nachbearbeitet .

0 Kommentare zu „Wenn ich zulassen statt lassen geschrieben hätte, wären wir im See gelandet“

  1. Hast Du mir einen unausgesprochenen Wunsch erfüllt. Wollte schon seit geraumer Zeit Dich mal sprechen hören …. vielleicht weil ich im vorigen Musikvideo kaum was verstanden habe 😉

  2. liebe soso, schön, dass du wieder da bist und schön von deinem urlaub zu lesen! glück ist spürbar, ich freue mich für dich/euch 🙂
    leider klingt dein youtube bei mir nicht … m … morgen nochmal versuchen-
    die fotos sind klasse- danke dir fürs teilen und ja, lass die entschleunigung wirken, soll ja heilsam sein 😉
    herzlichste grüße
    ulli

    1. ich hab geträumt heut Nacht, dass du mir den Youtubeclip per mail geschickt hast, damit ich ihn auch anschauen und hören kann …
      zugegeben, gestern habe ich es gar nicht mehr versucht, aber jetzt, nach dem längeren Aufwachen SOFORT … BRAVO und sieben Sterne
      und leise flüstert es: mehr davon 😉
      ich wünsche dir eine wunderbare Woche
      herzlichst Ulli

  3. WordPress 3.5 bringt ja tolle Möglichkeiten. Da muss ich mir das Wochenende mit Updates um die Ohren schlagen, fürchte ich. Das Filmli ist toll, vor allem auch die Zweisprachigkeit.

    1. danke 🙂 bilingue ist schön *lach* italienisch fehlt eigentlich noch … 😉
      die galerie gabs schon vor dem update. nach anfänglichem unbehagen stelle ich fest, dass es mit also nach dem update einfacher ist (viele bilder gleichzeitig ladbar!)
      hast du den fehler bei den bildern gemerkt? das letzte bild „schloss in melide“ war eigentlich von tag 8. [EDIT: soeben korrigiert] jä nu …
      wir wollten doch mal eine tonaufnahme machen fürs blog …
      viel spass beim update 😉

  4. das liest sich sehr vertraut, das mit der schönen verlangsamung ohne internet und die dann doch wieder so schöne vertrautheit in der bloggerwelt, die einen doch wieder an den rechner treibt. ich freue mich jedenfalls wieder von dir zu lesen…

  5. Ich liebe das Tessin! Zwei mal war ich bis jetzt dort. Erst. Aber immerhin. Und ein 3. Mal für einen Kurzbesuch von einem Tag aus Italien kommend.Danke für die Erinnerung daran. Und der Film ist witzig und schön.

    1. danke, liebe inch, für deine zeilen. ja, das tessin hat was. ich hab zweimal eine sommersaison in alternativen pensionen dort gelebt/gearbeitet … dabei auch einiges gesehen und so ist es ein bisschen wie heimkommen. und doch ist es immer wieder anders, denn letztlich kenn ich doch nur ausschnitte …

  6. Da hast du aber schöne und interessante Sachen aus dem Tessin mitgebracht, soso! Schön, dass ihr auf euren zufallsgenerierten Ausflügen immer erfreuliche Entdeckungen macht. Meine Zufallswege kommen banaler zustande: Ich liebe es, in namenlose Nebenstraßen und Wege einzubiegen, doch auch dabei findet man oft nette Überraschungen. Die Lampe überm Bett eurer Ferienwohnung wirkt wirklich beängstigend wie ein Gesicht, beängstigend! 😉 Danke für das lustige Video! Liebe Grüße, U. Rotewelt
    PS Ich war ja auch über eine Woche ohne Internet, jedenfalls fast, und ich fand’s toll!

    1. aber gell, zugegeben, internet ist trotzdem toll – auch wenns temporär ohne geht.
      danke für die komplimente 😉
      „deine“ art zufallswanderung machen wir auch oft … ich geh auch gerne immer mal wieder quer durch einen wald. 🙂
      herzlich, soso

  7. Liebe Soso,
    schön, dass Du wieder hier bist … und wie schnell eine kleine Vorsilbe alles verändern kann; was Du beschreibst, ist ein gutes Bild dafür! Mir gefällt, wie Du die Lampe inszeniert hast, wie sie durch Deine Bearbeitung zu einem Voyeur avanciert, und es hat mich an eigene Gedanken zu schlimmen Lampen in fremden Zimmern erinnert.
    Herzlich, mb

    1. danke, liebe mb, für deinen besuch und die ermutigenden kommentare zu den einzelbildern sowie jenen zum voyeuristischen film.
      wenig braucht es zuweilen, um viel zu verändern – du sagst es! 😉
      herzlich, soso

  8. Einen Beitrag der mir wirklich gut gefällt, darum bin ich auch zurückgekommen. 🙂
    Interessanter Film! Wenn man jemand optisch nicht kennt, rückt derjenige etwas näher, wenn man die Stimme hört, darüber habe ich mich gefreut. Dien angenehme stimmt löscht gleich ein Stück Distanz, noch eins. Tessin ist herrlich, danke für’s Mitnehmen!.
    Ich lasse es ebenfalls ruhig Angehen nach der Pause, das tut richtig gut.
    Liebe Grüße zum Neujahr an dich und Irgendlink
    Dina

    1. bist du nun zurück in dtld? super, wenn du es ruhig angehen lassen kannst. du hattest ja wirklich viel stress ende jahr und dir das timeout mehr als verdient.
      ja, eine stimme ist was spannendes. danke fürs kompliment … 🙂
      wie du wohl klingst? wie du aussiehst weiß ich – ein bisschen. ich habe ein paar wenige bilder von dir gesehen – auf deinem blog und bei irgendlink … und irgendwann, wer weiß, lernen wir uns persönlich kennen?!
      auch dir und deinen lieben nochmals und von herzen alles gute für 2013
      liebgrüß, soso

  9. Danke schön, liebe Soso
    ja, wer weiß, wie schnell wir uns sehen… Ich hoffe, es dauert nicht sehr lange.
    Hab ein glückliches 2013!
    P.S.
    nee, ich bin noch in Norfolk! 🙂 Werde den ganzen Monat hier bleiben, das ist die andere Seite der Medaille, ein schöner Ausgleich, ich weiß. Ende des Monats fahren Klausbernd und ich nach Cambridge, werden meine englische „Heimat“ ein paar Tage begehen, von dort aus geht es weiter zu einer norwegischen Freundin und passend zum Karneval trete ich den Heimflug an und nehme die Arbeit wieder auf…

  10. Mit dem Karneval, das ist kein Zufall. Ich biete mich „freiwillig“ für Dienst und entkomme somit den Karneval. 🙂 Im Rheinland gibt es genug Jecken die gerne feiern gehen. Früher war es meine bevorzugte Auszeit zum Skilaufen.
    Liebe Grüße dir aus Norfolk!

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