Diese Bilder im Kopf

Am Anfang war das Bild. Ich hatte es neulich auf Instagram gesehen. Künstlerkollege Patrick Hartz hatte es gemacht. Und weil da was vom nahen Saarland stand und von Bliesgau und Turm und auf dem Bild der blaue Himmel so lockend lachte, wollte ich mehr wissen. Über die Gegend. Über den Turm. Aber nicht bloß theoretisch.

Screenshot eines Instagram-Beitrages, das den Blick von unten nach oben zum Himmel zeigt. Am Rand ist der kreisrunde Mauerrest des alten Turms zu sehen.
Screenshot des erwähnten Instagram-Beitrages

Das wäre eine schöne Strecke für eine Wanderung mit Frau Lakritze gewesen, sagen wir zueinander, als wir gestern dem Track, den ich aus dem Internet gefischt habe, folgen. Eine Runde rund um Böckweiler ist es geworden, etwa acht Kilometer auf nüchternen Ma- ähm, auf nüchterne Beine. Beine, die in den letzten Monaten eher wenig rauf- und runter gewandert sind, und auch eher nicht grad drei Stunden am Stück. Nun denn, es hat sich gelohnt.

Bloß war er anders als gedacht, ganz anders war er, dieser Turm. Ein Turm ohne Turm ist er nämlich, dieser Böckweilersche Alexanderturm. Ein offenes Steinhaus ohne Dach. Am Boden stehen ein paar Becken und anderer Kram, wie wir es von Baustellen kennen. Doch da ist dieses kreisrundes Etwas, das uns eine kugelrunde Sicht auf den himmelblauen Himmel ermöglicht. Und ja, dafür hat es sich gelohnt hierrauf zu wandern. Und dafür, dass uns das Leben mal wieder zeigt, dass Vorstellung und Realität in den meisten Fällen nicht kongruent sind. Was hatten wir uns doch für eine uralte, rustikale Turmruine mit rapunzelhohem Turm imaginiert, mit baufälligen Treppen, mit Weitblick bis in die Vogesen, mit Schlosshof, mit Nebengebäuden!

War ich enttäuscht? Ein bisschen und nur ganz kurz, denn das hier war irgendwie spannender.

Und die Wanderung selbst war es ja letztlich, die uns gelockt hat. Die unterwegsen Dinge, um die wir unsere Ausflüge bauen, sind zwar immer wieder inspirierend, doch letztlich sind sie Beiwerk, denn in erster Linie ist es das Wandern, das gut tut. Je älter ich werde, wandere ich um des Wanderns willen.

Es ist das Auf-den-Füßen-Sein, das Mich-Bewegen, das Seele und Körper gut tut. Das Schauen. Das Hinsehen. Die Herzräume ausfüttern. Blauhimmelseidenfutter.

Kalte Bise pfeift uns um die Ohren, Schals und Mützen wärmen und wir erfreuen uns der Sonne eines Spätwintervorfrühlingstages.