Wo ist die Bremse?

Zu viel Zeit zu haben, so sagte meine Freundin K., mit der ich heute telefonierte, ist nicht unbedingt kreativitätsfördernd. Sie muss es wissen. Sie hat – aus gesundheitlichen Gründen – viel Zeit. Zu viel bisweilen. Doch zu wenig ebenfalls nicht!, konterte ich. HansimSchnäggeloch-Gefühle schwebten zwischen L. und Bern durch den Äther.

Tja. Meine Kreativität scheint zu schlafen. Mir fällt zurzeit einfach nichts Geistreiches, Geniales, Exorbitantes, Einmaliges, Atemberaubendes ein. Jedenfalls nichts, worüber ich bloggen könnte.

Doch ist es wirklich die Kreativität, die fehlt? Oder sind es Inspiration oder Zeit? Der böse Alltag vielleicht, dieser Langweiler? Die viele Arbeit? Die Zahlen, die ich zurzeit von A nach B schaufle oder die Adressdatenbanken, die ich update? Sind sie die Bösen, die verursachen, dass mir keine klugen Sachen einfallen, über die ich bloggen könnte? Der Schnee gar?

Tatsache ist, dass ich im Moment das Gefühl habe, alles gesagt, alles geschrieben, alles gelesen zu haben, was es gibt. Und außerdem das Gefühl, im Alltag nicht wirklich zu leben. Zahnrad zu sein. Oder eine dieser Kugeln im Pirmasenser Dynamikum, das J. und ich am Samstag besucht haben. Sie drehen und drehen. Bis sie ins Loch fallen. Um wieder rausgeholt werden. Und dann nochmals und nochmals. Und immer wieder drehen sie neu.

Wie war er doch gleich, jener Spruch, als wir jung waren? Haltet die Welt an, ich will aussteigen! Na ja, vielleicht nicht gleich anhalten, bitteschön. Und aussteigen … na ja, das auch nicht grad. Entschleunigen reicht.

4 Kommentare zu „Wo ist die Bremse?“

  1. Wenn alles nur den gleichen Trott ginge, dann hätte man Zeit. So interessiert man sich hier und da und schwupps ist die freie Zeit weg. Vielleicht wie die Sache mit der Geiß in der zu engen Wohnung- erst noch was dazu- und dann weglassen.
    Was die Müdigkeit zu bloggen anbetrifft, so kann man es gut finden, dass die Einschläge der Einfälle auch mal nicht vorhanden sind und sich danach freuen, wenn es wieder poltert und kracht. Auto fahren ist ja auch nicht so der Superbringer, ich bin dann immer ganz fertig. Gute Zeit und lb.G

  2. ja, liebe U., wenn wir immer im trott gehen, haben wir zwar zeit, nur … die ist dann so gleichförmig, dass sie keinen spass macht.
    eigentlich meinen wir ja nicht ZEIT, wenn wir jammern, sondern (fehlende) LEBENSQUALITÄT. und, wenn ich ehrlich bin, kann ich die ja ganz oft selber beeinflussen. sogar hier und jetzt im büro. trotz der arbeitsberge … alles eine frage der einstellung. auch ziegen in der wohnung 🙂
    e schöne tag und liebgrüsse in die „palz“
    d.

  3. Vielleicht ist deine Kreativität nur ein bisschen eingeschneit – was kein Wunder wäre – und taut bald wieder auf … Spätestens wenn der Frühling kommt, schmilzt auch der Rest an Winterblues. Darauf vertraue ich!

    Liebe Grüße von Kati

  4. hey liebe sofasophie 🙂
    ich nehme an (ich sehe), mittlerweile bist du zurück im flow und hast auch wieder viele ideen! hast du mir einen tipp, wie zurückfinden? ich bin nämlich auch eingeschneit, eingefroren, keine ahnung..angehalten irgendwie :-/
    aber eig ists ja io, hab mir gesagt, dass ich auch langweilige phasen annehmen kann, weil ich danach die spritzigen auch wieder um so besser geniessen kann;)
    glg

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