heute nur dies

Asterix und Obelix hätten sich gefreut, Hinkelsteine gibts noch immer, sogar ganz hier in der Nähe. Eine Dreißigkilometer-Radtour mit über tausend Höhenmetern – rauf und runter und so – ist nicht ohne. Tut aber saugut und macht richtig schön müde.
So kann ich vor meinem Schweiz-Besuch sicher ganz guuut schlafen …

Bild: Gollenstein, Blieskastel.
Aufgenommen mit der Hipstamatic auf dem iPhone. Für einmal roh, unbearbeitet und ungeschminkt …

(un)fertig, der Nachschlag

Gestern begriffen, dass die Tessiner Kirche das ideale Objekt für das noch nicht fertige Bild ist.
Hier eine weitere Variante:

Stichworte, über die ich nächstens mal zu bloggen gedenke:
– Baustellen … wie handhabe ich das Verhältnis zwischen freier Zeit und all dem, was ich jetzt endlich tun könnte, wenn ich grad nicht nichtstue. Wie selbstdiszipliert kann ich meine Zeit verwalten?
– die Feinheiten/Nuancen … ein Bild und ein ähnliches Bild – gleich und doch nicht gleich. Die gute alte Frage einmal mehr: Wo fängt Kunst an?
Aber erstmal ist Karfreitag, ist Ostern …
kleine Blogpause … Winkewinke …

fertig?

FERTIG gibt es nicht. Fertig ist ein Unding. Unfassbar. Ganz besonders in der Kunst. Einerseits musst du ja irgendwann einen Punkt machen, den letzten, andererseits wird dich immer das Gefühl begleiten, dass du mehr hättest tun können, mehr über- oder bearbeiten. Zum dritten aber, und dies ist nun die Kante der Münze, zum dritten weißt du, dass es wann immer du den Schlusspunkt auch gesetzt haben magst jedes Mal solche Menschen gibt, die sagen, dass du zu viel oder zu wenig bearbeitet hast. Was die Subjektivität und Unfassbarkeit des Begriffs beweist.
Da lob ich mir doch die hohe rohe Kunst, die Art Brut. Ja, die gibt es. Und sogar ein Museum drum rum. Rohe Kunst, Kunst von Menschen geschaffen, die nicht wissen, dass sie Kunst kreieren. Oftmals von Menschen, die psychische Probleme haben, die in Kliniken gesteckt worden sind, denen als einzig mögliche Sprache Stift und Papier bleibt. Kunst, die nicht auf die Regeln der ExpertInnen hört und die eigenen Gesetzen gehorcht.
Das Gegenteil von Mainstream, dieser Autobahn der Kunst. Überall – in der Musik ebenso wie beim Schreiben oder Fotografieren – diktiert ein Mehrheitsgeschmack, was angesagt ist. Oder ein Minderheitsgeschmack hinter den Kulissen. Fäden, lange Fäden. Big Business. Aber darüber wollte ich nicht bloggen.
Dafür über die Möglichkeiten, ja, über sie wollte ich sofasophieren … Am Anfang waren die Möglichkeiten, unzählige, unendliche, grenzenlose. Durch die Verdichtung von Energie, von Idee, von Phantasie, wird Möglichkeit Wirklichkeit. Durch meine Entscheidung für einen der vielen möglichen Wege, verlasse ich das Land der Optionen, dieses Land, in dem alles möglich ist, und ich betrete die Realität. Bei der iPhoneArt, von der ich hier schreiben will, zwar nur die virtuelle Realität, aber immerhin. Ich gestalte aus einem rohen Bild ein anderes, ein neues Bild, ein gefiltertes. So wie wir alle die Welt um uns herum immer auf die eine oder andere Art filtern. Wobei hier das Wort Art durchaus mit Kunst übersetzt werden darf.
Beispiele gefällig? Vorher:

… nachher:

Bilder: iDogma-Art
Das erste ist ein ganz simpler, nicht mal sehr gut belichteter Schnappschuss aus unseren Tessin-Ferien im November 2010.
Das zweite Bild habe ich nach den Regeln des iDogma ausschließlich auf dem iPhone bearbeitet. Von A bis Y. Nur das Z, in diesem Fall hier das Hochladen, geschieht der Einfachheit halber über den Rechner …
Ob das Bild nun fertig ist? Oder vorher schon? Immer gar? So wie wir?
Unterwegs und doch ganz.
Angekommen und doch unterwegs.
Auf der Reise und doch bei mir.

Fette Hummeln

Da wollte ich doch heute endlich meinen Arbeitsplatz einrichten. Spannend eigentlich, dass ich diesen Raum bis zuletzt aufgespart habe.
Den alten Laptop habe ich rüber in Irgendlinks Künstlerbude gestellt, dafür den neuen Laptop von dort in meine Künstlerinnenhöhle geholt. Auf den Schreibtisch unter dem Dachfenster gestellt, auf diesen neuen, wunderbar großen Tisch, wo schon fast kein Platz mehr ist.
Habe den Startknopf gedrückt um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Ein paar Mails. Steuerbehörde Bern. Bankgeschäfte. Dies und das. Und später würde ich dann die restlichen Kisten ausräumen, war mein Plan.
Draußen schönstes Frühlingswetter. Es ist kurz nach sechs Uhr und ich habe exakt null Kisten ausgepackt.
Ein Tag am Laptop. Nicht mal das Telefon habe ich mit hochgenommen, habe nichts gehört, nichts außer die fetten Wespen, Bienen und Hummeln, die sich in schöner Regelmäßigkeit durchs offene Dachfenster hier herein verirren, um von mir wieder in die Freiheit gefächelt und geschubst zu werden.

Abgeschottet war ich. Allein.
Der Test ist vollbracht.
Dieser Platz taugt definitiv zum Arbeiten. Und dazu, die Zeit zu vergessen.

Schnittstellenbabel

Samstagabend. Ich sitze am Ofen in meiner Künstlerinnenhöhle. Das Feuer singt und glüht vor sich hin, während ich diese Zeilen hier in die Tastatur haue. Seit heute Nachmittag bin ich, Irgendlinkseidank, drahtlos mit der weiten Welt verbunden. Ein langes Kabel macht es möglich.
Kabel. Stecker. Steckdosen. Router.

Seit Tagen ein wiederkehrendes Thema. SchweizerInnen wissen: Elektrogeräte zwischen Genf und Romanshorn haben, wie das hübsche Bildchen zeigt, meistens drei Stifte in den Steckern, während die deutschen Stecker jedoch immer nur zwei Stifte haben. Diese sind allerdings nicht länglich-schmal wie jene Schweizer Zwei-Stifte-Stecker angeordnet, die es ja ebenfalls gibt, sondern rundlich, so wie die früheren in der Schweiz. Kurz gesagt: ich habe das Babel der Schnittstellen betreten.
Ein bisschen fühle ich mich wie eins meiner Elektrogeräte – Getreidemühle, Mixer, Verlängerungskabel ecetera – das dieser Tage mit einem neuen Stecker versehen wird. Neukonfiguration allerorten.
Jedes Mal, wenn ich einen Schweizer Stecker abschneide, tut es ein klein bisschen weh. Anschließend schäle ich die drei im Kabel verborgenen Kupferdrähte blank und führe sie in den neuen deutschen Stecker aus dem Baumarkt ein, wo ich sie festschraube, damit sie mir auch hier, dank Strom aus der Dose, zu Diensten stehen können.
Gut verkabeln und dann einfach einstecken?

einfach zwei Bilder


tot oder lebendig?

Warme Decke …
Bilder: iDogma-Art
Das erste habe ich mit den Kameras Hipstamatic (Hintergrund) und ProCamera (Vordergrund) aufgenommen und mit Juxtaposer montiert.

Das zweite habe ich mit CrossProcess fotografiert, mit HDR Library, Diptic, und Grungestastic bearbeitet.
Beide habe ich vom heimischen Rechner aus hochgeladen.

hingefahren – Teil 1

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Auf dem Weg zur Lesung von MR in Z gestern Abend: Unser aller ewiger Birnbaum zeigt sich im schönsten Licht.
Nein, ich werde Irgendlink nicht mit Birnbaumbildern nacheifern, aber dies hier musste einfach sein. Und ja, genauso sah es wirklich* aus! Ich habe nur ein bisschen nachgeschärft, sonst nix.
Die Natur ist eben noch immer die beste Künstlerin. Die Künstlerin des Jahres, des Lebens, des Universums … for ever!
* wirklich? Lässt sich Wirklichkeit denn wirklich, wirklich abbilden? Wirkt sie? Und wie?

Artist Of The Day

Irgendlink ist unerträglich. Darf ich dich noch duzen?, ist wohl grad noch das harmloseste, das er von sich gibt. Jetzt wo du doch …
Warum denn das? Guckt mal hier: www.iphoneart.com (11.4. abends, bis 12.4. abends, US-Zeit)
Für die nächsten vierundzwanzig Stunden bin ich Artist of the Day, Künstlerin des Tages. Wie ich zu dieser Ehre komme, weiß ich zwar nicht so genau, aber freuen tuts mich alleweil. Seit etwa drei Wochen stelle ich in dieser internationalen Community täglich ein bis zwei Bilder ein. Dass es einen Artisten oder eine Artistin des Tages gibt, habe ich natürlich schon mitbekommen, aber … öhm.

Ja, ich gebs zu, ich freue mich. Ich freue mich, dass meine Freude am Bilderbauen rüberkommt und andere anspricht.

weitgereist

Am Anfang war Axels Einladung. Vor Wochen schon. Dass wir herzlich eingeladen seien, mit ihm seinen fünfzigsten Geburtstag zu feiern. Obwohl wir ja Axel nur aus der Blogospähre kannten und umgekehrt. Seltsamerweise freuten sich Irgendlink und ich sehr, obwohl wir doch beide nicht unbedingt die Typen für Großanlässe sind. Auch Bloggerin Wildgans sei eingeladen, schrieb Axel. Was alles ein bisschen leichter machte und zusätzlich unsere Neugier weckte. Wann hast du schon die Gelegenheit, Bloggende live kennenzulernen?
Bloggen ist so eine Sache. Bloggenden sind ja auch bloß Menschen. Doch wer sind sie wirklich – so ganz ohne den schützenden Vorhang des weltweiten Netzes? Bloggende zu enttarnen birgt schon so gewisse Risiken. Von Nebenwirkungen solcher Enttarnungen will ich gar nicht erst reden. Oder doch einfach kurz erwähnen, dass jene von Irgendlink und Sofasophia vor bald zwei Jahren nicht ohne Folgen geblieben ist. Ich wäre heute, ohne diese, nicht mit Sack und Pack hier, auf dem einsamen Gehöft.
Samstagmittag. Wir fuhren also los. Nach Franken, wo Axel lebt und das – wie ich gelernt habe – zwar Bayern ist, aber eben doch nicht richtig Bayern. Franken eben.
Ein bisschen schüchtern waren wir schon, als wir die vielen Leute sahen, doch Axel und seine Liebste hießen uns so herzlich willkommen, dass wir uns auch tatsächlich schon sehr bald sehr willkommen fühlten. Ein Lächeln hier, ein freundliches Wort da und schließlich dürfen wir Wildgans und ihre kleine Schwester R. kennenlernen. Sympathische Menschen überall. Eine sehr angenehme Atmosphäre. Da und dort werden kleine und große Gespräche geführt. Und unbedingt muss hier auch das wunderbare Büffet erwähnt werden. Köstlich!
Livemusik. Lachende Menschen. Einlagen aller Art. Verwandte, Arbeitskolleginnen und –kollegen und der große Freundeskreis haben sich mächtig ins Zeug gelegt, mit akustischen, visuellen und verbalen Einlagen den sympathischen Jubilaren zu ehren.
Spätnachts, im Pensiönchen, fallen wir todmüde in unsere Betten, um nur wenige Stunden später mit den anderen Gästen in der Gaststube zu frühstücken. Spätstück gab’s dann gleich anschließend, zurück in der Mühle. Wieder schöne Begegnungen. Kürzere und längere Gespräche. Die Einladung gar, am traditionellen Pfingstzelten des Freundeskreises teilzunehmen. Welche Ehre!
Gehen, wenn es am schönsten ist, soll man, wird gesagt. So fuhren wir also um den Mittag herum weiter. Anschlusstermin. Auf dem Land. Bei N., einem alten Freund von Irgendlink. Hach, was für eine zauberhafte Gegend, die N. bewohnt! Nur schon die Anreise ließ mein Herz höher schlagen. Und erst der Spaziergang in der Nähe! Gespräche über die Welt, die Liebe und das Leben. Vertrauter Austausch. Unanstrengend. Erholsam. Ja, richtig gut tat es, hier, mitten in der Natur, zu sein.
Als Schlussbouquet besuchten wir Walburga (http://www.steinbildhauerei-herrmann.de/index.html), die uns ihre Steinkunst zeigte. Es juckte mich geradezu in den Händen. Die schon lange in mir dösende Lust, endlich einmal einen großen Stein zu bearbeiten, erwachte mal wieder. Bisher habe ich – leider  – erst mit Specksteinen gearbeitet, der Softversion des großen Steines quasi. Ein kleiner Vorgeschmack auf den großen Stein, den harten Stein, gab mir dies trotzdem. Ja, ich habe sehr großen Respekt vor dem Prozess der Steinbearbeitung – vor dem handwerklichen Teil ebenso wie vor dem künstlerischen. Doch eben auch große Lust, mich eines Tages auf diesen Prozess einzulassen.
Schließlich erneut Abschied nehmen. Auch hier gehen wir wieder, wenn es am schönsten ist. Mit der Absicht, bald wiederzukommen oder N. bei uns zu begrüßen.
Heimreise. Autobahn. Gemetzel zwar, doch schön war immerhin die Landschaft, die wir querten. Frühlingsschön. Üppig grün. Blüten überall.
Und schön auch, dabei den Liebsten neben sich zu wissen.
Schön, dieses Ja für einander in sich zu hegen.
Schön, das Leben, diesen Ausschnitt, unseren Ausschnitt davon, genießen zu dürfen.
(Bilder folgen in einem zweiten Eintrag)