Reiseerinnerungen | #nordwärts im Rückspiegel – Teil 2

Zwischen all der Kunst in Stade, Itzehoe und Kiel und all den Begegnungen mit lieben Menschen in Bielefeld, Itzehoe und unterwegs haben wir uns sehr oft auf Deichen fortbewegt. Und wir haben an all den weiten Stränden den Möwen beim Fliegen zugeschaut und den Schafen beim Grasen. Der Flut beim Abebben und der Ebbe beim Steigen. Wir haben Städte, Städtchen und Dörfer besucht und in Südjütland Minigolfkugeln in Löcher geschubst. Und gebadet in der Nordsee habe ich auch. Allerdings nur einmal. Auf einem Radausflug auf Nordstrand.

Ach, und all die Schafe. Und Schiffe. Und Leuchttürme. Und Häfen. Und ja, auch Fähre sind wir gefahren, zweimal. Von Wischhafen nach Glücksstadt und von Heikendorf nach Kiel Bellevue. Das war schön. Hach. Und überhaupt … ich weiß schon nicht mehr, wann ich das letzte Mal so weit ins Meer hinaus gewatet bin. Ach, Wattenmeer, dich lieb ich sehr.

Zeltauf- und -abbau war schon nach dem zweiten Mal ein fließendes Ballettstück zwischen uns beiden. Wie das Kochen auf dem Trangia. Das Glück, immer kleine, feine, günstige Campingplätze zu finden. Und nette Einkaufsläden. Und Ruhe, viel Ruhe.

Heute eine kleine Bilderschau von der ersten Woche, morgen dann von der zweiten.

Reiseerinnerungen | #nordwärts im Rückspiegel – Teil 1

Etwas mehr als zwei Wochen lang sind wir nordwärts gefahren. Mit Auto und Zelt haben wir uns über Bundes- und Landstraßen treiben lassen. Sind geblieben, wo es uns gefallen hat; sind weitergezogen, wenn die Möwen uns weiter nordwärts gerufen haben. So fuhren wir aus dem Süden – der Schweiz resp. der Südpfalz – über Bielefeld ins Alte Land Niedersachsen, nach Itzehoe in Schleswig-Holstein, an die Nordseeküste Schleswig-Holsteins, auf Nordstrand, weiter ins dänische Südjütland (nach Broager um genau zu sein), weiter an der Ostsee bleibend nach Kiel und von da aus schließlich wieder zurück.

Vor zweieinhalb Wochen haben wir im niedersächsischen Stade, das sich als sehr kulturaffine Stadt mit einem richtig schönen Ortsbild entpuppt hat, im dortigen Kunsthaus die Ausstellung von Wolfgang Herrndorf besucht. Sie hängt übrigens noch bis Anfang Okotober und ist echt empfehlenswert. Diese Bilderschau zeigt das bildnerische Schaffen Herrndorfs, der ja vor allem durch seine Romane und sein Blog, in welchem er über seine Tumorerkrankung und deren Auswirkungen auf sein Leben geschrieben hat, bekannt geworden ist. Vor vier Jahren hat er sich entschieden, seinem Zerfall und Leiden mit einem selbstgewählten Tod ein Ende zu setzen. Die gezeigten Bilder stammen aus seinem Nachlass. Sie zeigen seine unglaubliche künstlerische Weite und Vielseitigkeit, die ja auch in seinen Gedanken und Texten sichtbar geworden ist.

Dass er sich als bildnerischer Künstler hauptsächlich mit Auftragsarbeiten – für Satiremagazine ebenso wie für Verlage – über Wasser halten musste, hat ihn, wenn ich seine Texte richtig verstehe, sehr frustriert. Vielleicht darum hat er eines Tages das Malen gelassen und sich dem Schreiben zugewendet. Einen Teil seiner Bilder hat er, so lese ich auf Informationstexten, sogar ein Jahr vor seinem Tod zerstört.

»Es ist Herrndorfs unbestechlicher Blick gewesen, der die Schönheit der Natur, aber auch die Skurrilität des Lebens und die bizarren Facetten der menschlichen Gesellschaft aufdeckte. Er war auch als bildender Künstler ein Beobachter, Gestalter und Erzähler
Quelle: www.museen-stade.de

Wie auch immer: Die Ausstellung zeigt eine Vielseitigkeit, die ich selten so bei einem Künstler gesehen habe. Herrndorf zitiert Klassiker ebenso gekonnt wie er simple Redewendungen in Wortbilder und Comics übersetzt. Von Skizzen zu opulenten Gemälden ist alles da und fast kann ich nicht glauben, dass seine göttliche Komödie ein zeitgenössisches Gemälde ist und kein antikes.

Uns beiden hat es richtig Spaß gemacht, uns in die Bilder einzulesen, ihre Geschichten zu hören, sie zu betrachten.

Die Bilder stammen teils von Irgendlink (leider unabsichtlich mit einer etwas gelbstichigen Fehleinstellung aufgenommen) und teils von mir. Sie werden durch Draufklicken groß [Galerie].

Tipp: Mit der Eintrittskarte zum Kunsthaus können auch das städische Museum und das Freilichtmuseum besucht werden.

Fernweh oder doch eher Heimweh?

Der Liebste ist schuld. Weil er neuliche dieses Huckelpiste-Bild gepostet hat. Eine ganze Flut von Bildern, eine Woge von Erinnerungen an unsere Reise zum Polarkreis hat er damit losgetreten.

Vor sieben Jahren wars. Und ein paar Bilder und die ganzen Texte gibts noch immer im Netz (siehe mein Bilderblog, mein Uraltblog und Irgendlinks Blog (zur Tour).

Schweden ist seit langem mein Sehnsuchtsland. Betrete ich schwedischen Boden ist’s um mich geschehen. Es fühlt sich einfach immer so richtig an, so heimisch, wenn ich dort bin.

Jetzt klicke ich mich einfach mal durch die Bilder von damals. Klickt, klickt, klickt … Bilder gucken ist fast so schön wie reisen. Aber nur fast … Nun ist es um mich geschehen. Ich vergeh’ fast vor Fernweh (oder Heimweh) nach Schweden. Und jetzt weiß ich auch nicht. (Pssst, eine der Optionen für die diesjährigen Sommerferien – allerdings jene, die wir uns eher nicht leisten können – spricht von Schweden. Mal schauen. Manchmal werden Träume ja wahr …)

(Etwa die Hälfte der Bilder sind von Irgendlink, die andern von mir. Die Reihenfolge für einmal zufällig, zufüllig sozusagen, aus der Fülle gepickt.)

→ Klick auf ein Bild und öffne so die Galerie.

 

Zum Geburtstag eines ganzen Landes | #umsLand

Vor ein paar Wochen habe ich über Irgendlinks Filmtag in Ludwigshafen berichtet, bei dem ich als stille Beobachterin und Handyfotografin mit dabei sein durfte. StammleserInnen erinnern sich vielleicht.

Nun ist es also soweit, der Film ist fertig und kommt am Sonntag im Fernsehen. Es ist eine Doku, in welche Irgendlinks #UmsLand-Radtour-Kunstprojekt integriert ist. Der erste Teil einer siebenteiligen Serie über das Land Rheinland-Pfalz, das heuer 70 wird.

SWR-Werbeflyer zur Jubiläumsserie über 70 Jahre Rheinland-Pfalz mit einer kurzen Beschreibung der einzelnen Filme
SWR-Werbeflyer zur Jubiläumsserie über 70 Jahre Rheinland-Pfalz mit einer kurzen Beschreibung der einzelnen Filme
Beim Klick aufs das Bild öffnet sich die Webseite mit den näheren Infos zur Serie.

Gestern Abend war in Mainz, im SWR-Haus, Vorpremière der ersten beiden Filme, zu welcher Irgendlink mit Anhang eingeladen worden ist. Was heißt hier Anhang? Er dürfe gerne ein paar Leute mitbringen, hieß es. Hat er. Mit dabei waren Frau und Herr Lakritze, Frau und Herr Stefunny, Twitterfreund @SchaferDieter und die liebe Silvia. Stefunny hat bereits darüber gebloggt.

EDIT: Lakritze erzählt hier über gestern Abend.

Nicht nur waren die Filme sehr sorgfältig und liebevoll gemacht, auch die ganze Veranstaltung hat mir gefallen. Die Verantwortlichen standen für Fragen offen und die ganze Atmosphäre war sehr angenehm.

Um das Wiedersehen mit unseren lieben Freunden zu feiern, verbrachten wir den Rest des Abends in einer gemütlichen portugiesischen Fußballerkneipe mit lecker Essen und total herzlicher Betreuung. (Ja, nicht einfach nur Bedienung …). Danke, Leute!

Zum Trailer des ersten Filmes geht es hier lang: Klick aufs folgende Bild >

Zum Film: Einfach aufs Bild klicken.
Zum Film: Einfach aufs Bild klicken.
Und nun hoffe ich, dass Irgendlink noch viele tolle Kunstprojekte umsetzen kann. An Ideen mangelt es jedenfalls nicht und die Resonanz gestern war ebenfalls sehr fein: