Dominoeffekt

Hätte ich nicht ungefähr die Hälfte meines bisherigen Lebens geraucht, wäre ich vielleicht heute nicht so fit, wie ich es heute bin. Alles klar? Nicht? Oukei, hätte und wäre gelten nicht, ich weiss, ich weiss, aber der Rest stimmt … ehrlich wahr! Denn ganz vieles lässt sich neu erfinden!

Weisch, ich webe hier ein paar Zipfelchen zusammen, die ich in den letzten Wochen mal fester mal loser zu fassen gekriegt habe. Alles ist relativ“ zum Beispiel das eine, oder alles ist verlinkt“ ein anderes und „wir sind all das, was wir glauben“ ein drittes. Alles? Hoppla! Das Wort „alles“ tut immer so verdammt wichtig, ich weiss. Es tut, als sei in diesen fünf Buchstaben die ganze Welt – halt, was sage ich da? – das ganze Universum eingepackt. „Alles“ tut grenzenlos. Und für einmal lassen wir ihm den Spass obwohl wir ja wissen, dass alles relativ ist … Ooops, da ist es es schon wieder …

Item. Back to Topic … Ein paar Zipfelchen will ich hier verweben. Biografische natürlich, wie könnte es auch anders sein, wo wir alle doch immer mit unsrer Biografie im Rucksack unterwegs sind.

Hätte ich also damals, mit süssen 16, nein zur Zigarette gesagt, wäre ich heute woanders. Wie gesagt, vielleicht viel weniger fit als jetzt. Wo und wie ich wäre? Ich weiss es nicht. Ist auch müssig. Dennoch habe ich bisweilen Lust, mir auszumalen, wie die „andere“ Sofasophia heute unterwegs wäre. Hätte sie auch irgendwann begriffen, dass sie gar nicht so bewegungsunlustig ist, wie sie immer geglaubt hat? (Wie meine Sportlehrpersonen mir ständig – mit ihren Noten – weismachen wollten und wie ich eines Tages zu glauben angefangen hatte …) Hätte die Andere wohl auch eines Tages zu joggen angefangen, wie jene Sofasophia, die ich heute und hier bin … die im Frühling endlich mit rauchen aufgehört und dafür mit laufen angefangen hat? Und die heute bereits süchtig nach diesem Zustand von Trance geworden ist, der sich nach einer Viertelstunde laufen oder so einstellt. Süchtig nach diesen Hormonen, die der Körper jeweils ausschüttet und die ich bis vor Kurzem ins Reich der manipulativen Werbemärchen verbannt hatte.  Als eine Erfindung der Gesundheits- und der Sportartikelbranchen.

Neulich – im Wald – überkam mich Panik: Was mache ich bloss im Winter? Nein, in ein Fitnessstudio will ich nicht. Ist mir zu … ähem, *hüstel* zu bieder? Irgendwie sowas eben … Und die innere Schweinehündin überwinden, um mir grossräumig ein Studio zu suchen, das meinen Ansprüchen genügen könnte …? Nö, keine Lust! Ausserdem kostet das …

Bestimmt gibt es ein Trainingsteil, das meinem Bewegungsbedürfnis entspricht!, dachte ich. Und fand in einem Katalog genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Visualisierung? Mit Hilfe von Google und ricardo.ch hatte ich mir ein paar Mausklicks später ein Teil ersteigert, das ich nun gestern im Jura abholen konnte.

Nein, die Lady auf dem Bild bin nicht ich.  Doch ein solches Teil, mit dem sie trainiert, steht nun in meiner Wohnung! Ehrlich: Es macht total Spass! Bin gestern so auf die Schnelle 6 km ge“joggt“.

orbitracDoch zuvor habe mir eine wunderbare Reise  geschenkt. Bin im Auto, mit lauter Musik und singend natürlich, durch eine der schönsten Landstriche der Schweiz gefahren, durch den Jura, einer meiner Lieblingsgegenden! So voller Schönheit. So voller Kontraste … Mal wild, mal sanft,  zuweilen hügelig und dann wieder weit … Grüne Wälder, Felder, gemähte Wiesen … Felsiges Gelände …  Bäche … Irgendwann werde ich wohl mal im Jura wohnen. Vielleicht jedenfalls. Wenn ein paar weitere Dominosteine gefallen sind.

Wer weiss?

Kopfstand mit Krone

Titel zu finden macht mir in der Regel Spaß. Dennoch frage ich mich bisweilen, ob ich nicht, wie in fast allen Bereichen meines Lebens, nun auch beim Blogen wieder in der Leistungsfalle gelandet bin. *seufz*

Bewusstes und unbewusstes Handeln. Mein grosses Thema zurzeit. Selbstbeobachtung. Was motiviert mich? Woran glaube ich? Ich bin, was ich glaube. Ich lebe so, wie ich es mir erlaube.

Wer mich kennt, weiss um meine Ambivalenz zum grossen Themenkreis Wünschen, Visualisieren und zum ganzen Machbarkeitshype, der Materialistinnen und Esoteriker gleicherweise befallen hat. Dennoch komme ich nicht umhin, tagtäglich zu sehen, wie wahr wird, was wir denken. Obwohl mir nicht immer ganz klar ist, was zuerst da war. Ich sehe, wie eintrifft, was wir vermeiden wollen, weil wir dem Anti-Wunsch so viel Aufmerksamkeit geben. Und ich sehe auch, wie eintrifft, was wir uns wünschen.

Wünsche weise, es könnte sich erfüllen!, sagt Luisa Francia bisweilen. Das bewusste Wünschen ist allerdings nur ein kleiner Teil unserer Realität, viel grösser ist das, was wir unbewusst glauben. All diese verinnerlichten Sätze. Wie hat doch Mutter damals gesagt …? Vater auch! Wir glauben und es wirkt.

Heute morgen habe ich beschlossen, nicht mehr länger Sklavin meiner alten Selbst- und Weltbilder zu sein. Ich nehme mir meine Freiheit. Ich will die alten Muster ein letztes Mal betrachten, würdigen. Danach Überflüssiges entsorgen (Sondermüll? Kompost?). Werkzeug dazu habe ich inzwischen eigentlich genug. Kraft gewiss auch. Nur am Mut fehlt es mir. Wie so oft. Die Königin meines Reiches zu werden, heisst Mut zur Eigenmacht. Endlich.

Ich frage mich einmal mehr, ob solches anderen einfach in den Schoss fällt. Womöglich ist es bloss so ein dämlicher Glaubenssatz von mir, dass ich glaube, mir alles mühsam erarbeiten zu müssen.

Denn vielleicht ist ja alles ganz anders!

Heute fällt mir kein kluger Titel ein. Sorry!

Wochenende! Um ein Uhr die Bude verlassen. Und entschleunigen …

Ich liebe diesen Übergang, doch manchmal fällt es mir schwer, das Tempo herunterzufahren und ich bin auch zuhause noch mit hundertachtzig Sachen unterwegs. Bei der Arbeit, im eiligen Funktionieren, im Handeln und Reagieren steckt so viel Ablenkungspotential. Aktivismus im Blut. Obwohl ich doch in meiner Freizeit  überhaupt nicht hetzen muss …

Immer wieder beschäftigt mich die Frage, wie ich in diesem hektischen Wirbeln bei mir selber bleiben und sein kann. Besonders dann, wenn ich nicht leisten mag. Weder in der Bude noch zuhause.

Diese Frage habe ich heute Nachmittag – unter anderem – mit einer Therapeutin diskutiert, über die ich unter anderem im nächsten Spurenheft schreiben werde. Sie ist Teil eines Frauennetzwerks, über das ich berichten soll/darf/will/kann. Nach einer wunderbaren Tibetan Tantra Pulsing-Behandlung erhielt ich Tee trinkend Einblick in eine mir bis anhin unbekannte Arbeitsweise. Was für eine Bereicherung mein Schreibjob doch ist!

Geht es in all unserm Unterwegssein und Erfahrungensammeln denn nicht schlicht und einfach darum, dass wir unser Bewusstsein für die vielen Perspektiven des Lebens öffnen? Dazu will ich zeitlebens bereit sein. Für neue Wege und neue Möglichkeiten. Und dabei  mich selber. Sein. Ganz.

What’s the meaning of life?

Meaning – Meinung ? Darf es ein bisschen mehr sein? Die gute alte Frage nach dem Sinn des Lebens – da haben sich doch schon weit geistreichere Köpfe die Hirne zermartert? Und dennoch stolpere ich immer wieder über sie … denn  Bedeutung soll es haben, das Leben. Inhalt. Gewicht. Grösse. Sinn soll es machen, das Leben. Sinn machen? Meine Haare stehen ob dieser Formulierung zu Berg. Wie kann denn ein Objekt, dieses Ding, das Leben, etwas machen? Ist es nicht vielmehr das Subjekt, das LebeWesen, ich, du, wir, das etwas tut? Umdem Leben Sinn zu verleihen. Oder auch nicht. So gesehen lässt sich Sinnhaftigkeit nicht wirklich objektiv messen. Sie wird immer subjektiv bleiben, da sie vom Subjekt aus geht. The meaning of life, die Meinung, die Bedeutung des Lebens?

Aus meiner Warte aus gesehen – subjektiv, wie gesagt – ist Leben Wahrnehmen, Erschaffen und Reagieren. Was ich heute tue und wie ich heute gestimmt bin, wirft einen Schatten auf meine Zukunft. „Ich bin“ ist die unendliche Gerade unter meinen Füssen. Der Teppich, der sich vor mir aufrollt. Und die grosse Illusion, die meinen Gedanken und Gefühlen Taten folgen lässt. Schreiben ist dabei mein liebstes Hilfsmittel, um meiner Wahrnehmung eine Form zu geben, die, ich weiss es, ebenso illusorisch ist wie der Teppich unter meinen Füssen. Schreiben ist dem inneren Stau nachgeben. Ist raus lassen. Ist loslassen. Ist kotzen. Und tut gut.

Gelingendes Leben ist, hervorzubringen, was in mir ist. Misslingendes Leben also, nicht wirklich und nicht wirksam diejenige zu sein, die ich wirklich bin. Nicht zu wirken, nicht zu leben, was in mir ist. Der totale Stau, der dem Fluss des Gelingens gegenübersteht.

In mir drin finde ich. Haufenweise Material. Gedanken. Aussichten. Rundsichten. Wörter. Bilder. Beobachtungen. Betrachtungen. Zur Kenntnis nehmen. Schönheit sehen. Und da ist auch die Lust, zu verarbeiten, was ich sehe, spüre, rieche, höre, atme. Was mich berührt, köcheln lassen, eindicken, Werte entwickeln, meine Mitwelt mitgestalten, kreieren, mich einmischen, auf den Tisch klopfen, aufbegehren und mich gegen Ungerechtigkeit zur Wehr setzen. Mir treu sein wollen, ist ebenso in mir, wie Selbstsabotage. Und da ist auch Ruhe. Und Liebe. Was immer sie ist, mag sie doch meinem Leben Bedeutung geben.

Was gut tut …

Immer wieder stolpere ich über dich. Leben ohne dich könnte ich nicht. Ich liebe dich, Schönheit. Was bist du wirklich – oder WER? Illusion? Eine Frage des Sichtwinkels, eine Frage des Lichteinfalls im wörtlichen oder bildlichen Sinn? Nicht definierbar! Doch irgendwo in uns drin steckt diese Ahnung von Schönheit. Von einer inneren Lust oder Sehnsucht getrieben, bewegen wir uns immer wieder auf Schönes zu. Zumindest die Anlage dazu ist, behaupte ich, in uns drin. Ist dem nicht so, sind wir entweder tief verletzt worden oder sind depressiv, masochistisch veranlagt oder sonstwie ge- oder betrübt. Dann kann Schönheit ganz schön weh tun und ist kaum auszuhalten.

In der Einsamkeit der Liebe lernen wir das Ertrinken, sagt Anne Michaels‘ in ‚Wintergewölbe‘. Die Einsamkeit der Liebe und das Ertrinken oder die Lehre desselben haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam, ausser dass beide unbeliebt sind. Zugegeben, diese Metapher kann ich nicht ganz knacken, doch ihre Schönheit berührt und nährt den zarten, melancholischen, ganz und gar uncoolen Teil meiner Seele.

Ja. Schönheit nährt. Ich mag besonders Schönheitshäppchen aus Worten, Sätzen, Gedanken und Berührungen. Das Betrachten glücklicher, lachender Menschen gehört ebenso zu meinen Seelenmahlzeiten wie das Betrachten eines Baumes. Oder spielende Kinder. Melodien, Lieder, Klänge. Das Klagen einer Klarinette oder eines Saxophons, das Jubilieren einer Violine. Vergängliche Naturereignisse wie die Sonne, die durch ein Blätterdach scheint oder auf oder untergeht (na ja, die Aufgänge bekomme ich kaum mit) oder ein Sternenhimmel in den Bergen. Es ist die Vergänglichkeit, die mich berührt. Überflutet. Schönheit lässt mich hoffen, dass doch nicht alles verdorben ist. Dass es so etwas wie Reinheit, Güte und Klarheit gibt. Nicht nur da draussen irgendwo, nicht nur in der unberührten Natur, sondern mitten unter uns. In uns. In mir und meinen Mitmenschen. Trotz all dem Scheiss, den wir anrichten.

Schönheit zu betrachten, mich auf sie einzulassen, ist meine Therapie. Nährend und heilsam. Und praktisch kostenlos.

Nein, Schönheit kann weder absolut gesehen werden noch für alle wahr sein. Sie ist einfach. Und sie tut gut.

Inspirationen

Brauchen wir für das, was wir ausdrücken wollen, Publikum, Rückmeldung, gar Applaus? Beim gestrigen Brunch mit B. tasteten wir uns Gedanken spinnend durch das Dickicht der Definition von Kunst. Ist Markensammeln Kunst? Ist (mein) Schreiben (in der freien Zeit) Kunst? Oder ist nur das Kunst, was ich öffentlich zeige.

Per Definition (Wikipedia) bezeichnet Kunst „im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein.“ (Zitat Ende).

Der Prozess. Ja, das ist mein Kunstverständnis.  Genauso schreibe ich. Während des Schreibens, schreibe ich, weil mir der Schreibprozess Spass macht. Um des Schreibens willen. Banal gesagt, zu meiner eigenen Freude und Unterhaltung. Und Regeneration. Wie andere deshalb lesen oder stricken oder so. Ich vertiefe mich in eine Geschichte. Trete dabei neben mich und stelle mich gemeinsam mit „meinen“ Protagonisten und Heldinnen einem Thema, einem Problem, einer Herausforderung. Weil ich mit ihnen zusammen Lösungen finden will. Weil ich es spannend finde, den Gedanken beim Denken, Schreiben, Spinnen und Vernetzen zuzuschauen. Und nachher zu lesen, was da so in mir drin abgeht, finde ich immer wieder spannend.

Wenn dann dieses Gewebe hinterher bei anderen etwas bewirkt, andere unterhält, anderen Mut macht, andere zu was auch immer inspiriert – umso besser.

Über die Künstlerseele habe ich vor einem Jahr oder so mal einen Artikel geschrieben.

Liebe B., deine Stimme ist einfach wunderschön und „couleur 20“ hat mich total bezaubert. Ich bin froh, dass du singst. Dass du eine von vielen möglichen Ausdrucksformen gefunden hast. Und bestimmt noch andere finden wirst.

Hey, Z., deine Inputs gestern Abend, was die Innenansicht eines Musikerlebens betrifft, haben mich für mein Weiterschreiben total inspiriert. Danke!
S’het mega gfägt mit öi!

Einstein, der Schamane

„Unsere Gesellschaft krankt am ständigen Werten und Vergleichen! So kann sich doch niemand gesund entwickeln.  Es gibt immer solche, die besser sind als wir. Und natürlich auch Schwächere. Die einen machen dich zur Schnecke, die andere machen dich überheblich. Schau einfach nicht hin und mach dein Ding.“

Nicht, dass ich das alles nicht gewusst hätte. Zum Glück bin ich nur passive Mithörerin.

Auch die passenden Antithesen kenne ich und ich weiss sogar, dass NICHT ein phöses Unwort ist, das einem Text schadet. Na ja, eigentlich weiss ich ziemlich viel. Zum Beispiel über die deutsche Sprache. Ich weiss ziemlich viel im Vergleich zu jemandem, der keine Ahnung von Sprache hat. Und ziemlich wenig im Vergleich zu einer Literaturprofessorin.

Alles ist relativ, sagte Albert schon vor vielen Jahren, alles verhält sich irgendwie zu irgendwas. Masse zu Unmasse, Menschen zueinander und zum Nichts, Wörter zueinander und Tiere und Pflanzen ebenfalls zu irgendwem.

„Alles ist mit mir verwandt“ oder „für alle meinen Verwandten“, sagen die Lakota, wenn sie in die Schwitzhütte kriechen. „For all my relations“. Zur Erinnerung an diese tiefe Verbundenheit.

Verbindung – Relation – Verwandtschaft –Versponnenheit – in Beziehung zueinander – im Vergleich zu … – im Zusammenhang … – abhängig von …

Ohne Vergleich keine Entwicklung. Antithesen zu den ersten Sätzen. Ohne Vergleich kein Input. Vergleich ist eine Orientierungshilfe. Auch wahr? Auch wahr.

Alles beeinflusst einander. Wenn ich eine Minute früher aus dem Haus gehe, verhindere ich dadurch einen Zusammenstoss mit einem Fussgänger auf dem Fussgängerstreifen. Vielleicht. Oder einen Unfall. WENN VIELLEICHT  – die grosse Brücke in die Welt der Vergleiche.

Wenn ich …
Wenn ich die Augen zusammenkneife und alles ein bisschen unscharf und verschwommen betrachte, sehe ich nur noch dieses grosse Netz, das über allem liegt und in allem ist. Jeglicher wertende Vergleich wird müssig.
Ich bin.
Teil von allem.

Mono(b)log

Neulich verstieg ich mich zur Aussage, dass Blogs Dialoge fördern. Diskutieren Menschen, die bloggen, tatsächlich mehr – virtuell und/oder im „richtigen Leben“?
Sind Bloggende dialogfähiger?
Was meinte ich wirklich?
Implizierte ich ins Wort „Dialog“ nicht vielmehr die Möglichkeit im fast grenzenlosen Raum von Blog und Internet, eigene Gedanken frei zu äussern, sich diesen Raum zu schaffen, ihn sich zu nehmen?
Wäre dies wirklich Dialog, da vielleicht niemand mitliest …

So what?

Monolog?
Dialog?
B-log?

Hauptsache Log(os), das Wort, findet Gestalt und Ausdruck!
Der Ausdruck genügt sich selber.

__________

Warum blogge ich? Die Frage könnte auch lauten: Warum schreibe ich? Sinnlose Zeitverschwendung, wenn ich Sinn darin messen wollte, inwieweit mein Handeln die Höhe meines Kontostandes steigert. In diesem Fall gar nicht.

Bin ich des Sinnes wegen hier (virtuell und/oder im wirklichen Leben)? Oder ist der Sinn um meinetwillen da? Weder noch? Sowohl als auch? Und was war zuerst … *gacker*

Als Mensch mit Such(t)struktur – als da wären Ex-Tabaksucht, Perfektionismus, Schoggisucht, Erdbeerensucht, Sinnsucht, Sehnsucht etc. – balancierte ich schon immer auf dem Grat zwischen subjektiver Wahrnehmung und Ratio. Stolpern tu ich oft, fallen ab und an und aufstehen jedes Mal von neuem. Sinnlos das Stolpern? Sinnlos Stürzen und Aufstehen?

Müssig mich zu rechtfertigen dafür, dass ich Sinn- und Absichtsloses tue. Wie zu bloggen zum Beispiel. Hauptsache es tut gut.

So what?

Vor- und Nachteile

Früher, als es dieses Blog noch nicht gab, schrieb ich Internettagebuch.
Seit fünf Jahren schon.
Der grosse Nachteil dabei: Kein Dialog möglich.
Der grosse Vorteil dabei: Kein Dialog möglich.

Heute, wo es dieses Blog gibt, stolpere ich über ähnliche Vor- und Nachteile.
Der grosse Vorteil eines Blogs: Dialog ist möglich.
Der grosse Nachteil eines Blogs: Dialog ist möglich.

Zauberspruch des Tages?

gefüllter Becher

Von der Stille geweckt worden. Sonntagmorgenstille.
Viel zu früh.
Kurze Nacht.
S. und ich haben bis halb zwei gebechert. Gebechert und über das Leben sofasophiert.

Ernten wir, was wir säen? Wie? Wann? Und ist, was uns geschieht, gerecht? Karma, Krankheiten, Schicksalsschläge, Verluste, Erfolge? All die Auf- und Ab-Bewegungen des Lebens – Ebbe & Flut – was haben sie mit mir zu tun? Woher kommt Inspiration, woher Talent? Woher und vor allem wozu?

Sind wir jemandem etwas schuldig, wenn wir ein Talent haben?

Wenn ich das Leben meiner Freundin S. betrachte, denke ich, dass wir alle wenig Ahnung haben, was Glück, was Liebe, was Gerechtigkeit ist. Und was Liebe für einen Preis hat.

S. war über zwanzig Jahre glücklich mit ihrem Mann zusammen. Ich meine wirklich GLÜCKLICH. Trotz Krisen. Zwei Freaks, die ihr Leben gemeinsam woben. Sie führten eine spannende Ehe und haben zwei tolle Kids! Vor einem Jahr wurde B. von einem Bus überfahren und starb innerhalb weniger Tage. Ist es gerecht, da S. doch ihr Mass an Schönheit und Glück bereits hatte? Gibt es davon für alle gleich viel und wäre das gerecht? Ist gleich viel gerecht?

Kommt das beste noch? Wenn ja, was?  Warten oder endlich leben?

Bilder in meinem Kopf.
Schieben sich nebeneinander, hintereinander, durcheinander.
Werfen sich wie Dias übereinander an die Wand.
Farben. Gerüche. Schatten.
Unscharf.
Ungefähr.

Irgendwo in mir ist Schmerz.
Und irgendwo in mir ist Staunen, dass wir noch immer da sind, S. und ich.