Von wichtigen Büchern und andern Geschichten II

(Teil 1 – hier klicken)

Woher kommst du?, fragten die andern. Wie bist du ausgerechnet hier, bei uns, gelandet? Du bist anders als wir!, meinten sie, sagten sie aber nicht. Das Märchenbuch verdrückte leise Tränen. Unsichtbar, denn Märchenbücher weinen schließlich nicht. Es sehnte sich nach den anderen Büchern, Kinder- und Jugendgeschichten, die früher Rücken an Rücken mit ihm hier gestanden hatten. Der Abschied war längst Geschichte. Von Brockenhaus war die Rede gewesen und unser Märchenbuch wusste heute nicht, ob es lieber mit den anderen gegangen wäre. Natürlich hatte es sich damals geehrt gefühlt, bleiben zu dürfen, als einziges. Warum auch immer. Naiv wie es gewesen war.

Als jedoch die Neuen nach und nach das Gestell erobert hatten, war es immer schweigsamer geworden. Und beinahe unsichtbar. Wenn sein Mensch den Raum betrat, hörte es schon gar nicht mehr hin. Früher hatte es auf seinem Nachttisch gelegen und seine Mutter hatte Abend für Abend aus ihm vorgelesen. Geschichte für Geschichte. Immer wieder von vorne. Sie waren Freunde gewesen. Fürs Leben. Hatte es gemeint. Bis es sich eines Tages im Büchergestell wiederfand. Für immer.

(Fortsetzung folgt)

Von wichtigen Büchern und andern Geschichten I

Es war einmal ein Märchenbuch. Wie alle Märchenbücher auf dieser Welt liebte es nichts mehr, als seine Geschichten mit kleinen und großen Kindern zu teilen. Es sehnte sich danach erzählt und es sehnte sich danach, gehört zu werden. Wenn etwas, das wir gerne tun, nicht getan werden kann, wird aus dieser Liebe Sehnsucht. Sehnsucht danach, wieder tun zu dürfen, wozu wir da sind. Nicht anders ging es unsrem Märchenbuch. Denn was nützte es einem Märchenbuch, da zu sein, aber nicht erzählt zu werden? Und was nützte es ihm, erzählt zu werden, doch von niemandem gehört zu werden?

Unser Märchenbuch war zuerst sehr traurig als seine Geschichten nicht mehr gefragt waren. Es war zwar da, wunderbar und zauberhaft wie alle Märchenbücher auf dieser Welt, doch niemand sah es. Das Märchenbuch lebte auf einem wunderbaren Büchergestell. Lebte mitten unter anderen Büchern, in denen jedoch keine Märchen wohnten. Die anderen Bücher erzählten Geschichten über das wirkliche Leben. Es waren wichtige Bücher. Ernsthafte Bücher. Nicht immer sehr nette Bücher, ironische auch. Hin und wieder lachten sie das Märchenbuch aus, das so gar nichts dafür konnte, dass es ein Märchenbuch war und sich in solchen Momenten dafür schämte eins zu sein. Die einen Bücher gaben mit den Dramen an, die sie zwischen ihren Buchdeckel horteten. Andere erzählten von Liebe, wieder andere von alten Zeiten. Alle waren sehr von sich überzeugt und davon, dass sie ein wichtiges Dokument dieser oder einer vergangenen Zeit seien, Es gab nichts wichtigeres, als über diese Welt zu erzählen. Das Märchen war zwar nicht gleicher Meinung, doch seine Meinung war definitiv nicht gefragt.

(Fortsetzung folgt)

Wirk

Grad Glücksrad vom Zettel gelesen statt
Glück grad, das ich am
Morgen sah. Roch. Fühlte.
Ahnte. Zwischen den Sätzen,
Zeilen, Wörtern. Die Stelle, wo es
still und weiß ist. Warum weiß ich
allerdings nicht. Das Weiß ebenso
wenig wie das Glück und am
allerwenigsten wie alles miteinander
wirkt. Aufeinander, in-
einander, zueinander, nach-
einander, gegeneinander.
Wirkt. Alles. Ursache
heißt nur der erste Dominostein. Alle
anderen Wirkung. Alle. Das Glücks-
rad zuerst. Auf dem Zettel.

sozusagen …

… grundlos vergnügt

Ich freu‘ mich, dass am Himmel Wolken ziehen
Und dass es regnet, hagelt oder schneit.
Ich freu‘ mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
Dass Amseln flöten, und dass Immen summen,
Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen,
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen,
Dass Spatzen schwatzen und dass Fische schweigen.

Ich freu‘ mich, dass der Mond am Himmel steht
Und dass die Sonne täglich neu aufgeht.
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehen.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehen.
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

In mit ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt, das Feuer ist geschürt.
An solchen Tagen klettert man die Leiter,
die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
– weil er sich selber liebt, den Nächsten lieben.
Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
Und an das Gute niemals ganz gewöhne.
Dass alles so erstaunlich bleibt und neu!
Ich freu‘ mich, dass ich … dass ich mich freu‘!

Mascha Kalèko
*1907 in Galizien + 1975 in Zürich

Von Tageszielen und warum ich Gamuppel mag …

Während mein Drucker auf Hochtouren arbeitet, um meine Blogeinträge des letzten halben Jahres in Buchform auszudrucken, und während sowohl Viren- als auch Systemscanner die Festplatten nach Schwachstellen absuchen, fällt mir ein, dass ich heute ja bloggen wollte.

Ob ich wohl den Backofen schon mal einschalten soll? Besser nicht, ich würde ihn bestimmt vergessen. Zumal ich soeben entschieden habe, erst Blog zu schreiben und hinterher Brot zu backen. Eigentlich besteht ein Tag ja aus nichts anderem als Entscheidungen. Wir priorisieren laufend, legen Reihenfolgen fest und bauen alles laufend um.

Eins meiner Tagesziele ist, euch endlich Gamuppel vorzustellen. Ein Buch für große und kleine Menschen. Doch um die Muße für Dinge zu haben, die mir sehr am Herzen liegen – sei es nun im Büro oder zuhause – muss ich mir immer zuerst den Rücken freischaufeln. Und dies bedeutete heute eben, meine ToDo-Liste mit zig Kleinigkeiten abzutragen.

Neue Scheibenwischer montieren, steht auf dem Notizzettel. Abgehakt.
Die restliche leeren Umzugkisten aus dem Auto holen. Abgehakt.
Wäsche falten und wegräumen. Abgehakt.
Diese und jene Mail schreiben. Abgehakt.
Backups machen, endlich mal wieder. Abgehakt.
Recherchieren für den nächsten zu schreibenden Artikel? Nö, mach ich in einer Woche. Zeit genug.
Brot backen?  – ich hoffe, der Teig ist in der Zwischenzeit noch nicht bis zur Decke gewachsen. Nein, definitiv noch nicht abgehakt.
Einkaufen? Kommt noch …

Von Vorfreude auf heute Abend, wenn mein Liebster kommt und von Vorfreude auf das Fest morgen steht nichts auf dem Zettel. Ist auch nicht nötig. Was ich tun will, tu ich sowieso, brauche ich also nicht aufzuschreiben. Auch von Gamuppel steht nichts drauf.

Gamuppel – das Buch, das meine Freundin Ulrike Gau geschrieben hat, lässt sich nicht so einfach einem Genre zuordnen. Ist es nun eher für Kinder oder doch eher für Erwachsene? Ist es nun eher ein Märchen oder ist es mehr Phantasy? Ist es gar ein Buch der Weisheiten oder einfach eine weise erzählte Geschichte?

Mir egal. Und Gamuppel bestimmt auch. Das ist ein kleine Kerl, der gemütlich auf seinem Planeten lebt. Alles gut und schön, wenn das Leben dort nicht zwei kleine Nachteile hätte. Erstens, dass Gamuppel alleine ist und es auf dem Schwarz-Weiß-Planeten keine Farben hat. Das heißt, so ganz alleine ist er ja nicht wirklich, denn da ist seine Freundin, Schlange Sssa und sie weiß ein bisschen mehr vom Leben als Gamuppel.

Dank ihr macht dieser sich eines Tages auf eine weite Reise auf, die ihn von Planet zu Planet reisen lässt. Unterwegs erfährt er von dessen Bewohnerinnen und Bewohnern, dass auf der Erde seine Hilfe gebraucht wird. Obwohl er mit Angst zu kämpfen hat, wagt er es, die große Aufgabe, die – wie sich herausstellt – kein anderer als er lösen kann, anzupacken. Nicht allein. Er findet Freunde und Freundinnen unter den Elfen, Drachen und Wichteln, Zwergen und Feen, die er unterwegs kennenlernt. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, die Erde zu befreien.

Liebevoll, witzig, kindergerecht und dennoch auch für Erwachsene nicht zu kindlich erzählt, überrascht mich die Geschichte mit immer wieder neuen Wenden, die nicht einfach ein Abklatsch von ähnlichen Geschichten ist, sondern immer wieder ganz eigenständig und originell daher kommt.

Lesen!

Und jetzt back ich Brot …

Das Ding mit dem Glück

Mach mit, wenn du willst. Und du auch.
Und du natürlich erst recht …

Glücklich und zufrieden bin ich …

– wenn ich am Morgen genau das richtige Musikstück zu hören bekomme, sobald ich die mp3-Kopfhörer ins Ohr stöpsle und fröhlich pfeifend statt morgenmufflig zur Arbeit radle.

– wenn ich es schaffe, gut gelaunt eine unglaublich anstrengende Arbeit, die meine ganze Konzentration erfordert, abzuschliessen.

– wenn Kollegin J., die erst seit gestern vom Urlaub zurück ist, sich nach J.s Jakobswegfinale erkundigt und sich über seinen Bilderlink, den ich ihr schicke, riesig freut, weil ihr die Bilder erlauben, in ihren eigenen Jakobswegerinnerungen zu schwelgen.

– wenn ich während der Arbeit einen Skypechat meines Liebsten erhalte, der mich laut losprusten lässt und mir ein anhaltendes Grinsen ins Gesicht zaubert.

– wenn ich nach der Mittagspause ins Büro komme und auf meine Tisch eine Schachtel Trüffel finde. Daran ein Post-it vom Scheff, der sich dafür bedankt, dass ich das Adressupdate erfolgreich abgeschlossen habe.

– wenn ich an einer Sitzung mit meinen Ideen zu einer guten Lösung beitragen kann.

– wenn ich nach einer intensiven Sitzung mit einer Arbeitskollegin ein gutes persönliches Gespräch führen kann, ohne ein schlechtes Gewissen wegen der vielen Arbeit zu haben.

– wenn ich gelassen bleiben kann, obwohl ich viel zu tun habe.

– wenn ich am Feierabend ein gutes Buch auf mich wartend vorfinde.

– wenn ich etwas kreieren, schreiben, malen kann, das aus mir herauspurzeln will.

– wenn ich meine Blogstatistik ignorieren kann und einfach um des Schreibens willens schreibe.

– wenn ich ans nächste Wochenende denke. An J., ans Fest in der Alpensauna samt HotPot, an meine Freunde und Freundinnen, die ich dabei sehen werde.

– …

– …

Und du? Was macht dich glücklich?

ersehntes Später

Gestern Abend zu später Stunde, bei Kollegin A. mit Raclette und einem guten Wein, und nachdem wir aufgehört hatten, unseren aktuellen Arbeitsfrusts Luft zu machen, kamen wir auf Ängste im allgemeinen und meine im besonderen zu sprechen.

Nein, wenigstens vor dem Tod habe ich keine Angst, sagte ich.
Ist denn deine Angst vor dem Leben, die du zuweilen erwähnst, nicht letztlich auch eine Angst vor dem Tod?, fragte A.
Zuerst verneinte ich vehement, doch als wir jede Angst als Angst vor der Angst und Angst vor dem Leiden an der Angst enttarnt hatten und gleich noch ein paar Schichten tiefer gingen, um der letzten aller Ängste in die Augen schauten, begriff ich: Sie, die große Unbekannte, ist die Angst davor, nichts mehr zu haben, nichts mehr zu wollen, nichts mehr zu können, nichts mehr zu sein und nicht mehr wirklich existent zu sein, sich aufzulösen. Lebendig tot zu sein. Die Angst also vor dem NICHTS? Und ja, vor so einem Tod, einem toten Zustand als Lebende, fürchte ich mich in der Tat.

Ich definiere mich hier und jetzt über mein Sein, Tun, Lassen, Denken und Haben. Und ein paar andere Dinge. Sollten diese alle umständehalber eines Tages wegfallen, bin ich dann noch immer ich? Oder wie fühlt sich dieser Worst Case wohl an? Könnte ich mich überhaupt ganz und gar verlieren, wirklich meine ich? Und ändert Angst zu haben etwas daran? Oder ist gar dieser totale Verlust das Nirwana oder die Erleuchtung? Und nein, eine abschließende Antwort haben wir keine gefunden.

Auch über das Leid redeten wir, über das Leiden an Umständen. Und wie anders es sich anfühlt, wenn wir einen schwierigen Umstand nicht zwingend als Leidensgrund, sondern einfach als Faktum definieren. Ob der Rücken wohl weniger weh tut oder die Angst vor dem Loslassen weniger schmerzt, wenn wir das Ganze einfach akzeptieren? Bestimmt brauchen wir weniger Energie im Umgang mit dem schwierigen Umstand.

Später wird eh alles besser, später,  wenn ich … Nein. Jetzt.

So hangele ich mich heute und morgen und übermorgen an meinem roten Faden durch mein Lebenslabyrinth. Auch so komme ich irgendwie vorwärts.

Apropos Gegenwart, hier noch ein kleiner Input …

Die Gegenwart ist schlimm, zu meiner Zeit war es besser, sagt der Mittdreißiger an der Bushaltestelle. Die beiden Angesprochenen schütteln den Kopf. Der Mittfünfziger sagt: Nein, nein! Noch früher, als ich jung war, da war es angenehm. Woraufhin der Mittsiebziger ergänzt: Tut mir leid, aber am besten war es ganz früher, als ich ein Kind war.

Der Mittdreißiger fasst den Zustand der Welt zusammen: Tja, wie auch immer. Heute ist alles nur noch Mist.

In diesem Augenblick taucht der junge Praktikant am Ort des Geschehens auf. Sein Gesicht ein einziges Leuchten: Aber bedenken Sie, meine Herren, wie wunderbar die heutige Gegenwart in der Zukunft sein wird.

Drei betretene Gesichter.

Schließlich wieder der Mittdreißiger: Stimmt! Ich kann es kaum erwarten, bis das Jetzt Vergangenheit ist.

Quelle: Comic „Die Ladenhüter“ von Boris Zatko, Coopzeitung vom 11.1.11, Seite 3.

Papiertütenbedarf

Wie die Geschichte hieß, habe ich längst vergessen. Ein Bilderbuch wars, eins für Kinder. Leider keins, das in meine spätere Bilderbuchsammlung Eingang gefunden hat, da ich diese erst in meiner Zeit als Buchhändlerin gestartet habe. Als ich begriffen hatte, wie viel Weisheit in Kinderbüchern steckt. Okay, das hatte ich zwar schon früher bemerkt, doch noch kein Geld für eine Sammlung. In einem anderen Leben wars, eins meiner sieben. Auch ob ich das siebte schon erreicht habe, weiß ich nicht. Mehr Nichtwissen als Wissen. Zumal zurzeit alles und alle irgendwie in Schräglage hängen und ich  mich frage, ob a.) alle anderen irgendwie schräg sind, die ganze Welt gar, oder ob b.) ich es bin, die schräg liegt. Ähm, sitzt. Siebtes Leben? Schräglage? Nein, darüber wollte ich definitiv nicht schreiben. Meine Finger haben sich mal wieder selbständig gemacht.

Über das besagte Bilderbuch, das ich leider nicht gesammelt habe, wollte ich erzählen. Damals, in meiner pädagogischen Erstausbildung, hatte ich es meiner Kindergruppe erzählt.

Die Protagonistin – ich meine mich an ein Mädchen zu erinnern, kann aber sein, dass es ein kleiner Junge war – wurde viele Bilderbuchseiten lang verfolgt. Der Grund ist in den Tiefen meiner Erinnerung ertrunken. Bezeichnenderweise. Wie die meisten Ängste hatte auch jene Angst des kleinen Mädchens vermutlich keine rationale Ursache. Tatsache war, dass es vor ihr davonlief. Keine Zeit zurückzuschauen. Das Kind rannte um sein Leben. Dunkle Flure. Dunkle Wände rechts und links. Über dem Kopf des Kindes Gedankenwolken. Das Monster darin wird größer und größer. Seine Schritte lauter und lauter. Schließlich die Sackgasse. Ich sehe das Bild noch vor mir. Das Kind rennt auf eine Wand zu und bremst im letzten Moment ab. Es dreht sich um und sieht in die …

… riesigen furchtbaren Augen und in den riesigen weitaufgerissenen Schlund des Monsters?

Nein, falsch!

Zuerst sieht es gar nichts, weil sein Blick zu weit oben sucht. Doch da ist nichts. N I C H T S! Es senkt den Blick und entdeckt einen kleinen Hund, der, zum Spielen bereit, mit dem Schwanz wedelt.

Meine Kindergruppe ließ ich daraufhin auf Brottüten aus Papier ihre persönlichen Monster aufmalen. Anschließend pusteten wir die Tüten wie Ballons auf. Wir zählten laut auf drei, dann zerplatzten wir mit lautem Knall die Tüten mit der zweiten Hand. Das befreiende Lachen, das danach den Raum bis in die hintersten Ritzen ausgefüllt hat, gehört zu einer meiner vergessenen Lieblingserinnerungen aus jenem Leben.

Vielleicht müsste ich mir nächstens ein paar Papiertüten beschaffen …?

eingebläut

Samstagmorgen. Im Bett. Ich lese auf dem iFon Blogs und Mails. Ist noch zu früh aufzustehen. Nicht an einem Samstagmorgen. Obwohl ich heute viel vorhabe. Putzen endlich mal wieder. Mit Packen und entrümpeln weitermachen. Und abends mit Freundin M. thermalbaden und saunen.

Bloggen könnt ich mal wieder, denke ich. Hm, nö, was sollte ich schon schreiben. Ist ja auch kaum was passiert. Außer dass ich gestern ganz aufschlussreiche Tarotkarten für das neue Jahr gezogen und am Nachmittag einen nährenden Besuch bei meiner lieben Freundin C. und Little.-F. erlebt habe. Und am Abend bei R. ein paar Umzugskarton holen konnte. Kaum was erlebt, dass sich zum teilen lohnt? Kaum was gedacht, dass sich zum teilen lohnt? Ansichtssache, ich weiß …

Vielleicht doch besser, ich zitiere mal wieder die gute Luisa, die gestern in ihrem Webtagebuch eine Radiosendung über das leide Thema Gewohnheiten resümierte.

„virginia woolf und sigmund freud zum beispiel, oder stephen king, teil(t)en sich die zeit akribisch ein, in der sie arbeiten „mussten“. ich halte es mit den bewohnerInnen eines dorfs in mali. es gab dort einen webstuhl, der auf dem dorfplatz stand, wer lust hatte, webte. doch gab es keine arbeitspflicht. leistung und ehrgeiz waren in diesem dorf, das ich besuchte (und ich hoffe es ist noch so) keine sozialen werte. freude an der arbeit schon. und kunstvolles weben auch. dieses dorf stellte sehr beliebte gewebe her, die auch immer irgendwie fertig werden. so arbeite ich.“

(Quelle: Zitat Luisa Francia, luisa in münchen – 07.01.2011 um 09:30:13)

(Notiz an mich: Vielleicht sollte ich mal nach Mali gehen … oder zumindest die mir gesellschaftlich eingebläuten sozialen Werte überdenken?)