das leben ist
manchmal zum grübeln und manchmal zum stöhnen (seufzen?)
manchmal zum weinen (vor freude? vor trauer?) und manchmal zum schreien (vor schmerz? vor lust?)
manchmal zum flüstern und manchmal zum schreien (vor freude? vor übermut? vor entrüstung?)
manchmal zum schimpfen (zetern?) und manchmal zum (wie übersetze ich bloß gögge ins hochdeutsche? erbrechen? brechreiz haben?)
manchmal zum dran rum fingern und manchmal zum angestrengt arbeiten (gibt’s dafür keine passenderen verben?)
manchmal zum rülpsen und manchmal zum – na, was wohl? – furzen natürlich …
manchmal zum hungern und manchmal zum kotzen
manchmal zum kichern und manchmal zum jauchzen
manchmal zum spinnen und manchmal zum seufzen
manchmal zum tanzen und manchmal zum stolpern
manchmal zum fliegen und manchmal zum kriechen
manchmal zum schmusen und manchmal um genau dort ein klein bisschen weiter zu machen
und manchmal zum stehenbleiben
und manchmal um einige schritte rückwärts zu gehen
und manchmal, ja manchmal, würde ich am liebsten von vorne anfangen
Wie versprochen der Versuch den gestern gebloggten Text ins Deutsche zu übersetzen. Ich habe dabei die Satzstellung aus dem schweizerdeutschen Text beibehalten … Da ich als Eingewanderte nicht wirklich perfekt berndeutsch spreche, wage ich nicht den Text als berndeutsch zu bezeichnen.
Einmal mehr begreifen ich, dass sich eine Sprache nicht eins zu eins übersetzen lässt. Die kraftvollen Schweizer Ausdrücke verlieren unterwegs ihre Melodie. Wörter transportieren eben mehr als nur einen Begriff, sie transportieren Emotion. Außerdem ist der berndeutsche Dialekt unendlich reich an vielschichtigen Wörtern, die, je nach Anwendung, mal so mal so verwendet werden. Nur schon für schreien (ob aus Lust oder aus Frust) gibt es unzählige Varianten. Als ob in Bern besonders viel geschrien würde … und ob ich wohl darum so gerne hier lebe? 🙂
Übrigens: Ein Online-Wörterbuch für Interessierte gibt’s hier (klicken).
Mich erstaunen Sprachen immer wieder, aber das Schweizerisch ist echt Klasse. Wie wir mal im Speisewagen eine schweizer Gruppe gehört haben, habe ich nix verstanden- mal ein Wort, aber keine Zusammenhänge. Liebgrüß U.