Guten Morgen Gretchen

Wichtiger als was wir glauben, ist, glaub ich jedenfalls, dass wir etwas glauben. Ans lautere Nichts oder an göttliche Arrangements ist da einerlei.

An etwas zu glauben, bewahrt uns davor, die Sinnlosigkeit des Lebens in seinem ganzen Umfang wahrzunehmen. Doch alles, was wir glauben, ist – vom Subjekt aus gesehen – Stückwerk. Ist Krücke. Ist Übersetzungshilfe. Ist Überlebensstrategie.

Ob es objektiv gesehen etwas gibt, woran es sich zu glauben lohnt, ist ein anderes Kapitel. Und ich behaupte hier auch nicht, dass ich nicht an solche Objekte glaube, sie für wahrhalte. Denn das tue ich. Irgendwie. Ganz besonders glaube ich an unsichtbare Netze und den lebendigen Geist in allem. An Verbindungen glaube ich. An Synapsen. An Schaltstellen und  an das unsichtbare, göttliche Internet sozusagen. Meine Festplatte ist so konstruiert, dass sich darauf solcherlei Software installieren lässt. Mein Betriebssystem tickt deutlich westlich, was heißt, dass ich gewisse „fremde“ Dinge nicht nachvollziehen kann. Nicht, weil ich es grundsätzlich nicht will. Mir fehlt schlicht die Relevanz.

Item. Wir brauchen also, wie gesagt, etwas, woran wir glauben und uns festhalten können, um besagte Sinnlosigkeit zu ertragen. Ob diese Sinnlosigkeit wirklich ist, weiß ich nicht. Sie ist auf alle Fälle relativ. Glaub ich jedenfalls. Relativ sinnlos eben. Doch mitten in der gelebten Sinnlosigkeit erlebe ich das Leben manchmal ausgesprochen sinnlich. Was dem Ganzen wieder Sinn verleiht. Ooops. Und so weiter und so fort.

Wir alle glauben. Etwas. Vieles. Bewusste und unbewusste Glaubenssätze steuern jede unserer Handlungen. Zum Beispiel: „Wenn ich krank bin, werde ich wieder gesund!“ Das weiß ich, weil es immer so war. Bis jetzt. Und hoffentlich auch zukünftig.

Meine Vorstellungen vom Leben und diese Glaubenssätze, die schon ganz früh gesät wurden – pränatal womöglich? – sind von einander abhängig. Da haben wir es: Alles verbunden.

Doch jetzt putz ich erst einmal meine Wohnung.

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Eben in meiner Fadenkiste gefunden. Ein weiterer Voller EinSatz.

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Ein kleines Credo

Ich glaube an die Wirkung, denn da etwas wirkt, IST es, ob ich es nun sehe oder nicht und deshalb glaube ich an den Wind und an die Steine im Flussbett, an die Orange in der Schale und an den Orgasmus, an den Kater nach einer zu kurzen Nacht und an die Lebensfreude, an die Tränen ebenso wie an den Tod, auch glaube ich an die Macht des Kugelschreibers als Zauberstab und ich glaube an die Macht der Worte.

to do

Bin unzufrieden irgendwie. Lebe ich so, wie ich will? Wenn nein, was müsste ich verändern? Wäre das Problem gelöst, wenn ich ein paar Äußerlichkeiten ändern würde und wenn ja, welche? Dabei postuliere ich ständig, die Form sei unwesentlich. Auf die Einstellung komme es an. Verkehrte Welt, in der ich mich mal wieder tummle. Wie im Kinderspiel, wo das Gegenteil gilt von dem, was gesagt wird.

Paradoxien, Spiegelbilder, Gegensätze. Und immer wieder inspirieren sie mich …

Die leise Unzufriedenheit tuschelt mir die Ohren voll. Sie nervt mich.  Oder besser: ich nerve mich. Besonders darüber, dass ich meine Langsamkeit bereits wieder verloren habe. Dass ich bereits wieder am Listen abtragen bin. Notiert habe ich nicht nur, was ich tun sollte, nein, auch was ich tun will … Auf einer der Listen stehen Namen drauf. Menschen, die ich mag. Vernachlässigte Beziehungen, die ich beleben will. „Ich melde mich bald!“-Versprechen, die einzulösen sind.

Dabei will ich doch bloß meine innere Ruhe – ob alleine oder mit anderen ist da einerlei. Das Gegenteil dieses aktuellen Getrieben-Seins. Frei sein.

Da! Schon wieder ein Gegenteil. Im Gegenteil ist immer das Gegenteil mit eingepackt. Logisch.

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Während ich heute Nacht im Bett diesen Gedanken lauschte, schichtete ich sie bereits in blogtaugliche Sätze um.

Bin gefangen von diesem Ding, diesem Blog, diesem Ort der relativ anonymen Selbstdarstellung. Diesem Ort des lauten, schriftlichen Denkens. Bin gefangen von der Leichtigkeit, mir der es mir gelingt, schreibend Ordnung in meine oft genug Wirren Gedanken zu bringen. Bin – jawohl, das auch! – gefangen vom unsichtbaren Publikum. Von den Statistik-Zahlen.

Gefangen im Geltungsdrang? In der Egomanie? Gefangen in der Freiwilligkeit!

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Mal wieder ein „Voller EinSatz“ aus meiner Fadenkiste. Passt irgendwie.

ZeitGeist

Um deinen dunkelgrauen ZeitGeist bei Laune zu halten, brauchst du ihn bloss wie eine Parkuhr – mit deinem Zeitmangel – zu füttern, doch egal, ob du nun mit Zeit handelst, nie Zeit hast, Zeit abarbeitest, andern Zeit stiehlst, Zeit absitzest, Zeit vorarbeitest, um freie Zeit zu schaffen oder ob du gar Zeit vertrödelst oder totschlägst, eins darfst du auf gar keinen Fall tun, denn sonst wird er sauer: Zeit haben.

Clustern I

Trotz Fieber habe ich mich heute Morgen ins Sternchen gesetzt und die Stadt verlassen. Nicht ganz freiwillig und doch ganz und gar, weil ich es will, fuhr ich aufs Land und traf eine Naturheiltherapeutin. Ich recherchiere für einen Artikel, der im Dezember erscheinen wird, und traf deshalb jene Heilpraktikerin, über die und deren Arbeit ich berichten soll.

Ich gebe zu, dass mich ihre Methode fasziniert. Trotz meiner Skepsis. Die Ausgangslage für die verschiedenen Therapieformen, die sie anwendet, ist das Blut. Es wird nach einem ganz bestimmten Verfahren getrocknet und kristallisiert. Das Muster des hoch vergrößerten Blutbildes liefert Hinweise über unseren ganzheitlichen Zustand. Die darin enthaltenen Codes wurden im Laufe der Forschungen immer feiner entschlüsselt und können, je nach Bedarf, für eine medizinische Diagnose oder für psychologische Befunde gelesen werden. Oder lassen sich für Methoden wie Systemstellungen (inspiriert von Hellinger) einsetzen. An einer solchen Aufstellung werde ich – für meinen Schreibauftrag –  in zwei Wochen teilnehmen.

Heute habe ich erstmal meine Blutprobe abgeliefert und mich mit ersten Infos eingedeckt. Die Auswertungsbögen der Muster anderer Blutbilder, welche mir die Therapeutin gezeigt hat, waren in meinen Augen sehr aufschlussreich. Da kann doch tatsächlich auf Grund des Blutkristallbildes auf familiäre Zusammenhänge, Themen, Problemstellungen, Blockaden geschlossen werden, wenn ich das Ganze glauben soll. Oder vielleicht auch ohne, dass ich daran glaube?

Eine künstliche, doch sehr fundierte Art des Hellsehens sei es, meinte Frau. K. Vieles ist wissenschaftlich nachvollziehbar, doch die Interpretation der Muster hat für mich schon etwas magisches an sich. Entweder Hokuspokus oder Inspiration! Ich will es ausprobieren. Freiwillig. Und werde erst noch dafür bezahlt!  🙂

Die Heinz-Cluster-Medizin ist ein Analyse- und Therapieverfahren, das moderne Forschung mit traditionellem Wissen vereinigt. Ihre Wurzeln liegen in der Paracelsus-Spagyrik, der Kristallographie und der Quantenmechanik.

Sie wurde von Ulrich-Jürgen Heinz anlässlich eines schweren Krankheitsfalles in der Familie entwickelt. Er begann sich für die Blutkristallanalyse, Destillationsverfahren und Pflanzenheilkunde zu interessieren und entwickelte daraus eine eigene Heilmethode. Diese sehr umfassende und vielseitige Therapie integriert all sein Wissen als Kunsttherapeut, Akustiker, Pädagoge, Philosoph und Pflanzenheilkundiger.

Neben den körperlichen und funktionellen Stoffwechselabläufen werden auch psychosoziale Aspekte mit ihren weitreichenden Wirkungen und Beeinträchtigungen sensibel herausgearbeitet. Die Auswertungen zeigen nicht nur das, wonach gesucht worden ist, sie liefern ein Gesamtbild des Menschen und zeigen auch Störungen auf, wonach nicht gesucht worden ist.

Aus reiner Neugier habe ich Frau K. gebeten, mir nicht nur die für die Aufstellung notwendige psychologische Auswertung zu besorgen, sondern auch eine, die mehr über meine körperliche Befindlichkeit aussagt. Nicht, dass ich hypochondrisch veranlagt wäre, nein, eher im Gegenteil … mal gucken …

Ach, übrigens, ich habe noch immer Fieber … Die Erkältung ist inzwischen erträglich, doch das Fieber – immer um 37.5 herum – nervt. Diese Wattescheibe. Alles Zeitlupe. Jetzt, wo ich eh frei hätte, wäre ich lieber gesund.

Aber, he nu … was wottsch mache …? Ich übe mich in Geduld …

nix – niente – rien

Bin heute Morgen mit Fieber erwacht. Nicht so hoch, dass ich an Schweinegrippe denken müsste, doch hoch genug, mir das Gefühl von Kranksein zu geben. Nein, so konnte ich nicht zur Arbeit gehen. Dabei sollte ich doch …

Nein, heute muss ich nicht. Es wird ohne mich gehen. Von meinen Kolleginnen bekam ich eben eine Gute-Besserung-SMS. Goldig.

Und ja … Ich muss heute gar nichts. Auch keine neuen Texte weben. In meiner Fadenkiste hat es genug … 🙂

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Nichts

Filmriss. Entschleunigen. Anhalten. Die Bremse arretieren. Die lineare Chronologie, durch die ich mich, ob ich an sie glaube oder nicht, tagtäglich bewege, unterbrechen. Kugelschreiber zur Seite legen. Durchatmen. Punkt. Schlusszeichen.

Sei willkommen, klitzekleines Nichts, Pause. Denn ich werde jetzt einfach NICHTS tun, hängen bleiben, wie die Welle, bevor sie bricht.

Nicht Zeit absitzen und mit dem Blick auf den Zeiger Stunden abhaken. Nicht warten. Nicht malen. Nicht lesen. Nicht schreiben. Nicht telefonieren. Nicht sprechen. Mich nicht austauschen. Keine Kontakte knüpfen und keine Löcher stopfen. Weder essen noch trinken. Weder kreieren noch tanzen. Nichts hinein und nichts hinaus lassen. Nichts entscheiden. Mich nicht ablenken lassen. Nicht werten und nicht planen. Keine Konzepte wälzen. Nicht denken, ja!, vor allem NICHT denken! Und auch nicht abwarten und Tee trinken. Weder mich konzentrieren noch meditieren. Und schon gar nicht der Regeneration nachrennen. Auch nicht nach vorne schauen und mich fragen, was ich nach dem Nichtstun tun werde.

Ich starre Löcher in die Decke, bis der Putz sich löst. Dann schließe ich die Augen. Will nur noch Seiende sein. Hier auf dem Sofa dösen. Und träumen. Schlafen, ich gebe es zu, ist eine ziemlich gute Form des Nichtstuns.

Der Schreibblock liegt neben mir. Und schreibend tue ich nun doch etwas. Kleide das Nichtstun in Worte, forme, gestalte gewichte es, gebe ihm womöglich sogar Sinn. Oder nehme ihn ihm weg.

Sinnloses sein und tun ist gar nicht so einfach. Ist untätig und ohne Beschäftigung zu sein, wirklich schon Nichtstun oder gar sinnlos?

Absichtslose Anwesenheit meiner mindestens sieben Sinne. So ganz ohne Beschäftigung sind sie jetzt. Ruhende. Fast pausenlos sind sie sonst auf Empfang, filtern und nehmen wahr. Sehen, hören, riechen, fühlen, verbinden. Sie bieten mir alles, was es zum Lieben braucht, jenem bedeutsamsten Ausdruck des Seins, dem ich nie entfliehen will.

Während sich meine Batterien aufladen, nichts tuend außer zu sein, weiß ich auf einmal, was ich nachher tun will. Denn jedes Nichtstun ist endlich. Solange ich Mensch bin zumindest. Es dauert höchstens so lange, bis ich pinkeln muss.

Was ich nach dem Nichtstun tun werde, fragt ich euch? Ich werde mir ein Bier holen!

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Diesen Text habe ich vor einem Jahr, anlässlich eines Kulturevents zum Thema Zeitverschwendung vorgelesen. Danke, dass ich, während du ihn gelesen hast, ein bisschen von deiner Zeit verschwenden durfte.

Ach ja, noch was … Heute bleibe ich bei Wasser und Tee.

Karlsborg – die Bilder

Meine drei Tage in Karlsborg habe ich sehr intensiv erlebt. Das Wetter hat mir zugesetzt, der Wind vor allem. Dazu meine Nicht-mehr-Flow-„Krise“ … Und doch: Dieser Ort war für mich irgendwie total magisch.

Bucht. Natur. See. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Auch war Hanna, die junge B&B-Wirtin, total goldig. Und die nahe Jugi, wo ich frühstückte, ebenfalls.

zu den Bildern: hier klicken …

karlsborg_forblog

Fällt mir grad was auf … Ich habe in Schweden das Alphabeth abgeklappert! Und erst noch in der „richtigen“ Reihenfolge … 😉

G wie Göteborg
J wie Jönköping
K wie Karlsborg
L wie Linköping

… und dann wieder von vorne …
Fortsetzung folgt!

vorläufig

So was aber auch! Das gäbe glatt ne Geschichte: J. teilte sein Krankenhauszimmer die letzten Tage mit einem Totengräber. Da sei ja bereits für alles vorgesorgt, meinte er. Na ja … seiner Moral und seinem Humor scheint das jedenfalls keinen Abbruch zu tun. Galgenhumor.

Ich selber hüte auch das Bett, resp. aktuell das Sofa, und fülle den Papierkorb mit vollgeschnupften Taschentüchern. Habe mich nach einem mühsamen Morgen im Büro, bei dem alles furchtbar anstrengend war, für den Rest des Tages verabschiedet. Bisschen Fieber habe ich und die Nase voll – wörtlich. Der Hals macht auch zu. Schweinegrippe? Nö. Eine banale Erkältung. Fühle mich einfach schlapp und es ist okay. Nichts müssen. Habe Siesta gemacht. Wenn ich nachts nicht schlafen kann, tu ich halt tagsüber. Doch nun zelebriere ich meine Auszeit. Wenn schon, denn schon. Besser Kranksein genießen, als mich darüber zu nerven. Vor allem, wenn ich es dabei noch schaffe, die Tastatur zu bedienen. Und das Hirn.

Warum ich und warum jetzt? Warum nicht! Meine Lieblingsantwort übrigens. Geht für alles. Zumal sie auch Frage sein kann. Also ziemlich kompatibel ist. Wer sagt schon, dass Antworten zu haben einfacher ist, als mit ungelösten Fragen zu leben? Denn habe ich erst ein paar Antworten gebaut, fallen mir dazu eh nur tausende von neuen Fragen ein. Und Geschichten!

Zum Beispiel zu diesen hier …

  • Na, um sich selber zu schützen natürlich!
  • Keine Ahnung …
  • Zu faul, würde ich sagen.
  • War sie nicht immer schon ein bisschen so … so … eben so!
  • Weil er keine Zeit hatte!
  • Sie ist froh, ihn los zu sein.
  • Müsste ich das wissen?

alltagen

Irgendwie seltsam, dieser Film, in dem ich stecke …
Als wäre ich nicht weg gewesen? Nein, das nicht …
Auf die Leute hab ich mich gefreut. War schön, das Wiedersehen … wirklich. Während ich in der Pause das eine oder andere Erlebnis meiner Reise erzähle, tauche ich intensiv gleich nochmals in das Gefühl von damals ein. Anders. Aber doch sehr bewusst.

Die Arbeit: Schon bald hatte ich die Übersicht. Dennoch, mir fehlt die Begeisterung. Obwohl ich doch eine wirklich gute Arbeitsstelle mit allem Drumunddran habe, sehne ich mich, seit ich im Arbeitsleben bin, nach einer Arbeit, die mehr mit mir zu tun hat und wo ich mit Herzblut mein Innen und mein Außen miteinander verweben kann. Wie diese ideale Arbeit aussehen könnte, weiß ich allerdings nicht, denn ich habe schon alle möglichen und unmöglichen Jobs gehabt. Und eigentlich allesamt wirklich gute Jobs, muss ich zugeben. Und wenn ich ehrlich bin, mach ich das Zöix, das ich im Büro mache, ja gerne. Trotzdem … Hans Sophia im Schnäggeloch hat alles, was sie will … Doch was will sie überhaupt?

Ooops … eben habe ich erfahren, dass ein mir lieber Mensch ins Krankenhaus musste. Immerhin endlich eine Diagnose! Heilung in Sicht? Ich hoffe es! Gute Besserung, J., und viel Kraft wünsch ich dir!