Meaning – Meinung ? Darf es ein bisschen mehr sein? Die gute alte Frage nach dem Sinn des Lebens – da haben sich doch schon weit geistreichere Köpfe die Hirne zermartert? Und dennoch stolpere ich immer wieder über sie … denn Bedeutung soll es haben, das Leben. Inhalt. Gewicht. Grösse. Sinn soll es machen, das Leben. Sinn machen? Meine Haare stehen ob dieser Formulierung zu Berg. Wie kann denn ein Objekt, dieses Ding, das Leben, etwas machen? Ist es nicht vielmehr das Subjekt, das LebeWesen, ich, du, wir, das etwas tut? Umdem Leben Sinn zu verleihen. Oder auch nicht. So gesehen lässt sich Sinnhaftigkeit nicht wirklich objektiv messen. Sie wird immer subjektiv bleiben, da sie vom Subjekt aus geht. The meaning of life, die Meinung, die Bedeutung des Lebens?
Aus meiner Warte aus gesehen – subjektiv, wie gesagt – ist Leben Wahrnehmen, Erschaffen und Reagieren. Was ich heute tue und wie ich heute gestimmt bin, wirft einen Schatten auf meine Zukunft. „Ich bin“ ist die unendliche Gerade unter meinen Füssen. Der Teppich, der sich vor mir aufrollt. Und die grosse Illusion, die meinen Gedanken und Gefühlen Taten folgen lässt. Schreiben ist dabei mein liebstes Hilfsmittel, um meiner Wahrnehmung eine Form zu geben, die, ich weiss es, ebenso illusorisch ist wie der Teppich unter meinen Füssen. Schreiben ist dem inneren Stau nachgeben. Ist raus lassen. Ist loslassen. Ist kotzen. Und tut gut.
Gelingendes Leben ist, hervorzubringen, was in mir ist. Misslingendes Leben also, nicht wirklich und nicht wirksam diejenige zu sein, die ich wirklich bin. Nicht zu wirken, nicht zu leben, was in mir ist. Der totale Stau, der dem Fluss des Gelingens gegenübersteht.
In mir drin finde ich. Haufenweise Material. Gedanken. Aussichten. Rundsichten. Wörter. Bilder. Beobachtungen. Betrachtungen. Zur Kenntnis nehmen. Schönheit sehen. Und da ist auch die Lust, zu verarbeiten, was ich sehe, spüre, rieche, höre, atme. Was mich berührt, köcheln lassen, eindicken, Werte entwickeln, meine Mitwelt mitgestalten, kreieren, mich einmischen, auf den Tisch klopfen, aufbegehren und mich gegen Ungerechtigkeit zur Wehr setzen. Mir treu sein wollen, ist ebenso in mir, wie Selbstsabotage. Und da ist auch Ruhe. Und Liebe. Was immer sie ist, mag sie doch meinem Leben Bedeutung geben.
Der Wahrnehmung eine Form geben, den Eindrücken einen Ausdruck gewähren, kreativ sein, angeschlossen sein an den inneren Strom. Diesen Fluss fliessen lassen. Das ist ein erotisches Leben. Schreiben ist erotisch.
Du scheinst ins Leben verliebt zu sein, gratuliere! Das ist wirklich das Schönste.
Herz, Rébecca
Ist ja schön schön. Gut zu wissen! 😉 Ist erotisch nicht irgendwie ein Synonym zu schöpferisch? Oder so …