Codes

Habe heute Nacht von Buchstaben geträumt. Dass das Alphabet der Schlüssel zum allem sei. Wenn wir es denn dechiffrieren könnten.

Wie damals als Teenie, als ich eine kleine Jungschar (ist so was ähnliches wie Pfadi) leitete und den Kids Geheimschriften beibrachte, versuchte ich im Traum die jeweiligen persönlichen Codes zu knacken. Ich sollte die Codes meiner Freunde erraten, um so bestimmte Texte übersetzen zu können, die wiederum irgendwelche Gefahren bannen würden. Krimi pur.

Hab mich später, erwacht, gefragt, wie wohl die Codes meiner Freundinnen und Freunde im realen Leben aussehen. Und wie mein eigener? Ist nicht in allem, was ich tue, eine Art Code verborgen, ein Muster, dem ich folge? Dass ich so handle, wie ich handle … all die Alltagsrituale, Vorlieben, Aversionen, Sympathien, Antipathien.

In Krimis werden jeweils die Festplatten der Ermordeten und der Verdächtigen untersucht. Diese PolizeibeamtInnen – und natürlich auch alle HackerInnen  – müssen ganz schön Ahnung von Psychologie haben! Wie tickt dieser Mensch?, fragen sie sich, während sie an der Festplatte rumbasteln. Was der wohl für ein Passwort hat? Dann die ganze Auslegeordnung …

Wie schnell wäre ich selbst wohl dechiffriert? Wie schnell würde jemand meine Passwort-Datei finden? Gibt es in der virtuellen Welt überhaupt noch Geheimnisse? Der gläserne Mensch. Und so. Und wäre ich, trotz meiner scheinbaren Transparenz, wirklich so leicht zu durchschauen? Zu verstehen? Wo ich mich doch oft genug selber nicht verstehe, meine ich.

In jenem Traum, so fällt mir jetzt weiter ein, verfasste ich ein Who-is-who über die wichtigen Menschen meines Lebens. Als Werkzeug um die Codes zu finden. Es galt, das unbewusste Muster, das hinter der ebenso unbewussten Wahl meiner Freundinnen und Freunde steckt, zu verstehen und mir nicht verständlichen Zusammenhänge zu erkennen. Um, wie gesagt, irgendwelche Gefahren zu bannen. Ich sollte mich dazu an jedes Detail erinnern. Wo ich wen kennen gelernt hatte. Was uns verbindet. Ob wir uns schon mal gestritten hatten und wenn ja, weswegen.

Wo sich wohl solche Träume tagsüber versteckt halten?

Ein Gedanke zu „Codes“

  1. ja ja dem ist wohl so – aus der Schreibschule hab ich eine Übung behalten – aus ABCD… Wörter bilden in der Reihenfolge des ABCD… die einen Gedanken ergeben und daraus ersehen was grad so im Innern ist

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