Ich spinne. Fäden. Rote. Braune. Was
nicht ist, war nie. Was nie sein wird, auch
nicht. Im Gefäß, das wir Tag nennen, sammelt
sich Zeit. Tag. Vierundzwanzig Stunden. Tausend-
vierhundertundvierzig Minuten. Sechsundachtzig-
tausendvierhundert Sekunden. Alle mit Anfang und Ende, säuberlich
definiert. Mit Grenzen, die nur sind, weil
wir sie benennen. Uhren, die nur ticken, weil
wir sie ticken und zählen heißen, Sekunden, Minuten, Stunden.
Tage. Tage, die tun als ob. Tage, die sich um
Mitternacht den Stab weiter reichen und sich
danach auflösen, als wären sie nie gewesen und sich
hinter den Vorhang der Vergangenheit
einreihen, die immer schon war. Oder nie.
Die
nicht
ist.
Nie mehr. Oder weniger.
Vielleicht ein Punkt? Womöglich
ein Ausrufezeichen. Schon vorbei.
Zukunft als Doppelpunkt mit
Anführungszeichen. Und Pünktchen. Ungeschrieben, doch
immer schon da. So oder anders. Wie eine
Wüstenrose ohne Wasser. Begeisterung der
Name des Wassers, das sie wecken wird. Lebendig
ist sie zum Trotz. Schon immer. Konservierte,
getrocknete Lebendigkeit. Schlummernd. Wartend.
Falsch! Sie wartet nicht. Sie erwartet nichts, sie
ist. Existent. Wirklich. Mehrspurig, nicht eingleisig
hängt sie ins Jetzt. Mein Jetzt schwabt
rückwärts. Ein bisschen. Roter
Faden verwebt die Zeiten, die nichts
sind. Nichts außer Gefäße. Dünn, hauchdünn,
spinnwebenfadengleich. Vernetzt mit allem, oben
und unten, hinten und vorne. Ebenso
verbunden mit Sicht- wie mit Unsichtbarem. Mit
springenden Punkten ebenso wie mit Schlusszeichen.