Wer bisher immer “Mitfahrer(in)” gewesen ist, kann sich überlegen, ob er fortan nicht lieber “Busfahrer(in)” sein will, (die) der den Kurs des eigenen Lebens bestimmt, wohl wissend, dass man auch als Busfahrer(in) von anderen abhängig ist, aber dennoch nicht zum Objekt wird. Auf diese Weise wird man wieder Herr(in) des eigenen Hauses sein, wie immer das aussehen mag.
Zitat Monalisa
und
Mein Kunststudium, die ganzen besuchten Museen, die Seminare, in denen ich das Gefühl hatte, angekommen zu sein und das Urrichtige zu tun … Nein, Seniorengaststudentin will ich nicht sein. Keine Wegnehmoma mit flotter schwarzer Baskenmütze. Aber was dann?
Zitat Wildgans
Nein, nicht dass ich mich schon alt fühle, das nicht. Auch bin ich weder Oma noch habe ich ein eigenes Haus. Außerdem fahre ich mich am liebsten selbst von A nach B; lieber, als mich von Bus, Tram oder Zug chauffieren zu lassen. Doch macht mich das alles nun zur souveränen Busfahrerin?
Es ist Tatsache, dass ich die Lebensmitte überschritten habe. Außer wenn ich einundneunzig Jahre alt würde. Oder noch älter. Die Mitte? Will heißen, vielleicht nochmals so lange zu leben? Puh oder Jippie?
Nochmals so viele/so wenige Jahre zu leben. Doch diesmal mit mehr Erkenntnissen als vor vierundvierzigdreiviertel Jahren. Und mit weniger naiver Leichtigkeit als vor vierundvierzigdreiviertel Jahren. Mit mehr Gelassenheit dafür. Mit weniger Erwartungen vermutlich. Fatalistischer und mit weniger Lebensenergie. Mit mehr oder mit weniger Lebensfreude? Manchmal macht es mir ein klein bisschen Angst, wenn ich an die Strecke durch den Urwald denke, die noch vor mir liegt. Wird sie anstrengend sein? Bisweilen habe ich auch Angst, dass Zeit und Kraft nicht reichen, um all die Ideen umzusetzen, die in mir schlummern. Schaffe ich es, immer zufriedener zu leben? Nehme ich das Steuerrad in die Hand?
Dazu eine kleine Geschichte, meine Lebensmetapher:
„Der Lebensweg gleicht einem Gang durch ein Labyrinth oder Mandala. Du wirst geboren. Damit fängst du mitten in deinem Kreis drin an. Du gehst und du vergisst zuweilen die Mitte, aus der du kommst. Du gehst immer weiter und weiter. Mal nahe der Mitte, mal fern von ihr. Irgendwann kommst du dort an, wo deine Außenwände sind. Deine ganz persönlichen, die du selbst bestimmt hast, irgendwann, irgendwo. Schliesslich gehst du weiter. Dein Weg führt dich, deiner inneren Weisheit folgend, wieder nach innen. Schritt für Schritt. Irgendwann langst du wieder in der Mitte an. Und das war’s dann*.“
© by Sofasophia
* Notiz an mich: da capo? al fine?
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Ich verlinke die von Monalisa erwähnte Sendung hier auch gleich nochmals:
Es muss nicht alles sein im Leben: Pläne sind schön … doch sie können auch zur Last werden
“ … wann darf man sagen: Es muss nicht alles sein im Leben? Wann ist es kluge Einsicht in die eigene Begrenztheit – wann ist es Resignation, weil die Ziele zu weit gesteckt waren und nun der Atem nicht mehr reicht?“
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wunderbar blogvernetzt- netzverbloggt sind wir. und ich werde zukünftig den bus fahren- nicht mehr gefahren werden, der erste schritt ist getan….
dir liebe grüße- und auch gute wege finderin sein…
Ich habe eine Weile überlegt, ob und was ich hierzu kommentieren sollte. Denn obwohl auch ich übers Älterwerden und das Verstreichen der Jahre nachdenke, habe ich noch nicht die Lebensmitte überschritten – oder eben vielleicht doch, wer weiß das?
Vielleicht werde ich nur 40? Vielleicht erlebe ich nicht mal mehr das nächste Jahr?
Wer weiß das???
Deshalb sage ich nur eins – und es ist freundlich und aufmunternd gemeint, keinesfalls zynisch und mitnichten ironisch:
Freu dich, dass du die Lebensmitte überschritten hast. Freu dich, dass du noch voller Ideen und Pläne steckst. Freu dich. Einfach so. Und ich freu mich auch. Vielleicht werden wir 100 und schreiben uns immer noch Kommentare?
Liebe Grüße von Kati 🙂