Reinkarnationen

Schade eigentlich um die tollen Räder, meinte Irgendlink jedes Mal, wenn er in Bern zu Besuch war und die vier beinahe fahrtüchtigen, defekten Räder auf dem Veloparkplatz vor meinem Haus sah. Früher standen alle mal im Keller, bis die Hauswart-Firma sie raufgeholt hat. Seither rosten sie vor sich hin. Meinem Liebsten juckte es in den Fingern. Die Idee, auch in Bern ein Rad zu haben, das auch mir und meinen NachbarInnen als Eratz- oder Gästerad dienen könnte, manifestierte sich gestern, als wir aus zwei Rädern eins bastelten. Siehe da: es fährt. Noch ist erst eine Bremse aktiv und noch brennt das Licht nicht, doch das ist eine Frage der Zeit.

Eine Testtour bringt es an den Tag: Das Teil hat Potenzial.
Damit fahr ich dir noch nach Compostela, meinte J. auf dem Rückweg unserer auch unter Everytrail geposteten Radtour.

Unterwegs zum ersten der drei gestern gefundenen Geocaches …

Hübsch!

gefunden II

Suchen und finden sind zwei Bewegungen, die mich zurzeit sehr beschäftigen. Kranksein bringt mich zum Innehalten. Wo stehe ich? Wohin bin ich unterwegs? Was will ich? Was will ich wirklich? Was wirkt?

Als ob da nicht schon genug zu suchen und zu finden wäre, hat mich Roswitha neulich angefragt, ob ich – mit anderen – bei einer der geplanten Eröffnungsaktionen des (ersten!) Berner Geschichtenladens „1002 Geschichten“ etwas aus meinem Fundus vorlesen würde. Am 14. September. Zum Programm-Flyer hier klicken. Nach längerem Überlegen und Zögern – hatte ich doch beschlossen, einstweilen solcherlei zu lassen – sagte ich zu. Ich würde ein paar Texte aus dem Blog vorlesen, ließ ich sie wissen. Bloß was? Zum Glück habe ich ein nicht-virtuelles Textarchiv angelegt und das lese ich, ausgedruckt, zurzeit. Kranksein hat auch Vorteile. Gestern, im ärztlichen Wartezimmer, diesen Text hier gefunden.

„Manchmal möchte ich ja all die Zeit, die ich fürs Schreiben verwende, gleich zweimal zur Verfügung haben. Anders gesagt: Mir fehlt bisweilen jene Zeit, die ich schreibend verbringe, für alles andere. Noch anders gesagt: Was machen eigentlich all die anderen Menschen mit jener Freizeit, die ich schreibend verbringe? Tja, dieses Andere in mir, das immer so tut, als komme es zu kurz, will eben auch getan, gelebt, gesehen werden.

(…)

Doch gibt es immer wieder auch Zeiten in meinem Leben, wo ich mir wünsche, dass meine Lebenszeit ganz ganz schnell vorüber geht. Dass ich mein Leben möglichst schnell und unbeschadet hinter mich bringen kann. Ohne irgendwo hängenzubleiben. Spur- und schrammenlos. Ich sehe mich lebenssatt, auf meinem Sterbebett liegend, zurückschauen und sagen: Well done. So will ich sterben. Wenn es so weit ist. Wie Antonia in Antonia’s Line.“

(Quelle:  „absurd“ by Sofasofphia)

Am Abend diesen meinen Lieblingsfilm schauen, war irgendwie naheliegend. Heulen tu ich dabei jedes Mal als sähe ich ihn zum ersten Mal …

gefunden I

Auf der Suche nach mehr Infos zu diesem Konzert hier, das ich mit ein paar lieben Leuten hören und sehen will  …

(Hier klicken zum OrignialPDF des Berner Symphonieorchesters
> dort  S. 23 anscrollen)

… bin ich über diesen Video hier gestolpert. Ein Sommer ohne die Ochsen wäre hart, doch ein Frühling ohne W. Nuss aus Bümpliz undenkbar … auch wenn sie hier nur in der Refrain-Melodie anwesend ist. Hörenswert!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=N5tDRAJ2Vx4]

konservieren

Den Tag mit hängen verbringen bis der Po weh tut. Im Bett. Auf dem Sofa. Krank. Fieber wieder. Sorgen bringen nix. Borreliose doch nicht gebannt?, geht’s mir dennoch durch den Kopf, trotz der Antibiotika?

Thriller lesen, ohne Pause, sogar auf dem Klo und danach endlich mal all die auf später verschobenen Mails schreiben. Schlappheit verdrängen, denn ich will nachmittags trotz Müdigkeit nicht schon wieder ins Bett, sonst kann ich Nachts nicht schlafen.

Abends dann endlich Irgendlinks und meine Reiseblogartikel in eine Art Buch umgebaut, chronologisch, mit Bildern. Will ich bald mal ausdrucken und binden/leimen lassen. Hat richtig Spaß gemacht. Bücher mach ich am liebsten.

Nun ruft das Kissen. Bin grad in einer nicht sehr kreativen Phase. Eher am konservieren und so.

Danke für die Kommentare, liebe Gabriele und auch andere … lesen und mich freuen tu ich sie immer, aber manchmal bin ich zu faul zum antworten …

(Kann frau so was bloggen? Hm … na ja … können schon, aber sollen? Dürfen?  … na ja, ich tu’s einfach …)

Bärn, ig ha di gärn

Sage ich neulich – noch in Schweden – zu J.:
Hier Bade- und Campingplatzwart zu sein, an diesem wunderbaren Ort, muss wunderbar sein. Da willst du bestimmt nie mehr woanders hin.

Meint J.: Oder vielleicht gewöhnt man sich irgendwann an die Schönheit eines Ortes und merkt gar nicht mehr, wie schön er ist … Und dann will man erst recht weg um die Welt zu sehen …
Ich: Die berühmten Kirschen in Nachbars Garten meinst du?
J.: Hmmm (zustimmendes Brummen). Du wohnst ja auch in einer wunderschönen Stadt und bist jetzt durch Skandinavien  unterwegs …

Ja ja, schönes Bern, das ich bewohne. Wie recht J. doch hat …

Ich war heute mit dem Rad unterwegs, habe meine erste iFon-Everytrail-Tour gemacht, dabei einen Geocache dank der neuen GPS-App* und der kostenlosen Geocaching-App*, die ich mir beide aufs Telefon geladen habe, gefunden und muss sagen: Das fägt!
Hier findet ihr meinen Trip …

Bild: Blick von der Kirchenfeldbrücke Richtung Bundeshaus. Dampfzentrale mit Liegewiese …

* als Ersatz für mein in Nordschweden verlorenes GPS. Die geneigte Leserschaft erinnert sich bestimmt …