Sag eine Zahl zwischen 1 und 360, sagt der Liebste beim Spätstück. Ich kaue an meinem Käsebrot. Denke: Kreis?
137, sage ich schließlich, du denkst an Himmelsrichtungen, stimmt’s? Er grinst.
Während du die Himmelsrichtung bestimmt hast, habe ich mir eine Zahl zwischen 1 und 50 ausgedacht, sagt er. Die Distanz in Luftlinie. 23.
Nachdem wir den Tisch abgeräumt haben, forschen wir nach unserem heutigen Tagesziel. 23 km von hier entfernt, in Richtung Südost, genau gesagt 137 Grad von hier aus. Mit meiner GPS-App namens GPS-Kit, die fast so gut ist wie ein richtiges GPS-Gerät, peile ich den Ort. Ein bisschen ungefährer als Irgendlink mit seinem Magellan Explorist, einem zwar alten, aber „richtigen“ GPS – aber immerhin auf 200m genau. Wir definieren den exakten Punkt im Koordinatennetz und suchen im Internet nach Geocaches* in der unmittelbaren Nähe unseres Ziels. Ein ganzes Nest hat es! Eins davon ist eine Bibliothek, eine Büchertausch-Box aus Tupperware, versteckt mitten im Wald. Was für eine geniale Idee! Wie wir wenig später die Dose finden und ich ein spannendes Buch (im Tausch gegen eins von Jürgens Jugendbüchern, „Störtebecker“) herausziehe, denke ich: Das muss so! Genau hier muss ich genau jetzt sein! Obwohl wir durch Zufall hier sind. Weil ich 137 gesagt habe und Irgendlink 23. Und obwohl ich ohne dieses Spiel nie hier gelandet wäre. Ein Märchenwald par excellence. Moos wie im Zauberwald. Pilze, wohin ich blicke.
Um unserer verrückten Idee endgültig Genüge zu tun, gehen wir los und suchen den ermittelten exakten Punkt. Hier finden wir eine Föhre. Stolz steht sie da und lotst uns weiter in den Wald. Zufall?
Zufall, dass wir mit unsern ausgedachten Zahlen mitten im Wald landen und nicht irgendwo in einem Dorf. Oder in einer Stadt. Ob der wunderbare Sonnenuntergang, den wir beim nächsten Cache, den wir auf dem Rückweg finden, auch bloß Zufall ist? Dass wir genau dann, genau dort sind und diese Weitsicht genießen können? Die Idee, sich an“zufällig“ ermittelte Plätze zu begeben, wollen wir auf jeden Fall weiterverfolgen. Zufall, dein Name sei Serendipität … 🙂
Nicht zufällig, sondern ganz bewusst geht’s auf Sofasophia appt die Welt fast täglich weiter mit neuen Bildern aus den Archiven. Eine Geschichte des Appspressionismus sozusagen.
Ebenfalls nicht zufällig, sondern ganz bewusst haben wir für pixartix_dAS bilderblog vor ein paar Wochen eine neue Idee umgesetzt. Unsere Online-Blog-Galerie macht nicht nur uns immer mehr Spaß, sondern auch unseren illustren Gästen. Bereits haben Frau Blau, Uwe, Lakritze und Tabea ausgestellt. Die nächsten Wochen zeigen wir Werke von Samtmut, Cambra Skadé, Dina Toffeefee und Haushundhirsch. Weitere Künstlerinnen und Künstler werden folgen.
Beim Herumbildern für ihre pixartix-Ausstellung hat Frau Samtmut einiges auflaufen lassen. Doch sogar aus Überflüssigemfluss lässt sich Tolles bauen. Dieses Bild hier zum Beispiel, das sie mir geschenkt hat … es soll euch Lust machen auf einen Besuch auf pixartix. Wir freuen uns schon sehr auf mehr.

Pic by Samtmut
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* für NeuleserInnen: Wir sind gerne in der Natur unterwegs, am liebsten auf der Suche nach Erdverstecken/Geocaches. Das ist eine Art moderne Schnitzeljagd mit Unterstützung durch Internet und Koordinaten/GPS. Siehe auch: geocaching.com.
