Sie will ja nur spielen

Nach Wordle** nun also Nerdlegame. Ein Spiel so verrückt wie sein Name. Oder eigentlich so simpel wie kleine Gleichungen mit den vier Grundrechnenarten auf Viert- oder Fünftklassniveau. Es braucht dazu eigentlich nur Lust, einem Rätsel auf den Grund zu gehen. Und nein, ich glaube, davon gibt es (noch) keine App. Es wird am Rechner oder auf dem Handy direkt im Browser – oder natürlich auch analog – gespielt.

Am Anfang hilft eine Portion Glück, danach fängt der knifflige Teil an. Wie im richtigen Leben.

Ich gebe eine kleine sechs*- oder achtstellige* Gleichung ein und das Nerdle-Programm meldet mir zurück, wie zutreffend ich geraten und gerechnet habe: türkisgrün heißt, die richtige Zahl oder das richtige Zeichen ist gefunden und an die richtige Position gebracht. Violett heißt, dass die Zahl oder das Zeichen tatsächlich in der Gleichung vorkommt, aber an der falschen Position ist. Schwarz heißt: falsche Zahl, falsches Zeichen – jedenfalls auf diese eine zu erratende Gleichung bezogen.

Nun kommen wir zum sofasophischen Teil meiner kleinen Metaphorik. Falsche Zahlen gibt es nämlich nicht, nicht wirklich, einzig kommen eben nicht oder selten alle Zahlen in jeder Gleichung vor.

Heute Morgen hatte ich eine wahrhaft schwierige Aufgabe. Dachte ich. Sie stellte sich allerdings, wie oft im Nachhinein, als sehr einfach heraus. (Nicht die oben einfügte Gleichung übrigens. Die ist schon ein paar Tage alt.) Na ja. Einfach und schwierig sind relativ. Die Wahrnehmung hängt oft von der Perspektive ab. Heute hatte ich zuerst in die falsche Richtung gedacht und viel zu weit gesucht. Was ich 1:1 auf mein Leben übersetzen kann.

Gestern spielte ich das Spiel als Analogversion per Chat mit einer lieben Freundin und deren Tochter. Mit Farbcodes wie beim Original als Rückmeldung.

Die von mir gestellte Aufgabe war allerding wirklich so fies  – mit Schnaps- und dreifach vorkommenden Zahlen –, dass die beiden sie nicht lösen konnten. Kein Wunder. Ich hätte sie auch nicht geschafft.

Und schon wieder etwas, das sich auf unser Alltagsleben übertragen lässt: Wir können nicht alles mitdenken. Es gibt fast immer viele Möglichkeiten, Probleme zu lösen, mehr als uns spontan in den Sinn kommt. Aber oft fallen uns die naheliegendsten und verträglichsten erst gar nicht ein.

(Möglicherweise ließe sich das jetzt sogar auf die ganz großen Probleme unserer Zeit übersetzen.)

Spielen hilft mir gerade sehr dabei, Abstand zum nicht sehr lustigen Alltag zu bekommen. Mich für kurze Zeit auf andere Dinge zu konzentrieren. Zahlen ordnen offenbar mein Hirn.

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Ich mache mal wieder die Kommentare auf, damit ihr eure Lieblingsspiele vorstellen könnt. Vielleicht dazu schreiben, warum ihr sie mögt. Gerne mit Link.


* In den Einstelllungen kann ich die sechs- oder achtstellige Version wählen.

** Mir bekannte Wordle-Versionen (englisches Original und deutsche Spiele):

3 Gedanken zu „Sie will ja nur spielen“

  1. (Auf die Gefahr hin dass ich an der falschen Stelle kommentiere)

    Danke für diese Empfehlung, auch die deutschen Wordles kannte ich noch nicht.

    Meine Neuentdeckung des Jahres ist “Simon Tathams Puzzles”, als App und Desktopversion verfügbar. Logikspiele wie Sudoku, Schiebespiel, Kästchen färben, Kacheln drehen, Zelte neben Bäumen aufbauen, Farbblöcke eliminieren, Nonogramm, uvm, insgesamt 39 Spiele. Die Grafik ist sehr schlicht, es gibt keine Werbung, keine Highscores, keine Anmeldung, keine In App Käufe. Die Parameter für die Schwierigkeit können pro Spiel individuell festgelegt werden. Alle Levels werden frisch generiert, so dass man es nicht “durchspielen” kann.

    Ich mag es, mir erstmal die jeweiligen Regeln zu erarbeiten und dann langsam die Schwierigkeit zu erhöhen. Zur Ablenkung aber auch mal ein einfaches Level, das trotzdem nicht langweilig ist.

    1. Willkommen und herzlichen Dank! Genau die richtige Stelle und genau der richtige Ort für genau diesen Kommentar ist das hier. Die Spiele guck ich mir unbedingt an. Klingt genau nach jener Art Spiele, die ich mag.
      Ich spiele aktuell oft ein „Sudokutetris“. Außerdem Kami 2 und Two Dots. Und das 2048-Original. Alle leider mit In-App-Käufen und Werbung.

      Inzwischen gibt es übrigens ein Wordlespiel (Costum Wordle) bei welchem sich die Wörter (eng, dt etc.) selbst generieren lassen. Und auch bei Nerdlegame ist diese Funktion nun inklusive.

      Auf viele wohltuende Spielereien!

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