Tagebuch der Klimakrise 06

20. August
Verschlafen (immerhin mal wieder genug), dazu hat der Wind die Fenster zugebatscht, so dass die Morgenkühle es nicht reingeschafft hat und die vom gestrigen 33 °C-Tag noch in der Wohnung klebt. Dazu wurde die Prognose für heute von okayen 26 °C auf 28 °C erhöht.
Und der Regen erneut vertagt.

Ich bin sooo angfressen, habe diese verdammte Hitze so satt, könnte heulen und Dinge werfen. Ich möchte das alles nicht, bin total überfordert.

Ja, ich bin einfach so verdammt wütend auf das alles gerade. Und weiß doch, wie wenig zielgerichtet, zielführend und letztlich hilfreich Wut in dieser Situation ist. Und doch ist Wut besser als die Hilflosigkeit, die ich sonst oft empfinde. Es ist wenigstens irgendwie ein aktives Gefühl und ich komme davon auch gerade nicht runter. Daneben ist da auch viel Enttäuschungstrauer und Zukunftsangst (wie wird es weitergehen: Winter, nächstes Jahr etc.).

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21. August
Zwar regnet die Wetterapp seit gestern Abend sehr malerisch, aber so richtig kann es in echt nicht geregnet haben, wenn ich die Balkonpflanzen frage. Das nächtliche Gewitter hat gut getan. Die Schwüle und Luftfeuchtigkeit klebt in den Zimmern. Durchzug ohne Wind ist relativ wirkungslos. Immerhin ist es heute maximal 20 °C, es besteht also Hoffnung auf langsame Abkühlung der Räume.

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23. August
Ich hörte neulich das neuste Hörbuch von Kathy Reichs (“Die Spur der Angst“, 2026), das im Sommer spielt (Juni-September). Und zwar in North Carolina, in Charlotte (auf dem 35. Breitengrad, ähnlich also wie – sagen wir – Tunesien).

Die Hauptfigur beschreibt das Sommerwetter und die Temperaturen ungefähr so, wie es diesen Sommer hier war.

Ich lebe ungefähr auf dem 47. Breitengrad.

Finde den Fehler.

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27. August
Weil es hier heute nochmals 31 °C wird, bin ich doppelt froh, nordwärts fahren zu können, zum Liebsten. Da wirds heute ja ‚nur’ 30 °C.

Die Nacht war nochmals so richtig schwül und nicht sehr erholsam. So bin ich aber immerhin früh erwacht und gepackt hab ich darum schon fast fertig.

Vielleicht komm ich hier vor 10 Uhr weg, bevor die Hitze knallt.

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28. August
Das Gewitter heute Nacht – ich bin beim Liebsten – war, in Zusammenarbeit mit dem Vollmond, der Gamechanger. Die zwei letzten Tage mit ihrer schwülen Hitze und einem 18 °C-Taupunkt sind Geschichte. Eben gewittert es erneut.

Heute Nacht hat es ständig geblitzt, oder gewetterleuchtet, nicht einfach Blitz und Sekunden später Donner, eher ein Dauergeblitze. Sowas hab ich echt noch nie bewusst erlebt. Dazu Starkregen, gefühlt 10 Minuten.

Tat und tut gut: Gerade wieder Starkregen. Hoffentlich regnet es den ganzen Tag weiter.

Vorschau:
Die Wetterapp kündigt in 8 Tagen bereits wieder 29 °C an.

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1. September
Am nächsten Wochenende sind wieder ü30 °C-Tage prognostiziert. Schwer vorstellbar. Jetzt ist es doch eigentlich genau richtig, finde ich, richtig gutes Spätsommer- oder Frühherbstwetter.

Das aktuelle Säulendiagramm mit den akuellen Prognosen sieht so aus:

Säulendiagramm der Temperaturentwicklung vom 22. Juni – 10. September. Es sind sehr viele Tage mit Temperaturen über 30 °C zu sehen und viele Nächte um 20 °C.
Säulendiagramm der Temperaturentwicklung vom 22. Juni – 10. September. Es sind sehr viele Tage mit Temperaturen über 30 °C zu sehen und viele Nächte um 20 °C.

 

So quasi auf Vorrat – denn der nächste Sommer kommt bestimmt! –, liste ich hier meine Hitze-erträglicher-Machen-Skills auf:

  • Fenster ohne Fensterläden von innen mit Rettungsdecken verdunkeln (silberne Seite nach außen).
  • Kühlsocken organisieren oder mit Fußbädern u/o Kühlakkus in Kissenbezügen die Füße kühlen
  • Kühlakku im Kissenbezug als Bettflasche zur Körper- und Fußkühlung
  • Schuheinlagen aus Stoff nass in die Latschen legen
  • Gesicht mit zuer Nase in kaltes Wasser tauchen so lange es geht
  • Nasse Tücher auf dem Kopf
  • Nasse Tücher auf der Schulter
  • Nasse Klamotten tragen

etc.