irgendwie schief

Digitale Bildbearbeitung, so habe ich neulich von J. gelernt, kann sich auf mehrere Ebenen ausdehnen. Ein Bild kann unendlich oft aufeinander kopiert werden, so dass Ebene für Ebene nach Gusto bearbeitet werden kann. Wie Overheadprojektor-Folien, die aufeinandergelegt seien, müsse ich mir das vorstellen. Wenn alle Folien schön aufeinander liegen, sehen wir nichts von den verschiedenen Ebene. Schizophren irgendwie? Die verschiedenen Ebenen können sogar bildfremde Objekte enthalten oder sein, dazu gefügte Elemente also. Zur Ergänzung oder Erweiterung des Gesamtbildes. Noch schizophrener? Oder ganz normal. Denn, wie gesagt, wenn alle Folien korrekt aufeinander liegen, sieht niemand etwas von der Splitterei und den vielen Schichten.

Auch meine vielen Lebensebenen schichten sich derart aufeinander. Hin und wieder lege ich eine neue Folie drauf, hin und wieder ist die eine oder andere Folie überflüssig geworden und löst sich auf. Doch werden es dennoch, je älter ich werde, immer mehr Folien. Und immer bin ich auf Kongruenz bedacht. Mit immer mehr Folien nicht ganz einfach.

Würde ich – so dies denn ohne etwas zu zerstören, ohne Schmerzen und ohne Verluste, möglich wäre – , einige der gemachten Erfahrungen oder der erlebten Begegnungen oder Beziehungen entfernen? Würde ich gerne die eine oder andere Folie löschen? Das veränderte Gesamtbild – wäre das noch dieses Ich, das ich bin? Und würde ich das Entfernte überhaupt erinnern oder vermissen können, wo es doch nicht (mehr) da ist? War es überhaupt je da?

Mit solcherlei Herzgespinsten heute Morgen aus den Ebenen der Traumwelt aufgetaucht, in welcher, wie immer, meine Folien ziemlich verschoben wurden. Ein verändertes Bild meiner selbst. Wie immer rücke ich als erstes, noch vor dem Augenöffnen, zurecht, was schief war.

6 Kommentare zu „irgendwie schief“

  1. @sebastian klaus
    willkommen hier!
    hm, den erfolg? na ja, lässt sich der denn messen? und wie? und, wenn ja, wäre ich denn die richtige person, um ihn zu beurteilen? 😉
    liebgrüss, sofasophia

  2. Nun ja, Sophia, den Erfolg dessen, was doch dich selbst betrifft, kannst doch auch nur du wirklich beurteilen, oder? Insofern bist DU natürlich die richtige Person um eine Beurteilung dessen vorzunehmen.

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