Tagebuch der Klimakrise 03

16. Juli
Kühle regenfrische 17-18 °C draussen. Die Wohnung das erste Mal seit langem wieder 23 °C kühl.

Noch ein heißer Tag (30 ° C), dann werden weniger heiße mit kühleren Nächten folgen. (Für wie lange wohl?)

Es tut sooo gut!

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24. Juli
Derweilen macht sich die nächste Hitzewelle auf den Weg in die Schweiz.
Vielleicht doch Sommerschlaf (analog zu Winterschlaf)?

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27. Juli
Ab morgen wieder nur noch ü30 °C-Tage und nur noch 2-3 u20 °C-Nächte. Wobei 18 °C auch schon quasitropisch ist.

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31. Juli
Abgesehen vom reißerischen Titel lesenswert:
»Neue absolute Hitzerekorde auf der Alpennordseite«

Die 4. Hitzewelle dieses Sommers. Erst der 3. Tag und kein Ende in Sicht …(Die erste war Ende Mai)

https://www.meteoschweiz.admin.ch/ueber-uns/meteoschweiz-blog/de/2026/07/neue-absolute-hitzerekorde-auf-der-alpennordseite.html

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1. August (Nationalfeiertag)
In der Nacht regnete es zum einen Fenster rein, die anderen sind zum Glück alle unter Dächern. Doch ausgerechnet gestern ist der Veloüberzug von der Sonne zerrissen. Jetzt ist der Sattel plotschnass.  Weil der Schutz nicht drauf war.
Jä nu … der trocknet wieder.

Ich hoffe, es regnet noch mehr … die Prognosen sind gruselig.

Immerhin das: Der Nationalfeiertag wurde gesamtschweizerisch ohne Feuerwerk und Augustfeuer begangen (wegen Waldbrandgefahr).

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2. August
Diese kurzen zwei Minuten der gefühlten Abkühlung nach der kalten Dusche. Hachz.

Gestern sind wir mit den Rädern bei lieben Menschen gewesen, 15 km hin (mittendrin ein Aarebad mit Abendpicknick), und später, als es kühle Nacht ist, wieder alles zurück, alles auf Aareradwegen. Ich liebe die Schweiz einfach für ihr Radwegenetz.

Dieses Nachtsfahren hat was. Ich glaube, das könnte meine neue Hitzewellenmedizin werden.

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3. August
Ich hab eben die neuen Wetterprognosen angeschaut. Mir wird ganz anders. Gestern sah es nach einer längeren ‚Unterbrechung der Hitze‘ aus, heute sieht es nach gerade mal 4 abkühlenden Nächten unter 18 °C aus. Und u30-Tage werden auch nur 4 angezeigt. Dann gehts wieder aufwärts.
Es ist so unglaublich anstrengend

Ich habe Glück, dass ich inmitten von Flüssen und Wäldern wohne. Immerhin viele Abkühlungsorte (Wasser) in der Nähe. Aber nur schon das Rausgehen ist Horror. Ich muss mich ständig kühl halten mit Venti, kühlen Tüchern, nassem Bikinioberteil …
Die Notwendigkeit, damit einen besseren Umgang zu finden, hasse ich. Es sollte nicht notwendig sein.

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4. August
Für die Akten:
Erste Laubbläsersichtung am 4. August! Immerhin fällt der Hitze wegen Rasenmähen weg.

Morgendliches Durchzug-Lüften als akustischer Super-GAU.

(Sind jetzt eigentlich alle durchgedreht?)

Diese 3. abendliche Radtour gestern war so genial. Diesmal wegen Hitze später und ohne Picknick. Anfängliches Fahren wie durch Haarföhnhitze, am Waldrand dann endlich ein Mü kühler. Vor dem letzten Drittel das erlösende, aaaah-auslösende Limmatbad, wo jetzt vermutlich irgendwo meine Radhandschuhe liegen. Der Rückweg schließlich im herrlich hautliebkosenden Regen.

Und den ebenfalls verloren geglaubten Schlüsselbund finden wir später in meiner Fronttasche unter dem Flickzöix.

Nasses Handtuch um zwei Kühlelemente (für Kühlboxen) wickeln, auf den Boden und – ah! – heiße Füße drauf.

Bei mir sind die Fußsohlen fast immer die schmerzhaft-heißesten Körperstellen. An den Füßen tut mir die Hitze regelrecht weh, und am Kopf. Der restliche Körper leidet auch, aber weniger im schmerzhaften Sinn, eher durch die sensorische Reizüberflutung der Haut.

Juhu, es regnete. Nur noch 27 °C in der Wohnung und 29 °C draußen. Alle Fenster auf, fast so was wie Wind gibts auch. Luftaustausch tut gut.
Vielleicht wirds heute keine Radtour, aber ein Spaziergang?
Oder Sofa? Sofa geht immer.

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5. August
Aus den 4 u30-Tagen und u20-Nächten ist ein einziger u30-Tag geworden und die u20-Nächte sind auch eher zufällig verstreut …

Ich mag nicht mehr.

Morgähn. Wir machen das jetzt wahr mit dem frühen Losfahren. Nach Tee/Kaffee auf die Räder Richtung Rhein. Ich nur ein Stück, der Liebste weiter Richtung Schwarzwald und nach Hause …
So lange es ‚kühl‘ ist.
Jedenfalls war es temperaturmäßig eine relativ erträgliche Nacht u20, auch wenn ich doof geschlafen habe.

Später: Noch nicht mal 12 Uhr und ich bin schon 25 km geradelt, war einkaufen und in der Bib Bücher zum Einfassen holen – ich mache das von daheim aus, weil es in der Bib so heiß ist –, habe das Bett frisch bezogen, zwei Waschmaschinen gewaschen, eine schon gehängt, die zweite gleich. Ach, und gefrühstückt hab ich zwischendurch und den Pillenvorrat für eine Woche gerichtet. Und geduscht …

Langsam kommt die Müdigkeit und ich verstehe so langsam dieses Konzept mit der Siesta in heißen Ländern.

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Das sind ein paar Momentaufnahmen aus meinem Alltag. Für die Akten.

Wie eine so lebt, während draußen die Welt kollabiert.

Die Surrealität dieses Sommer haut mich immer wieder aus den Socken; zwischendurch fühlt es sich aber auch so an, als sei es immer schon so heiß gewesen. Doch auch das ist irgendwie unwirklich.

Mit dem Wegbrechen von ansonten in diesen Gegenden üblichen Sommertemperaturen geht nicht nur unsere Lebensqualität verloren. Ganze Perspektiven brechen weg, die Natur leidet – die Wälder, die Ernten, die Tiere, Wasser wird immer kostbarer. Die Frustration über all die jahrelang verpassten und vertanenen Gelegenheiten, politisch sinnvolle Entscheidungen zu treffen, macht mich unglaublich müde und wütend.

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