Geheimnisse

Ein Stück für zwei.

Der Vorhang öffnet sich. Auf der Bühne gut ausgeleuchtet Sofasophias Schlafzimmer. Nichts Böses ahnend hatte sich die Protagonistin hingelegt, um sich von den Anstrengungen des Tages zu erholen. Kaum aus ihrem kurzen Nickerchen erwacht, betritt Xenö das Schlafzimmer. Einfach so. Unerwartet und ungefragt wie immer. Seine Fragen könnten auch diesmal nicht hartnäckiger sein. Da führt einfach kein Weg dran vorbei. Wer ihn ebenfalls kennt, weiß, wovon ich rede.

Sofasophia: Was ich mir wünsche?

Xenö: Genau. Das war die Frage …

Sofasophia: Schwierig.

Xenö: Nö, ist doch ganz einfach … fang einfach irgendwo an …

Sofasophia: Ooops.

Xenö:

Sofasophia: Frieden natürlich und für alle genug zu essen, logisch. Und dass es meinen Freundinnen, die darben, bald wieder besser geht. Dass alle Menschen fair mit sich selbst, miteinander und mit der Mitwelt umgehen. Dass die Bereitschaft wächst, dem  Bewusstsein entsprechend zu leben, dass wir alle vernetzt und voneinander abhängig sind.

Xenö: Jaja, schönschön, nettnett … aber ich meine eigentlich, was du dir für dich alleine wünschst. Mal ganz ohne dieses empathische Geschwafel …

Sofasophia: Wie bitte? Ist echt schwierig, wie gesagt. Nur an mich selbst zu denken, ist nicht so mein Ding …

Xenö: Jetzt tu mal nicht so heilig! Du hast doch bestimmt irgendwelche persönlichen Wünsche?

Sofasophia: (Klar, hab ich die, aber die binde ich dir doch nicht auf die Nase. Wäre zu peinlich …) Vielleicht … muss mal überlegen.

Xenö: Stell dich nicht so an … oder bist du bereits erleuchtet?

Sofasophia: (hüstel) Öhm nein. Aber gute Idee. Ich wünsche mir tief innen drin immer glücklich zu sein.

Xenö: (die Augen verdrehend) Und weiter …

Sofasophia: Jederzeit liebe Freundinnen und liebe Freunde, die mit mir unterwegs sind und dass mein Liebster weiterhin mein Liebster sein mag …

Xenö: Schon fertig?

Sofasophia: (Soll ich? Soll ich nicht?) Na ja … genug Geld, um sorgenfrei leben zu können, hätte ich auch gerne. Dann würde ich auf Reisen gehen … Jaaa, nicht arbeiten müssen, wäre schön.

Xenö: Aha, da kommen wir der Sache doch schon näher. Wusst ich doch, dass du auch materielle Wünsche hast … weiter, weiter …

Sofasophia: (Hilfe, das nenn ich Druck … aber die geheimsten Wünsche behalte ich für mich …) … ich bin ja auch nur ein Mensch, jetzt tu mal nicht so!

Xenö: Jaja, komm zum Punkt …

Sofasophia: Hey-hey-hey!

Xenö: Gleichfalls.

Sofasophia: (habe ich überhaupt eine Chance?) Also gut, wenn du mir versprichst, dass du mich hinterher in Ruhe lässt, verrate ich dir meinen geheimsten Wunsch!

Xenö: Versprochen.

Sofasophia: Aber das bleibt unter uns? Kann ich mich auf dich verlassen?

Xenö: Ehrensache …

Sofasophia: Und du lachst mich auch bestimmt nicht aus?

Xenö: Ehrensache …

Sofasophia: Also gut. Ich wünsche mir nämlich schon ganz lange einen Schuhlöffel. Nein, das heißt zwei Schuhlöffel. Einen kleinen für unterwegs und einen langstieligen für zuhause. Aber stabil müssen sie sein. Und handlich. Zum Beispiel aus Leichtmetall oder einem stabilen Kunststoff. Hey, du! Du sollst doch nicht lachen … Hast es mir versprochen …!!! Duuuuu!

Und weg war Xenö …

4 Kommentare zu „Geheimnisse“

  1. ihr witzbolde …
    klar könnte ich einen schuhlöffel brauchen, aber ich musste doch vorallem xenö irgendwie besänftigen …:-)
    lieber irgendlink ohne schuhlöffel, statt schuhlöffel ohne irgendlink. noch besser beide. 😉
    liebgrüß, d.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert