Bilder einer Ausstellung #2

Noch viel zu tun, schon viel getan. Zwar stehen unsere Bilder noch zusammenhangslos im Raum herum, doch immerhin sind sie fertig oder halbfertig gerahmt. Bis auf zehn. Passepartout-Karton ist alle. Die auf Aludibond aufgezogene Fotoabzüge sind alle mit Aufhängern versehen.
Nun gilt es ernst, der Countdown läuft: Welches Bild kommt wohin, neben welches?
Das wird eine intensive Woche, ich sehe es schon, denn Galerie und Umgebung müssen ja auch noch geputzt und die Werkliste ergänzt werden.
Doch am Samstag und Sonntag öffnen wir nachmittags die Türen weit: Kommt und seht selbst!
>>>> www.rinckenhof.de
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mehr: www.offene-ateliers-rlp.de/
zur Liste: www.offene-ateliers-rlp.de/images/stories/OATELIER/Teilnehmerliste2011_web.pdf (Seite 13, 6.te von oben)

Kunstzwerg im Rückspiegel

Ein Haufen Verrückter?

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Dank dieses Filmbeitrages könnt ihr nachträglich am Kunstzwerg-Festival bei uns auf dem Hof teilhaben.
Mike & Robert, Meng, Inox, der Hundefänger, data shock und auch Brandstifter kommen zu Wort.
Eine kleine feine Auswahl hat sie getroffen, die Redaktion. Ziemlich gut gemacht, find ich.

The (Mon)Day After

Mit Frühstücken, Aufräumen und Abschiednehmen ist der Montagmorgen viel zu schnell vergangen. Das achte Mainzer Kunstzwerg-Festival ist Vergangenheit. Die letzten Gäste sind abgereist, Brandstifter, T., seine Liebste sowie die beiden Künstler Mike und Robert aus New York und New Jersey. Sie alle waren seit Donnerstag mit uns hier zuhause.
Nur P., auch bekannt als Qqlka, ist noch da und der ist ja eigentlich nicht wirklich ein Gast. Er gehört sozusagen zum Haus und half heute meinem Liebsten das kleine Chaos – bestehend aus vollen und leeren Flaschen, vollen Säcken und leerem Mietkühlschrank – zu bewältigen, während ich wieder zur Arbeit gefahren bin. Ruhe kehrt ein auf dem einsamen Gehöft.
Doch unruhig war es die letzten vier Tage nicht wirklich. Turbulent eher … und lustig, inspirierend, lebendig, zuweilen chaotisch, immer bunt und belebend. Und vor allem sehr, sehr angenehm – all meine Ängsten zum Trotz. Die Leute, die hier ein und aus gegangen sind, haben sich sichtlich wohlgefühlt. Sie haben sich im Garten, auf der Terrasse im nahen Wald, im Atelier-Kulturraum oder in der Außenküche aufgehalten, haben geschlafen, nicht geschlafen, miteinander geredet, zusammen geschwiegen, sich gegenseitig zugehört, sie haben gestaunt und gedöst, geraucht die einen, das Feuer geschürt, getrunken, gegessen und sie haben den neuen Klängen gelauscht.
Verdichtetes Leben. Klangfarben vielerlei Kunst.
Ein besonderes Erlebnis für mich war die Begegnung mit der taiwanesischen Künstlerin Meng Wu (sprich: Mong), die hier nicht nur als sich selbst sondern auch als Blume auf dem Feld mit dabei war.

Mengs Blog: http://meng-hsuan-wu.blogspot.com/
Weil wir eine Wette abgeschlossen haben, die wir beide gewonnen und verloren haben (ja, das gibt’s), bekam jede von der anderen ein Bild geschenkt. Während des Samstagabend-Konzertes im knappen Licht der sphärischen Beleuchtung, eingehüllt in psychedelische, außerirdische Klänge malten wir nebeneinander vor uns hin. Ein tolles Erlebnis. Die Übergabe erfolgte gestern Vormittag auf einem Spaziergang über die Felder. Da, wo es ganz still ist, stehend unter einem Baum, vor uns der Horizont, hinter dem es immer weiter und weiter geht, überreichten wir uns unsere zur gegenseitigen Ermutigung gedachten Werke.
Später, nach der letzten Improvisation im Atelier – unterstützt von zwei spontan eingeladenen Alphornisten und gefilmt von einem begeisterten Saarländisch-Rundfunk-Team, das über das dreitägige Festival für Mittwoch eine Sendung plant – reisten die meisten Leute ab. Auch Meng.
Werden wir uns je wiedersehen?
, fragten wir uns. Ich weiß es nicht. Doch vergessen werde ich sie nicht.
Gestern Abend war ausbaumeln angesagt. Wie halbtote Fliegen hingen wir, zu acht noch, in den Bänken, und tauschten uns aus. Ausgelassen, müde, authentisch, aufgekratzt. Mike (sk orchestra) und Robert (P.A.S.) schenkten mir gleich drei handsignierte CDs.
Thanks for helping us feeling at home. Was für ein schönes Kompliment!
So habe ich mit Katis nigelnagelneuer CD On The 2nd Thought, die ich mir heute Abend anhören werde, ganz schön viel neuen Sound im Haus.

Rückblick

ArtWalk nennen Irgendlink und ich unsere Stadtspaziergänge, die wir leidenschaftlich gerne mit Nikon und/oder iPhone unternehmen. Wie Katzen auf der Suche nach Mäusen pirschen wir jeweils von A nach B.
Am Samstag in Winterthur war das Fotozentrum am anderen Stadtende unser Punkt B. Der Weg dorthin hat sich wirklich gelohnt. Alles wird besser – eine tolle Schwarzweiß-Ausstellung des Berners Hans Steiner.

Doch auch um der Bilder willen, die wir unterwegs entdeckt und virtuell mitgenommen haben, hat sich der Weg gelohnt.
Aus den acht besten meines Liebsten und den acht besten von mir werden wir ein gemeinsames Bild gestalten, eine quadratische Bildtafel. Artwalk Winterthur wird sie heißen, oder so ähnlich. Zu haben wird sie sein an unserer Ausstellung „Offenes Atelier“ am 17./18. September.
Hier ein paar Schnappschüsse von unterwegs …
Die Pix werden durch anklicken groß …

Frauen, lasst eure Fußfesseln zuhause!
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das Making-Of …
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Vor dem Regen ist nach dem Regen ist vor dem Regen …

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Im george-museumsbistro.ch
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Sonntagmorgenfrühstück an der Sonne … EinBlick in Nachbars Garten ist doch immer spannend 🙂
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Im kunstvollen Weinrebenpark, wo ich in einem anderen Leben als Sekretärin gearbeitet habe, besuchen wir Freundin M. und Freundin R..
Diese zwei Bildern zeigen die noch nicht ganz vollendete BesucherInnentoilette samt eitlem Pfau und Spiegel. Und zwei neugierige Fotosüchtige.

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Wie gesagt: noch nicht ganz fertig!

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Im Zauberwald …

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Innen oder außen, oder Spiegel oder doch nicht?
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sympathische Geste …
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ohne Worte …
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Bilder: iDogma-Art –
Alle Bilder per iPhone mit den Apps ProCamera oder Hipstamatic fotografiert. Verkleinerte Rohfassungen.

nährend

Was für ein erholsamer, nährender Sonntag! Ausschlafen. Den Tee ins Bett gebracht bekommen. Nähe. Vertrautheit. Geborgenheit. Sonne wider Erwarten. Lust, die gestern an Land gezogene Einladung, gemeinsam mit Irgendlink Bilder auszustellen, heute aufzugleisen. Die Zeit läuft. Bereits in vier Wochen, am 11. September, ist Walnussfest in G.. Dort sind wir eingeladen, einen Tag lang unsere Kunst zu präsentieren, iPhone-Kunst vorwiegend. Gewünschter Schwerpunkt: Naturaufnahmen aus der Umgebung. Nichts allzu verrücktes. Möglicher Nebeneffekt dieser Begegnung: Wir können, wenn nichts dagegen spricht, ein kleines Ausstellungsgebäude langfristig bildnerisch gestalten.
Nach dem Gespräch mit dem Verantwortlichen gestern Abend haben wir am Küchentisch unsere Hirne gestürmt und alle Ideen aufgeschrieben, die uns zur Umsetzung eingefallen sind. Denn das Problem ist in der Tat die Umsetzung, denn wir können nicht einfach Bilder, die nur für G. passen, ausstellen. Dazu haben wir weder die Zeit noch das Geld und schlimmstenfalls würden wir auf diesen sitzenbleiben.
Ein bisschen verkauft Frau – und Mann auch – schon die Seele, wenn sie (oder er) sich bei der Themenwahl dem Anlass und dem Publikum anpassen soll. Ich sage mir jedoch, dass ja trotzdem jedes meiner Bilder meine Handschrift tragen wird, selbst wenn ich mich thematisch angleiche. So what? Mir fällt kein Zacken aus der Krone, wenn ich mich von gegebenen Themen, die ja nicht abwegig sind, inspirieren lasse.
Das liebe Geld: Qualität hat ihren Preis. Bilder herstellen lassen kostet. Kosten, die ich für meine Kunstwerke selbst trage. Da es eine Freiluftausstellung sein wird, haben Irgendlink und ich uns für auf Aludibond gedruckte Bilder entschieden. Eine sehr praktische Technik, die allerdings nicht billig ist. Wir werden beide je etwa zehn Bilder ausstellen sowie eine gemeinsame Fotomappe mit weiteren Bildern, die bestellt werden können, auflegen. Weitere Ideen sind noch nicht druckreif aber in der Mache. Die Bilder, die wir zeigen, werden sowohl für den Anlass in G. passen, doch wir können sie auch am anschließenden Weekend, dem 17. und 18. September, im Offenen Atelier – hier auf dem Gehöft – ausstellen können (zur Liste: hier klicken, Seite 13 oben).
Ja, ich werde erstmals Bilder ausstellen. Irgendlink hat mich eingeladen, beim Offenen Atelier mitzumachen, bei dem er jährlich ein Wochenende lang seine Ateliertüren für Besuch aus aller Welt öffnet. Die Veranstaltung wird im Rahmen des Kultursommers vom OrgaTeam Meyer-Grönhof/Lohrengel organisiert, in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Bildender Künstler Rheinland-Pfalz (BBK) und im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur (Zitat Internet). Soviel zum Hintergrund.
Im Vordergrund stehen jede Menge Kunstschaffende, die ihre Kreationen teilen sowie sicht- und erfahrbar machen wollen.
Schnitt.
Beim Frühstück beschlossen wir spontan, einen der Rundwanderwege von G. zu erwandern und dabei Bilder zu sammeln. Genug für die Ausstellungen hätten wir ja, doch da war die Lust auf neue Bilder … Gesagt getan. Für mich gibt es kaum etwas schöneres als mit meinem Liebsten und der Kamera unterwegs in der Natur zu sein.
Über hundertvierzig neue Bilder habe ich mit nach Hause gebracht. Es gibt viel zu tun, doch Kunst zu schaffen ist eine Arbeit, auf die ich mich freue und die mich nährt. Genau so sollte Arbeit sein, eigentlich!

Bild: Ideensammlung. Das hintere Bild denke ich mir als mögliches Ausstellungsraumelement. Vorne: ein Entwurf/Stilleben.

müde

Eigentlich habe ich gar keine Zeit zum Arbeiten, habe ich neulich geschrieben. Ja, stimmt. Doch auch zum Bloggen fehlt mir die Zeit. Zeitgeizig geworden, wie einst in Bern, kaum dass ich wieder außer Haus arbeite. Die Zeit zum Nichtstun fehlt mir, jede Minute ist wieder verplant mit Haushalt und anderem. Dabei würde ich mich am liebsten mit meinem englischen Krimi im Bett verkriechen und die Welt sich einfach um sich selbst drehen lassen. Sie tut es ja eh. Ob ich mit will oder nicht.
Lesen und auf dem iPhone Bilder bearbeiten sind zurzeit die beiden einzigen Dinge, die mich nicht stressen. Außerdem dauert meine „in der Schweiz ist alles besser“-Phase noch immer an. Sie musste kommen. Nein, ich bin nicht ich mit der Idee nach Deutschland umgezogen, dass hier alles besser sei, ich bin aus persönlichen Gründen hierher gezogen. Und nochmals nein: ich bereue den Umzug nicht und genieße es täglich sehr, mit meinem Liebsten Tür an Tür zu wohnen und den Alltag zu teilen. Dennoch kann ich nicht anders, als hin und wieder Vergleiche zu ziehen. Sie drängen sich mir geradezu auf. Vergleiche im zwischenmenschlichen Umgang vor alle, subtile, kaum fassbare Unterschiede sind es, die mich anstrengen. Selbstverständlichkeiten, die eine ganze Gesellschaft verinnerlicht hat, die mir zuweilen wie geheime Codes erscheinen und die ich nicht verstehe. Fremdsprachen sind anstrengend.
Kurz: Ich bin des Neuen müde. Müde beschreibt mein aktuelles Lebensgefühl sehr genau. Müde mit all seinen Facetten. Aber Bilder machen tut, wie gesagt, sehr gut …

Bild: Menschliche Landschaften

langsam

Die Langsamkeit der Seele darf nicht unterschätzt werden. Sie bewegt sich nicht schneller als mit zwanzig Stundenkilometern. Wenn wir im Stau stehen, ist das genau genommen eigentlich ganz praktisch. So kann sie uns wieder einholen. Wenn wir nicht Stau stehen müssen, braucht sie länger.
Zwar bin ich hier. Zuhause. In der Pfalz. Ich habe ausgepackt, die beinahe siebenhundert Bilder auf den Rechner geladen, ein paar davon sogar in die IPA-Community gestellt, doch irgendwie bin ich noch nicht wirklich hier gelandet. Wo meine Seele ist, weiß ich nicht so genau. Irgendwo in Norddeutschland, in Oldenburg vielleicht?

Wo auch immer: irgendwann wird sie mich sicher einholen. Hoffentlich bald.
Schnitt.
Morgen um zehn Uhr fange ich meine neue Stelle an. Zurück zum Ernst des Lebens.