Nachlese

Würde ich wissen wollen, ob …

Wa wa wa wa oda wi wa, wa wa wi?
(= War wahr, was wahr war oder wird wahr, was wahr wird?)

Straßen und Geschichten haben eins gemeinsam: Sie werden, wenn wir gehen … Oder waren sie vielleicht schon immer?

Würde ich wissen wollen, dass …

Wie Hoku und Po-Kuss sich kennenlernten … (Synergien nutzen und so!)

Zehn Methoden, die Nachttischlampe auszumachen …
(> Fortsetzung folgt?)

Es gibt keine Wahl zwischen richtig und falsch, nur zwischen richtig und ebenfalls richtig. Was Auswählen nicht einfacher macht.

(SofaSophierereien – gefischt aus S‘. und J.s Zauberkessel; © just here)

zu verschenken

Nein, ich werde nicht fragen, wie lange er bleiben wird. Diesmal nicht. Und ich werde mir diesmal nicht schon beim Sonntagsbrunch die Laune verderben lassen, wenn ich an den bevorstehenden Abschied denke. Ich werde ihn ziehen lassen, wenn es Sonntagabend ist. Und ich werde bis dahin jede Minute genießen.

Musst du morgen eigentlich arbeiten?, fragt J. Auf dem Sofa ist es Sonntagmittag und ich sehe Schalk in den Augen meines Lieblingsmenschen.

Öhm, eigentlich schon … Wieso fragst du?

Oooch … weißt du, ich habe diesmal länger frei  … Überraschung! Ich könnte bis Dienstagfrüh bleiben …

Na ja, aufgeschoben ist zwar nicht aufgehoben, doch gegen solcherlei Verlängerungen habe ich nix einzuwenden! Und da ich ja noch Überzeit habe und einen lieben Scheff … 🙂

Ich werde nie mehr fragen, wie lange er bleiben wird! Ich mag Überraschungen!

Verrücktes Leben

Meine Freundin L. schreibt:

„Ich habe gehört, dass eine verpuppte Raupe, die sich später zum Schmetterling wandelt, sich in der Puppe drin total auflöst, quasi in Flüssigkeit verwandelt, bevor sie sich dann neu zusammensetzt und zum Schmetterling wird. Ist das nicht absolut undenkbar und verrückt?“

Meine Freundin K. schreibt:

„Könnte denn das Sich-Fremdfühlen auch ein Sich-Neufühlen sein? Innere und äußere Strukturen sind wandelbar …“

Meine Freundin U. schreibt:

„Schreibkrampf, Schreibkampf, Schreibleere – wieso sollte der Topf immer gefüllt sein? Wieso glauben die Menschen an ewiges Wachstum, wenn doch nichts in dieser Welt ewig wächst?“

Ich schreibe nur dies:

Kompost …!

… und freue mich, so wunderbare Freundinnen zu haben. Und dass J. schon bald kommt. 😉

ungefähr so

schrill habe ich mich heute Morgen im Büro gefühlt …

Am Nachmittag fuhr ich in ein spezielles Secondhand-Haus für Büromöbel – hochwertige Qualität allerdings – , um endlich das leide Thema „neue Schreibtische“, das meine Kolleginnen und mein Scheff seit Wochen wälzen, vom alten Tisch auf den neuen zu wischen. Ethischen Skrupeln zum Trotz – das haben Hilfswerkmitarbeitende wohl im Blut? –  soll nun endlich alles anders werden.

Die Tage meines uralten Brocki-Schreibtischs sind gezählt. Wie habe ich doch neulich behauptet? Alles ist Müll?

Q.E.D! Was zu beweisen war.

taumeln

Was ist ein gutes Bild? Wenn es unser Auge, das nach Harmonie dürstet, befriedigt? Oder unsere Sehnsucht nach Perfektionismus? Ist es nicht oft genau das Unvollkommene, das Schräge und Bizarre, das uns, ins Bild gerückt, anspricht? Wenn wir es denn wagen, bekanntes aus einer neuen Perspektive zu  betrachten. J. entzerrt Bilder. Aha.
Weißt du, so lassen sich Perspektiven verändern
, sagte er. Was doch ein gutes Bildbearbeitungsprogramm alles kann!

Kann ich das auch? Schaffe ich es, in meinem Leben immer mal wieder, meine eigene Perspektive zu entzerren?

Die letzten Tage habe ich mich mal wieder ins Hamsterrad eines ausgewachsenen Sinnlosigkeitskollers hinein getrampelt. Das volle Programm samt Selbstzweifeln. Light-Version zum Glück diesmal, doch nicht minder happig, schmerzhaft und sinnlos. Bereits überwunden? Na ja, wir sollen ja nicht den Tag vor dem Abend – und der Abendstraße – loben, dennoch hoffe ich es.

Mein Innendrin-Monster, auch Dark genannt, hatte mich mal wieder, und wie immer ohne jegliche Vorankündigung, am Wickel gepackt und mir den Spiegel hingehalten. Hinschauen. Ganz genau. Das gute Bild sehen solle ich. Jenes Bild von mir, dass sich mir aus einer entzerrten Perspektive zeigt.

Tja, vielleicht macht ja genau der Blick aus neuen, ungewohnten Blickwinkeln, der Blick auf unvollkommene Details ein Leben lebenswert?

GePutz Vol.1

Vielleicht ist es besser, nicht verstehen zu wollen. Nicht immer. Nicht alles. Nicht immer alles. Verstehen zu wollen scheint allerdings irgendwo in meinen Genen angelegt zu sein. Auf meiner Bio-Festplatte.

Warum-Fragen habe ich mir abgewöhnt, hatte mir eine Freundin neulich gemailt. Sie führen nicht weiter. Auf die meisten Warum-Fragen kann eh nur mit WARUM NICHT? geantwortet werden. Und wie wir wissen, sind Antworten nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Sie bleiben immer vorläufig und sind abhängig von Perspektiven und Tagesform. Verstehen können ebenfalls.

Wie gesagt: Verstehen zu wollen liegt in meine Genen. Hard- oder Software? Größe, Geschlecht, Haar- und Augenfarbe gehören zu den leicht definierbaren Dingen, doch wie sieht es denn mit meinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten aus? Mit der Feinmotorik zum Beispiel? Mit meiner sozialen Kompetenz? Mit meiner Vernetzungsfähigkeit? Alles schon da (Hardware)? Alles gelernt (Software)?

Nein, das soll keine wissenschaftliche Abhandlung werden. Nur ein klein bisschen sofasophisch. Dies gedacht: Wie lässt sich, was ich bin und kann und gerne mache und liebend gerne bleiben lasse, unter einen Hut bringen? Einfach drauflos leben und dabei einem – meinem – inneren Programm gehorchen? Oder mitgestalten? Eingreifen?

Was ist sinnvoll, wo doch eh am Schluss alles irgendwann auf dem Müll landet? Okay, Müll ist nicht einfach Müll. Nennen wir diesen Müll hier doch lieber Kompost. Kompost mit all seinen Eigenschaften wie Gärung und Gestank. Und mit seinem Talent, Abfall in Erde zu verwandeln. Mit seinem Ziel, alles neu zu machen. Genau da landet alles. ALLES! Wenn ihr mich fragt, keine schlechte Idee von der Evolution. Von den Schöpferenergien.

Doch verstehe ich nicht wirklich, warum da dieser ganze, oft genug mühsame Umweg mit Geburt, Leben, Altwerden und Sterben in der Evolution mit dabei ist! Wo doch eh am Schluss alles auf dem Kompost landet. Und so.

Evolution, tja, da ist eben Entwicklung und Wandlung inklusive. Freud und Leid, Humor. Glück und Tränen. Loslassen. Liebe. Empfangen. Und alles scheint auf Wachstum angelegt zu sein. Sogar der Kompost. Wachstum nach innen. Rückwärtswachstum. Auch das ist Leben.

Luisa Francia schreibt heute in ihrem Internettagebuch: „ich hätte die unangenehmste tätigkeit für den mann mit der fortpflanzung verbunden. dann hätten wir heute eine entspannte weltbevölkerung von 500 oder so. und absolut kein umweltproblem.“ (Quelle: www.salamandra.de/tagebuch/start.php)

Na ja … eigentlicheigentlich will ich ja über all den Müll bloggen, der sich in einer Wohnung so ansammelt. In meiner zum Beispiel. Wenn ich mal wieder auf die Idee komme, Staub zu wischen – was bei mir meistens mit einem Staubsaugerbürstchen geschieht –, beschließe ich eins ums andere Mal, auszumisten. So auch heute. Brockenhäuser und Buch-Antiquariate gibt es ja genug. All die Bücher! All der Kleinkram! Doch meistens bleibt es beim Beschluss.

Müll oder nicht Müll? Das ist … Nein, keine Frage: Alles Müll! Eines Tages jedenfalls. Das zu verstehen fällt mir zum Glück nicht mal so schwer.