Göteborg oder den Kreis schliessen

Na, wie war es denn in Schweden? Ich höre sie schon fragen, meine Leute. Scheff und so.
Danke, gut. Es war wunderschön!, werde ich vermutlich sagen. Vielleicht. Wie ungenügend doch Wörter sind. Wie kann ich beschreiben, was Schweden, was diese Reise wirklich für mich war? Obwohl … nothing is real – ich weiß.

Warum Schweden? Warum diese Gegend? Warum nicht? Ich bin überall das gleiche kleine Pünktchen. Wollte mich in der riesigen Landschaft verlieren – und habe ich auch. Und mich wieder gefunden. Mich selbst und ein paar Dinge auseinandergenommen und neu zusammengerückt. Mich besser kennengelernt. Schöne Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Und Gegensätze. Gestern ganz besonders.

Um an einen der schönsten Plätze der Insel zu kommen, war mir gestern kein Weg zu weit. Durch Wiesen, Wälder und durch Wohn- und Industriegebiete wanderte ich an einen Platz, der sich tief in meine Erinnerungen graben wird. Zielstrebig, wie eine Orientierungsläuferin, mit Karte und ohne Kompass, fand ich ein kleines Paradies. Am Vänernsee. Felsiges Ufer. Einsinken in diese Energie von Sein. Nichts tun. Einer Eidechse gleich die Sonne genießen. Wärme. Den wolkenlosen Himmel. Das Rauschen des Sees. Den für einmal sanften Wind. So schön, dass es schon fast wehtut.

Picknicken, lesen, genießen. Bilder aufnehmen. Digitale. Innere. Als die Sonne hinter dem Wäldchen verschwindet, suche ich einen anderen Weg, um eine weitere sonnige Bucht weiter südöstlich zu finden. Doch der Wald lässt mich nicht eintreten. Ich respektiere es, gehe stattdessen dem Ufer entlang ins Städtchen zurück. Den kurzen, direkten Weg. Wie selten. Und ich weiß nun auch warum. Schön war er nicht. Nach der tief empfundenen Ästhetik von vorhin ein kaum zu übertreffender Gegensatz. Mein Weg führte mich vorbei an noch mehr Industrie. An der Kehrichtverbrennung. Lärm. Gestank. Hitze. Nirgends Schatten. Staub. Ich wähne mich in Südspanien irgendwo. Beim Uferdamm dann das Treffen mit dem Biber … Oder war es eine Ratte? Endlich verlasse ich diese Gegend und lasse mich in einem der vielen Parks auf den Rasen sinken. Ich brauche eine Weile um meine Mitte wiederzufinden. Ideal ist das Leben nicht, nein, das alles gehört dazu. Jaja, das weiß ich doch. Auch ich nutznieße doch die Kehrichtverbrennung. Na also!

Luisa Francia schreibt in einem ihrer vielen wunderbaren Bücher, die ich fast alle gelesen und in meinem Büchergestell stehen habe, dass wir nicht wirklich leben können, wenn wir den Weg durch die Müllhalden scheuen. Recht hat sie.

Ich liebe Schönes, darum genieße ich, hedonistisch wie ich zuweilen sein kann, die Sonne, setze mich am Kanal an die Sonne. Gehe joggen, später, und mache auf dem Rasen neben dem Hotel Yoga. Nein, nicht die Sieben Hengste. Dafür ein paar Sonnenuntergangsgrüsse. Tut gut.

In der Nacht geträumt von einem spirituellen Retreat. Ich, die ich seit Jahren nicht mehr solcherlei besucht habe. Mein Lehrer im Traum riet mir, nicht in einer Konsumhaltung zu leben und meine Übungen zu MACHEN, sondern die Übungen zu SEIN. So wird es gelingen.

Ooops. Gelingen, Erfolg – meine zwei Lieblingsreizwörter. Ambivalente Dinger alle beide. Doch recht hat er schon, der Traumguru. Nicht Yoga machen, Yoga sein! Nicht den Flow machen, im Flow sein. Nicht das Ich aufbauen, ICHen. (Nennt Irgendlink das. Sorry, Mann, ich bringe das Wort nicht mehr raus … hat sich in mir festgeklammert). Nicht reisen – Reise sein …

So bin ich heute Morgen – es hat nachts geregnet und ein paar Grad abgekühlt – in Linköping auf den Zug Richtung Göteborg. Bin nun wieder im Hotel Panorama, wo ich meine ersten zwei Nächte logiert habe. Da ich die letzten Tage günstig gelebt hatte, reicht das Geld, mir nochmals diesen Luxus hier zu gönnen. Sauna und Whirlpool … und tausenderlei Knäckebrot – ihr wisst schon …

Im Tram einem netten Schweden begegnet, der mir ein paar Sachen über Schwedens öffentlichen Verkehr beibrachte. Und mir zeigte, wo ich aussteigen muss. I will guard you! Wow, einen Bodyguard zu haben, wenn auch bloß für eine Viertelstunde, war toll irgendwie. Und sympa war er erst noch.

Nach einer ausgiebigen Siesta – und aus Sehnsucht nach Natur – suchte ich später den botanischen Garten auf. Ich nahm den Hintereingang beim Krankenhaus, wo mir eine nette Dame die Eintrittspforte zeigte.

Wow … Die perfekte Illusion! Mitten in der Stadt eine unglaublich große Fläche Wald und Park, Felsen und Berge … Pflanzen aus aller Welt und zeitweilig – ohne Witz – ein Feeling wie im Berner Oberland! Zwei Stunden oder eine halbe Ewigkeit später verließ ich die Pforte wieder und sah dort eine Suchmeldung für eine braun getigerte Katze hängen. War mir beim Eintreten nicht aufgefallen. Doch da ich die Katze inzwischen beim Restaurang persönlich kennen gelernt hatte, war ich ein bisschen verunsichert. Sollte ich etwas unternehmen? Wenn ja, was? Die nette Dame, die mir den Eingang gezeigt hatte, saß noch immer mit ihrer Freundin auf der gleichen Bank und fragte, wie es mir gefallen habe. Ich dankte ihr begeistert und nutzte die Gelegenheit, ihr von der Katze zu erzählen. Sie kannte die Geschichte und versprach, meine Info weiterzuleiten. Hach, wie schön, damit kann ich diese Story loslassen. Und in die Sauna gehen.

Morgen der Rückflug. Ich freue mich auf meine Höhle. Obwohl ich das Hiersein aktuell total genieße.

Am Sonntag will ich ein paar Bilder einstellen. See you soon?!

Lidköping oder nothing is real

Gerne würde ich jetzt hier ein Bild posten, dass es in Pixels so gar nicht gibt. Hübsche junge Frau. Gut gebaut, würde mann sagen. Ziemlich 25 also. 😉 Schwarzes T-Shirt. Silberner Textbalken quer über die Brüste. Nothing is real. Da muss frau sogar hingucken. Kaum zu glauben. Seither laufen mir die Beatles nach. Strawberry fields forever?

Ich weiß es nicht genau. Ist ja auch egal, da ja eh nix real ist.

Here I am. Lidköping ist grösser als Karlsborg. Ist mondäner. Hat mehr Touris. Und einen Singleroom hatte es in der Jugi keinen einzigen mehr. So bekam ich – allerdings nur für eine Nacht – das letzte Zweibettzimmer – für mich ganz allein. Echt verwöhnt, diese Frau. Nothing is real. Außer meinem Bedürfnis nach Ruhe und gut schlafen. Und meiner Privatsphäre. Ha! Werd ich nun auch noch sozialphobisch? Oder ist das bloß jenes Bedürfnis nach Alleinsamkeit? Ich bin ja – außer da und dort smallzutalken – immer allein. Weshalb also soll ich nachts meinen Raum mit Kreti & Pleti zu teilen … nun ja …

Ansonsten habe ich, wie ich erleichtert feststellen konnte, meine alte, verloren geglaubte Unkompliziertheit zurückgefunden.  So ziemlich jedenfalls. Na ja. Die Lidköpinger Jugi ist dennoch ein Fall für sich. Überaltert das Haus. Die Gäste ebenso. Beim Frühstück unter den Augen alter Damen Müesli löffeln – na ja – macht nicht wirklich Spaß. Irgendwie war ich deshalb froh, dass die keinen Platz mehr hatten. Außer in Vierbettzimmern.  So wechselte ich ins Hotel Ciel. Und da ist es wirklich ziemlich himmlisch. Habe doch glatt eine Stunde geschlafen, nachdem ich mich heute morgen dort eingescheckt habe. Winzig das Zimmer, doch ruhig. Eigenes Bad. Verwöhnte Frau aber auch.

Gestern herrliches Wetter. Die Reise im Bus war auch sehr schön. Lidköping ist ein angenehmer Ort, wie gesagt, überschaubar. Schöne Plätze und Gebäude. Einkaufsmöglichkeiten auf internationalem Niveau. Zwei Tage werde ich noch hier sein, am Freitag dann nach Göteborg zurück gehen. Am Samstag der Rückflug. Zwei Tage … Hier in der Nähe locken Naturreservate. Eine Kunsthalle hat es auch. Ein Velo könnte ich mieten. Viele Möglichkeiten also, meine Zeit totzuschlagen zu verbringen. Vielleicht werde ich einfach ein bisschen rum-ICH-en. Ich will den Rest meiner Ferien ohne Ambition verbringen, ohne Absicht, möglichst viel noch sehen zu müssen. Einfach sein.

Inzwischen gleicht sich alles irgendwie. Alles scheint austauschbar zu sein. Die Menschen ebenso wie die Gebäude, Straßen, Geschäfte, die Natur sogar. Irgendwie geht es mir trotzdem gut. Habe den Flow wiedergefunden. Und wenn ich mich einklinke in dieses Nothing-is-real-Feeling kann ich mir von außen zuschauen und über mich selber lachen.

Wirklich wahr: Nothing is real – nichts ist real, das Nichts ist real. Die Illusion auch. „Wahrheit kann der Wahrheit nicht widersprechen!”, las ich gestern im  historischen Roman Im Schatten des Granatapfelbaums (Granada, 15. Jahrhundert).

What else? Wirklich wahr! Ehrlich!

Fredy, Büne, Oku und all die anderen

Was wäre ich bloß ohne meine Musik! Zum Glück kann mein mp3-Shuffler meine Gedanken und Gefühle lesen. Wir kennen uns inzwischen ja auch schon ein paar Jährchen … *lach* Er weiß, was ich brauche und hüllt mich in melancholische oder feelbetter-Melodien ein. Was immer ich brauche. Von berndeutsch über pfälzisch bis englisch … und wenn dann Fredy vom beautiful day singt, will ich es ihm einfach irgendwie glauben.

Wie war das doch gleich? Ich bin ganz bei mir … und so. Na ja. Gestern war gestern. Ich kämpfe mal wieder gegen Windmühlen. Oder bin wohl selber zur Windmühle geworden. Der Wind hier, ehrlich der macht mich fertig, saugt mir – bünedeutsch gesprochen – das Rückenmark aus (Novämber). Es ist nicht wirklich kalt, und regnen tut es trotz der Prognosen auch nicht, doch der Wind … Na ja. Morgen wird es angeblich wieder besser. Ja, ja, die phösen Umstände mal wieder … Na ja, denen mag ich nun doch nicht die Schuld in die Schuhe schieben, dass ich so schräg drauf bin. Meine gestrige Velotour musste ich zwar wegen Wind und Wetter abkürzen und war dafür später noch joggen, und die Ausstellung in Forsvik habe ich deshalb auf heute vertagt, doch es sind wohl letztlich nicht die Umstände, die mich aus meinem wunderbaren Flow geschubst haben. Ich habe ja (fast) immer die Wahl. Siehe gestern.

Letztlich hat mein mentaler Absturz wohl einfach damit zu tun, dass ich reisemüde bin. Ich will heim *snieff*. Gerne würde ich meine letzten Ferientage mit dem einen oder anderen Lieblingsmenschen verbringen. Das Alleinsein, so gerne ich es ja mag und so gut ich mit mir selber alleine klarkomme, ist eben auch anstrengend. Sogar nach Zecken muss ich mich alleine absuchen!

Ich bin ständig unterwegs, sammle Bilder, innere und digitale, nehme auf, lege ab. Sammle Erfahrungen. Sammle Erinnerungen. Sammle, sammle, sammle … Und wozu? Leben kann ich doch immer nur jetzt. Die schönsten Erinnerungen und Erfahrungen sind niemals so wirklich wie das Leben. Meist sind sie eh nachträglich schöner, geschönt. Oder dann gucken wir uns einfach bloß die Lieblingssausschnitte an. Wie beim Fotografieren. Ich wähle den Ausschnitt, der mir gefällt. Ist das eigentlich wirklich das, was ich will? Nein, ansonsten neige ich (hoffentlich) nicht zur Selbstverar…ung …

Der Flow, den ich gestern beschrieben habe, ist ja auch so was … nein, keine Selbstihrwisstschonwas, aber doch ein sehr zerbrechliches Teil, das wir – je nach Blickwinkel – erleben oder eben nicht. Ein Geschenk, wenn es da ist. Wenn es sein kann. Wenn ich es zulassen kann. Doch machen kann ich es nicht. Wenn alle meine Schichten miteinander verschmelzen, will heißen mein Innendrin – samt all meiner Gefühle, die ich selber kaum verstehen kann und die heute nur von einer hauchdünnen und zerbrechlichen Schale geschützt sind – und mein Außen eins sind, mein Denken, Funktionen, Analysieren, Entscheidungen fällen. Wenn diese beiden und ein paar andere Faktoren perfekt zusammenspielen, ist alles ganz einfach. Der perfekte Brotteig. Die perfekte Mischung. Alltagserleuchtung. Dieses Mit-mir-ganz-verbunden-sein, dieser Flow, denn ich im 6 und in der Meditation erlebe, beim Joggen, Gehen, Velo fahren oder wenn ich Musik höre, ist das, was ich für den Alltag anstrebe. Pah! Anstreben kann ich es – wie gesagt – nicht! Ich weiß, dass es sich mir entzieht, je mehr ich es will. Wie so vieles. Kennt ihr alle bestimmt auch.

Gefühle … Sie sind nicht kompatibel. Selbst innerhalb meines eigenen Gefühlsuniversums ist Traurigkeit nicht das Gleiche wie Traurigkeit. Von schön traurig bis destruktiv traurig gibt es da die ganze Palette. Mein jetziges Traurig ist selbstmitleidig, lebensmüde, süss-melancholisches und auch irgendwie trotzig-mutig-frech. Es sagt: Ich darf diese Stimmung haben. Und auch: es ist meine Wahl. Basta!

Außerdem habe ich seit dem Frühstück nix gegessen außer ein paar Knäcke, weil die Retaurangs in Forsvik bereits Sommerende demonstrieren. Und dass ich deshalb um fast fünf Uhr ein bisschen grantig bin, hat wohl auch damit zu tun. Na ja, ich bin heute wohl schon so aufgestanden, wenn ich ehrlich bin … Doch jetzt höre ich auf mit Jammern. Und, ja, alles in allem war die Ausstellung wirklich sehenswert. Nachdem ich endlich den richtigen Eingang gefunden hatte, jedenfalls. Und auch die beiden Buschauffeure waren herzig. Ich muss heute ja echt hilfsbedürftig aussehen …

Jetzt setz ich mich in ein gemütliches Restaurang oder Café und entscheide mich dafür, den Rest des Tages und und der Reise zu nehmen, wie es ist. Und Karlsborg auch. Mit Wind. Mit dicken Wolken. Morgen fahre ich weiter nach Lidköping. Ich hoffe, dass ich genau JETZT die Talsohle durchschritten habe und es jetzt mit mir und meiner Stimmung wieder obsi geht.

Winkewinke … und bis zum nächsten Mal!

Karlsborg II

Den gestrigen Abend habe ich im Bett verbracht, eingekuschelt in die Bettdecke. Das heraufziehende Schluckweh mit Norrland Guld (Skål!) herunter gespült – lecker! -, endlich den Thriller fertiggelesen und dem Regen gelauscht. Wunderbar geschlafen. Geträumt.

Leben ist zurzeit so intensiv, dass es mir manchmal fast zu viel ist.
Der Vorteil der Fähigkeit, so intensiv erleben zu können: Ich koste aus. Ich genieße. Ich lasse mich ein. Es braucht viel Energie.
Der Nachteil der Fähigkeit, so intensiv erleben zu können: Ich koste aus. Ich genieße. Ich lasse mich ein. Es braucht viel Energie.

Ich suche das Schöne. Ich meide das Hässliche. Finde, ohne zu suchen, Wege durch den Wald, die mich bezaubern. Ich genieße die Langsamkeit, die mich, seit ich Karlsborg betreten habe, befallen hat. Ich schätze meine Gesellschaft. Nichts tun zu müssen. Insh`allah – es ist, wie es ist.

Wieder stehe ich im Touri-Shop mit dem Gratisinternet. Es ist bald Mittag. Ich erfuhr von Hanna, meiner B&B-Wirtin, dass ich so lange in ihrem B&B bleiben könne, wie ich wolle. Jaaa! Ich habe für eine weitere Nacht bezahlt. Frukost gibts in der Jugi in der Nähe – und was für eins. Geeemütlich. Dort hat mir auch die nette Rezeptionistin meine Zecke (fästinge oder so ähnlich heisst das Ding auf schwedisch) beim Bauchnabel rausgepult. Und mir ein Velo für heute vermietet. Ich werde wohl mal so richtig Forsvik fahren. An einen kleinen See. Vielleicht auch weiter nach Beateberg. Vorausgesetzt das Wetter hält. Es ist windig und am Himmel ballen sich Regenwolken.

Reisen heißt Zulassen. Heißt Langsamkeit. Sehen. Meditation. Bin heute Morgen mit dem Velo am Südzipfel der Bucht entlang gefahren. Totale Pampa. Wieder dieses unendliche Meergefühl. Kein Ufer in Sicht. Dafür ein Krebs auf einem Stein. Ihm fehlt das linke Vorderbein. Tapfer kriecht er trotz des Handicaps vorwärts. Sonnt sich auf den Steinen. Setzt sich, wie ich, dem Wind aus.

Später, auf dem Velo stelle ich fest, dass ich ganz bei mir bin. Und doch zugleich irgendwie „außer mir”. Wenn ich fahre, fahre ich. Wenn ich gehe, gehe ich. Wenn ich schreibe, schreibe ich. Ich fließe, gleite durch die Tage und frage mich zum millionsten Mal, wieso es mir im Alltag bis jetzt noch nie am Stück gelungen ist, diese Haltung beizubehalten. Jaja, das fragen wir uns alle.

Natürlich, ich kann auch hier auf die mühsame Spur einklinken … Ich habe, wie beinahe immer, die Wahl. Hier fällt es mir wohl einfach leichter?

Ob ich weiterziehe oder hierbleibe, entscheide ich morgen. Regentag. Dienstags dann wieder schön. Vielleicht reise ich weiter an den Südzipfel des Vänernsees?

Ich winke mal wieder … Grüße herzlich … bis irgendwann von irgendwo! Hej!

Karlsborg

Hej! Danke für die lieben Kommentare! Mit müden Füssen, doch glücklich, dass ich hier einen freien Internetzugang gefunden habe, will ich doch mal wieder ein kleines Blogtextchen weben.

Karlsborg. Ein kleines Dorf am großen See. Es gefällt mir auf Anhieb. In Jönköping, wo ich zwei Tage verbracht habe, gefiel es mir auch, doch irgendwie sehnte ich mich eben nach noch mehr Natur, noch mehr Weite, noch mehr Grün und noch mehr See. In Jönköping habe ich nach einer ersten Krise eine intensive Grenzerfahrung machen dürfen. Mein (Plastik-)Hotel – ich sage nur Accor! – lag zwar am Rande eines Industriegebietes. Doch gleich in der Nähe befindet sich ein geniales Naturschutzgebiet. Nachdem ich also mein Plastikzimmer bezogen hatte, musste ich unbedingt joggen gehen. Mich erden. Obwohl es dicke Regenwolken hatte. Ich fand auf Anhieb den kleinen Strand und joggte von da aus weiter und weiter. Wie weit es war, sah ich erst gestern, als ich den Weg nochmals – spazierend – zurücklegte. Die Aussicht auf den See, die fetten Gewitterwolken, die Felswand – absolut magisch. Hell direkt über dem See, darüber gruselig schwarz. Wie in Mankells Krimis erwartete ich demnächst über eine Leiche zu stolpern. Tat ich zum Glück nicht. Doch dafür öffnete sich der Himmel und leerte sich aus. Ich joggte weiter und weiter. Klitschnass. Kilometer um Kilometer. Völlig berauscht. Später, im Zimmer, war es mir wie nach einer Sauna. Und noch später, als ich nochmals spazieren ging, war die Luft in mir drin und auch außerhalb wieder klar. Ein Regenbogen grüßte mich.

Gestern Nachmittag mit einem gemieteten Velo die Stadt erkunden … Rauf und runter. Der Strandpromenade entlang. Am Morgen war ich vom Hotel dem See entlang in die Stadt spaziert (ca. 4-5 km), abends dann wieder alles zurück. Genial war es und müde war ich.

Heute mit Zug und Bus nordwärts. Als ich um eins den Bus verließ, wähnte ich mich zuerst am A… der Welt. Ist zwar so, aber positiv. In einer syrischen Pizzeria stärkte ich mich erst mal. Wir konnten uns zwar kaum verständigen, aber der Koch war trotzdem herzig. Ich fand gleich um die Ecke ein herziges B&B, zwar wegen Saisonende nur für eine Nacht, doch das ist okay. Zahlbar und sehr angenehm. Morgen werde ich in die Jugi ziehen, wo ich ein Velo mieten kann. Ich denke, dass ich vorerst hier bleibe.

Bald ist die Mitte der Reise erreicht. Mitte. Noch bin ich auf dem Hinweg. Ich bin müde von den vielen Eindrücken, doch es geht mir gut. Ich fühle mich wohl. Und doch … Reisen ist anstrengend. Die vielen Reize. Die vielen Bilder. Die vielen Geräusche und Sätze und Wörter. Innen und außen. Ich grüße euch herzlich vom Vätternsee!

Göteborg

Ich kann es nicht lassen. Die Versuchung ist aber auch gar zu groß. Gratisinternet. Müde Füße und zwei freie Computer. Dazu ein voller Kopf, den ich auskippen möchte. Einmal bloggen ist eh keinmal. Auch wenn ich vorgestern zum Abschied gewinkt habe.

Hej, alle zusammen! Ein Gruß wie eine frische Brise. Hej. Einfach überall und zu allen. Hej.

Göteborg – eine Stadt, die mich von der ersten Minute an begeistert hat. Abgesehen von der Tatsache, dass ich erst  seit heute Morgen weiß, dass mein Rucksack das Flugzeug verpasst hat. Dass er nicht mitgeflogen ist, wusste ich, als ich am Schluss alleine am Gepäckband stand. Der Alptraum aller Flugreisenden. Ich meldete den Verlust bei einer netten Lady am Schalter, bekam ein Survival-Kit (T-Shirt und so) und das Verspechen, dass mir das Teil baldmöglichst ins Hotel gebracht werde. Auch schön. So muss ich nicht selber schleppen.

Schon gestern Abend habe ich die nähere Umgebung erkundet, die Universität, den Park. Da will ich heute noch joggen gehen. Falls der Rucksack kommt. Und die Joggingschuhe.

Ich bin von den Farben dieser Stadt, dieses Landes, fasziniert. Vom roten Backstein, von der Architektur, von der Atmosphäre auch und von den Straßennamen und -schildern. Gatan überall. Wie in Mankells Krimis. Schade habe ich den neuen nicht dabei.

Das Frühstücksbüffet hier im Hotel hat mich fast umgehauen. Alles, was das Herz auch nur im geringsten begehren könnte. Will heißen, der Magen. Nur schon diese Auswahl an Knäckebroten. Tausende. Ohne Witz. Schade, dass ich keine große Frukost-erin bin. Habe mir drum ein Sandwich für später gemacht. Dann ein kurzer Blick auf Mails und Blog. Ersteres, weil ich einen Schreibauftrag bestätigen musste, zweiteres, weil ich süchtig bin.

Später finde ich auf Anhieb das Kunsthaus. Oder vielleicht auch es mich. Diese Woche Gratiseintritt! Wie schön! Wegen der Kunst- und Kulturfestwoche, die aktuell läuft. Genial!

Und genial auch, die Welt, in der ich mich die nächsten paar Stunden verliere. Eine Reise durch Zeit und Raum. Ich durchquere Meere, leide mit Kriegsopfern, sitze an mittelalterlichen Gelagen mit zu Tische. Stillleben – Nature morte. Ich tauche in Geschichte, Gesichter, Landschaften und Farben ein und begreife einmal mehr: Ein Leben ohne Kunst, ohne Kultur, ohne Bilder, ohne Ein- und Ausdrücke ist mir unvorstellbar. Atemlos stehe ich vor Rubens. Drei Meter Leinen. Ich japse nach Luft.

Die meisten der ausgestellten Bilder haben nordische Künstler geschaffen. Und Künstlerinnen. Letztere tauchen allerdings erst in den letzten hundertfünfzig Jahren auf. War ja bei uns nicht anders. Die Palette der Ausstellung umfasst auch Kunstschaffende wie Picasso, Matisse, Modigliani, Munch, Kandinsky. In Stunden und an Orten wie diesen bin ich so dankbar, dass ich das Staunenkönnen nicht verlernt habe.

Auch die aktuellen Gegenwartsausstellungen sind genial. Originell. Aussagekräftig. Nur schon darüber könnte ich jetzt seitenweise schreiben. Bilder durfte ich ja leider keine machen. Nur das Notizbuch kam mit. In ihm sind meine Eindrücke festgehalten. So wie dieser hier: Ziel aller Kunst, allen künstlerischen Ausdruckes ist immer die Berührung. Der Mensch, der das Objekt kreiert, hofft mit seinem Ausdruck das Erlebte an die Betrachtenden, die Hörenden, die Lesenden, weiterzugeben. Um in ihnen das gleiche, das ähnliche Betroffensein auszulösen. Berührung weitergeben. Betroffenheit. Verbindung zwischen Subjekt und Objekt. Wiedererkennungseffekt.

Falls bei Kunst denn von Ziel geredet werden kann. Denn, wie ich früher schon geschrieben habe, steht letztlich im Kunstschaffen das Kreieren selber im Vordergrund.

Den Rest des Tages kreiere ich mir laufend selber. Laufend, will heißen, gehend. Die Stadt entdeckend. Wie im „richtigen Leben” weiß ich nicht wirklich, wo ich hinkommen werde. Ungefähre Richtung: Hafen. Doch entscheide ich an jeder Kreuzung neu, welchen Weg ich einschlagen werde. Wer mich kennt, weiß, dass ich selten den direkten Weg wähle. Ist der längere Weg schöner, nehme ich diesen. Auch hier und jetzt. Querstadtein, durch alle möglichen Parks. Durch Flaniergassen. Und plötzlich finde ich mich mitten an einem RockOpenAir im Stadtzentrum. Fünf herzige Jungs, die professionellen satten Sound bauen. Coversongs zwar, doch eine gute Bühnenpräsenz, eine echt gute Stimme, gekonntes Spiel und viel Begeisterung. Später überall Straßenmusik. Jaaa! Ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Inzwischen, so hoffe ich, ist mein Rucksack angekommen. Will joggen gehen. Danach ins Sprudelbad und/oder in die Sauna. Mal gucken.

Wohin ich morgen weiterreisen werde, weiß ich nicht. Und wo ich landen werden, ebenfalls nicht. Ob es da Internet hat? Keine Ahnung.

Wieder Winkewinke. Bis bald oder später oder irgendwann.

bevor ich gehe

Schon nach halb elf. Ich bin im Begriff, Abschied von meinem Laptop zu nehmen. Das hier bleiben wird. Ganz allein. Ihr wisst ja, Abschiede hasse ich. Doch ich hasse sie nicht nur, ich zögere sie bisweilen auch heraus. Ansonsten wäre ich längst im Bett. So müde wie ich bin!

Zum Trost habe ich mir heute ein wunderschönes, leinengebundenes Notizbuch geschenkt. Die nächste Zeit verlege ich mich aufs Handschreiben. Und bin einfach mal nicht online. Will mal nicht angeleint sein. Werde wohl auch nicht bloggen. Und ich hoffe, das sich die Entzugserscheinungen in Grenzen halten.

Die mittägliche „Ich-will-ja-gar-nicht-weg-Krise“ hat sich gelegt. Habe neue Medizin entdeckt: Zu Animal Collective crossen. Voll aufdrehen. Die Musik. Das Tempo. „Grind ache u seckle.“ Nachher geht runterfahren ganz einfach. Und packen auch. Mein Rucksack ist nun bereits nach Genf unterwegs, Boardingpass und Zugbillet liegen dicht an dicht in der Bauchtasche bereit und freuen sich mit mir auf die Reise.

Ich sage Euch auf Wiedersehen bis ca. 23. August und freue mich, wenn Ihr auch dann wieder hier vorbeispaziert!

Winkewinke! Vorhang bitte.

———

Ach noch was  – *zwischendenVorhängenhervorguck* – wenns euch langweilig werden sollte: Animal Collective! Voll aufdrehen und losrennen! Hilft echt!

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Last Call

Schon wieder schlecht geschlafen. Gegrübelt. Gekritzelt.

Bin ich denn Reisende?, mich gefragt. Bin ich nicht vielmehr Seiende? (Ich liebe Anagramme …) Reisen heißt immer wieder Türen öffnen und Türen schließen. Heißt Abschied nehmen, zurücklassen, zurückgelassen werden, weitergehen. Wenn ich eins hasse, dann Abschiede. Nicht das Loslassen generell, sondern der konkrete Moment des Abschiedes. Letzte Worte und die dazugehörige Wortlosigkeit. Letzte Umarmungen fühlen sich anders an als erste.

Das Einzige, das ich an Abschieden mag, ist die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen. Und die hockt seit heute Nacht in meinem Bauch. Die Vorfreude darauf, in zwölf Tagen wieder nach Hause zu kommen. Mein Rucksack wird noch genau gleich aussehen wie vorher. Ein bisschen schmutziger womöglich. Ein bisschen voller vielleicht, weil ich dies und das gekauft habe. Doch äußerlich wird alles sein wie immer. Wie das die Blogger Bredenberg und Irgendlink neulich ähnlich beschrieben haben.

Doch ich selber, ich werde eine Andere sein. Meine Sicht wird eine Weitere sein. Ich werde Dinge gesehen haben, die mir neu sind. Gegenden durchreist haben, die mir fremd sind. Worte und Menschen getroffen haben, die mir unbekannt sind. Der Klumpen in meinem Bauch ist Vorfreude auf die Heimkehr, ja. Doch er ist auch Vorfreude auf die neuen Erfahrungen.

Auf dem zweiten Zettel, den ich in der Nacht bekritzelt habe – ich kann es knapp entziffern –, steht: Listen schreiben. Aber klar doch! Ich kritzle doch seit Tagen Listen. To dos. Und Packlisten. Was mir da wohl durch den Kopf gegangen sein mag? Etwas wichtiges, das ich nun vergessen werde und woran ich mich erst in Schweden wieder erinnern werde?

Was brauche ich eigentlich wirklich für meine Reise? Ein neues Notizbuch! Ein größeres. Was noch? Wie viel? Wie wenig? Wie viel von meiner Materie muss wirklich mit, damit ich mich nicht verloren fühle und wie viel brauche ich, um meine Eindrücke festhalten zu können? Wie wenig will ich mitnehmen, um mich nicht von der Schwere des Rucksackes in den Boden drücken zu lassen?

Verfolge ich ein Ziel? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Und was will ich da oben überhaupt?

Hilfe, ich will hierbleiben. In meiner Höhle. Will keine neuen Erfahrungen sammeln. Will nicht weg. Bin müde. Will schlafen.

Öhm. Natürlich will ich weg. Will gehen, sehen, reisen, kreisen, begegnen, loslassen, weitergehen … und am Schluss lande ich – wie Büne auf „Rimini Flashdown I“ singt – ja doch immer wieder nur vor der eigenen Türe.

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Keller- und Straßenkultur

Im Rampenlicht stehen. Nein. Das ist definitiv nicht das Ziel meiner Träume. Obwohl. Na ja. Es hat, ich gebe es zu, Spaß gemacht. Meine Löwinnenseite? Faszinierend. Ambivalent. Faszinierend ambivalent.

Bühnenerfahrung hatte ich bisher keine. Außer von unten nach oben. Vor Publikum gesprochen habe ich zwar schon oft und inzwischen ja auch schon einige Male gelesen. Jedes Mal lehrreich. Doch nun das: Sofasophia auf der ONO-Bühne. Das ONO – schon lange ein Ort, den ich mag. Unzählige Konzerte und andere kulturelle Anlässe wie Lesungen habe ich hier schon besucht. (… und das Honigbier genossen. Gibt’s nur hier!) Letztes Mal habe ich hier Pippo Pollina gehört. Auf seiner À-la-Carte-Tournée.

Ich höre Roswithas Ansage. Ist echt Gold, was sie sagt. Oh. Sie redet ja von mir! Ooops. Noch nie bin ich so lieb angesagt worden. Und nun steige ich also tatsächlich selber die Stufen herauf. Nehme auf der Bühne Platz. Bitte kneifen. Ist das alles echt? Wildes Herzklopfen. Ich werde mich blamieren. Bestimmt. Nun höre ich mich ein paar Sachen über diese Bühne sagen und merke, wie das hilft, die Beklemmung aus der Kehle zu lotsen. Trotzdem: Ich sehe schwarz. Nicht dunkelgrau. Total schwarz. Ich blicke auf den riesigen Bildschirm eines abgestürzten Computers. Bin mitten im Lichtkegel und sehe nur den Tisch. Und meinen Text. Na ja. Dann sollte ich wohl …

Diese schwarze Masse vor mir ist mein Publikum. Doch ist es wirklich da? Keine Chance an der Mimik der Zuhörenden etwas über die Wirkung meines Textes herauszufinden. Nix zu sehen. Nur zu hören. Den Applaus genieße ich. Echt wahr. Tut gut. Du hättest bisschen lauter lesen sollen, meinte mein Lieblingsbruder hinterher. Ansonsten wirkte er ein klein bisschen stolz auf die Kleine und drückte mich herzlich. Die einzige Kritik, die ich gehört habe. Ansonsten Ermutigendes. Oder sowas in der Art: Schwerverdaulich. Wie oft bei dir. Meine wunderbare Freundin K. Ja, stimmt. Ich weiß. Doch in Loch im Eis gibt es nun mal nichts Leichtverdauliches. (Zum Text: hier klicken)

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Bei kommenden Lesungen werde ich deshalb Blogtexte vorlesen. Gelobte ich beim ersten Bier. Leichtere Kost, wie ich hoffe. Die Texte. Das Bier auch.

Die Qualität unserer Texte war, finde ich, wieder auf sehr hohem Niveau. Abwechslungsreich. Von verspielt bis gruselig, von Psycho bis erzählend. Wie gut, dass ich (d.h. wir) unsere beiden Schreibgruppe-Männer überredenzeugen konnte mitzumachen. Manuels Text sei eine halbe Stunde vor der Lesung fertig geworden. Neue Mangas von Helen. Auf Grossleinwand – ein Erlebnis für die Augen! Ach … jetzt könnte ich ins Schwärmen kommen … Anjas Klipp-Klapp-Text, Stefans Gruselstory, undundund … Doch unser aller Überfliegerin war Roswitha. Sie moderierte absolut sympathisch, souverän und persönlich. Schwer zu toppen! (mehr Bilder von der Lesung …)

Publikum und Stimmung waren aufgeräumt. Die nicht ganz billige Raummiete haben wir praktisch aus der Kollekte gedeckt und schon bald lockte es uns alle auf die Gassen Bern.

Straßenmusik an jeder Ecke. Buskers 2009. Wir lassen uns treiben, genießen internationalen Fastfood – einen kleiner Trip nach Mexico zum Beispiel. Schweizer Bier. Tauschen aus. Treiben weiter. Am Schluss noch zu dritt bleiben wir an den Pos einer englischen Comedy-Truppe hängen. The Cosmic Sausages. Na ja, für die schönen Pos können wir nix. Ehrlich. Und für dieses charmante Lächeln hier auch nicht. Oder doch?

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Es war eben bloß noch hinter der Truppe Platz. Das Chrüsimüsi aus Klamauk, poppigem Gefiddel, Gipsysound und Countryrock animierte zum Mitshaken und -klatschen.

Schlaftrunken, später, irgendwann, im Bett, begreife ich plötzlich, dass ich Ferien habe. Endlich! Dass ich schon übermorgen nach Schweden fliege, kann ich kaum glauben. Denn im Moment will ich einfach nur schlafen.

so Wörter

Chrüsmüsi. Was für ein herrliches Wort.  Allerdings für nicht schweizerdeutsch sprechende Lippen sowohl kaum aussprechbar geschweige denn verständlich.

Nein, mit Müesli – ob mit oder ohne Beeren drin – hat es überhaupt nichts zu tun. Essbar ist es nicht wirklich. Obwohl ich schon Gerichte so benannt habe.

Durcheinander kommt als Übersetzungsversuch der Sache schon näher. Ist aber unzureichend. Besser ist Vielfalt. Buntes Neben- statt unklares Durcheinander. Buntes Miteinander. Das Wort Gnosch geht zwar in die gleiche Richtung, doch während Gnosch von fehlender Übersicht, von Chaos gar, ausgeht, ist mit Chrüsimüsi eher die gewollte Auslegeordnung verschiedenster ansonsten nicht zusammenpassender Teile gemeint. Der Alptraum aller Mathelehrkräfte. Kinder, die Liter und Meter über die selben Leisten brechen wollen. Zum Beispiel. Chrüsimüsi soll hinfort für solche Blogtexte stehen, die mal, da mal dort ansetzen … auslegen, ausbreiten … herumhüpfen …

Solche Texte wieder der Folgende zum Beispiel.