Kennst du eigentlich Hinterweidenthal?, fragt der Liebste beim Spätstück. Er schmiert sich genüßlich ein Brot, sein Appetit kehrt offensichtlich zurück.
Hinterweidenthal? Ich runzle die Stirn. Joke oder wahr?, überlege ich, gewohnt daran, dass Irgendlink zuweilen schräg denkt und gerne mit Wörtern spielt. Hinterweidenthal klingt definitiv gut erfunden. Befinde ich. Schüttle den Kopf. Warte, was nachkommt.
Da könnten wir geocachen* heute, sagt er nun. Wenn du magst.
Ich zücke mein iPhone, öffne die Geocaching-App* und weiß zehn Sekunden später, dass es diesen Ort tatsächlich gibt – mitten im Pfälzerwald – und dass er eine ziemliche Cachedichte hat. Was für Sehenswürdigkeiten spricht. Der Teufelstisch – klingt das nicht mirakulös?
Ist es auch!, bestätigt Irgendlink. Ich lade mir auch gleich noch den Cache „Tunnelblick“ aufs iPhone und ein paar weitere. Mal schauen, wie wir mögen. Beide sind wir noch auf Halbmast, doch es zieht uns mächtig raus in die Natur, raus in den Wald.
Die Anfahrt beschert uns den Blick auf eine Großbaustelle namens B 10. Neue Straßen werden gebaut, ganze Waldabschnitte wurden dazu gerodet. Rote Erde liegt offen. Mondlandschaften. Unterwegs in Teufels Küche? Da geht es heiß her, wie man sieht. Kalte Küche wäre hier undenkbar.

Wir wandern vom Parkplatz zur Tischplatte des Teufels und staunen über dieses Kunstwerk der Natur. Uralt. Verwittert. Roter Buntsandstein. Erodiert. Magisch.

Anschließend wandern wir zum Geocache „Tunnelblick“, den Irgendlink aka Pfaelzer vor vielen Jahren versteckt hat. Eine wunderschöne Ecke, trotz naher Bundesstraße. Wir hören nichts außer Vogelgezwitscher und unsere Echos, die wir im Tunnel klingen lassen.
Friedlich und still ist es hier. Zuerst zaghafte Regentropfen, kurz nur, dann Frühlingssonne vom Feinsten.

Unterwegs schießen wir das eine oder andere Bild, ein Regenbogen guckt kurz zwischen den Wolken hervor und wir zwei kommen langsam wieder zu Kräften.
Betreten auf eigene Gefahr – müsste das nicht überall im Wald stehen? Im ganzen Lebensdschungel? An jeder Hausecke, sage ich, als ich diese Tafel hier sehe. Das ganze Leben ist Betreten-auf-eigene-Gefahr!

Unterwegs bunter Kleinkram …

Und zu guter Letzt auf dem Rückweg noch ein Abstecher in Blinkyblankys Atelier.
Wie bunt Leben doch sein kann!
__________________________________________
Bilder:
undogmatische Appspressionismen (iPhoneArt mit Gimpunterstützung).
* Geocaching ist eine Outdoor-Schatzsuche in der realen Welt. SpielerInnen dieses Spieles versuchen, versteckte Behälter, Geocaches genannt, mithilfe eines Smartphone oder GPS-Gerätes zu finden, um anschließend ihre Erfahrungen online zu teilen. Mehr auf www.geocaching.com.