eingetaucht

So genial lesen können möchte ich. Als Zuhörerin vergisst du ganz, dass du auf einem Stuhl inmitten von Leuten sitzest. Die Bilder, die auftauchen, nehmen dich an der Hand, lassen dich eintauchen, lassen dich mitschwimmen, lassen dich Teil der Geschichte sein.

Erstens kann er gut schreiben und zweitens kann er gut lesen, der Peter Stamm. Echt wahr.

Sein knapper, dichter Stil dockt bei mir unmittelbar auf der Sinnesebene an. Er wolle mit seiner Art zu schreiben die Lesenden vergessen lassen, dass sie lesen, habe ich mal aufgepickt. Oder so ähnlich jedenfalls. Und genau das gelingt ihm. Finde ich. Habe ja inzwischen fast alles von ihm gelesen, denn ich bin von seinem Schreibhandwerk begeistert. Doch sprechen mich natürlich auch die Geschichten selbst an.

Obwohl ich das Buch „Sieben Jahre“ ja bereits gelesen habe, kam bei mir während seiner dreiviertelstündigen Lesung, die aus drei Passagen bestand, keine Sekunde Langeweile auf. Im Anschluss daran beantwortete er Fragen. Ganz natürlich erzählte er von seinen Gedanken vor und während des Schreibprozesses und gestand sogar, dass er das Ende einer Geschichte, wenn er sie zu schreiben anfange, noch nicht kenne. Wohltuend!

Mein Dienstagmorgen-Kater hat aber definitiv nichts mit Peter Stamms Lesung zu tun. Da sind meine Freundinnen M. und R. und ich ganz selber dran schuld.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert