Punktlandung

„Jetzt müssen wir wieder aufpassen, was wir sagen!“, flüstere ich J. zu. Wir grinsen. Deutschland hat uns wieder. Die Zeiten, wo wir über unsere Zeltplatznachbarschaft lästern oder uns über sie Geschichten ausdenken konnten, sind vorbei. Hier, auf Behringens Camping in der Lüneburger Heide, ist dies allerdings auch nicht nötig. Neben uns wohnt ein gut deutschsprechendes pensioniertes norwegisches Paar, das von Italien her nach Hause fährt. Großzügige Menschen, die uns venezianische Tomätchen und Kaffee schenken.

Wie wir hier gelandet sind? Eben noch hatten wir auf der Autobahn dahinbrausend darüber geredet, die Nacht durchzufahren, weil es grad so gut lief, da hatte J. bei einer kleinen Rast auf seinem iFon gesehen, dass in der Nähe zwei Geocaches liegen. Nix wie hin. Weg von der Autobahn.

„Da rechts rein,“ lotste mich mein Liebster, den Blick auf die Karte auf dem Display seines digitalen Vielfunktionsgeräts.

„Da?“, frage ich. Wir stehen an der Pforte eines hübschen Campingplatzes. Das Schicksal mal wieder! Nix da mit die Nacht durchfahren. Wir checkten ein, bestellten Brötchen, bauten das letzte Mal unser Zelt auf …

Am nahen See finden wir später, trotz Dämmerung, zwei Caches. Das muss einfach sein. Immerhin verdanken wir es ihnen, dass wir heute Morgen gut ausgeschlafen vor dem Zelt mit den norwegischen Nachbarn plaudern können. Und frische Brötchen essen.

Noch knapp sechshundert Kilometer gilt es zu fahren. Ein kleiner Hüpfer im Vergleich zu den rund siebentausend, die wir in den letzten neunzehn Tagen gefahren sind. Zeit, um sich innerlich auf die Rückkehr in den Alltagsalltag einzustellen.

Bilder gibt’s heute keine, ich blogge mit Irgendlink Telefon, da er kostenlos ins Netz kann.

Heute bin übrigens ich dran. Mit den E meine ich. Bin ja gespannt wie J. da schafft. Von wegen abschreiben und so. (siehe seinen Artikel „auf dem Fischkutter der Erinnerung“ neulich).

Ach, noch was: Bloggen im Ausland ist nicht gratis. Ein Artikel kostet um die zwei Franken. Mit Bild. Meine Telefonrechnung versteigere ich liebend gerne. Angebote bitte an mich.

Na ja, andere kaufen sich dafür eine Tageszeitung und lesen diese, während wir zwei Verrückten schreiben … 🙂