Zum einen Erinnerungen. Eintauchen in vergangene Reiseerlebnisse. Nochmals mit meinem Liebsten durch Spanien, Frankreich, Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen reisen. Und natürlich auch durch die Schweiz. Unzählige Bilder sichten. Auswählen. Und die Alben meines neuen virtuellen Fotoalbums füllen. Immer und immer wieder die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren. Wie gut sich das anfühlt. Träumen. Auch vorwärts träumen … (zur Galerie …)
Notausgang. Passt gut. Denn nach ihm suche ich im Alltag. Womit wir beim „andererseits“ wären. Die Erkenntnis, dass meine Zeit im Job nach Ende riecht und nach Aufbruch. Das Gefühl von genug. Einmal mehr begreife ich, dass ich irgendwie einfach nicht in diese Arbeitsmühle, die unserer Gesellschaft so heilig ist, rein passe. Dass mich Konventionen und Strukturen einfach nicht erfüllen und mir Energie rauben. Dass ich etwas anderes tun will. Zu merken, dass die Solidarität meiner Kolleginnen nur so weit geht, wie sie ihnen nicht weh tut. Und das tut mir weh. Ich will anders leben.
Unerfüllte Sehnsüchte. Ein Thema, das ich mit meiner Freundin U. grad in langen Mails thematisiere.
“ … sie erwachen, wenn irgendwas im außen geschieht. sie räkeln sich und fangen an, eigendynamisch zu handeln. sie zeigen uns genau, wo wir uns bisher bedeckt gehalten haben. unerfüllte sehnsüchte tun irgendwie weh und darum lernen wir irgendwann – ganz früh vielleicht schon – ihnen den mund zu verbieten oder wir sperren sie gar weg.
was ist ihr sinn? und müssen wir sie erfüllen? sind sie wichtig, damit unser leben eine dynamik, ein motiv und eine richtung bekommt? was wäre, wenn wir keine erfüllten sehnsüchte mehr hätten? wäre dies das nirvana und wir wunschlos glücklich. oder aber wären wir dann total abgestumpft und abgelöscht? ich weiß nur, dass unerfüllte wünsche, wenn ich sie zu sehr aufbausche, mein leben in eine richtung bringen, die nicht mehr lebensförderlich ist. ich denke da an a., dessen unerfüllte sehnsucht das paradies auf erde war. natürlich, diese sehnsucht haben wir bestimmt alle, alle in irgendeiner ecke unseres seins. nur: wie groß und wie stark ist sie? und darf sie größer sein, als … größer als was?
j. fragte mal irgendwo und irgendwann sinngemäß in seinem blog: wieso gewichten wir unsere innere, phantastische realität nicht ebenso schwer wie die äussere? … wie sein text weiterging, weiß ich nicht mehr. ich gebe mir, genau jetzt, zur antwort: die äußere realität ist jene, wo ich auf jene äußeren realitäten meiner mitmenschen stoße, wo ich den anderen begegnen kann. darum braucht sie wohl mein größeres augenmerk, wenn ich mich als soziales wesen betrachten und verhalten will, das im austausch mit diesen mitmenschen stehen will.
will ich das nicht, nicht mehr, kann ich mich auf meine innere realität fokussieren. möglicherweise werde ich dann von der welt außerhalb meiner selbst nicht mehr verstanden und erhalte einen dieser tollen diagnosen, die weißgekittelte menschen gerne (oder auch nicht so gerne) verteilen. item.
wie bei allem im leben suche ich mein gleichgewicht irgendwo in der mitte zu finden. da die unerfüllten wünsche, dort das wissen um die nichtideale realität, daneben träume und wünsche und erreichtes. unerreichbares auch, das vielleicht so unerreichbar nicht ist. immer alles im kontext mit den menschen, die mir lieb sind. immer im bewusstsein, dass (s)ich alles ständig verändern kann
es gab liebeserfahrungen in meinem leben, die wie kerzen waren. eine kerze gibt hell, doch sie wird kleiner und kleiner je länger sie brennt. dann gibt es liebeserfahrungen, die wie bäume sind. auch bäume nicht vergänglich, doch sie wachsen dem licht entgegen. eine solche liebe, ahne ich, ist jene zu j.. ich hoffe es. das leben, alles, ist vorläufig. und vergänglich …“ (Aus einer Mail an U., gestern, im Fieber geschrieben).
