müde

Eigentlich habe ich gar keine Zeit zum Arbeiten, habe ich neulich geschrieben. Ja, stimmt. Doch auch zum Bloggen fehlt mir die Zeit. Zeitgeizig geworden, wie einst in Bern, kaum dass ich wieder außer Haus arbeite. Die Zeit zum Nichtstun fehlt mir, jede Minute ist wieder verplant mit Haushalt und anderem. Dabei würde ich mich am liebsten mit meinem englischen Krimi im Bett verkriechen und die Welt sich einfach um sich selbst drehen lassen. Sie tut es ja eh. Ob ich mit will oder nicht.
Lesen und auf dem iPhone Bilder bearbeiten sind zurzeit die beiden einzigen Dinge, die mich nicht stressen. Außerdem dauert meine „in der Schweiz ist alles besser“-Phase noch immer an. Sie musste kommen. Nein, ich bin nicht ich mit der Idee nach Deutschland umgezogen, dass hier alles besser sei, ich bin aus persönlichen Gründen hierher gezogen. Und nochmals nein: ich bereue den Umzug nicht und genieße es täglich sehr, mit meinem Liebsten Tür an Tür zu wohnen und den Alltag zu teilen. Dennoch kann ich nicht anders, als hin und wieder Vergleiche zu ziehen. Sie drängen sich mir geradezu auf. Vergleiche im zwischenmenschlichen Umgang vor alle, subtile, kaum fassbare Unterschiede sind es, die mich anstrengen. Selbstverständlichkeiten, die eine ganze Gesellschaft verinnerlicht hat, die mir zuweilen wie geheime Codes erscheinen und die ich nicht verstehe. Fremdsprachen sind anstrengend.
Kurz: Ich bin des Neuen müde. Müde beschreibt mein aktuelles Lebensgefühl sehr genau. Müde mit all seinen Facetten. Aber Bilder machen tut, wie gesagt, sehr gut …

Bild: Menschliche Landschaften