Die Muffe

Oh, das Wort gibt’s sogar, das ich mir überstülpen wollte. Für Dezember nur, für dreieinhalb Wochen. Als Schutzmauer, bis Weihnachtsklimbim vorbei ist.
Weihnachtsmuffe, meine weibliche Form zu Weihnachtsmuffel. So jedenfalls mein Gedanke. Doch die Suchmaschine wusste es besser. Sie meint, Muffe sei ein Teil zwischen zwei Teilen. Passt ja irgendwie fast besser zu mir. Brücke. Verbindung. Übersetzerin. Überbringerin. Botin. Wie auch immer: Muffe statt Muffel passt besser und sitzt eigentlich wie angegossen.
Ob es das schon als Berufsbezeichnung gibt? Ich könnte Workshops anbieten. Alles besser als so einen Muffeltag wie heute. Nach zwei Wasserschäden an einem Tag – Sofa und Laptop mit Getränken geflutet, nun (auf dem alten Laptop schreibend) das Trocknen abwartend und hoffend, dass er bald wieder mit mir spielen will – habe ich vor, den Resttag mit Bier und Buch auf dem Restsofa (trockene Hälfte) zu verbringen.
Vorher per Mail mit Irgendlink über Deiche philosophiert. Und über Wellenbrecher. Und dass vieles im Leben so tut als wäre es was anderes. Dinge und Menschen. Danach gedacht , dass wir nie wissen, was wirklich ist, weil sich jede Wirklichkeit sogleich von der nächsten überholen lässt. Meereswellen – sie kommen und gehen. Schwemmen Treibholz mit sich mit – Ideen für den nächsten Tag.
Gut, dass du sein Autor bist, nicht ich!, schrieb ich über eine von Irgendlinks Romanfiguren.
Ob meine altvertrauten, schlummernden Romanfiguren, die ich heute zu neuem Leben erwecken wollte, wohl froh sind, mich als ihre Autorin zu haben?