Laut gedacht …
Wo ich hingehöre? Wer kann es mir sagen (und könnte ich mich falsch entscheiden)? Wer schreibt mein Drehbuch und wer trĂ€gt die letzte Verantwortung? Kann ich auf diese Fragen ĂŒberhaupt anders antworten als mit ICH?
SchĂ€fchenzĂ€hlen rĂŒckwĂ€rts geht nicht. Seit 4:15 bin ich wach und das SandmĂ€nnchen hat sich aus dem Sand, Ă€hm Staub, gemacht ⊠Und sogar die Notfalltropfen wirken nicht. Kopfkino vom feinsten. Mir ist fast schlecht vor MĂŒdigkeit und auch dass der Liebste neben mir tief und fest schlĂ€ft, Ă€ndert nichts an meinem Zustand. Aufgekratzt bin ich. Adrenalin und Cortisol im Ăberfluss …
Wenn ich könnte, wie ich wollte, ich wĂŒrde wohl Stelle eins nehmen. Denke ich. Konjunktiv, du Kehrreim meines Lebens! Andererseits hĂ€tte ich Stelle zwei auf sicher und der Hilfswerkbetrieb wĂ€re mir von frĂŒher vertraut. DafĂŒr wĂ€re der Arbeitsweg sehr lang.
Stelle eins oder zwei – so oder so eine gute ErgĂ€nzung zur SelbstĂ€ndigkeit sagt der Verstand und die Abenteuerlust gibt zu Bedenken, dass ich â womöglich â meine TrĂ€ume dem Sicherheitsdenken opfere, wenn ich eine feste Stelle annehme. Vierzig Stellenprozent oder fĂŒnfzig sind ja nicht viel, antworte ich mir. Damit wĂ€ren die Grundkosten gedeckt und der Stress vom Tisch.
So what?
Wie viel Freiraum brauche ich und bliebe so nicht meine KreativitÀt auf der Strecke?
Jede unserer Entscheidungen hat Konsequenzen. FĂŒr uns, fĂŒr andere. Wir sind nicht allein. Wie wĂŒrde mein Leben sich weiterentwickeln? Wie und wohin?
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Nach dem VorstellungsgesprĂ€ch in B. fahren wir gestern Nachmittag nach Biel. Wir treffen den KĂŒnstler Marc Kuhn, den Schöpfer der Kunstbewegung Col-Art und seine mexikanische Frau Rossana. Es gilt noch einiges an Material und Gedanken zur baldigen Ausstellung im ZweibrĂŒcker Prisma auszutauschen.
Wie wir zu viert gemĂŒtlich am Bielersee ĂŒber Kunst, die Welt und das Leben philosophieren, bitte ich Marc zum Jux, mir meine Zukunft aus dem Kakao-Satz zu lesen, denn vor bald vier Jahren hat er Irgendlink und mir aus unsern Handlinien gelesen.
In zehn Jahren âŠ, hebt er an. Nein, den Rest seiner Rede werde ich hier nicht verraten.
Was die Zukunft bringen wird? Leben kann ich eh nur die Gegenwart …
So what?
(Falls jemand heute Abend dem SandmÀnnchen begegnen sollte, dann schicke er oder sie es bitte zu mir!)
Ich habe Dir ja vom Buridans-Dilemma erzĂ€hlt, vom Esel, der mittig zwischen zwei Heuhaufen steht, und weil er sich nicht entscheiden kann, von welchem er fressen soll, verhungert er. Jetzt habe ich die Lösung: Nimm beide Jobs an. Dann hast Du aus zwei 50 Prozent-Stellen eine Hunderter gemacht đ
Das SandmÀnnchen, den kleinen Lauser, werde ich nachher bei den Ohren packen und in Dein Bett zerren. Versprochen.
wĂŒrde ich beide stellen nehmen, wĂŒrde ich – konjunktivseidank steht hier das wort wĂŒrde – durchdrehen (du kennst mich, ich kann das nicht). und dann wĂ€re der esel wieder so weit wie zuvor … đ
noch besser: einen der jobs gÀbe ich dann dir!
ich hoffe, er hat keine mĂŒtze an, der lauser, so von wegen an den ohren packen. hoffentlich klappts!
das ist eine der selbstverstĂ€ndlichsten dinge des lebens, und zugleich die, die zumindest ich immer wieder vergesse, oder verdrĂ€nge, dass wir fĂŒr alles zahlen mĂŒssen.
ja, du sagst es. „alles hat seinen preis“ ist zwar abgedroschen, doch ist es auch ein weg, theoretisch zumindest, alles in balance zu bringen und zu halten.
Es klingt so hart aber es ist so. ……..
langsam fange ich an, diese mechanismen als gegeben anzunehmen. ja sagen.
Dem Sandkerl, liebe Soso, haben wir gerade schon mal schön mit auf den Weg gegeben, wie er sich doch bitte heute und morgen und ĂŒbermorgen und ĂŒberhaupt bei Dir zu verhalten hat. Er raunzte so was wie: ok, klar, mach ich.
Das ist also vom Tisch.
Alles andere weiĂt Du, da sind wir uns zwei Mal fĂŒnfzig Prozent sicher, vor allem selbst sehr genau.
Herzliche GrĂŒĂe in Deine spannungsreiche Zeit, und danke fĂŒr’s Teilen,
mb und dm
hach, dieser kommentar ist wie eine herzliche umarmung bei mir angekommen.
ich werde freund sandmann dankbar erwarten und fĂŒr die lieben grĂŒsse und ĂŒberhaupt: herzliches dankeschön!
liebgrĂŒĂ soso und irgendlink
werde dir das SandmĂ€nnchen schicken, das nette, freundliche, das frĂŒher im Osten Deutschlands die Kinder glĂŒcklich machte und schöne TrĂ€ume schenkte !
zu deiner Anmerkung mit dem langen Arbeitsweg..
ich hatte das total unterschĂ€tzt, bin voller Euphorie vor gut 2 Jahren weggezogen, Arbeitsweg einfach 1 Stunde ohne Stau, mit brachte ich es manchmal auf 2 oder sogar mehr..und das ganze nach der Arbeit wieder zurĂŒck..
irgendwann zerrte das an meinen Nerven, ich wurde reizbar und explodierte schnell. Dabei bin ich eigentlich ein ruhiger, nachdenklicher Mensch, es dauert sehr lange bis mich was aus der Ruhe bringt.
Nun bin ich wieder in der NĂ€he..15 Minuten..und neben allem anderen merke ich wie ich wieder die „Alte“ werde..
liebe GrĂŒsse vom TrĂ€umerle đ
das verrĂŒckte: stelle zwei ist in der gegend, wo ich frĂŒher lebte (grossraum bern) und die fĂŒr mich so was Ă€hnliches wie meine heimat ist. sollte also stelle zwei ĂŒber mir zuschnappen, wĂ€re ein spĂ€terer umzug nicht undenkbar … aber so wies aussieht, ist stelle eins noch mein favorit.
lange arbeitswege sind nicht wirklich meins, geht mir genau so.
danke fĂŒr deine zeilen!
ps: das sandmĂ€nnchen hat mich gefunden! đ
schön, dass dich das SandmÀnnchen gefunden hat ! Freut mich !
Du wirst dich sicher fĂŒr die richtige Stelle entscheiden, höre einfach auf dein BauchgefĂŒhl…
daaanke! đ
Ich wĂŒrde mich fĂŒr den Job entscheiden, der dir am Sinnvollsten vorkommt. Von dem du das GefĂŒhl hast, dass es „gut“ ist, was du da tust. Ich glaube, dass Arbeit nicht nur KreativitĂ€t verschluckt, sondern auch sehr fördern kann, sofern die Arbeit nicht den ganzen Tag oder die ganze Woche verschluckt. Und eine Halbzeitstelle sieht mir nicht danach aus. Ich wĂŒrd’s wagen. =)
also, ob ich mich entscheiden kann, (oder bei stelle eins heute aus dem rennen falle) ist noch offen. sinnvoll sind beide (beides hilfswerke, das eine mit kindern/jugendlichen, das andere mit stellensuchenden, ich als sachbearbeiterin nahe dran) – von daher … favorisieren tu ich die mit den nĂ€hren arbeitsweg, weil da die materie neuer ist. ob die mich aber wollen, werde ich die nĂ€chsten tage sehen (heute zweite runde).
danke fĂŒr deine gedanken dazu!
Wenn man versucht alles richtig zu machen, hat man manchmal Probleme. Zu den Kindern habe ich manchmal gesagt: immer erst probieren, bevor man bĂ€h sagt. Ich wĂŒnsch Dir, dass Du probieren kannst, ohne bĂ€h sagen zu mĂŒssen. LiebgrĂŒĂ von Blinky
immer richtig machen, nein, das geht nicht. besteht nicht das ganze leben aus lauter balanceakten um die fehler herum, die das leben mit uns macht und wir mit ihm? đ
den bĂ€h-spruch kannte ich von meiner eigenen mutter …
ich werde es versuchen, liebe blinky, und ich hoffe ohne bÀh!
danke schön!!!
Die KreativitÀt kriegt man auch mit sehr viel Arbeit nicht heraus. Ich zumindestens nicht. Und Wege sind doch immer nur da, um gegangen zu werden.
Am Ende wird Deine Entscheidung schwierig aber richtig sein, denn Scheitern gehört genauso zur KreativitÀt, wie der Kompromis & der Erfolg.
Viele GrĂŒĂe & weiterhin sichere StraĂen, Fritsch.
hach, ja, das scheitern – darĂŒber habe ich hier im blog schon paarmal (in deinem sinne) nachgedacht. wahrscheinlich ist das scheitern sogar die voraussetzung fĂŒr fortschritt und selbstentwicklung … so meine these.
danke fĂŒr deine gedanken und ja, also nein, kreativitĂ€t ist wohl unkaputtbar. hoffe ich … đ