ver-rückt irgendwie

Ich schaue mir selbst zu, wie ich schneller und schneller mein Alltagshamsterrad trete, wie ich temporeich von A nach C hüpfe – in Gedanken ebenso wie im reallen Leben – und wie ich kaum Pausen einlege …
Stopp, SoSo, das kann es nicht sein!
Selbst wenn es mir, wie jetzt, dabei gut geht und ich gerne lebe – sogar die Arbeit macht zuweilen Spaß! -, darf diese Tempo einfach nicht der Normalfall sein. Mit meinem Liebsten und mit Freundinnen habe ich dieser Tage verschiedentlich über das Übel der Teilzeitarbeit sofasophiert: Arbeitest du „nur“ in Teilpensen, sagte ich, klebt der Makel der Unvollständigkeit an dir und du suchst, wie ein Pilger die Absolution, nach einem Weg zur Vollständigkeit. Im meinem Fall sieht das so aus, dass ich, kaum zuhause, in einer beliebigen Ecke meines Lebens weiterarbeite. Haushalt oder Kunst ist dabei – zur Illustration meines Dilemmas – sogar einerlei. Der Motor kommt nie, außer Nachts, zum Stillstand. Schlafen tu ich gut. Immerhin. Intensiv träumend durchschreite ich meine Nächte.
Selbst jetzt, wo ich es mir am Ofen bequem gemacht habe, mit einem Buch auf dem Schoß, lese ich nicht, sondern blogge.
Blogito, ergo sum!, um J. zu zitieren, ich blogge, also bin ich.
Darum mach ich jetzt Feierabend. Wie wär’s denn mit einem guten Film, Liebster?

0 Kommentare zu „ver-rückt irgendwie“

  1. Wie gut du es beschrieben hast! Ja, genauso ist es. Will man die volle Anerkennung (ob von anderen oder sich selbst), braucht man einen Vollzeit-Job. Oder wenigstens das Gefühl, einen zu haben. Das ist wirklich ver-rückt, aber mir gehts genauso.

  2. nicht. dass es mich froh macht, dass ihr das auch kennt, das nicht. aber irgendwie tröstlich ist es schon, dass es anderen ähnlich geht.
    herzliche grüße in die schweiz und ins schwabenländle (ist das polititsch korrekt, anhora?) von d.

    1. Absolut korrekt! Ich sitz hier im oberschwäbischen Ländle, um präzise zu sein, hier verduften gerade die letzten Nebelfetzen und die Sonne kommt raus. 🙂
      Grüße in die Pfalz und einen schönen Tag!

  3. Ouh, Mist, zu spät. Hab in meinem Künstlerjob gebummelt. Heute Morgen ist mir mal klar geworden, dass ich nach dem Tackern ja immer bis zu fünf Stunden anderweitig noch arbeite. Und im September noch kein einziges freies Wochenende. Aber das war letztes Jahr auch so.
    Freu dich auf die Ideen des März 🙂

  4. Mir geht es zum Glück nicht so- habe irgendwo tief innen meine goldwarme Geborgenheitshöhle, Seelenfundament- und das erlaubt mir des öfteren „Faulsein wie Sau“- wenn Ihr versteht…
    Gruß von Sonja

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