Heute erteile ich Linard Bardill das Wort.
Ein Wort zum Tag und eins zum Leben auch gleich:
Die Zeit heile Wunden
sagt man
doch die Zeit heilt nichts
es ist das Vergessen
das uns wieder lachen
lieben und singen lässt
Darum lobe ich das Vergessen
es macht uns lustig
und hilft uns
die grimmigen grauen
Gedanken fahren zu lassen
Wie der Wein
wie der Schlaf
Wie der Augenblick
der nie schmollt
oder grollt
oder atemlos ist
Ich zähle meinen Atem
Es gibt keine Wunden
Es gibt keine Zeit
Es gibt kein Vergessen
Linard Bardill im November-Newsletter
es gibt kein vergessen, keine zeit, aber die ständige veränderung…
und das, was weh tut, was ist das wohl? hm.
fragen über fragen …
der alte schmerz, der sich in neuen verwandelt…
tut das wandeln weh und in was wandelt er sich und warum? alter reicht, neuen brauchen wir nicht.
hm …
Eigentlich sind das ganz fremde Gedanken für mich.
mb
fremd, weil nicht nachvollziehbar oder fremd, weil noch nie in diese richtung gedacht? oder gar befremdend?
danke für deine gedanken, liebe mb!
Liebe Soso,
ich glaube, dass ich Schwierigkeiten mit dem mittleren Teil des Gedichts hatte. Aber vermutlich übersehe ich den Kreis, der geschlossen wurde, und der dann wieder in eine andere Richtung führt.
Danke, dass Du nachgefragt hast,
herzlich, mb
ich vestehe den text als die sehnsucht nach dem freisein von der bindung an zeit und raum, ausserhalb des schmerzes sein – in der gegenwart. aber das ist nur eine mögliche interpretation. gut, dass der text so viele ebenen anspricht und eben nicht ganz eindeutig ist.
schön, dass du dich eingelassen hast.
danke und herzliche grüsse
soso