dream on

Nein, die Kinder sind es nicht primär, die dazu beitragen, dass mich mein neuer Job stresst. Obwohl ebendiese Kids ganz schön ausprobieren, wie weit sie bei mir gehen können. Nein, es sind auch nicht nur die schlechten Bedingungen, obwohl ich bei mehr Lohn gewiss motivierter wäre. Was mich am meisten stresst, ist eher etwas irrationales und ganz und gar nicht neu. Es ist die simple Tatsache, dass mein Brötchenjob mir Lebenszeit abzwackt. Lebenszeit, die ich in etwas investiere, das mir nur bedingt wichtig ist, ich aber dennoch nicht halbherzig machen kann. Weil ich einfach nicht halbherzig arbeiten kann. Zeit, die mich ermüdet, weil ich mich engagiere. Vor allem aber Zeit, die ich nicht frei gestalten kann. Was ein großer Traum von mir ist, eine Illusion natürlich, doch ein schlichter Wunsch: meine Zeit selbst zu gestalten und keine materiellen Sorgen haben zu müssen. Doch wenn ich kein Geld habe, muss ich logischerweise welches verdienen. Und wenn ich meine Kunst nicht vermarkte und/oder wenn sie niemand kauft, gibt es auch kein Geld. Ergo muss ich arbeiten. Es ist wohl am meisten dieses Müssen, das mir nicht gut bekommt. Weil ich nicht gerne muss. Ich will wollen, nicht müssen, denn eigentlich arbeite ich gerne.
Schnitt.
Heute, auf dem Weg zur Arbeit  – über meine Erschöpfung und Müdigkeit nachgrübelnd –, musste ich an den Krug denken, der zum Brunnen geht bis er bricht. Wie es verschiedene Krüge gibt – irdene, gläserne, solche aus Blei oder Kupfer, gibt es auch vielerlei Menschen, zumindest die einen und die anderen. Die einen kaufen oder töpfern sich einfach, wenn der alte Krug gebrochen ist, einen neuen. Oder noch besser: sie lassen sich einen schenken. Die anderen grübeln Jahre, bevor der Krug auch nur ans Risse machen und Zerbrechen denkt, schon an den bevorstehenden Bruch und was sie tun werden, wenn er eines fernen Tages tatsächlich brechen wird. Falls er denn brechen wird, so lange sie leben. Mit ihren Angst-vor-den-Scherben-Sorgen versauen sie sich jegliche Alltagsfreude. Irgendlink gehört zu den einen, ich nicht, leider.
Selig, die einen Krug haben, den sie füllen können.

stolpern, aber nicht stürzen

Zum Glück gibt es Internet. Googleseidank gibt es Suchmaschinen. Hast du ein Problem –  irgendeins! – bist du damit bestimmt nicht allein. Auf jede Frage kennt das weltweite Netz eine Antwort. Noch besser: Für jedes Thema gibt es ein Forum. Von Abort bis Zeckenbiss ist alles dabei. Immer gibt es Menschen, die das gleiche erlebt haben, ähnliches zumindest, schlimmeres gar. Kompetent oder nicht – doch mitgeteilt muss es werden.
Wie tröstlich, dass ich damit nicht alleine bin!, denke ich, während ich die Beiträge meiner Leidensgenossinnen lese. Der hat das geholfen, jener dieses. Ich spüre unglaublich viel Menschlichkeit in den Zeilen und glaube beinahe, diese Frauen hier persönlich zu kennen.
Dennoch: meine Erfahrungen kann nur ich selbst machen. Niemand, nicht einmal mein Liebster, kann sie mir ersparen. Nicht den Krankenhausaufenthalt, nicht meine Achterbahn fahrenden Gefühle. Doch ob ich diese mit anderen teilen will, kann nur ich selbst entscheiden.
Der Grat zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre ist im Zeitalter von Internet sehr schmal geworden. Pseudonyme verhüllen oft nur, gleich einem dünnen Umhang, das allernötigste. Deshalb werde ich hier auch nicht weiter über die intensiven Erlebnisse der letzten Wochen berichten. Höchstens indirekt.
Schnitt.
Unseren Urlaub haben wir aus diversen Gründen verschieben müssen, doch wie es aussieht, wird Irgendlink seinen Großauftrag bereits morgen oder am Mittwoch abschließen können und danach steht einer Reise mit dem Zelt nichts mehr im Weg. Ich freue mich auf das Abenteuer.
Wir planen, wieder live zu berichten. 🙂

… auch Heimweh? Manchmal?

Auch Heimweh, manchmal, ja. Manchmal würde ich mich gerne einfach auf mein Rad Velo schwingen und kurz mal zu C. in die Länggasse fahren. Dort eine Tasse Tee trinken oder zwei und braaschte, gugele u lafere wie mir der Schnabel gewachsen ist. Oder zu K. nach B. und dort im Garten abhängen, zu M. nach W., zu B. nach B., zu A. nach B., zu, zu, zu … Oder zu L. nach R. – zwar nicht grad um die Ecke, aber keine Stunde Fahrt mit meinem Sternchen. Die Herzlichkeit, Unmittelbarkeit und Vertrautheit im Umgang mit meinen Freundinnen fehlt mir hier schon. Gestern, im Wartezimmer meiner neuen Ärztin, kam ich nicht umhin, Vergleiche im Umgang der Menschen miteinander zu ziehen. SchweizerInnen und Schweizer dort, Deutsche hier. Nein. Nicht wertend, denn du kannst ja auch nicht Äpfel und Birnen miteinander vergleichen. Außerdem sehe ich ja immer nur einen Ausschnitt. Meine subjektive Perspektive. Bin ich einfach eine Mimose oder sind die Deutschen im Umgang miteinander wirklich derber und direkter als wir Schweizerinnen?, frage ich mich aber dennoch hin und wieder. In meiner aktuellen Dünnhäutigkeit überfordert mich zuweilen so ein Ausflug in die Welt beinahe.
Menschen, die ein bisschen so ticken, spinnen, grübeln, philosophieren, die Welt so wahrnehmen, lachen, denken und leben wie ich, die gibt es bestimmt auch hier, sage ich mir oft. Nur muss ich sie eben noch finden. Oder mich finden lassen. Ab August gehe ich – ein bisschen auch mit diesem Hintergedanken – ins Rückenyoga. Nach Barfußtanzen-Events, Trancedance und Schwitzhütten habe im Internet vergeblich gesucht. Auch Frauenrituale oder schamanische Trommelgruppen gibt es hier offenbar nicht. Ich könnte ja selbst Kurse anbieten, wie damals in Z., vor dreizehn Jahren, überlege ich zuweilen, doch bedeutet das fehlende Angebot nicht auch, dass kein Interesse vorhanden ist?
Schnitt.
Anhora hat gestern über die neuen Zeitzonen nachgedacht, in denen sie sich aktuell als Stellenlose bewegt. Die Parallelen zu mir sind unübersehbar. Diese Zeit, in der sie und ich leben und die nicht Urlaub, aber auch nicht bezahlte Arbeitszeit ist, wirbt verzweifelt um Anerkennung und Daseinsberechtigung, die wir ihr, Kinder der Leistungsgesellschaft, nur schwer geben können. Ob wir nun (wie ich) vom Ersparten leben oder von Arbeitslosenbeiträgen, macht im Endeffekt kaum einen Unterschied. Es ist im Kopf, das Problem. Wir werten Nichtstun ab, dabei ist es der Puffer. Die Zeit zwischen den Dingen. Die Lücken zwischen den Wörtern. Die Pause zwischen zwei Buchstaben. Die Leere zwischen den Zeilen. Sie ist die Essenz, die das Leben erträglich macht.
Auf dem Tisch steht eine große gläserne Vase. Daneben steht eine Schale mit Sand und da liegen auch kleine und große Steine. Sie alle sollen in die Vase. Fängst du mit dem Sand an, wird nicht alles Platz finden. Fängst du mit den kleinen Steinen an, auch nicht. Die großen Steine stehen für jene Dinge, die dir sehr wichtig sind* und sollen darum zuallererst in die Vase geschichtet werden. Einer vielleicht für eine Stunde Yoga pro Tag. Oder für einen langen Spaziergang. Oder für eine Stunde Lesen oder Nichtstun … Die kleinen Steine sind die Dinge, die auch wichtig sind, damit du dich im Leben wohlfühlst. Ordnung vielleicht, Sauberkeit, ein voller Kühlschrank, ein Dach über dem Kopf, dein Laptop … Doch der Sand ist es, der alles zusammenhält, der die Lücken schließt. Er ist es, der alles verbindet. Da ein Lächeln, dort ein Anruf, eine Begegnung, ein Musikstück. Der Sand ist es auch, den wir gleich wieder vergessen. Wenn wir zurückschauen auf unsere Leben, eines Tages, werden wir die Sandkörner zwar nicht erwähnen und uns nicht an die einzelnen Bröselchen erinnern, doch sie werden es sein, die darüber entscheiden, ob wir sagen können: Gut gemacht!
So ein Sandkorn ist dies hier, ein scharlachrotes … Eines, das übrigens ziemlich gut gegen Heimweh hilft. Im Hintergrund könnt ihr mich sogar mitsingen hören … 😉
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=bnDFseiDE-4&feature=related]

Büne Huber erzählt „Geschichten von Menschen für Menschen, die auch in komischen Zeiten die Hoffnung nicht aufgeben, dass ein Leben vor dem Tode möglich sein kann.“

Zitat: Büne Huber. Quelle: hier klicken

>>>>> Nie! NIE! Niiieee!
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*Klassischerweise stehen in obiger Parabel, die ich vor vielen Jahren einmal gelesen habe, die großen Steine für die Arbeit, für das Sichern des Einkommens … Ich habe sie hier aber ungefragt an meine Bedürfnisse angepasst. 🙂

suchen und finden

Auf der Suche nach einem Dokument, das für meine Zukunft wichtig ist, habe ich mich heute durch meine Archivkisten gewühlt. Im Keller stehend Kisten umschichten – das hatte ich doch eben erst? Déjà-vu: Vor knapp drei Monaten waren schichten und sichten meine Nebenjobs.
Jetzt aber stellte ich fest, dass ich bereits zu vergessen begann. Wie das war mit dem Umzug zum einen und zum anderen, wo und mit was zusammen ich dies und jenes eingepackt hatte. Die Beschriftungen auf den Archivkartons waren so allgemein, dass ich nicht umhin kam, alle Kellerkisten aufzumachen und mir einen handfesten Überblick zu verschaffen. Die eine oder andere Kiste nahm ich gar mit nach oben. Siehe da: endlich finde ich die Plastiktüte mit meinen Mützen und Schals, die ich vermisst habe. Mittendrin meine Lieblingsjeansmütze. Jiippie!
Und was sehe ich da? Meine Kinder- und Jugendbuchsammlung! Ja, als Buchhändlerin darf ich schließlich Bücherfetischistin sein. Und was ist das denn für eine Stange da zwischen den Brettern? Die kommt mir irgendwie bekannt vor! Jaaa … Sie passt! Sie passt perfekt in meinen Kleiderschrank.
Weil meine Vermieterin eine Einbauschublade zum Eigengebrauch eingefordert hat – ihr gutes Recht – muss ich mein Einbaubüchergestell mit einem neuen Tablar ausstatten und baue es mit Irgendlinks Hilfe kurzerhand um. Puh … So bin ich den ganzen Nachmittag mit Materie verschieben, mit umschichten und neuordnen beschäftigt, als mir auf einmal einfällt, wo das gesuchte Dokument sein muss.
Genau, hier ist es ja, direkt unter meiner Nase quasi! Wie gut, dass es mir erst jetzt eingefallen ist … 🙂

Integrationskurs „Alltag in Deutschland“ – Lektion 2: Wie Löwenzahn

Ich habe echt gemeint, solche Menschen seien ausgestorben!, sagte ich zu meinem Liebsten. Gestern Abend. Ich hatte mir tagsüber eine von zwei möglichen Arbeitsstellen angeschaut, die mir meine zukünftige Arbeitsgeberin, eine Stiftung im Bereich Jugendförderung, vorschlägt. Im August soll ich dort anfangen. Naiver Gedanke, das mit dem Aussterben dieser Spezies, dennoch hatte ich ihn gedacht, vielmehr gehofft, dass dem so sei.
Aussterben tun die nicht. Leider. Die wachsen nach. Wie Löwenzahn!, sagte J. pragmatisch. Nur dass Löwenzahn wenigstens schön ist.
Die Gruppe, die ich allenfalls ab August jeweils ab mittags mit betreuen soll, besteht aus neunundzwanzig Kindern zwischen acht und fünfzehn Jahren mit eher bildungsfernem und teilweisem Migrationshintergrund. In der Regelschule kamen sie nicht mit und besuchen darum entsprechende Förderklassen. Kleinklassen heißt das in der Schweiz, hieß es jedenfalls früher. Den Betreuungsteams obliegt die Nachmittagsgestaltung inklusive Aufgabenhilfe. Nicht grad mein Traumjob, doch immerhin ein Anfang.
So weit, so gut.
Wenn da nicht die Frau Generalin wäre, die der Gruppe vorsteht. Also eigentlich sind es ja zwei Frauen, wobei ich der anwesenden Kollegin nicht mal vorgestellt worden bin und von dieser nur ungefähr zwei oder drei Sätze gehört habe. Jeder Versuch, mit ihr Kontakt aufzunehmen, wurde „zufällig verunmöglicht“. Frau Generalin, um die fünfundfünfzig oder sechzig Jahre alt und ledig, wie die ringlose Hand zeigt, Frau Generalin also treibt dort nach allen Regeln der unpädagogischen Kunst ungebremst ihr Unwesen, ihre Machtspiele, und schwingt mit dem Zuckerbrot in der Hand die Peitsche mit der andern. Strubbelt den Kindern ungefragt über den Kopf oder packt sie hart am Arm um ihren Aufträgen Befehlen Nachdruck zu verleihen. Grundsatz 1: Misstrauen. Grundsatz 2: Feindbild Kind. Darum hat sie nie, aber auch wirklich nie!, einen normalen Gesprächston drauf, wenn sie mit den Kindern redet, sondern klingt immer latent fordernd, anklagend, beschimpfend, kritisierend. Schon am Telefon, als sie mir den Weg erklärte, war dieser Ton da. Dieser Ich-weiß-es-besser-Ton, den ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Pausenlos redete sie über die Wichtigkeit von guter Kommunikation und Harmonie im Team, widersprach sich aber laufend selbst, indem sie sagte, dass jemand den Karren schließlich schmeißen müsse.
Die meisten Kids kamen um dreizehn Uhr. Zum Essen. Verteilt auf Tische mit je vier Kindern wurde das Essen ausgegeben. Erst als alle ganz still waren, war Frau Generalin zufrieden. Dann musste eins der Kinder beten – *würg-argh* – und schließlich ging die Fütterung los. Wobei die kleineren Kinder im größeren Raum nicht reden dürfen, die größeren im kleineren Raum zwar schon, doch nur leise. KZ-Stimmung, sorry, liebe Leute, aber das habe ich gedacht. Nichts von Sinnlichkeit, Lebenslust und Lachen.
Kaum wechselte Frau Generalin den Raum, ging das Geknuffe, Gekicher, Geflüster und das Augenverdrehen los. Dampf muss abgelassen werden. Muss. Physik. Sonst knallt es. Je restriktiver Erziehung ist, desto mehr staut sich ungelöstes an. Hinter der Fassade. Zugegeben, die Fassade ist nett. Auswechselbar. Unpersönlich. Lieblos.
Beim Essen nahmen ein paar Kinder Blickkontakt mit mir auf. Ich las in ihren Augen Resignation und Frustration. Sehnsucht. Leid. Mit meinen Augen, ich durfte ja nicht reden, versuchte ich Mut zu geben. Keine Ahnung, ob er angekommen ist.
Ich war vor dem Eintreffen der meisten Kinder da gewesen, hatte mir ein paar einführende Worte von Frau Generalin angehört, stehend, ohne dass sie mir etwas zu trinken angeboten hätte, und hatte ihr anschließend ein paar Fragen zu Umfeld und Netzwerk, zur Zusammenarbeit mit der Schule gestellt, weil ich dieses Betreuungssystem von der Schweiz her nicht kenne. Sie meinte nur, in jenem ähnlichen Ton übrigens, den sie auch den Kindern gegenüber drauf hatte:
Das müssen Sie gar nicht wissen. Das braucht Sie nicht zu beschäftigen. Da müssen Sie nicht drüber nachdenken. Das geht Sie nichts an. Das betrifft Sie nicht.
Weil sie mich nicht irgendwie mit einer Aufgabe betraute oder sonst wie beschäftigte, war ich durch die Räume spaziert. Ich hatte die Bilder und Basteleien – stereotype Kreativität nach Vorlage – angeschaut, denn da alle schon anwesenden Kinder gut miteinander gespielt hatten, wollte ich mich nicht aufdrängen. Möglich, dass das keinen guten Eindruck machte. Mir egal, denn ich würde eh nie mehr hierher kommen. Lieber arbeitslos als hier zu arbeiten. Jedenfalls nicht mit Frau Generalin zusammen. Bloß weg hier!
Auf dem Klo, noch vor dem Essen war das, smste ich J. mein Dilemma. Worauf er sofort. anrief.
Dann muss ich also früher hier losfahren!, sagte ich laut ins iPhone, als die Frau Generalin auf dem Hof, auf den ich zum Telefonieren ausgewichen war, an mir vorbeiging. Später, wieder drin, sagte ich zu ihr, dass mein Freund, dessen Auto ich mir heute ausgeliehen hätte, weil meins in der Reparatur sei (was wahr ist), wegen eines Notfalls das Auto brauche (Notlüge, dafür muss ich hoffentlich nicht nach Santiago pilgern :-)).
Um zwei Uhr machte ich mich vom Acker. Im Auto hätte ich heulen können. Die armen Kinder!, dachte ich ständig, was wird nur aus ihnen!? Wenn nur ich schon, nach zweieinhalb Stunden, vom Zusammensein mit dieser Frau traumatisiert bin und nachts (das wusste ich allerdings damals noch nicht) Alpträume hatte, wie viel mehr muss dieser Umgang den Kindern das Leben erschweren? Dieses dauernden Bloßgestellt- und Angemotzt-Werden? Zum K… Und doch ist das hier gewiss kein Einzelfall.
Was wäre die Welt ohne Kinderlachen und Blumen, sagte ich zu J., am Abend, als ich unseren Blumen und Tomaten beim Wachsen zuschaute. Das Schlimmste, was ein Mensch tun kann, ist Kinderlachen kaputtzumachen.
Merke:
1.) In Deutschland gibt es nicht nur nette Menschen …
2.) … aber auch!!!

Unterschiede

Es ist verflixt. Seit ich den Artikel „verschwindend“ geschrieben habe, ist es da und drängt sich in den Vordergrund. Nein, es ist wohl schon länger da. Was solls?, fragt es. Oder: wozu auch? Mein gutes altes Monster ist sogar mit nach Deutschland ausgewandert. Sinnfragen stellt es hüben wie drüben. Was willst du überhaupt?, fragt es. Vom Leben zum Beispiel. Quo vadis, Sofasophia?
Schnitt.
Neulich im Garten. Die Sonne dörrt den Boden aus. Da hilft nur gießen. Irgendlink und ich wässern Salate, Kohlsetzlinge, Zucchinipflänzchen, Karottenspitzen und was da alles im Garten vor sich hin wächst. Gießkannenprinzip. Alle gleichviel. Alle zu wenig, wenn das Fass fast leer ist. Alle genug, wenn das Fass wieder voll ist. Wie im richtigen Leben. Beinahe jedenfalls, denn bei uns bekommen alle gleich viel, ungefähr jedenfalls. Dennoch wachsen die einen schneller als die anderen. Warum auch immer.
Darwin!, sagt Irgendlink, Evolution! Natürliche Auslese! Und gießt ab Tag vier nur noch ohne Brause. Nur noch die Wurzeln. Clever. Die Salatsetzlinge danken es uns. Innerhalb weniger Tage wachsen sie zusehends. Ein paar kleine gehen dennoch – trotz Wasser – ein, schließlich gießen wir sie nicht mehr, lassen sie wieder Erde werden. Ein paar müssen über die Klippe springen, das ist immer so, sagt J.. So tickt die Welt. Ironisches Zwinkern.
Schnitt.
Was ist der Unterschied zwischen dem Lebensweg und einer Reise von hier nach irgendwo?, fragt mein Liebster heute Morgen.
Gute Frage – puh … Der Unterschied?, überlege ich. Keine Ahnung, mir fallen da eher Parallelen ein. Bei beiden Reisen wissen wir nicht wirklich, wohin wir unterwegs sind. Alles ist abenteuerlich, unvorhersehbar, gefährlich zuweilen …
Stimmt. Doch auf dem Lebensweg hast du – im Gegensatz zu einer gebuchten Reise  – keinerlei Versicherungen. Du trägst das ganze Risiko alleine.
Schnitt.
Da sind so viele Bilder auf meinem iPhone. Bilderfluten geradezu. Und täglich werden es mehr. Nur einen Bruchteil davon bearbeite ich. Und davon ist wiederum nur ein Bruchteil vorzeigbar. Auf meinem iPhone sind noch so viele nichtausgeschöpfte Möglichkeiten – für all die unbearbeiteten Bilder ebenso wie für jene, die ich schon bearbeitet habe. So viel an Möglichkeit steckt in jedem einzelnen Bild! Würde ich sie alle ausschöpfen, wäre mein Leben zu kurz. Und ich dürfte ab sofort keine neuen Bilder mehr machen.
Für jeden einzelnen Tag und für jedes einzelne Leben gibt es ebenso viele Möglichkeiten der Gestaltung. Und immer können wir nur eine wählen.
Gerade jetzt möchte ich alt sein – glücklich, lebenssatt und weise –, und auf dem Sterbebett liegend, wie Antonia in Antonias Line, auf mein Leben zurückschauen. Ich würde sagen: Well done! Und friedlich einschlafen.

Integrationskurs "Alltag in Deutschland" – Lektion 1: Einkaufen

Szene 1: Sofasophia schiebt ihren Einkaufswagen Richtung Kasse. Ort des Geschehens: Eine städtischen Filiale des Großverteilers mit dem A. am Anfang. Soeben verkündet die smarte Damenstimme aus dem Lautsprecher:
„Geschätzte Kunden, wir öffnen Kasse drei für Sie!“ Super!, denkt sie, schaut sich um, sieht aber nicht einen einzigen Kunden im ganzen Laden, der sich für Kasse drei interessieren könnte und reiht sich deshalb brav hinter der Kundin vor ihr ein. Denn Kundinnen hat es zuhauf. Es ist kurz nach eins. Weit und breit kein Mann. Nicht einmal ein Arbeiter ist zu sehen, der sich schnell ein Sandwich holt.
Szene 2: Sofasophia hat vor dem Getränkemarkt geparkt und sich einen Einkaufswagen geschnappt. Einen wie es sie in der Schweiz nur im Baumarkt gibt, einen mit tief gelegter Ladefläche. Einen für Bier. Gleichzeitig wie ein älterer Mann betritt sie den Laden und ist einmal mehr ob der gebotenen Fülle dieser Ladenkette überfordert. Wohin sie schaut: Bierkiste auf Bierkiste. Wasser. Süssgetränke. Fruchtsäfte. Flüssiges in jeglicher Form. Und Männer. Überall Männer. Nur Männer. Außer an der Kasse. Da sitzt eine Frau. Natürlich. Ein junger muskulöser Mann mit Tattoos an den Oberarmen – wenn wir schon Klischees bedienen, dann richtig! – geht herum, ist beim Aufladen der (Bier-)Kisten behilflich und zeigt ihr, wo das alkoholfreie Bier steht. Mit drei Kisten (öhm, ja alles Bier) fährt sie schlussendlich zur Kasse, bezahlt und geht zum Auto. Der ältere Mann, der mit ihr den Laden verlassen hat, hievt ihr die dritte Kiste in den Kofferraum. Sie ist so perplex, dass sie nicht mal sagen kann, dass sie es eigentlich selbst schafft.
Wir fassen Lektion 1 wie folgt zusammen.
Merke:
1.) In Deutschland kaufen die Frauen das Futter …
2.) … und die Männer die Getränke.
3.) In Deutschland sind Kundinnen automatisch männlich.
Wer kauft denn jetzt bei uns das Futter ein, Liebling, du oder ich?

Verschwindend

Während ich meine verschiedenen Lieblingswebsites besuche, geht mir das gestrige Gespräch mit J. durch den Kopf.
Wie schnelllebig das weltweite Netz doch ist!
, hatte ich zu ihm gesagt. Würde ich ein paar Tage, ein paar Wochen keinen Blogartikel mehr schreiben, wäre Sofasophia, die Bloggerin, bald vergessen. Ebenso würde es mit iSophien geschehen, wenn sie keine Bilder mehr in ihre Galerie stellen würde. Und so weiter. Ewig eitler Exhibitionismus also, ewiger Schrei nach Anerkennung? Puh …
Vergessen, nicht gesehen, nicht geliebt werden – das ist es, was wir am meisten fürchten.
Verändern können wir diese Angst nur durch unsere Haltung …
Wie ich da in Luisas Webtagebuch stöbere, finde ich diese Zeilen hier:

„gestern abend schaute ich mir auf arte den dokumentarischen spielfilm über mitterand und seinen biographen an. eigentlich nur, weil ich danach die dokumentation über susan sontag sehen wollte. etwas seltsames passierte. der film über mitterand, der mich nicht sonderlich interessiert hatte, faszinierte mich, während der über susan sontag mich langweilte, weil er platt und oberflächlich eigentlich fast nur auf ihrer spektatkulären erscheinung herumtrat. beide filme kreisten aber um dasselbe: das verschwinden, das sterben. wenn man tot ist und aus dem gedächtnis der menschen verschwindet, ist das ja normal. aber noch zu leben und zu verschwinden – lebt der/die eigentlich noch? das ist glaub ich das härteste für menschen, die viel aufmerksamkeit gewohnt sind. das ist auch ein bisschen das problem meiner mutter, obwohl sie ja relativ viel zuwendung von allen seiten hat. jede/r von uns wird irgendwann verschwinden/ins vergessen fallen. manche werden vielleicht zu ikonen, die aber gar nichts mit der person zu tun haben. wer interessiert sich für die einsamkeit von marilyn? alle interessieren sich nur für ihren sex appeal.
ich glaube wenn du dich für dich selbst interessierst, dich als teil der natur wahrnimmst, kanns dir wurscht sein, ob du gefeiert oder ignoriert wirst.“

Quelle: Luisa Francia am 10.05.2011, www.salamandra.de

Neue Schuhe

Na, hast du dich schon eingelebt?, lautet eine der Fragen, die mir in letzter Zeit häufig gestellt werden.

Wie ich vorhin im frisch geputzten Bad, meine Zähne schrubbend, meine Gedanken belausche, begreife ich, dass das hier wirklich Wirklichkeit ist. Meine neue Gegenwart. Ich. Hier. In diesem kleinen, großen Haus wohnend. Irgendwo zwischen hier und dort und nirgendwo in der pfälzischen Landschaft. Zeit. Stille. Tun und lassen nach Bedarf.
Neue Schuhe wollen eingelaufen werden, wir wollen uns schließlich keine Blasen holen. Wir spazieren zuerst nur kurze Stücke, geben den Neuen Zeit, unsern Fuß kennenzulernen, ihn zu umschmiegen, sich an ihn zu gewöhnen. Und umgekehrt. Als Kind sind wir regelmäßig den alten Schuhen entwachsen. Die neuen Schuhe wurden ein klein bisschen zu groß gekauft, und erst nach ein paar Wochen waren wir ihnen endlich gewachsen.
Sich einleben – ein bisschen ist es wie neue Schuhe einlaufen. Noch zu große Schuhe vielleicht. Ich wachse hinein. Wachstumsschmerzen zuweilen. Sehnsucht gar nach den alten Schuhen, ich gebe es zu. Und ab und zu kann ich es kaum glauben, wie gut ich es doch habe. Die äußeren Umstände ebenso wie innerlich, was meine Bedürfnisse nach Liebe, Zufriedenheit, Stille, Autonomie und vielem mehr betrifft.
Ja, danke, ich habe mich gut eingelebt. Von ein paar Blasen abgesehen, die wohl einfach Teil des Prozesses namens Einleben sind.

Von Paralleluniversen, Flugrost und den vielen Baustellen der Sofasophia

Etwas bremst dich immer aus! Mit diesem Satz bin ich gestern Nachmittag zuhause gelandet. Hier zuhause, hier in der Pfalz, hier auf dem einsamen Gehöft. Bin wieder zurück aus der Schweiz, wo ich noch immer und immer auch zuhause bin. Doch ist daheim mehr und mehr einfach mitten in mir drin.
In der Meinung, dass alles in Ordnung ist, da meine blecherne Gefährtin doch neulich erst im Service war, fuhr ich los. Es galt die periodische Autokontrolle zu bestehen. Natürlich, die Nervosität fährt zu solchen Anlässen immer mit, doch im Grunde war ich sicher, dass wir es schaffen würden, mein Sternchen – deutsch für Starlet – und ich. Mit Irgendlink hatte ich am Tag zuvor noch den letzten Flugrost abgeschmirgelt und dies und das vergoldet, so dass ich mich beinahe neu in die alte Dame mit den vielen Dellen verliebte.
Doch was musste ich erfahren, wie ich da auf der Prüfspur stand? Mein Auto sei krank! Ein bisschen nur, zum Glück. Seine Ölwanne ist rostig und muss ersetzt werden. Ebenso die Hinterreifen. Für Normalsterbliche unsichtbare, für den Fachmann im Prüfzentrum wohl sichtbare Abnutzung des Gummis um die Felgen rum. Sehen Sie: hier und hier! Nein, ich will hier nicht mit Details langweilen, doch gebe ich zu, dass mich die Diagnose doch überrascht hat. Und geschmerzt. So als wäre eine Freundin krank. Na ja, das ist mir mein Auto irgendwie. Wie viele Abenteuer wir doch schon zusammen erlebt haben!
In der Schweiz habe ich ganz nebenbei ein paar tolle Menschen getroffen. Ein schöner Nebeneffekt meines Besuches in der Schweiz. Ohne mein Dazutun hatte nämlich meine Schreibgruppe genau jenen Abend zu ihrem Treffabend auserkoren und traf sich schließlich statt in Bern extra wegen mir in Biel, wo ich bei meiner Freundin K. gastierte. Was für ein toller Abend!
Auch den Mittwoch verbrachte ich in der Schweiz, fuhr weiter zu meiner Freundin L. und begriff einmal mehr, wie wunderbar es ist Freundinnen zu haben. Wunderbar nährende Gespräche da wie dort. Ein Austauschfluss – erfrischend und wohltuend. Auch zeigten sich sowohl K. als auch L. begeistert von meinen iPhone-Bildern. Fast identisch waren ein paar von ihnen beiden geäußerte, kritische Gedanken zur iPhone-Kunst:
Eigentlich ist es ja nicht wirklich fair, dass du mit nur ein paar wenigen Berührungen des Bildschirmes so tolle Bilder machen kannst!
Okay, ja,
habe ich gesagt, das mag easy aussehen. Die paar wenigen Berührungen sind allerdings nicht einfach Automatismen, sie sind der eigentliche künstlerische Prozess.
Kunst ist immer eine Synthese von initialer Idee, Handwerk, Wissen und Können betreffend das Material, dazu kommen Inspiration, und Phantasie. Nicht zu verachten: ein bisschen Zufall. Kunst ist ein Weg. Kunst ist es, den Augenblick wahrzunehmen und festzuhalten, und Kunst ist auch dessen Echo. Kunst ist das Erlebnis, der Ausdruck, die Lust am Hinsehen und Hinfühlen. Und Kunst ist noch viel mehr.

Li Ssi hat dazu in ihrem Blog einen genialen Text zitiert:

Ich brauche nicht in die Geschichte der Philosophie einzutauchen, um darauf zu bestehen, dass es in der Kunst K E I N E R E G E L N gibt und keine Chance für Schwachköpfe und Blödmänner, die an Regeln und Gesetzen und verbotenen Bereichen festhalten, und keinen Grund für Hierarchie, der zufolge „breit“ besser als „schmal“ ist und „männlich“ wünschenswerter als „weiblich“. Es gibt in der Kunst kein Gefühl, das nicht ausgedrückt, und keine Geschichte, die nicht erzählt werden darf, es sei denn, man hat ein Brett vorm Kopf. Die Verzauberung entsteht durch das Fühlen und das Erzählen, das ist alles. (Zitat Ende)
Quelle: Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer

Während ich nordwärts heimwärts fahre – besonders auf dem letzten Wegstück, wo die Autobahn aufhört – und während sich die Ebenen verschieben – kaum bin ich hier, schon bin ich dort, fahre rauf und runter –, stelle ich fest, dass ich doch nicht in einer flachen Welt leben möchte, wie ich sie mir beim Radfahren zuweilen wünsche. Die verschiedenen Ebenen, der Wechsel der Dimensionen machen mein Leben reich. Kaum hier, schon dort …, ja, das muss so sein, so und anders. Immer wieder andere Ebenen. Langer Atem, den ich brauche, immer wieder. Viel Kraft, die wir brauchen, um all die Wechsel, all die vielen Baustellen, auf denen wir leben, auszuhalten. Schiefe Ebenen oft genug, Schräglagen, Geraden, Paralleluniversen …
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Baustelle 1: Meinen Wohnraum fertig gestalten, so dass ich mich wieder vermehrt um meine anderen Projekte kümmern kann.
Als da wären:
Baustelle 2a: An meiner iPhoneArt-Gallery weiter spinnen. Mich verbessern. An meinem Handwerk arbeiten. Mein Auge schulen.
Baustelle 2b: Meine WhiteWall-Seite, meinen Internet-Bilderladen, wo jede und jeder meine Bilder in genialer Qualität für sich selbst bestellen kann, weiter kreieren. Mehr dazu, wenn ich so weit bin. Und ja, inspiriert dazu hat mich natürlich Irgendlink, dessen eigener WhiteWall-Shop ich allen nur wärmstens empfehlen kann.
(((Ach ja … heute haben wir unsere Bilder, die wir ebendort bestellt haben, voller Freude von allen Seiten betrachtet, gedreht, gewendet. Fazit: Super Qualität! Bestellen! Aufhängen! Weitersagen! )))
Baustelle 3: Jener Foto-Wettbewerb zum Thema „short-lived“, zu dem alle iPhoneographInnen eingeladen sind. In Frankreich irgendwo wird es eine Ausstellung zu besagtem Thema geben. Da will ich mitmachen.
Baustelle 4: Mein Blog, das ich nicht vernachlässigen will.
Baustelle 4a: Für mein Blog kleine, feine, weise Artikelchen über die einzelnen Apps, diese süchtigmachenden Bildbearbeitungsprogramme des iPhones, schreiben.
Baustelle 5: Meine Manuskripte vollenden und voranbringen. Verlagssuche zum Beispiel. Ich sage da nur „Loch im Eis“!
Baustelle 6: Lebensschülerin sein. Immer. Überall. Ob mit Irgendlink unterwegs oder allein. Oder mit meinen Freundinnen und Freunden. Nähe. Distanz. Balancieren auf dem Lebensseil.
Baustelle 7: Für „meine“ Zeitschrift endlich die beiden ausstehenden Buchbesprechungen schreiben und abliefern.
Baustelle 8: Endlich mal wieder an meiner Galerie mit den Nikon-Bildern weiterbauen.
Ach und nicht zu vergessen:
Baustelle xyz: Mein Auto instand stellen lassen und es zur neuerlichen Prüfung innert dreißig Tagen erneut in die Schweiz begleiten. Mich der Lehrmeisterin Straße hingeben. Lehrmeisterin? Ja, sie hat mir neulich gesagt, dass gutes Autofahren nicht in erster Linie bedeutet, dass ich technisch einwandfrei unterwegs bin, sondern dass ich risikobewusst und sozialkompetent fahre und dass ich mir meiner Mitwelt bewusst bin, will heißen, weder mich über andere zu ärgern noch anderen Anlass zu geben, sich über mich zu nerven. Und so weiter.
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Banaler Text, denke ich, wo ich ihn durchlese. Hm. Die Angst vor der Banalität? Ja, die gibt’s. Die kennt wohl jeder kunstschaffende Mensch. Doch nein, ich will sie nicht mehr füttern. Ich schreibe hier, was ich will. Banal oder nicht.
Etwas oder jemand bremst uns immer aus!, schrieb ich oben. Und meistens bin ich es sogar selbst, die mir auf dem Schlauch steht, geht es mir soeben durch den Kopf. Hm, aber stimmt das wirklich?
Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Kompromissen!, habe ich zu Freundin K. gesagt. Und das, stimmt das? Ja und nein. Ja, denn ich bewege mich ständig in Relation zu allen anderen, bin nicht allein, der Platz ist beschränkt. Choreografie des Lebens. Schwerkraft und Zusammenspiel von Zufall und Fügung. Lebenstanz. Ich bin immer umgeben von anderen, die da sind, weil sie da sind, wie ich ebenfalls in ihren Leben irgendwie da bin. Warum auch immer. Doch müssen sich Selbstbestimmtheit und Kompromissfähigkeit ausschließen? Sie könnten sich doch eigentlich wie Essig und Öl begegnen, im Salatsaucen-Tanz sozusagen.